Die derzeitige wirtschaftliche Situation in Namibia ist verheerend. 40% der Bevölkerung sind faktisch Arbeitslos, ein Großteil der Bevölkerung, insbesondere der Schwarzen im Norden, leben noch in stark archaisch anmutenden Subsistenzwirtschaften. Der Export von Minenerzeugnissen inklusive Diamanten, sowie die exportorientierte Landwirtschaft sind in den letzten Jahren immer stärker unter Druck geraten und können aufgrund sinkender Weltmarktpreise nicht mehr als Stütze einer wachsenden Wirtschaft dienen.
Zu diesen Problemen kommt noch der zunehmende Bevölkerungsdruck. Mit Wachstumsraten von ca. 3% per anno kann sich kein Wirtschaftswachstum in Wohlstand bei der Bevölkerung ausdrücken.
Als ein möglicher Ausweg aus dieser Misere wird der Tourismus angesehen. Aus zaghaften Anfängen in den 50er Jahren hat sich bis heute mit dem Tourismus der drittstärkste Wirtschaftsfaktor im Land gebildet. Insbesondere die mit dem Tourismus erbrachten Devisen spielen eine große Rolle für den Staatshaushalt. Grundlage für diesen Erfolg sind die naturräumlichen Schätze des Landes. Das Land lebt von seiner Unberührtheit. Hier zeigt sich bereits auf welcher Schneide der Tourismus steht. Touristen bringen Geld, zu viele Touristen würden jedoch die Attraktivität wieder senken.
Es stellen sich also folgende Fragen: Wo liegen die Grenzen des Tourismus in Namibia? Welche Bedeutung kann der Tourismus für die Gesamtwirtschaft einnehmen? Kann der Tourismus endogene Wachstumsprozesse für die gesamte Wirtschaft initiieren?
Um diese Fragen zu beantworten, werde ich im nächsten Kapitel soweit möglich die derzeitige Situation des Tourismus in Namibia aufzeigen. Kapitel 3 beschäftigt sich mit den Projekten und Zielen der Regierung den Tourismus zu lenken und zu fördern. Anschließend geht es um die Folgen die das weitere Wachstum des Tourismus mit sich bringt und als Beispiel für einen sensiblen Aufbau soll abschließend der Community Based Tourism dienen. Ziel dieses Kapitels ist es, darzustellen wie die aktuelle Situation im Bereich Fremdenverkehr in Namibia ist. Wie ist die infrastrukturelle Ausstattung des Landes in Bereichen, die den Tourismus betreffen? Wie viele Touristen besuchen Namibia aus welchen Ländern und wie ist die Entwicklung in den letzten Jahren? Welchen Stellenwert nimmt der Tourismus innerhalb der Gesamtwirtschaft von Namibia ein?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aktuelle Tourismusstruktur
2.1. Infrastruktur
2.2. Touristen
2.3. Wirtschaftsfaktor
3. Projekte zur Förderung des Tourismus
3.1. White Paper on Tourism
3.2. Spatial Development Initiative
4. Folgen des Wachstums
5. Community Based Tourism
6. Fazit
7. Vorort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Tourismus als potenziellen Entwicklungsmotor für die namibische Wirtschaft. Dabei wird analysiert, inwieweit der Tourismussektor endogene Wachstumsprozesse initiieren kann, welche infrastrukturellen und strukturellen Rahmenbedingungen bestehen und wo die ökologischen sowie soziokulturellen Belastungsgrenzen liegen, um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten.
- Analyse der aktuellen Tourismusstruktur und infrastrukturellen Gegebenheiten in Namibia.
- Bewertung staatlicher Projekte und Förderprogramme zur touristischen Erschließung.
- Untersuchung der ökologischen und soziokulturellen Folgen des touristischen Wachstums.
- Diskussion des „Community Based Tourism“ als Instrument für nachhaltige regionale Entwicklung.
- Identifikation von Zielkonflikten zwischen Naturschutz, lokaler Bevölkerung und touristischer Nutzung.
Auszug aus dem Buch
Ökologie
Für Touristen die nach Namibia fahren ist die größte Attraktivität in der Unberührtheit der Natur und in der Einsamkeit, die sie ausstrahlt, gelegen. Jeder Tourist ist damit auch ein potentieller Feind für das Land, da die Gefahr groß ist, die Attraktivität zu zerstören.
Diese Gefahr besteht vor allem in den ganz sensiblen Naturräumen. Zwar sind viele Naturräume aufgrund ihrer Deklarierung zum Naturschutzgebiet bereits geschützt und nur einer kontingentierten Menge an Besuchern zugänglich, doch durch diese Limitierung wird auch die Gesamtzahl der Touristen die nach Namibia wollen beschränkt. Folge ist das unbeschränkte Naturhighlights bereits heute teilweise nachhaltig geschädigt werden.
Durch eine hohe Anzahl der Touristen geht des Weiteren das Gefühl der Einsamkeit verloren, das viele Touristen in Namibia suchen.
Um ein weiteres Wachstum zu ermöglichen und dabei die Natur nicht zu zerstören und den Touristen genug Raum zu lassen, muss also eine höhere Diversifikation erfolgen, also neue Highlights müssen geschaffen werden. Damit wird erreicht, dass sich die Touristen nicht an einzelnen Punkten ballen. Des Weiteren können mehr Regionen als bisher vom Tourismus profitieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die wirtschaftliche Notlage Namibias und stellt die Forschungsfrage, ob der Tourismus als Motor für endogene Wachstumsprozesse dienen kann.
2. Aktuelle Tourismusstruktur: In diesem Kapitel wird die touristische Ausgangslage in Bezug auf Infrastruktur, Besucherströme und die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors detailliert dargelegt.
3. Projekte zur Förderung des Tourismus: Hier werden staatliche Initiativen wie das „White Paper on Tourism“ und die „Spatial Development Initiative“ als Instrumente der tourismuspolitischen Steuerung erläutert.
4. Folgen des Wachstums: Dieses Kapitel thematisiert die Auswirkungen des Tourismus auf verschiedene Bereiche, insbesondere auf Ökologie, Soziokultur, Biodiversität und lokale Ressourcen.
5. Community Based Tourism: Der Fokus liegt auf der Partizipation der lokalen Bevölkerung als Strategie zur Erreichung von ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit.
6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass der Tourismus zwar Möglichkeiten zur Förderung peripherer Regionen bietet, die Gesamtwirkung auf die Wirtschaft jedoch durch endogene Hemmnisse und eine Datenverwirrung begrenzt bleibt.
7. Vorort: Der Autor schildert eigene Beobachtungen vor Ort und vergleicht die Qualität der privatwirtschaftlichen Tourismusangebote mit staatlichen Einrichtungen.
Schlüsselwörter
Namibia, Tourismus, Entwicklungsmotor, Nachhaltigkeit, Infrastruktur, Community Based Tourism, Ökotourismus, Wirtschaftsfaktor, Naturschutz, Partizipation, Regionale Entwicklung, Tourismusstruktur, Wachstumsfolgen, Diversifikation, Jagdtourismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der ökonomischen und strukturellen Bedeutung des Fremdenverkehrs in Namibia unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die touristische Infrastruktur, politische Förderstrategien, soziokulturelle Auswirkungen sowie die Bedeutung des Community Based Tourism.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu prüfen, ob der Tourismus als wirksamer Entwicklungsmotor für die namibische Gesamtwirtschaft dienen kann und wo dessen Grenzen liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine geographische Analyse, die auf vorhandener Literatur, offiziellen Studien, statistischen Daten und eigenen Vor-Ort-Beobachtungen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die aktuelle Tourismusstruktur, staatliche Förderkonzepte, die ökologischen und sozialen Folgen des Wachstums sowie das spezifische Modell der lokalen Partizipation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Namibia, Tourismus, nachhaltige Entwicklung, Community Based Tourism und ökonomische Standortfaktoren.
Warum ist das „Magische Dreieck“ für den Tourismus in Namibia relevant?
Das „Magische Dreieck“ nach Speich verdeutlicht den ständigen Konflikt und den notwendigen Ausgleich zwischen Naturschutz, den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung und den Anforderungen des Tourismus.
Wie bewertet der Autor den „Community Based Tourism“?
Der Autor sieht darin eine wichtige Möglichkeit zur Entwicklung ländlicher Räume, betont jedoch, dass hierfür Wissen und fachgerechter Umgang erst aufgebaut werden müssen.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der Datenlage?
Der Autor bemängelt die verwirrende Datenlage, die eine exakte Analyse der wirtschaftlichen Effekte des Tourismus in Namibia erschwert.
Welche Rolle spielt die „Spatial Development Initiative“?
Sie dient als Förderprogramm zur Stärkung unterentwickelter Regionen durch Investitionen in Infrastruktur, wobei versucht wird, die lokale Bevölkerung aktiv in die touristische Erschließung einzubeziehen.
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- Alexander Wijgers (Author), 2004, Die Bedeutung des Fremdenverkehrs als möglicher Entwicklungsmotor in Namibia, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89593