Evaluation als Baustein der Qualitätssicherung

Funktionen, Grundformen und Verfahrensabläufe der Evaluation in der Schule


Studienarbeit, 2008

20 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Evaluation als Beitrag zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

2. Funktionen von Evaluation

3. Grundformen von Evaluationen
3.1. Mikro-, Makroevaluation und Qualitätssicherung
3.2. Interne vs. Externe Evaluation
3.3. Summative vs. Formative Evaluation

4. Verfahrensabläufe von Evaluationen
4.1. Zielklärung
4.2. Datensammlung
4.2.1. Methoden der Datensammlung
4.3. Auswertung und Interpretation der Daten mit Handlungsplanung
4.4. Verfassen eines Evaluationsberichts

5. Literaturverzeichnis

Internetquellen:

1. Evaluation als Beitrag zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen

Qualität ist ein Begriff, der längst nicht mehr nur im Zusammenhang mit Wirtschaftsunternehmen auftaucht. Verschiedene Entwicklungen in den letzten Jahren haben dazu beigetragen, dass die Diskussion um Qualität nun auch im Bildungssystem eine wichtige Rolle spielt. Ein qualitativ hochwertiges Bildungswesen wurde zu einem wesentlichen Wettbewerbsvorteil eines Landes. Die Entwicklung zu einer Gesellschaft hin, die vor allem durch Wissensproduktion wirtschaftliche Vorteile erzielt, lässt die Annahme zu, dass „die bestmögliche Organisation von Bildungsprozessen […] für die Bewältigung von Zukunftsaufgaben eine Schlüsselfunktion haben (könnte)“ (Fend 2000, S. 55). Hinzu kommt auch die immer stärkere Orientierung von staatlichen Einrichtungen an den Bedürfnissen der Bürger[1].

Doch was ist Qualität überhaupt und wie kann diese in Bezug auf das Bildungswesen gesichert werden? Auf der Suche nach einer geeigneten Definition trifft man auf die unterschiedlichsten Bedeutungen, eine griffige Spezifikation scheint kaum auffindbar zu sein. Andreas Helmke nennt zwei Wortbedeutungen, die an dieser Stelle aufgegriffen werden sollen. Zum einen spricht er von „Qualität als Beschaffenheit oder Eigenart eines Gegenstandes“ (Helmke 2003, S.40), zum anderen von Qualität als Instrument „zur einschätzenden, objektivierten Bewertung der Güte“ (Terhart 2002, S. 50, zit. n. Helmke 2003, S.40). In der freien Wirtschaft verhelfen Konzepte wie das umfassende Qualitätsmanagement zur Sicherung der Qualität. Dessen Ziel besteht darin, durch Überprüfung, Gestaltung und Verbesserung die weitgehende Fehlerfreiheit in einem Betrieb zu garantieren, dessen Hauptaugenmerk auf die Bedürfnisbefriedigung des Kunden gerichtet ist. Auch im Bildungswesen gilt es, die Qualität der Arbeit zu überprüfen und zu sichern, doch lassen sich Managementkonzepte von Betrieben nicht problemlos auf Schulen umschreiben. Die Bestimmung der Qualität von Schulen ist wesentlich schwieriger. Es muss dabei weit mehr in den Blick genommen werden, als nur die Übereinstimmung des Produkts mit den Wünschen des Kunden.

Spätestens seit der deutlichen Reduzierung von Vorgaben des Staates zur Erreichung der Bildungsstandards muss jede Schule ihr eigenes Konzept selbstständig hinterfragen und weiterentwickeln. An diesem Punkt setzen Evaluationen an. Sie überprüfen, ob und auf welchem Wege die Bildungsstandards erreicht wurden. Dabei nehmen sie auch den Schulalltag ins Visier, „denn die empirisch brennende Frage ist doch, ob und wie Standards in den Unterricht gelangen und wie und ob sie sich mit expliziten oder impliziten Standards der Lehrperson hinsichtlich fachlichem Wissen, unterrichtlichem Handeln und diagnostischen Kompetenzen vermischen.“ (Böttcher 2006, S. 48)

Aber auch außerhalb des Unterrichts findet Evaluation Anwendung an Schulen. So kann sie sich unter anderem auch mit der Gestaltung des Schulhauses, der Organisation oder der Teamfähigkeit des Kollegiums beschäftigen. Da die Qualitätsfrage in der Schulpraxis weitgehend ungeklärt ist (Vgl. Holtappels 2003, S. 36) bietet Evaluation eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Effizienz von Tätigkeiten im schulischen Handeln und der Bewertung einzelner schulischer Aspekte.

2. Funktionen von Evaluation

Schon immer war der Lehrerberuf geprägt von vielen Freiräumen in dessen Ausführung. Spätestens seit dem Perspektivenwechsel im Bildungswesen werden solche Entscheidungspielräume an den Einzelschulen noch ausgeweitet. Die erfolgte Rücknahme der Input-Kontrolle durch den Staat lässt die Wirkungen der schulischen Arbeit mehr und mehr in den Vordergrund der Betrachtung rücken. Wie die vorgegebenen Ergebnisse erreicht werden, liegt nun im Ermessensspielraum der Schulen. Hinzu kommt eine deutliche Steigerung des Interesses der Eltern an den Arbeitsweisen der Einzelschulen. Durch die Unterschiede in der Gestaltungsweise des Schullebens suchen Eltern vermehrt nach der ihrer Meinung nach geeignetsten Schule für ihr Kind. Die Konkurrenz unter den Schulen steigt aufgrund dessen beträchtlich.

Sowohl der Staat, als auch die Öffentlichkeit und die Schule selbst erwarten eine Rückmeldung über den Erfolg des Schulkonzepts. Die Motivation zur Bewertung der schulischen Arbeit kann jedoch bei allen daran Interessierten unterschiedlich ausfallen. Grundsätzlich lassen sich vier Leitfunktionen festhalten, denen die einzelnen Beweggründe zur Durchführung von Evaluation untergeordnet werden können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Leitfunktionen von Evaluation (Modifiziert nach Böttcher u.a. 2006, S 29)

Eine zentrale Funktion von Evaluation ist der Erkenntnisgewinn. Es wird dabei eine Ist-Stand-Abfrage angestrebt, wobei deren Ergebnis nicht zwingend Konsequenzen hervorrufen muss. Dies ist jedoch der Fall, wenn Evaluation zum Zwecke der Kontrolle geschieht. In diesem Fall wird eine erbrachte Leistung kontrolliert, bei nicht ausreichenden Ergebnissen können Sanktionen ausgesprochen werden. Evaluationen, die zur Kontrolle durchgeführt werden, werden in der Regel „von oben“ angeordnet und treten somit zumeist in hierarchischen Verhältnissen auf. Des Weiteren kann Evaluation die Funktion der Weiterentwicklung innehaben. Hierbei werden die gewonnenen Erkenntnisse genutzt, um die eigene Arbeit zu verbessern. Die Evaluation gibt Auskunft, in welchen Bereichen eine Veränderung der Arbeitsweise sinnvoll wäre und nimmt Einfluss auf die „Steuerung von Entwicklungsprozessen“. (Altrichter 1998, S. 279) Eine weitere Funktion von Evaluation besteht in der Legitimation von durchgeführten Programmen oder Maßnahmen. Auf diese Weise kann die Zweckmäßigkeit der eigenen Arbeit sichergestellt und das Ergebnis der Öffentlichkeit präsentiert werden.

In der Praxis ist es jedoch kaum möglich, die Funktionen völlig voneinander zu isolieren. Vielmehr sind diese eng miteinander verbunden und treten nicht unabhängig sondern überschneidend auf. So führt die Kontrollfunktion in der Regel zu einer Entwicklung, eine Erkenntnis kann als Kontrolle dienen und eine Entwicklung legitimieren. Auf diese Weise bedingen sich die verschiedenen Funktionen gegenseitig, anstatt sich auszuschließen. Es ist jedoch durchaus möglich, eine prioritäre Funktion festzulegen, die ausschlaggebend für die Herangehensweise und Durchführung einer Evaluation ist.

[...]


[1] Zur Vermeidung von „Wortungetümen“ wird im Folgenden auf die Nennung beider Geschlechter verzichtet, auch wenn die funktionsbezogene Bezeichnung auf Frauen und Männer gleichermaßen zutrifft.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Evaluation als Baustein der Qualitätssicherung
Untertitel
Funktionen, Grundformen und Verfahrensabläufe der Evaluation in der Schule
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Note
1,5
Autor
Jahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V89441
ISBN (eBook)
9783638028981
ISBN (Buch)
9783638936958
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Evaluation, Baustein, Qualitätssicherung
Arbeit zitieren
Almuth Jaekel (Autor), 2008, Evaluation als Baustein der Qualitätssicherung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89441

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