Dietrich Schwanitz: „Der Campus“
Kern der Geschichte:
Prof. Hackmann hat ein Verhältnis mit einer Studentin namens Babsi. Er will sie los werden, doch sie verführt ihn wieder. Dabei werden sie gesehen und es spricht sich herum. Der Professor wird wegen Vergewaltigung angezeigt und von der Uni entlassen. Die Studentin sagt vorerst nicht die Wahrheit. Dann jedoch glaubt ihr keiner mehr. Die Psychologen sagen, sie verleugne den Wahn, Identifikation mit dem Aggressor (= Hackmann).
[ Stoff von David Mamet: „Oleanna“
Gleicher Fall: dort: Prof. John und Studentin namens Carol ]
Carol bittet um Nachhilfe. Professor legt den Arm um sie. Carol, die von einer politischfeministischen Gruppe beeinflusst ist, erkennt etwas Patriarchisches. Sie wird von der Gruppe angehetzt und sie ihn als Patriarchen an.
Schuld und Unschuld liegen auf beiden Seiten (Prof. u. Studentin). Kritik wird an beiden Seiten geübt: an Männern und an der feminist.-polit. Gruppe.
Carol legt den Professor rein. Das Buch, aus dem der Professor vorträgt, wird von der Gruppe gehasst. In Sprechstunde sagt sie ihm, dass dieses Buch auf dem Index steht und deshalb darf es nicht gelesen werden. Er lässt sie nicht aus der Tür. Carol droht mit einer Klage wegen Vergewaltigung. Prof. unterschreibt Erklärung (von der Gruppe aufgesetzt). Dadurch wird er Professor auf Zeit. (zuerst war er ordentlicher Prof.)
[...]
Inhaltsverzeichnis
Dietrich Schwanitz: „Der Campus“
ZEITDRAMA / BEWUSSTSEINSDRAMA
Bodo Kirchhoff: „Die verdammte Marie“
Henrik Ibsen: „Rosmerholm“
David Mamet: „Oleanna“
MODERNES DRAMA
Henrik Ibsen: „John Gabriel Borkman“
Henrik Ibsen: „Rosmerholm“
Ibsen: „Klein Eyolf“
Ibsen: „Hedda Gabler“
Hauptmann: „Vor Sonnenaufgang“
Maurice Maeterlinck: „Die Blinden“
Hugo v. Hoffmannsthal: „Gestern“
August Strindberg: „Fräulein Julie“
Samuel Beckett: „Quadrat I und II“
Jean Paul Sartre: „Hinter geschlossenen Türen“
Samuel Beckett: „Nacht und Träume“
Hugo von Hofmannsthal: „Der Tor und der Tod“
August Strindberg: „Das Traumspiel“
Reinhold Grimm: „Karusselldrama“ (Theorie)
Arthur Schnitzler: „Der Reigen“
DAS EXPRESSIONISTISCHE DRAMA
Georg Kaiser: „von morgens bis mitternachts“
Ernst Toller: „Hinckemann“
Ödön von Horváth: „Kasimir und Karoline“
Oskar Kokoschka: „Mörder Hoffnung der Frauen“ (1912)
Gombrowicz: „Die Trauung“
Kandinsky: „Der gelbe Klang“
Bertold Brecht
B. Brecht: „Die Maßnahme“ 1929/30
Brecht: „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ 1929-31
DAS ABSURDE DRAMA / THEATER
Jean Paul Sartre: „Huis clos / Bei geschlossenen Türen“ 1944
Thomas Bernhard: „Die Macht der Gewohnheit“
Samuel Beckett: „Quadrat I + II“
Samuel Beckett: „was wo“
Samuel Beckett: „Nacht und Träume“
Samuel Beckett: „Endspiel“
Strindberg: „Der Vater“ 1887
Strindberg: „Das Traumspiel“ 1900
Strindberg: „Frl. Julie“
Genet: „Die Zofen“
Harold Pinter: „Landscape / Landschaft“ 1968
Harold Pinter: „Silence / Schweigen“ 1969
Samuel Beckett: „Play“ 1964
Samuel Beckett: „Quadrat“
Samuel Beckett: „was wo“
Thomas Bernhard: „Fest für Boris“
Thomas Bernhard: „Die Macht der Gewohnheit“ 1974
Ödön von Horvath: „Kasimir und Karoline“ 1932
ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit bietet eine fundierte Analyse der Entwicklung und Transformation des modernen Dramas vom 19. Jahrhundert bis zur Postmoderne. Dabei wird untersucht, wie klassische dramatische Strukturen aufgebrochen wurden und welche neuen Formen wie das Zeitdrama, das Bewusstseinsdrama sowie das absurde Theater an ihre Stelle traten.
- Evolution dramatischer Formen von Ibsen bis zum Absurden Theater
- Soziologische und psychoanalytische Deutungsmuster im Drama
- Die Auflösung traditioneller Dialogstrukturen und des klassischen Bühnenkonzepts
- Politische Ideologiekritik und die Darstellung gesellschaftlicher Krisen
- Die Rolle von Verfremdungseffekten und Montage als theatrale Mittel
Auszug aus dem Buch
Henrik Ibsen: „Rosmerholm“
Analytisches Drama: Vergangenes wird analysiert und aufgeklärt
Das erste analytische Drama = Sophokles: „Ödipus Rex“: In diesem Stück wird die Vergangenheit gerichtlich aufgeklärt: KREON (Bruder der IOCASTE) will aufklären: Woher kommt ÖDIPUS? Wer sind seine Eltern? Es passiert eigentlich nichts, es wird nur alles aufgeklärt: Ödipus hat LAIOS (seinen Vater) erschlagen (ohne zu wissen, dass er sein Vater ist) und hat seine Mutter Iocaste geheiratet. Ödipus beendet sich, Iocaste bringt sich um.
[ Vgl. Peter Szondi: „Theorie des modernen Drama“: Ibsens Dramen sind für ihn Romane, Romanstoffe. Nicht mehr dramatisches Drama = Gegenwartsfolge, kontinuierlich, vorwärtsdrängend. Aus Krise: Lösungsversuche sind: episches Theater: Brecht, lyrisches Drama, Stationendrama / Ich-Drama: Strindberg. Für Szondi auch Ibsens Stücke fast aus Erinnerung, deshalb eher Roman, denn dramatisches Drama ist für so etwas nicht geeignet. ]
[ „Rosmersholm“ ist nicht undramatisch. Explosivstoff zeigt sich in Gegenwart. Notgedrungen muss man analysieren, was vorher geschehen ist. Die absolute Gegenwartsfolge ist gegeben. Etwas muss aufgedeckt werden -verbotenes Aufreißen; Leerstelle: Aufdecken nicht möglich ]
Zusammenfassung der Kapitel
Dietrich Schwanitz: „Der Campus“: Eine Untersuchung über Machtdynamiken und Verleumdung an einer Universität, die als Ausgangspunkt für die Betrachtung moderner Dramatik dient.
ZEITDRAMA / BEWUSSTSEINSDRAMA: Einführung in Begriffe der Romantheorie und deren Übertragung auf die dramatische Literatur, insbesondere die Abkehr vom reinen Realismus.
MODERNES DRAMA: Eine umfassende Analyse verschiedener Stücke von Autoren wie Ibsen, Hauptmann und Beckett, welche die Auflösung des klassischen Dramas illustrieren.
DAS EXPRESSIONISTISCHE DRAMA: Untersuchung der subjektiven Verzerrung der Wirklichkeit und der typischen Formen wie dem Stationendrama bei Autoren wie Kaiser und Toller.
DAS ABSURDE DRAMA / THEATER: Analyse der Abwesenheit von Sinn und Logik, verdeutlicht an Werken von Beckett und Sartre.
ZUSAMMENFASSUNG: Ein systematischer Überblick über die in der Vorlesung behandelten zentralen Kategorien und dramatischen Konzepte.
Schlüsselwörter
Modernes Drama, Analytisches Drama, Bewusstseinsdrama, Zeitdrama, Expressionismus, Absurdes Theater, Brecht, Szondi, Mimesis, Verfremdungseffekt, Guckkastenbühne, Psychoanalyse, Stationendrama, Soziologisches Drama, Dekomposition
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die grundlegenden Transformationen des modernen Dramas und untersucht, wie verschiedene Strömungen das klassische dramatische Konzept seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert grundlegend verändert haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen zählen die Entwicklung der Erzählweise (vom analytischen zum epischen Drama), die Auswirkung gesellschaftlicher Umstände auf Individuen und die Darstellung von Entfremdung und Machtstrukturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Dramatiker auf die Krisen ihrer Zeit reagierten und durch den Bruch mit klassischen Konventionen wie der "Guckkastenbühne" neue Möglichkeiten für das Theater erschlossen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Analyse stützt sich auf dramaturgische Grundlagentheorien, insbesondere auf Peter Szondi, sowie auf soziologische und psychoanalytische Ansätze, um die Motivationen und Strukturen der behandelten Stücke zu durchleuchten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Epochen und Gattungen, darunter das Zeit- und Bewusstseinsdrama, das expressionistische Stationendrama sowie das absurde Theater, jeweils illustriert durch detaillierte Stückbesprechungen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe wie "Absolute Gegenwartsfolge", "Verfremdungseffekt", "Leerstelle" und "Dekomposition" prägen das Verständnis der analysierten dramatischen Modelle.
Welche Bedeutung hat das "Karusselldrama" in dieser Arbeit?
Das Karusselldrama dient als Konzept für ein kreislaufhaftes, nicht zielgerichtetes Erzählen, welches die Sinnlosigkeit oder Repetition menschlichen Verhaltens, etwa bei Schnitzler oder Beckett, unterstreicht.
Wie wird das "epische Theater" von Brecht eingeordnet?
Das epische Theater wird als eine bewusste Dekomposition des klassischen aristotelischen Dramas dargestellt, welches durch Verfremdungseffekte das Publikum zur kritischen Reflexion und Entscheidung anstatt zur suggestiven Einfühlung bewegen will.
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- Andrea Rieger (Author), 2000, Das moderne Drama, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/893