Zunächst werden die bei allgemeinen Börsengängen in der Praxis zu beobachtenden Auffälligkeiten beschrieben. Danach werden die in der IPO- Literatur gängigen Theorien vorgestellt, die versuchen diese Auffälligkeiten zu erklären. Anschließend werden die Besonderheiten von REITs dargestellt, die sie von anderen Unternehmen unterscheiden. An Hand der darauf folgenden empirischen Untersuchungsergebnisse werden dann die allgemeinen IPO- Theorien auf ihre Übertragbarkeit auf REITs überprüft. Ziel ist es, das REIT- typische IPO Verhalten herauszuarbeiten und eine allgemeingültige Theorie zu finden, die dieses plausibel erklären kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 IPO- Verhalten von Nicht- REITs
3 Allgemeine IPO- Theorien
3.1 Investor Sentiment Hypothese
3.2 Information Asymmetry Hypothese
3.3 Theorie heterogener Erwartungen
3.4 Capital Demand Hypothese
4 REITs
4.1 Begriffserklärung
4.2 Abgrenzung
5 REIT- IPO Verhalten
5.1.1 Vorgehensweise
5.2 REIT- IPO Wellen
5.2.1 Methode.
5.2.2 Ergebnisse
5.3 Ersttagsrenditen
5.3.1 Methode.
5.3.2 Ergebnisse
5.4 Langfristige Performance
5.4.1 Methode..
5.4.2 Ergebnisse
5.5 Übertragbarkeit der allgemeinen IPO- Theorien auf REIT- IPOs
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern sich das Kapitalmarktverhalten von Real Estate Investment Trusts (REITs) bei einem Börsengang (IPO) von dem anderer Unternehmen unterscheidet und welche theoretischen Erklärungsansätze für das beobachtete Verhalten am plausibelsten sind.
- Analyse des IPO-Verhaltens von Nicht-REIT-Unternehmen.
- Vorstellung gängiger IPO-Theorien wie der Investor Sentiment oder Information Asymmetry Hypothese.
- Detaillierte Untersuchung von REIT-spezifischen IPO-Phänomenen (Wellen, Ersttagsrenditen, Performance).
- Überprüfung der Übertragbarkeit allgemeiner Börsentheorien auf den REIT-Sektor.
Auszug aus dem Buch
3.2 Information Asymmetry Hypothese
Die Information Asymmetry Hypothese trägt der Tatsache Rechnung, dass die Emittenten immer besser über die Lage des Unternehmens informiert sind, als außenstehende Investoren. Diese sind somit nur bedingt in der Lage zwischen Unternehmen höherer und niedrigerer Qualität zu unterscheiden. Im schlimmsten Fall kann diese Informationsasymmetrie zu einem „Market for ’Lemons’“ mit einer negativen Auslese führen, die dann zu Marktversagen führen kann.
Überträgt man die Theorie der „Adverse Selection“ von Akerlof auf den IPO- Markt, so wird sich durch den unterschiedlichen Informationsstand zunächst ein Emissionspreis bilden, den die Investoren im Durchschnitt zu zahlen bereit sind. Schwächere Unternehmen profitieren dadurch von schlecht informierten Investoren, da ein Durchschnittspreis zustande kommt, der über dem Emissionspreis liegt, der bei vollständiger Information zustande gekommen wäre. Unternehmen hoher Qualität hingegen werden durch die Durchschnittspreisbildung benachteiligt, da sie voraussichtlich einen Emissionspreis erzielen werden, der unter ihrem wahren Unternehmenswert liegt. Unter diesen Umständen werden sich Unternehmen von hoher Qualität vom Emissionsmarkt zurückziehen, so dass nur noch Unternehmen von schwacher Qualität auf dem Markt verbleiben. Die Investoren werden jedoch kein Interesse haben vermeintlich weniger gut aufgestellte Unternehmen zu zeichnen und werden sich vom Markt zurückziehen. In diesem Zustand herrscht Marktversagen.
Um das Eintreten dieses Szenarios zu verhindern, versuchen Unternehmen ihre hohe Qualität zu signalisieren. Das Underpricing ist eine der „Signaling“- Möglichkeiten, denn Kurssteigerungen bzw. hohe Ersttagsrenditen hinterlassen einen positiven Eindruck bei den Investoren. Die Unternehmen verzichten absichtlich auf einen zusätzlichen Emissionserlös um den Investoren ihre solide Finanzkraft zu signalisieren. Entgangene Emissionserlöse durch bewusstes Underpricing der Emittenten kann durch spätere SEOs ausgeglichen werden. Diese SEOs werden wegen der guten Reputation des Unternehmens dann von den Finanzinvestoren positiv wahrgenommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der REIT-IPOs ein, stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Unterschieden zum allgemeinen IPO-Markt und beschreibt den Aufbau der Arbeit.
2 IPO- Verhalten von Nicht- REITs: Dieses Kapitel erläutert die drei zentralen Auffälligkeiten bei allgemeinen Börsengängen: Emissionswellen, systematisches Underpricing und eine langfristige Underperformance.
3 Allgemeine IPO- Theorien: Hier werden theoretische Erklärungsmodelle wie die Investor Sentiment, Information Asymmetry, Theorie heterogener Erwartungen und Capital Demand Hypothese vorgestellt.
4 REITs: Dieses Kapitel definiert REITs, erklärt ihre speziellen regulatorischen Anforderungen und grenzt sie von anderen Immobilien-Anlageformen ab.
5 REIT- IPO Verhalten: Der Hauptteil untersucht empirisch, ob sich REIT-IPOs in Wellen vollziehen, welche Ersttagsrenditen sie erzielen und wie ihre langfristige Performance im Vergleich zu anderen Unternehmen ausfällt.
6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass REITs aufgrund ihrer Transparenz ein abweichendes Pricing-Verhalten zeigen, das am besten durch die Capital Demand Hypothese erklärt werden kann.
Schlüsselwörter
REIT, IPO, Börsengang, Underpricing, Emissionswellen, Kapitalmarktverhalten, Immobilien, Ersttagsrendite, Information Asymmetry, Investor Sentiment, Capital Demand, Transparenz, Performance, Wertpapier, Kapitalgesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob das Kapitalmarktverhalten von Real Estate Investment Trusts (REITs) bei Börsengängen grundlegend von dem anderer Unternehmen abweicht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf das IPO-Verhalten, die Erklärungsansätze für Underpricing sowie die langfristige Renditeentwicklung von REITs im Vergleich zum allgemeinen Markt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das für REITs typische IPO-Verhalten herauszuarbeiten und eine allgemeingültige Theorie zu finden, die dieses Verhalten plausibel erklären kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung empirischer Untersuchungen, insbesondere von Buttimer et al. (2004), ergänzt durch Fama-French-Faktorgleichungen zur Risikoadjustierung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert REIT-spezifische IPO-Wellen, die Höhe der Ersttagsrenditen sowie die langfristige Performance nach dem Börsengang.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem REIT, IPO, Underpricing, Emissionswellen, Markttransparenz und die verschiedenen theoretischen Hypothesen zur Erklärung von Börsenphänomenen.
Warum weisen REITs laut der Arbeit weniger Underpricing auf als andere Unternehmen?
Das geringere Underpricing wird auf die hohe Transparenz und die gesetzlich strengen Regulierungen bei REITs zurückgeführt, die eine fairere Bewertung des Unternehmenswerts ermöglichen.
Welche Rolle spielen Gesetzesänderungen für REITs?
Gesetzesänderungen sind laut Arbeit ein wesentlicher Treiber, da sie häufig mit REIT-IPO-Wellen korrelieren und die Ertragsaussichten für Investoren verbessern.
- Quote paper
- Sebastian Braun (Author), 2007, Sind REIT- IPOs etwas Besonderes?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89449