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Die SS und ihre Rolle beim "Röhm-Putsch"

Title: Die SS und ihre Rolle beim "Röhm-Putsch"

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stephan Röttgen (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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(...)
Mit dieser Rede rechtfertigte Adolf Hitler sein Vorgehen gegen die von ihm identifizierten Staatsfeinde, die zwischen dem 30. Juni 1934 und 2. Juli 1934 getötet wurden. Bei genauerer Betrachtung des so genannten Röhm-Putsches wird jedoch deutlich, dass es sich keineswegs um eine Staatsnotwehr handelte; denn als solche wurden die Morde gegen die SA-Führung und Teile des konservativen Lagers im Nachhinein deklariert. Die eigentliche Bedrohung für Hitler resultierte nämlich nicht aus einer akuten Putsch-Gefahr der SA sondern vielmehr aus einer tief greifenden Krise innerhalb der NSDAP. Hinzu kam eine allgemeine Unzufriedenheit in allen Schichten der Bevölkerung, da die Regierung Hitler viele ihrer Versprechen nicht einhalten konnte. In dieser Situation sahen die Konservativen, die Hitler zur Macht verholfen hatten, jedoch von diesem dann ausgestochen worden waren, eine letzte Möglichkeit gegen den Reichskanzler vorzugehen.
Dass unter den Mordopfern also auch Konservative und Monarchisten zu finden waren ist nicht weiter wunderlich, doch warum Hitler mit derartiger Härte auch gegen die SA vorging kann alleine mit dem negativen Auftreten der Parteiarmee in der Öffentlichkeit nicht gerechtfertigt werden. Die Gründe für die Morde an der SA-Führung müssen also tief greifender gewesen sein. Nicht nur weiten Teilen der Bevölkerung war die SA ein Dorn im Auge. Auch in Wirtschafts- und Beamtenkreisen erhob sich immer mehr Kritik an SA-Kommissaren, die zwar über politische Macht, jedoch nicht über genügend Sachkompetenz verfügten.
Eine weitere Komponente, welches Hitler zu einem Vorgehen gegen die SA bewegte, war das Verhältnis der SA zur Reichswehr. Nicht nur, weil die konservativen Kräfte auf eine Allianz mit der ehemaligen kaiserlichen Armee hofften, sondern auch, dass das Militär eigene Ambitionen hatte sich gegen den Rivalen SA durchzusetzen, trieben Hitler zu der Entscheidung, die Reichswehr zu einem Verbündeten zu machen. Doch nicht die Auseinandersetzung mit der Reichswehr sondern ebenso der Konflikt mit der SS versetzte der SA den Todesstoss. Und dies im wahren Sinne des Wortes, denn es war die SS die die Mordaktionen durchführte. An dieser Stelle stellt sich nicht nur die Frage, warum die SS bereitwillig die Liquidierungen durchführte sondern auch, welchen Nutzen sie sich von der Ausschaltung der SA versprach. Die Antwort auf diese Frage führt auf einen unterschwelligen Konflikt zwischen SS und SA zurück...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung der SS

2.1. Die SA-Geburtshelfer der SS

2.2. Die Gründung der SS

3. Himmler und die SS

3.1. Himmlers Jugend

3.2. Der Weg zum Reichsführer SS

4. Der Aufstieg der SS

4.1. Die Parteipolizei

4.2. Himmlers Weg zur Herrschaft über die deutsche Polizei

5. Die Krise des Regimes

5.1. Kritik aus Bevölkerung, Arbeiterschaft und Wirtschaft

5.2. Gefahr von Rechts

5.3. Waffenträger des Regimes: Reichswehr oder SA?

5.4. Die Position der SA

6. Schluss

6.1. Der „Röhm-Putsch“

6.2. Die Folgen des „Röhm-Putsches“

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der SS von einer kleinen Leibwache Hitlers hin zu einer der mächtigsten Organisationen des NS-Staates und analysiert deren entscheidende Rolle bei der Ausschaltung der SA im Rahmen des sogenannten „Röhm-Putsches“ im Sommer 1934.

  • Genese und Ideologisierung der SS unter Heinrich Himmler.
  • Konfliktlinien zwischen SA und SS sowie die parteiinterne Krise der NSDAP.
  • Das Verhältnis der SA zur Reichswehr und die politische Instrumentalisierung durch Hitler.
  • Die Rolle der SS als ausführendes Organ der Mordaktionen vom 30. Juni 1934.
  • Machtverschiebung innerhalb des NS-Regimes nach der Ausschaltung der SA.

Auszug aus dem Buch

4.1. Die Parteipolizei

Auch wenn mit dem Namen Hitler immer dessen absoluter Führungsanspruch assoziiert wird, war dessen Stellung Mitte der 20er Jahre alles andere als unangefochten. Denn innerhalb der Partei wurde der Nationalsozialismus auf verschiedene Art interpretiert. Im Norden Deutschlands standen drei Männer in Opposition zu Hitler, die besonderen Wert auf den Sozialismus im Parteinamen legten. Sie verlangten nicht nur eine Verstaatlichung der Industrie sondern sprachen sich sogar für eine Allianz zwischen Deutschland und Russland aus. Es liegt auf der Hand, dass diese Ideen Gregor Strassers, seines Bruders Otto und dem Propagandaexperten Dr. Joseph Goebbels im eher rechts gerichteten Lager der NSDAP und erst recht bei „Rassekundlern“ wie Himmler auf Unmut stießen. Daher ging Hitler 1926 gegen die Konkurrenz vor, indem er in der NSDAP über das Pogramm der Nord-NSDAPler abstimmen ließ. Hitler setzte sich durch, Gregor Strasser und Goebbels liefen zu ihm über und lediglich Otto Strasser führte seinen Kampf fort. Trotz seines Sieges war es Hitler nicht möglich die Macht Strassers zu brechen. Da kam ihm der alte Konflikt zwischen SA und Parteifunktionären zur Hilfe, denn die Berliner SA forderte mehr Einfluss auf die Politik und ging offen gegen Parteifunktionäre und auch Strasser vor. Hitler nutzte die Gunst der Stunde und schickte Goebbels nach Berlin, der im Namen seines neuen Patron ein Gleichgewicht zwischen Partei und SA etablieren konnte. Wider einmal behielt Hitler die Oberhand, indem er konkurrierende Organisationen gegeneinander ausspielte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die krisenhafte Situation des Jahres 1934 ein und begründet den Fokus auf die SS als Akteur des „Röhm-Putsches“.

2. Die Entstehung der SS: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der SS als Leibwache Hitlers in Abgrenzung zur SA.

3. Himmler und die SS: Der Fokus liegt auf der Rolle Heinrich Himmlers, dessen Ideologie die SS prägte und als Eliteorden formte.

4. Der Aufstieg der SS: Es wird analysiert, wie die SS durch Spionage und Polizeiaufgaben ihre Macht innerhalb der Partei und des Staates ausbaute.

5. Die Krise des Regimes: Dieses Kapitel beleuchtet die vielschichtigen Konflikte innerhalb der Gesellschaft, zwischen SA, Reichswehr und dem NS-Regime.

6. Schluss: Der „Röhm-Putsch“ wird als geplante Ausschaltung der SA durch SS und Gestapo dargestellt und dessen weitreichende Folgen für das NS-Herrschaftssystem analysiert.

Schlüsselwörter

NSDAP, SS, SA, Ernst Röhm, Heinrich Himmler, Röhm-Putsch, Nationalsozialismus, Reichswehr, Machtübernahme, Spionage, Gleichschaltung, Diktatur, Terrorherrschaft, Regimekrise, Eliteorden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Aufstieg der SS und ihre Rolle bei den gewaltsamen Säuberungsaktionen gegen die SA im Jahr 1934.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die Geschichte der SA, die Formierung der SS unter Himmler, die politischen Krisen von 1934 sowie die Machtverschiebung innerhalb des NS-Staates.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Es wird untersucht, wie der Konflikt zwischen SA und SS entstand und welche Rolle die SS bei der Ausschaltung der SA-Führung als „Parteiarmee“ spielte.

Welche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf der Auswertung relevanter Forschungsliteratur und zeitgenössischer Quellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Evolution der SS, die Person Himmler, den Aufbau eines Sicherheitsapparates sowie die Eskalation der Krise zwischen NS-Regime und SA.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Kernbegriffe sind NSDAP-Machtpolitik, SS-Eliteorden, SA-Liquidierung und der Übergang zum totalitären Terror.

Warum war der „Röhm-Putsch“ für die SS so bedeutend?

Durch die aktive Rolle bei den Morden konnte sich die SS als loyale Speerspitze Hitlers profilieren und die SA als wichtigste Parteiarmee ablösen.

Welche Rolle spielte die Reichswehr bei den Ereignissen?

Die Reichswehr lieferte Logistik und Unterstützung, da sie die SA als militärischen Rivalen um ihre eigene Existenzberechtigung sah.

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Details

Title
Die SS und ihre Rolle beim "Röhm-Putsch"
College
University of Duisburg-Essen  (Historisches Institut )
Course
Röhm-Putsch und Regime-Krise 1934
Grade
1,7
Author
Stephan Röttgen (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V89522
ISBN (eBook)
9783638036887
ISBN (Book)
9783640127634
Language
German
Tags
Rolle Röhm-Putsch Regime-Krise
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Röttgen (Author), 2006, Die SS und ihre Rolle beim "Röhm-Putsch", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89522
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