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Wahlen und Abstimmungen in Afrika - Madagaskar

Title: Wahlen und Abstimmungen in Afrika - Madagaskar

Seminar Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Alexander Wijgers (Author)

Politics - Region: Africa
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„Mora Mora“, ein allseits bekanntest Sprichwort in Madagaskar, bedeutet soviel wie „Langsam Langsam“ oder „Immer mit der Ruhe“ und fasst damit ein Charakteristikum der Bevölkerung von Madagaskar zusammen. Das Leben wird schleichend angegangen, Veränderungen brauchen seine Zeit, Entspannung wird einen sehr großen Wert beigemessen; und doch überschlugen sich die Ereignisse Ende 2001 / Anfang 2002. Teilweise Bürgerkriegs ähnliche Zustände entstanden nach der Wahl zum Präsidenten am 16.12.2001, da sich das Volk gegen eine Manipulation der Wahlergebnisse sträubte und mit dem eigentlichen Sieger Marc Ravalomanana ein charismatischer Mensch es verstand dieses protagonistische Potential zu aktivieren.
Diese Ereignisse führten auch dazu das Madagaskar in der westlichen Welt Aufmerksamkeit errang. Berichteten die Zeitungen bis dahin nur sehr sporadisch über Madagaskar, wurde im benannten Zeitraum fast täglich in den renommierten Tageszeitungen des deutschsprachigen Raums über die Ereignisse in Madagaskar geschrieben. Auch die Wissenschaft widmete sich nach den Ereignissen verstärkt um das Land. Waren vorher Artikel zu Madagaskar aus dem Bereich der politischen Wissenschaft außerhalb von Afrikahandbüchern und Jahresbänden eher selten, so erschienen nun auch Artikel in den einschlägigen Fachzeitschriften, vorzugsweise im französischsprachigen Raum, was sich mit der kolonialen Vergangenheit der Insel mit Frankreich begründen lässt.
Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt aufgrund der Wichtigkeit, der Aktualität und der Verfügbarkeit von Quellenmaterial auf der letzten Präsidentschaftswahl vom 16.12.2001, die zu den bürgerkriegsähnlichen Zuständen führten. Vorab soll jedoch ein umfassender Überblick über die Rahmenbedingungen gegeben werden. Zum einen sollen die geographischen Bedingungen aufgrund des Allgemeinwissens und die sozioökonomischen Bedingungen als Bewertungsgrundlage dargestellt werden. Ebenso eine Rolle spielt die politische Entwicklung der letzten Jahre in Madagaskar, an der sich die bisherige Erfahrungen mit demokratischen Wahlen bzw. Wahlsystemen aufzeigen lässt. Das Wahlsystem auf Grundlage der Verfassung von 1992 und damit auch Grundlage für die letzte Präsidentschaftswahl wird in einem eigenen Kapitel abgehandelt.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Madagaskar, wo liegt denn das?

3. Von der französischen Kolonie zur zweiten Republik

4. Das Wahlsystem

5. Die dritte Republik

6. Ravalomanana, ein neuer Mann auf der Politikbühne

7. Eine Wahl die beinahe zum Bürgerkrieg führt

8. Die neue Regierung

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Präsidentschaftswahl in Madagaskar vom 16.12.2001, die aufgrund von Manipulationsvorwürfen in bürgerkriegsähnliche Zustände mündete, und untersucht den politischen Systemwandel unter Marc Ravalomanana sowie dessen Auswirkungen auf Demokratie und Wirtschaft.

  • Politische Entwicklung Madagaskars seit der Unabhängigkeit
  • Struktur und Funktionsweise des madagassischen Wahlsystems
  • Der Aufstieg und das Wirken von Marc Ravalomanana
  • Hintergründe und Folgen des Konflikts von 2001/2002
  • Bewertung der neuen Regierungsführung hinsichtlich Demokratie und Vetternwirtschaft

Auszug aus dem Buch

7. Eine Wahl führt beinahe zum Bürgerkrieg

In den Wahlkampf für die Wahl zum Präsidenten am 16.12.2001 zog Ravalomanana mit dem Spruch „Tiako-i-Madagasikara“, „Ich liebe Madagaskar“ und fand damit einen Wahlspruch der sowohl seine patriotische Ader zeigte und sogleich die Politik von Ratsiraka als falsch darstellte. Nach dem Spruch benannte sich auch seine Unterstützungspartei (TIM).

Für Ravalomanana stellte sich neben dem bereits genannten Problem der Unbekanntheit, auch die Problematik der Institutionen, die von Ratsiraka kontrolliert wurden, und der Vetternwirtschaft, die insbesondere in den ländlichen Provinzen ausgeprägt war. Der Unbekanntheit, vor allem in den rural geprägten Gebieten, begegnete er mit ständigen Reisen, auf denen er nicht nur die Landeshauptstädte besuchte, sondern auch viele kleinere Orte, wofür er sich sogar eine Hubschrauberstaffel aus eigenem Vermögen leistete. So konnte er teilweise von Dorf zu Dorf seine Botschaften verkünden. Über seine Firma Tiko stand ihm ein Netzwerk zur Verfügung mit dem er ebenfalls seine Bekanntheit steigern konnte. Das benutzen seiner Produkte als Werbefläche war ihm zwar verboten worden, trotzdem konnte er Tiko als gute Möglichkeit zur Steigerung von TIM nutzen. Seine patriotische Ader bewies er dadurch, dass er nur einheimische Produkte in seinen Läden verkaufte und damit die Wirtschaft der Insel unterstützte (vgl. MARCUS; RAZAFINDRAKOTO 2003, S. 35). Des Weiteren versuchte er über seine eigenen Radiosender seine Bekanntheit zu steigern, wurde jedoch in vielen Fällen von den Gouverneuren ausgebremst.

Ratsiraka versuchte auf seine Art ebenfalls Ravalomanana mehr oder minder direkt auszubremsen. So setzte er ein sehr frühes Datum zur Kandidatenmeldung, wodurch eine Menge von Kandidaten von ihren Vorhaben sich wählen zulassen abgingen, da sie es nicht schafften die Registrierungsgebühr so schnell aufzubringen. Die Wahlkampfzeit wurde auf eine sehr kurze Periode zwischen dem 25.11.2001 und dem 15.12.2001 gesetzlich limitiert, was auch für Ravalomanana ein Problem darstellt, da er Zeit brauchte, um seine Bekanntheit zu steigern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Ausgangslage nach der Präsidentschaftswahl 2001 und Einbettung in die politische Wissenschaft.

2. Madagaskar, wo liegt denn das?: Überblick über die geographischen, sozioökonomischen und ethnischen Rahmenbedingungen des Landes.

3. Von der französischen Kolonie zur zweiten Republik: Historische Entwicklung Madagaskars von der Unabhängigkeit bis zur Verfassung von 1992.

4. Das Wahlsystem: Erläuterung der rechtlichen Grundlagen für Präsidentschafts- und Parlamentswahlen basierend auf der Verfassung von 1992.

5. Die dritte Republik: Analyse der politischen Instabilität und der Präsidentschaften von Zafy und Ratsiraka.

6. Ravalomanana, ein neuer Mann auf der Politikbühne: Vorstellung von Marc Ravalomanana als neuer politischer Akteur und sein Weg zum Präsidentschaftskandidaten.

7. Eine Wahl die beinahe zum Bürgerkrieg führt: Detaillierte Betrachtung des Wahlkampfes, der Manipulationen und der bürgerkriegsähnlichen Ereignisse 2001/2002.

8. Die neue Regierung: Kritische Auseinandersetzung mit den ersten Schritten der Regierung Ravalomanana und der Frage nach demokratischer Transformation.

9. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Entwicklung der madagassischen Wahlkultur und der Zukunftsaussichten unter der neuen Führung.

Schlüsselwörter

Madagaskar, Präsidentschaftswahl 2001, Marc Ravalomanana, Dedier Ratsiraka, Demokratie, Wahlsystem, TIM, AREMA, politische Krise, Bürgerkrieg, Wirtschaft, Institutionen, Vetternwirtschaft, Transparenz, Entwicklungspolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den politischen Wandel in Madagaskar rund um die Präsidentschaftswahl im Dezember 2001, die eine schwere staatliche Krise auslöste.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Analyse ab?

Im Zentrum stehen die historische Entwicklung der madagassischen Republiken, die Funktionsweise des Wahlsystems sowie die Dynamiken zwischen den politischen Kontrahenten Ravalomanana und Ratsiraka.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie aus einer umstrittenen Wahl bürgerkriegsähnliche Zustände entstanden und ob die darauffolgende Regierung zu einer echten demokratischen Erneuerung fähig ist.

Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?

Der Autor nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis von Fachliteratur, Wahlergebnissen und aktuellen Medienberichten, um den Konflikt und die politischen Rahmenbedingungen zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Verfassungsgeschichte, der Manipulation der Wahlergebnisse, den daraus resultierenden sozialen Unruhen sowie dem Machtantritt Ravalomananas.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit besonders?

Wesentliche Schlagworte sind die "dritte Republik", das "Wahlsystem", "Regierungskrise", "Partizipation" und "demokratische Legitimation".

Wie reagierte das Militär während des Konflikts von 2001/2002?

Das Militär verhielt sich weitgehend neutral und weigerte sich, Befehle zur gewaltsamen Unterdrückung der Bevölkerung auszuführen, was eine Eskalation in einen totalen Bürgerkrieg verhinderte.

Welche Rolle spielte der Glaube für den Aufstieg von Ravalomanana?

Als hochrangiges Mitglied der Kirche von Jesus Christie in Madagaskar (FJKM) genoss er eine breite Unterstützung durch die Kirche, was in der madagassischen Gesellschaft ein bedeutender Vorteil war.

Wie wurde die neue Regierung unter Ravalomanana in der Arbeit bewertet?

Die Bewertung fällt gemischt aus: Während einerseits Erfolge in der wirtschaftlichen Reform und Infrastruktur gelobt werden, kritisieren Beobachter die Gefahr eines erneuten Aufkommens von Vetternwirtschaft.

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Details

Title
Wahlen und Abstimmungen in Afrika - Madagaskar
College
University of Hamburg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Wahlen und Abstimmungen in Afrika
Grade
1,7
Author
Alexander Wijgers (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V89597
ISBN (eBook)
9783638039345
Language
German
Tags
Wahlen Abstimmungen Afrika Madagaskar Wahlen Abstimmungen Afrika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Wijgers (Author), 2004, Wahlen und Abstimmungen in Afrika - Madagaskar , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89597
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