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Ästhetisch-ethische Faktoren einer dialogischen Erziehung im Kindesalter

Title: Ästhetisch-ethische Faktoren einer dialogischen Erziehung im Kindesalter

Scientific Essay , 2007 , 36 Pages

Autor:in: Dr. Anja Tillmann (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Das von Martin Buber entwickelte dialogische Prinzip muß als schulpädagogisch relevant beurteilt und kann als Unterrichtsprinzip für eine alternative Gesprächskultur veranschlagt werden. Es fordert die Persönlichkeit des Grundschulkindes auch hinsichtlich seiner Sozialkompetenz heraus. Die aufgezeigten ästhetisch-ethischen Faktoren können dafür die Grundlage liefern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Historischer Abriss

1.1 Antike: Philosophische Faktoren dialogischen Erziehungsverhaltens

1.1.1 Das griechische Weisheitsverständnis

1.1.1.1 Der Weise als Person

1.2 Dialogik und die Erkenntnis des Guten

1.3 Ethisches Paradigma: Sittlichkeit

1.3.1 Besonnenheit

1.3.2 Freiheit

II. Mittelalter

2.1 Thomas von Aquins christliche Transformation des antiken Tugendbegriffs

III. Neuzeit

3.1 Martin Bubers Prinzip der Dialogik

3.2 Verantwortung

3.3 Gespräch

IV. Allgemeine Faktoren eines heutigen ästhetisch-ethischen Erziehungsdialogs in der Grundschule

4.1 „Sittlichkeit“ als Bildungsziel

4.2 Hörerziehung und Wahrnehmungsschulung

4.3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ästhetisch-ethischen Grundlagen einer dialogischen Erziehung und deren Übertragbarkeit auf die moderne Grundschulpädagogik. Dabei steht die Forschungsfrage im Zentrum, wie historische Konzepte von Dialog, Tugend und Weisheit dazu beitragen können, das Bildungsziel der „Sittlichkeit“ im Kontext heutiger Erziehungsprozesse und einer bewussten Hörerziehung neu zu begründen.

  • Historische Herleitung des Dialogbegriffs von der Antike bis zur Neuzeit
  • Die Bedeutung von Sittlichkeit, Weisheit und Freiheit als pädagogische Ideale
  • Martin Bubers dialogisches Prinzip als Basis für eine neue Gesprächskultur
  • Die Notwendigkeit von Hörerziehung und Wahrnehmungsschulung im Grundschulalter

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Das griechische Weisheitsverständnis

Der Weisheitsbegriff wird von griechischen Philosophen hoch veranschlagt, weisheitliches Verhalten ist pädagogisch wertvoll!

Weiterhin beinhaltet der Weisheitsbegriff eine praktische und theoretische Orientierung an der Welt.

Die Antike verstand somit Weisheit als , vor allem auch in Hinsicht auf die berufliche Tätigkeit, wie den tüchtigen Zimmermann bei Homer und den Wetterkundigen bei Pindar.

Aus dieser Sicht versteht sich die Befragung der Politiker, der Dichter und der Handwerker durch Sokrates. Er verurteilt auch die Geschwätzigkeit des Sophisten und Alleswisser.

Das weisheitliche Ideal steht für Platon unter dem Vorbehalt der Endlichkeit, d.h. wirklich weise sind nur die Götter.

„Die Weisheit wird in der ganzen Antike als eine Seinsweise aufgefaßt, als ein Zustand, in dem der Mensch sich in seinem Sein radikal von anderen Menschen unterscheidet, eine Art Übermensch darstellt. Wenn die Philosophie die Aktivität ist, mittels derer der Philosoph sich in Weisheit übt, betrifft diese Übung nicht nur eine besondere Art des Sprechens und Erörterns, sondern auch das Sein, das Handeln und eine besondere Sicht der Welt.

Wenn also die Philosophie nicht nur ein Diskurs, sondern eine Lebenswahl, eine existentielle Entscheidung und eine gelebte Übung ist, dann weil sie Begehren der Weisheit ist. Es trifft zu, daß im Begriff der Weisheit die Idee eines vollkommenen Wissens enthalten ist. Dennoch besteht dieses Wissen, wie wir bei Platon und Aristoteles gesehen haben, nicht im Besitz von Informationen über die Wirklichkeit, sondern ist ebenfalls eine Lebensweise, die der höchsten Tätigkeit, die der Mensch ausüben kann, entspricht und eng mit der Vortrefflichkeit, mit der Tugend der Seele verbunden ist“ (Hadot, P., 1999, 256).

Der weise Mensch ist ein glücklicher Mensch, unter welchen Umständen auch immer er lebt. Weisheitliches Leben ist als Seinsweise zu verstehen: sogesehen ein Lebensideal.

Aus dieser Lebensentscheidung heraus, findet der Mensch das je angemessene Verhalten und die der Situation entsprechende Autarkie.

Für Aristoteles bedarf der weise Mensch keiner äußerlichen Dinge und führt ein kontemplatives Leben, das Gelassenheit mit sich bringt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Historischer Abriss: Dieses Kapitel beleuchtet die antiken philosophischen Wurzeln dialogischen Erziehungsverhaltens, insbesondere durch Sokrates, und analysiert die Begriffe Weisheit, Erkenntnis des Guten sowie Sittlichkeit.

II. Mittelalter: Hier wird untersucht, wie Thomas von Aquin den antiken Tugendbegriff christlich transformierte, um das Ziel des menschlichen Strebens als beatitudo neu zu definieren.

III. Neuzeit: Dieses Kapitel widmet sich Martin Bubers Prinzip der Dialogik, wobei Verantwortung und das echte Gespräch als wesentliche Merkmale menschlicher Existenz hervorgehoben werden.

IV. Allgemeine Faktoren eines heutigen ästhetisch-ethischen Erziehungsdialogs in der Grundschule: Abschließend werden die erarbeiteten Faktoren auf die moderne Grundschule übertragen, wobei „Sittlichkeit“ als Bildungsziel sowie die Hörerziehung und Wahrnehmungsschulung als zentrale pädagogische Aufgaben fokussiert werden.

Schlüsselwörter

Dialogik, Sittlichkeit, Erziehung, Sokrates, Martin Buber, Weisheit, Tugend, Grundschule, Wahrnehmungsschulung, Hörerziehung, Philosophie, Ethik, Erkenntnis des Guten, Dialog, Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den philosophischen Grundlagen dialogischer Erziehung und wie diese ästhetisch-ethischen Faktoren zur Förderung der Persönlichkeit in der Grundschule eingesetzt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit spannt einen Bogen von der antiken griechischen Philosophie über die christliche Rezeption im Mittelalter bis hin zum dialogischen Prinzip nach Martin Buber in der Moderne.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist die theoretische Begründung eines zeitgemäßen Bildungsziels „Sittlichkeit“ durch den Dialog, der als Erziehungsmittel das Handeln und Wahrnehmen des Kindes stärken soll.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt einen geisteswissenschaftlich-philosophischen Ansatz, bei dem Quellen und Theorien zentraler Philosophen phänomenologisch und pädagogisch reflektiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse (Antike, Mittelalter, Moderne) und die praktische Anwendung dieser Erkenntnisse auf den Grundschulalltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Dialogik, Sittlichkeit, Erziehung, Martin Buber und Hörerziehung.

Warum spielt die Hörerziehung eine so zentrale Rolle in diesem Konzept?

Die Autorin argumentiert, dass in einer lärmintensiven Umwelt die „Erziehung der Stille“ und das bewusste Hören Voraussetzungen für ein echtes dialogisches Miteinander und eine vertiefte Selbstwahrnehmung sind.

Welche Rolle nimmt der „Weise“ in der Argumentation der Autorin ein?

Der Weise dient als antikes Vorbild für eine Person, die durch Selbsterkenntnis und reflektiertes Handeln ihr Leben an Werten ausrichtet – ein Ziel, das auch für moderne Grundschüler als erstrebenswert gilt.

Inwiefern unterscheidet sich der Ansatz von Thomas von Aquin von dem des Aristoteles?

Während Aristoteles den Vernunftlogos in den Vordergrund stellt, ergänzt Thomas von Aquin diesen durch den Glaubenslogos und den Aspekt der Gnade, wodurch das Ziel der menschlichen Vollendung eine religiöse Überhöhung erfährt.

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Details

Title
Ästhetisch-ethische Faktoren einer dialogischen Erziehung im Kindesalter
College
LMU Munich
Author
Dr. Anja Tillmann (Author)
Publication Year
2007
Pages
36
Catalog Number
V89504
ISBN (eBook)
9783638038492
ISBN (Book)
9783638935814
Language
German
Tags
Erziehung Kindesalter Grundschulpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Anja Tillmann (Author), 2007, Ästhetisch-ethische Faktoren einer dialogischen Erziehung im Kindesalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89504
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