Die Scientology-Organisation und ihr Kirchenverständnis


Examensarbeit, 1999

120 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung: Pluralität der Religionen - Der christliche Glaube in einer neuen Situation

B. Hauptteil: Die Scientology-Organisation und ihr Kirchenverständnis
B.I. Ein Einblick in die Scientology-Organisation 9
B.I.1. Entwicklungs- und Entstehungsgeschichte von Scientology 9
B.I.1.a Was ist Scientology ? – Begriffserklärung
B.I.1.b Biographie von Lafayette Ronald Hubbard
B.I.1.b.1. Kindheit und Jugend Hubbards bis zur Gründung der ersten Scientology- „Kirche“
B.I.1.b.2. Stationen der Scientology-„Kirche“ bis zu Hubbards Tod
B.I.1.c Zusammenfassung der Entwicklungsstufen von Scientology
B.I.1.d Die Scientology-Organisation nach dem Tod Hubbards
B.I.2. Die Organisations- und Kommandostruktur des Scientology-Konzerns 22
B.I.2.a Beschreibung der Führungsstrukturen des Gesamtsystems
B.I.2.a.1. Religious Technology Center
B.I.2.a.2. Internationales Management der Scientology
B.I.2.a.3. Flag Command Bureaux
B.I.2.a.4. Continental Liaison Bureaux
B.I.2.a.5. International Association of Scientologists
B.I.2.b Organisationen der Scientology-Bewegung in Deutschland
B.I.2.b.1. Der Scientology-Sektor
B.I.2.b.2. Der WISE-Sektor
B.I.2.b.3. Der ABLE-Sektor
B.I.2.c Weitere Unter- bzw. Tarnorganisationen
B.I.3. Lehre und Ziele von Scientology 32
B.I.3.a Dianetik - Die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit
B.I.3.b Das Menschenbild der Scientologen
B.I.3.b.1. Body - Mind - Thetan
B.I.3.b.2. Die Tonskala
B.I.3.c Zielsetzungen von Scientology
B.I.4. Methoden und Praxis der Scientologen 43
B.I.4.a Verschiedene Kurse der Scientology-Organisation
B.I.4.a.1. Der Reinigungs-Rundown
B.I.4.a.2. Der Kommunikationskurs
B.I.4.a.3. Das Auditing
B.I.4.b Typische Kennzeichen der Scientology-Praxis
B.I.5. Anwerbung durch Scientology 51
B.I.5.a Wie locken die Scientologen?
B.I.5.a.1. Die anfällige Persönlichkeit
B.I.5.a.2. Scientology und Kinder
B.I.5.b Eigenwerbung (Public Relations) von Scientology
B.II. Diskussion: Kann man Scientology als Kirche bzw. Religion bezeichnen?
B.II.1. Einordnungsversuche /Begriffsdefinitionen 59
B.II.1.a Was versteht man unter Kirche eigentlich?
B.II.1.b Was ist eine Religion ?
B.II.1.c Erläuterung zum Begriff Sekte
B.II.2. „Religiöse Elemente“ der Scientology-Organisation 65
B.II.2.a Die Wurzeln von Scientology
B.II.2.b Vergleich zwischen Scientology und dem Christentum
B.II.2.c Kultische Handlungen
B.II.2.d Zusammenfassung
B.II.3. Ethikverständnis der Scientology-Organisation 81
B.II.3.a Definition des Begriffs Ethik
B.II.3.b Ethik und Umgang mit Kritikern
B.II.3.c Fair-Game und andere Möglichkeiten
B.II.3.d Zusammenfassung
B.II.4. Die ökonomische Dimension von Scientology 93
B.II.4.a World Institute of Scientology Enterprises
B.II.4.b Hauptbeschäftigungsfelder von Scientology in der Wirtschaft
B.II.4.c Institutionen von WISE
B.II.4.c.1. WISE Charter Komitee
B.II.4.c.2. Hubbard College für Verwaltung
B.II.4.d Gefahren durch die Ausbreitung von Scientology in der
Wirtschaft
B.II.5. Handlungsmöglichkeiten der Politik 105
B.II.5.a Beobachtung von Scientology durch den Verfassungsschutz
B.II.5.b Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages

C. Schlussbemerkung: Überblick über die Gefahren von Scientology und mögliches Entgegenwirken

D. Abbildungsverzeichnis

E. Literaturverzeichnis

A. Einleitung: Pluralität der Religionen - Der christliche Glaube in einer neuen Situation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese Aussage von Gottfried Küenzlen sowie diese Karikatur verweisen auf eine neue geistige Situation, mit der wir heute als Kirche und Christenheit umgehen müssen. Wo früher Kirche und Religion noch zusammen gehörten, lebt man heute zunehmend neben bzw. außerhalb der Kirche Religion. Die großen christlichen Kirchen klagen über die bedenkliche Zahl der jährlichen Kirchenaustritte. Neben den Kirchen haben sich neue Formen von Religiosität und Spiritualität entwickelt und etabliert. Damit sind aber nicht nur die uns geläufigen (Welt-) religionen wie Islam, Judentum oder die östlichen Religionen, z.B. Buddhismus und Hinduismus, gemeint. Darüber hinaus präsentiert sich eine kaum erfassbare Palette religiöser Mischformen unterschiedlicher Herkunft und Qualität. Hierher gehören auch religiöse Neugründungen, die in den letzten Jahren als sogenannte Jugendsekten publizistisch viel Beachtung fanden, z.B. die Vereinigungskirche oder die Scientology Church. Insbesondere ist auch der Aufschwung okkult-esoterischer Weltdeutung zu nennen, der den gegenwärtigen Markt der religiösen Möglichkeiten prägt, z.B. Astrologie in vielerlei Spielarten, Psychokulte aller Art oder der Glaube an die Wendezeit New Age usw. Klaus Funke bezeichnet dieses Phänomen als Multireligiöse Situation:

„Alle Religionen und religionsähnlichen Gruppierungen, deren Verbreitung früher im wesentlichen auf ihre Entstehungsländer beschränkt war, sind infolge der Mobilität der modernen Gesellschaft, infolge der weltweiten Berichterstattung der Medien heute auch bei uns vertreten. (...) Unsere Welt ist ein religiöser Supermarkt geworden. (...) Alle Religionen, Weltanschauungen, Kirchen, Freikirchen, Sekten, Jugendreligionen, Okkult- oder Esoterik-Gruppen sind auf diesem Markt vertreten und werben um Mitglieder.“[2]

Auf allen gesellschaftlichen Ebenen begegnen sich demnach gegenwärtig Menschen verschiedenen Glaubens, der ihre Lebensführung bestimmt. Die Präsenz und Werbewirksamkeit (v.a. unter der jüngeren Generation) neureligiöser Bewegungen, manchmal auch pseudoreligiöser Gruppierungen, fordert die Kirche auch weltweit in besonderer Weise heraus. Doch wie ist der wachsende Attraktivitätsverlust der Kirche zu erklären?

Die Gründe für dieses neu erwachte Interesse an Religion außerhalb der Kirche und die gleichzeitige rapide rückläufige Entwicklung aus innerkirchlicher Sicht („Wir werden eine Stadt oder ein Volk ohne Gott.“[3] ) sind vielschichtig. Allgemein macht sich bei vielen Menschen eine wachsende Zukunftsunsicherheit bemerkbar, weiterhin besteht die Sehnsucht nach Identität, Glück und Sinn sowie der Wunsch nach Überwindung von Einsamkeit. Mit Versprechungen wie z.B. für jedes Problem die perfekte Lösung parat zu haben, versuchen Sekten, religiöse Gemeinschaften, esoterische Gruppen, wie auch immer sie sich selbst bzw. wir sie nennen, neue Mitglieder anzulocken und somit die Institution Kirche in den Hintergrund zu drängen. Somit glaubt man eher in den neuen religiösen Angeboten Sicherheit und Geborgenheit zu finden als in der Kirche.

Auch die Scientology-Organisation, die den Gegenstand dieser Arbeit bildet, täuscht durch ihre Anwerber den potentiellen Mitgliedern vor, dass man beispielsweise anhand einfacher und schnell wirkender Scientology-Techniken zum vollkommenen Menschen werden könne. Kaum eine Gruppierung hat in letzter Zeit so viel Aufsehen, Kritik und öffentliche Diskussion hervorgerufen wie der Scientology-Konzern. In den 25 Jahren ihres Bestehens in Deutschland hat sich unter veränderten Rahmenbedingungen eine breiter gewordene öffentliche Kontroverse um diese Organisation entwickelt. Um sich eine eigene Meinung bilden zu können, muss man sich umfassend mit den diversen Bereichen von Scientology auseinandersetzen.

Der erste Hauptteil dieser Arbeit soll dazu beitragen, u.a. über Ziele, Praktiken und Gefahren, die Scientology in sich birgt, aufzuklären. Nach eingehender Betrachtung dieser Aspekte, soll anschließend an verschiedenen Gesichtspunkten erörtert werden, inwieweit es sich bei der Scientology-Organisation um eine Religions- und Glaubensgemeinschaft handelt bzw. welche Intentionen diese Bewegung wirklich verfolgt.

B. Hauptteil: Die Scientology-Organisation und ihr Kirchenverständnis

B.I. Ein Einblick in die Scientology-Organisation

B.I.1. Entwicklungs- und Entstehungsgeschichte von Scientology

B.I.1.a Was ist Scientology ? – Begriffserklärung

Bevor man sich mit verschiedenen Gesichtspunkten der Scientology-Organisation auseinandersetzt, stellt sich zunächst folgende Frage: „Was indiziert der Ausdruck Scientology eigentlich?“

Zusammengesetzt aus dem lateinischen scire (= wissen) und dem griechischen logos (= Lehre von) bedeutet das sich ergebende Kunstwort Scientology so viel wie eine Lehre vom Wissen.

Diesen Begriff verwendete der US-amerikanische Science-fiction-Autor Lafayette Ron Hubbard, gleichzeitiger Begründer der Scientology, als Bezeichnung für seine von ihm entwickelte technische Lehre zur Veränderung des Menschen. Seine Biographie lässt aufgrund des teilweise sehr widersprüchlichen Materials keine exakte und stetige Schilderung zu (d.h. gesicherte und allgemein zugängliche Unterlagen gibt es für die meisten dieser Behauptungen nicht). Außerdem ist die Scientology-Organisation selbst darauf bestrebt, ihren geistigen Vater in das beste Licht zu stellen, indem die Scientology-Anhänger L. Ron Hubbard oft als universelles Genie anpreisen (z.B. war er angeblich Schriftsteller, Philosoph, Kapitän, Künstler, Filmemacher, Forscher usw.), wie sich im Laufe dieser Arbeit noch herausstellen wird.

In den folgenden Ausführungen soll dennoch versucht werden, wichtige Stationen seines Lebenslaufes zu rekonstruieren.

B.I.1.b Biographie von Lafayette Ronald Hubbard
B.I.1.b.1. Kindheit und Jugend Hubbards bis zur Gründung der ersten Scientology- „Kirche“

Lafayette Ron Hubbard wird am 13. März 1911 in Tilden (Nebraska)/USA als Sohn des Marine-Fregattenkapitäns Harry Ross Hubbard und Ledora May Hubbard geboren. Bis zu seinem zehnten Lebensjahr wächst er als Einzelkind bei seinem Großvater auf einer Ranch in Montana auf. Anschließend begleitet Hubbard vermutlich seinen Vater auf seinen zahlreichen Reisen (z.B. nach China, Indien usw.), wobei er angeblich die Glaubensvorstellungen verschiedener Völker auf der ganzen Welt erforscht (ca. 14.-18. Lebensjahr). Was seine schulischen Leistungen bzw. seine Studien angeht, so herrschen auch hier wiederum Ungereimtheiten. Wahrscheinlich absolvierte Hubbard das Columbian College in den Fächern Mathematik und Maschinenbau und wurde zudem Mitglied im ersten Kurs für Nuklear-Physik in den USA. Weiterhin soll er verschiedene Studien betrieben haben (z.B. Kernphysik, Mathematik und Ingenieurwissenschaften an der George Washington-Universität in Washington D.C.), die aber keinen Abschluss fanden. Unter anderem soll er auch an verschiedenen Expeditionen teilgenommen bzw. sie selbst geführt haben, z.B. nach Zentral-Afrika.

Seine Hauptbeschäftigung, nämlich die Schriftstellerei, die ihm zugleich als Lebensunterhalt diente, scheint jedoch unumstritten und bewiesen:

„(...) Seine ersten Erfolge auf dem literarischen Sektor konnte er, lange bevor die Dianoetik auf eine nichtsahnende Welt losgelassen wurde, in den dreißiger Jahren für sich verbuchen, als er damit begann (unter dem ziemlich plumpen Pseudonym Winchester Remington Colt), eine lange Reihe Groschenhefttexte einschließlich Western-Stories, Abenteuergeschichten dieser und jener Art und selbst Romane der Spezies <<Liebe und Leid>> zu verzapfen. (...)“[4]

Überdies entstehen unter seinem eigenen Namen bzw. den Pseudonymen Rene Lafayette, Kurt von Rachen bzw. Strachen diverse Science-fiction Hefte, Aufsätze usw. (z.B. die Kurzgeschichte The Dangerous Dimension oder der Roman The Tramp). Vorwiegend behandelt Hubbard hier das Thema der „paranormalen Fähigkeiten des Menschen“, z.B. die Überwindung von Raum und Zeit. Ferner verfasst Hubbard auch Erzählungen, die in die Kategorie Sword and Sorcery (= Schwert und Zauberei) fallen. 1938 entsteht ein weiteres Buchmanuskript Excalibur, wo er seine grundlegende Überzeugung vom Sinn menschlichen Lebens darlegt, was zugleich die Grundlage der späteren scientologischen Ideologie verkörpert. Ein weiterer Streitpunkt im Leben von Hubbard eröffnet sich bezüglich seiner Aktivitäten im zweiten Weltkrieg.

Scientology selbst glorifiziert hierbei wiederum Hubbards Kriegserfahrungen:

„(...) Als Amerika in den Zweiten Weltkrieg eintrat, wurde L. Ron Hubbard zum Leutnant der US-Marine ernannt und diente als Kapitän von Korvetten. Er wurde sowohl im Atlantik als auch im Pazifik eingesetzt und genoss bei jedem unter seinem Kommando höchstes Ansehen. (...)“[5]

Anschließend unterzieht sich Hubbard im Zusammenhang mit seinem Kriegseinsatz einer psychotherapeutischen Behandlung, wobei er sich mit der Psychoanalyse Sigmund Freuds und dessen Therapieverfahren vertraut macht. Nach dem Krieg widmet sich Hubbard einem neuen Interessens- und Betätigungsfeld, indem er in okkulte bzw. satanistische Kreise (v.a. Esoterik) vorzudringen sucht. Hier lernt er zunächst den Chemiker und Raketentreibstoffforscher Jack Parson kennen. Durch Parson (war in Pasadena Statthalter des kalifornischen Zweigs des Ordo Templi Orientis, kurz O.T.O.) tritt Hubbard daraufhin mit dem damaligen berühmt berüchtigten Führer dieses Tempelordens Aleister Crowley, der wohl bekannteste Satanist dieses Jahrhunderts, in Kontakt. Wie folgendes Zitat zeigt, scheint die Begegnung Hubbards mit Okkultismus und Magie ziemlich prägend für ihn gewesen zu sein:

„Dass er [Hubbard] in seinen Büchern manches aus der magischen Tradition verwendete, ohne es zu benennen, hören seine Anhänger weniger gern, doch es besteht kein Zweifel, dass besonders sein Werk >Dianetik - Die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit< viele modern verfremdete Elemente der hermetischen Magie und aus der Psychologie Crowleys enthält.“[6]

Unter diesem Eindruck erzielt Hubbard schließlich seinen schriftstellerischen Durchbruch mit der Veröffentlichung seines „psychotherapeutischen“ Standardwerks Dianetics - the Modern Science of Mental Health (deutsch: Dianetik - Die moderne Lehre von der geistigen Gesundheit), welches Entdeckungen über den Verstand und das Leben beinhaltet (so z.B. Kenntnisse der östlichen Philosophie, sein Verständnis der Kernphysik sowie Erfahrungen mit Menschen). In Amerika wird dieses Werk zum Bestseller, was sich auch in einer ersten Anhängerschaft (u.a. Gründung von Dianetik-Zentren) um Hubbard herum äußert. Seitdem folgen unzählige Auflagen und Übersetzungen von Dianetik in fremde Sprachen. Das ursprüngliche Ziel, das Hubbard mit Dianetik verfolgt, ist die Verbesserung des menschlichen Daseins, d.h. der Mensch soll glücklicher werden und mehr Selbstvertrauen gewinnen.

Die enorme Begeisterung seiner Anhängerschaft bedeutet aber ebenfalls einen immensen Erfolgsdruck für Hubbard, der nun gezwungen ist, das in seinem Werk Dianetik Versprochene (z.B. Clear zu werden), auch zu verwirklichen. Aufgrund dessen stellt Hubbard im August 1950 im Shrine Auditorium in Los Angeles eine Sonia Bianca als weltersten Clear vor. Dieser Auftritt scheint aber nicht allzu überzeugend auf das Publikum gewirkt zu haben, laut einem Bericht von Evans (Biograph von Hubbard):

„(...) Endfield erinnerte sich, dass ein erregtes Raunen durch das Publikum ging, als Hubbard, nachdem er sich mit einiger Ausführlichkeit zu verschiedenen Themen geäußert hatte, eine hübsche College-Studentin namens Sonia Bianca auf die Bühne rief, die er dem Publikum als der Welt erste <<Clear>> präsentierte. Miss Bianca, die von alledem ein wenig überwältigt schien, beantwortete ein paar Routinefragen Hubbards, ohne dabei irgendwelche spektakulären Kräfte zu offenbaren, und es ist anzunehmen, dass Hubbard diese Demonstration für ausreichend hielt. (...)“[7]

Trotzdem scheint dieser Vorfall, angesichts der zunehmenden Bewunderer, keine größeren Auswirkungen auf die Expansion der Dianetik-Organisation gehabt zu haben (die Spitze der ersten Erfolgswelle dauert etwa von Juni 1950 bis Dezember desselben Jahres an). Mit der Ausdehnung der Dianetik-Organisation (z.B. entstehen weitere Filialen der Hubbard Research Foundation u.a. in New York, Washington, Chicago, Los Angeles usw.) wurde gleichzeitig auch Kritik, z.B. von Seiten der amerikanischen Ärzteschaft (American Medical Association, kurz AMA), heraufbeschworen:

„Solange keine Sicherheit hinsichtlich der Gültigkeit der Behauptungen des Autors von ,Dianetics’ besteht, mahnt die Vereinigung zur Vorsicht wegen der Tatsache, dass diese Behauptungen nicht durch empirische Ergebnisse jener Art gestützt werden, die zur Etablierung wissenschaftlicher Verallgemeinerungen gefordert werden.(...)“[8]

Diese Tatsache hindert Hubbard aber keineswegs daran, seine „pseudowissenschaftliche“ Therapie weiter zu verbreiten.

Da die Dianetik sowohl über einen analytischen als auch einen praktischen Teil (d.h. dort beschriebene Techniken und Verfahren sind allein kaum durchführbar) verfügt, liegt es nun nah, das Buch unter eine Organisation zu stellen, wodurch die zahlreichen Hobby-Psychoanalytiker zusammengeführt werden sollen. Im Anschluss wird 1950 ein erstes Dianetisches Zentrum in den USA für die Umsetzung der im Dianetik -Buch beschriebenen Selbsthilfemethode zur Verwirklichung der eigenen Fähigkeiten ins Leben gerufen.

In der Zeitspanne von 1951-54 veröffentlicht Hubbard 20 neue Bücher, u.a. Selbstanalyse, die später zu wichtigen Werbeträgern der Scientology werden:

„Mit Selbstanalyse können Sie nun die ersten Segnungen der Dian etik selbst erleben: bei sich zu Hause, ohne großes Training und ohne die Zeit einer anderen Person in Anspruch zu nehmen.“[9]

Am 18.12.1953 werden dann die Church of Scientology in New Jersey (Camden) sowie die Church of Spiritual einberufen.

B.I.1.b.2. Stationen der Scientology-„Kirche“ bis zu Hubbards Tod

Die erste offizielle Scientology-„Kirche“ gründet Hubbard schließlich (vermutlich wegen Problemen mit der amerikanischen Gesundheits- und Steuerbehörde) am 18. Februar 1954 in Los Angeles. Überdies erscheint ein weiteres Organ der Scientology, die sogenannte Freudian Foundation of America (nach Sigmund Freud benannt), wo Psychologen in den hubbardschen Techniken ausgebildet werden können.

Warum aber bildet sich aus Hubbards selbstentwickelten Psychotherapie ein Religionsunternehmen?

Das Hauptmotiv beruht wahrscheinlich auf finanziellen Hintergründen, wie Hubbard auf einem Vortrag 1949 anklingen lässt:

„Man wäre töricht, für einen Penny auch nur ein Wort zu schreiben. Wenn man wirklich eine Million Dollar verdienen will, wäre der beste Weg, seine eigene Religion zu gründen.“[10]

Durch die Deklamierung der Scientology-Gesellschaft mit dem Status einer Kirche, konnte eine Wehrdienst- und Steuerbefreiung erzielt werden. Ab 1954 etwa bis 1959 arbeitet Hubbard am Auf- und Ausbau seiner „Kirche“. Er unternimmt u.a. eine Weltreise (1955) zunächst in den englischsprachigen Ländern (u.a. Südafrika und Australien), dann auch z.B. nach Neuseeland. 1957 widmet sich Hubbard einem neuen Wissenschaftsbereich, der Atomspaltung und Radioaktivität, was sich in seinem Buch mit dem Titel Alles über radioaktive Strahlung dokumentiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus Angst vor Spionen, die seine Technologie auf eigene Faust vermarkten könnten, sucht Hubbard nach einem sicheren Ort und verlegt 1959 seinen Wohnsitz nach England (Sussex bei London). Infolgedessen ziehen ebenfalls viele seiner Anhänger in die Nähe von East Grinstead, um bei ihrem Gründer für den neuen „Glauben“ zu werben. Erstmals kommt es somit nach jahrelanger Stagnation wieder zu einem unerwarteten Boom der Scientology-Organisation (Hubbard hält unzählige Vorträge und schreibt Verlautbarungen, sogenannte HCOBs=Hubbard Communication Office Bulletins), wobei Saint Hill Manor (Hubbards Wohnsitz) zum internationalen Zentrum der Scientology wird.

Dennoch wird Hubbard bzw. Scientology auch in den folgenden Jahren immer wieder auf das heftigste kritisiert:

„(...) Am 4.Januar 1963 marschierten Beamte dieser US-Bundesbehörde in das Washingtoner Büro der Scientologen und beschlagnahmten kübelweise Bücher, Schriften und E-Meter. (...)“[11]

Weiterhin ist die sogenannte Anderson-Akte 1965 (benannt nach Kevin Anderson, der den parlamentarischen Untersuchungsausschuss gegen Scientology in Australien leitete) beispielgebend für Kritik:

„In dem Report heißt es über Hubbard, dass an seiner >geistigen Gesundheit erhebliche Zweifel bestehen< und : >Ihr Gründer verfügt über nicht mehr als einen Hauch von Ahnung in verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen, und diese Ansätze von Halbbildung sind das Fundament, auf dem er ein verrücktes und gefährliches Gebäude errichtet hat...<“[12]

Hubbard versucht seinen Bewunderern in Form von verschiedenen Richtlinienbriefen (z.B. 1965 Unterdrückerische Handlungen, Unterdrückung von Scientology und Scientologen sowie Freiwild-Gesetz), Erfolgsmeldungen usw., plausible Erklärungen für die heftige Kritik zu geben.

Indessen werden auch in England (v.a. aufgrund des australischen Anderson-Reports) Untersuchungen über das Wirken der Scientology eingeleitet, woraufhin Hubbard sein organisatorisches Führungszentrum in England verlässt und sich in Afrika/Rhodesien ungestört niederlassen will. Doch auch hier stößt Hubbard nicht unbedingt auf Zuspruch und muss das Land wieder verlassen. Während seiner Abwesenheit treibt seine dritte Frau Mary Sue (seine erste Frau Margaret Louise Grubb heiratet Hubbard in Elkton/Maryland, mit der er einen Sohn L. Ron Hubbard junior und eine Tochter Katherine May hat; 1946 geht er angeblich nochmals die Ehe ein mit Sara Northrup in Chestertown/Maryland, die eine ehemalige Gefährtin Parsons war; aus dieser Ehe geht die Tochter Alexis hervor), laut Evans, die Organisation immer mehr voran:

„(...) Die Organisation in Saint Hill wurde zusehends autoritärer. (...)“[13]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mit dem Kauf mehrerer Schiffe (z.B. die Apollo; war im zweiten Weltkrieg ein Transportschiff der Briten) gegen Ende 1966 durch die Hubbard Exploration Company wird das Hauptquartier Scientologys nun auf die offene See verlegt: „Alle höheren OTs werden in der „Sea Organisationen gemacht... Die Sea Org leitet alle Sea-Org- und Scientology-Organisationen auf diesem Planeten. Die Sea Org plant, startet und führt alle Technologie-, Ethik-, und Verwaltungsaufträge auf der ganzen Welt aus. Alle Tonbänder, Kassetten, Bücher und Filme von Ron werden in der Sea Org hergestellt und vertrieben.“[14], um der Steuerfahndung bzw. den parlamentarischen Untersuchungen aus dem Weg zu gehen. Anschließend errichtet Hubbard am 12.08.1967 mit seiner Flag Order Nr.1 die sogenannte Sea Organisation. In den New York Times wurde über die junge Garde folgendes berichtet:

„Die Mehrzahl dieser neuen Leute war der Gruppe beigetreten, als sie 13 oder 14 Jahre alt waren, und sie haben nie ein anderes Leben als innerhalb der Scientology gekannt... Mit Ausnahme intensiver täglicher Unterweisung in den Schriften von Mr. Hubbard ... hatten die meisten von ihnen über die Grundschule hinaus keine richtige Schulbildung genossen. Die Mehrheit dieser Leute seien Mitglieder einer Gruppe mit der Bezeichnung ,Commodore’ s Messenger Organization’. (...)“[15]

Ab Juli 1968 stößt die Scientology-Organisation abermals auf heftige Kritik (v.a. von Seiten der britischen Regierung bzw. dem britischen Innenminister), weswegen Hubbard sich erneut auf verschiedene Kreuzfahrten im Mittelmeer begibt. Währenddessen arbeitet er ungehindert an neuen Fähigkeitsstufen, wobei Hubbard 1969 in Dänemark eine Advanced Organization konstituiert, wo offenbar die Ausbildung in den neuen Kursstufen erfolgen sollte. Zu diesem Zeitpunkt sollte Scientology endlich auch nach Deutschland (Bundesrepublik) vordringen. Am 15.10.1970 etabliert sich die erste deutsche Scientology-„Kirche“ in München. In den folgenden Jahren entstehen weitere Filialen in Stuttgart, Frankfurt am Main, Hamburg, Berlin und Düsseldorf.

Dennoch bleibt Hubbard zeitlebens in Prozesse verwickelt und wird mehrfach aus diversen Ländern ausgewiesen (z.B. wird die Apollo oftmals u.a. in Madeira im Herbst 1977 angegriffen; oder in Charleston/USA empfangen FBI-Beamten am 10.10.1974 das Schiff bereits im Hafen), was einen häufigen Wechsel des Wohnortes für Hubbard zur Folge hat.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Am 19.03.1976 wird die Apollo nun durch einen Landstützpunkt in Fort Harrison/Clearwater (Florida), die sogenannte Flag Land Base ersetzt. Nach wiederholten Fahrten durch den Osten der USA betätigt sich Hubbard (im Januar 1968) als Regisseur, indem er eine Filmcrew aufbaut. Einer der jungen Kameramänner war David Miscavige (Mitglied der Commodors Messenger Organization/CMO=Botenorganisation der Scientology-Organisation), der Hubbards Aufmerksamkeit auf sich zieht. Während dieser Zeit stehen sich zwei innere Machtzentren gegenüber, einerseits das Guardian Office (= Organisator der Einbruchs- und Spionageaktivitäten), welches im Wesentlichen der Leitung der Ehefrau Mary Sue unterliegt, andererseits die Sea Org und speziell die CMO (= Kommunikations- Schnittlinie zwischen Scientology und Hubbard; allmählich auch interne Verwaltungsmacht), geführt von einem gewissen Pat Broeker. Anfang der achtziger Jahre beginnt also eine neue Ära (die sogenannte junge Garde) der Scientology- Organisation, die sich durch die Machtübernahme einiger junger Scientologen äußert, u.a. tritt neben Pat Broeker David Miscavige.

Diese sind bemüht das Guardian Office der Scientology zu eliminieren, woraufhin Mary Sue nach einigen Wortgefechten zurücktritt. Mary Sue hatte bis zu ihrem Sturz nach einem Strafprozess sowie einer Gefängnisstrafe die höchste Position innerhalb der Organisation von Scientology, sogenannter Controller World Wide, inne.

Unter der jungen Garde entstehen immer mehr neue (Unter- )organisationen (z.B. die Finanzpolizei Author Services Incorporated/ASI) sowie das Religious Technology Center (RTC).

Mitte der achtziger Jahre rücken v.a. merkantile Interessen (z.B. die Frage der finanziellen Ressourcen) in den Vordergrund, die ja schon 1979 mit der Gründung von WISE (World Institute of Scientology Enterprises) abzusehen waren. Überdies sollen neue Scientology-Kunden gewonnen werden, u.a. durch die am 01.11.1981 bereits einberufene Church of Scientology International (à bessere Kontrolle der weltweiten Aktivitäten möglich).

Inzwischen lebt Hubbard ziemlich im Untergrund und schreibt teilweise wieder Science-fiction-Romane zum Ausbau seiner Lebensphilosophie.

Theoretisch leitet Hubbard die Scientology-„Kirche“ immer noch (d.h. er bleibt geistiger Vater und wirtschaftlicher Nutznießer von Scientology), doch lassen seine physischen und psychischen Kräfte zunehmend nach (1983 wird Hubbard zum letzten Mal in der Öffentlichkeit gesehen).

Im Übrigen sind sowohl Hubbard als auch Scientology selbst derzeit in vehemente Rechtsstreitigkeiten verwickelt (sogar in der Bundesrepublik), hauptsächlich wegen diversen Berichten von Aussteigern, wie beispielsweise das Oberlandesgericht Düsseldorf am 12. August 1983 berichtete:

„Das Landgericht ist deshalb zu Recht davon ausgegangen, dass bei der Betätigung der Scientology im Rahmen des College und beim Auditing die Verbreitung des Ideenguts untrennbar mit dem finanziellen Erfolg der Organisation verbunden ist... (...)“[16]

Nach der Herausgabe der letzten Flag-Order 3879 Hubbards am 19.01.1986 mit dem Titel Die See-Organisation und die Zukunft, gibt die neue Führungsspitze der Scientology fünf Tage später seinen Tod bekannt (am 24.10.1986 stirbt Hubbard auf seiner kalifornischen Ranch). Das Gesamtwerk Hubbards umfasst eine unüberschaubare Vielzahl von Veröffentlichungen: Bücher, Broschüren, Kurs- und Schulungsmaterialien, interne Schriften und Papiere (v.a. Hubbard Communication Office-Policy Letters / HCO-Pl`s und Hubbard Communication Office-Bulletins / HCO-B`s), die Richtlinien und Anweisungen für die Scientology-Mitglieder enthalten.

B.I.1.c Zusammenfassung der Entwicklungsstufen von Scientology

Im Laufe der Geschichte zeigten sich verschiedene aktuelle Ziele, die Scientology verfolgt, hervorgerufen durch sich ständig variierende innere und äußere Faktoren. Um sich einen Überblick darüber zu verschaffen, sollen nochmals einige Aspekte in der Entwicklung von Scientology rekapituliert werden.

Hubbards ursprüngliches Anliegen lag darin, mit der Entwicklung einer neuen „Wissenschaft“, nämlich der Dianetik, eine Alternative zu den bestehenden Psychotherapien zu schaffen.

Später folgte dann eine Institutionalisierung von diesem Ziel mittels der Gründung der „Religion“ Scientology, wohl im Hinblick auf die damit verbundenen Vergünstigungen.

In den darauffolgenden Jahren entfaltete sich die Scientology-Organisation dann sowohl nach innen als auch nach außen (in Form von weltweiten Auseinandersetzungen mit staatlichen Stellen) zu einem repressiven System.

Zuletzt erfolgte die Machtübernahme der jungen Garde, infolge interner Fluktuationen.

B.I.1.d Die Scientology-Organisation nach dem Tod Hubbards

Wie entwickelt sich nun die Scientology-Organisation mit ihren Interessensgebieten nach dem Tod ihres Founders L. Ron Hubbard weiter?

Zu diesem Zeitpunkt beginnt die letzte Phase des Machtkampfes um die künftige Führung der Scientology. Nach einigen Konflikten zwischen Pat Broeker und David Miscavige setzt sich schließlich Miscavige 1983 durch und übernimmt schon mit 22 Jahren das Monopol von Scientology. Er versucht aufgrund beachtlicher Erfolge (z.B. Gewinn von Prozessen, weltweite Expansion mit neuen Zentren und neue Umsatzrekorde für den Scientology-Konzern) in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre verstärkt in die Wirtschaft und Gesellschaft einzudringen:

„Hubbards Sternenkriege zurück auf die Erde zu holen. Die OTs werden nun nicht mehr für den intergalaktischen Kampf gegen Xenu ausgebildet, sondern für den Marsch durch die Institutionen.“[17]

Diese Gegebenheit erfordert insbesondere einen Ausbau der PR-Arbeit im Prominentenbereich (vorwiegend in Hollywood) zur Forcierung des „Positive- Image“ der Scientology-Organisation:

„Die Künstler werden respektiert, weil sie eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spielen. Als Personen des öffentlichen Lebens und Vorbilder tragen sie dazu bei, gesellschaftliche und moralische Normen festzulegen.“[18] oder: „In den achtziger Jahren freundete sich Miscavige mit dem Schauspieler Tom Cruise an, und sie verbrachten eine Menge Zeit zusammen auf der Hemmet-Basis. (...)“[19]

Durch den Mauerfall 1989 wird auch ein Ausbau des Immobiliengeschäfts im Osten möglich (d.h. Deutschland wird ein riesiger potentieller Absatzmarkt für das scientologische Dienstleistungsangebot, und schließlich wird der Übergang zu anderen kommunistischen Staaten geschaffen). Später breitet sich Scientology in weiteren Ländern aus (z.B. China 1988, Kuba usw.) und 1990 nahezu in allen Ostblockstaaten (z.B. Rumänien, Russland, Tschechoslowakei usw.). Miscavige und Co. legen zudem Wert auf die Erhaltung scientologischer Tradition (z.B. 06.01.1988: Taufe des Motorschiffs Freewinds), indem die Flag Ship Service Organisation ihre Arbeit wieder aufnimmt (außerdem entsteht die Stufe OT VIII). Scientology wird zu einer äußerst machtvollen Gruppierung, d.h. nur wenige Institutionen sind gegen Scientology juristisch erfolgreich, da Miscavige als Gegner mit großen Finanz- und Personalmitteln, Werbung sowie Rechtsanwälten sich ziemlich widerstandsfähig erweist. Jedoch bewährt sich die US-Steuerbehörde IRS dauerhaft als hartnäckiger Gegner, wobei sich aber wiederum Scientology als Sieger hervortut, wie die Verkündigung der Steuerbefreiung auf der neunten internationalen Scientology-Vereinigung IAS in Los Angeles demonstrierte. Nochmals wird hier die enorme Machtposition von Scientology bzw. von David Miscavige deutlich:

„Jetzt kann uns nichts mehr aufhalten.“[20]

Kaum scheint der Kampf mit den Steuerbehörden beigelegt zu sein, setzt eine neue Phase der Kontroverse mit Scientology ein. In Deutschland veröffentlichen staatliche Stellen zur Warnung Broschüren über den Komplex und auch politische Stellen erkennen ihn ebenfalls als Bedrohung (v.a. in Hamburg vermehren sich die Aktivitäten, erstmals beschäftigt sich eine zuständige Innenbehörde mit der Gefahrenabwehr am 01.03.1993). Zunehmende Sammlungen bzw. Auswertungen von Informationen über die Scientology-Organisation sowie die Erarbeitung von Maßnahmekatalogen schließen sich an. In ganz Deutschland wird Scientology mit der Analyse ihrer Handlungsweisen (z.B. ihr Einfluss auf die Wirtschaft und Gesellschaft) zum öffentlichen Thema. Scientology versucht zwar immer wieder der ständigen Diffamierung entgegenzuhalten, jedoch muss der Scientology-Konzern immer wieder v.a. Mitte der neunziger Jahre erhebliche politische und juristische Rückschläge in Kauf nehmen (z.B. von Seiten der Innenministerkonferenz der Länder im Mai 1995: „den für die Gefahrenabwehr und Strafverfolgung zuständigen Behörden als eine Vereinigung dar, die unter dem Deckmantel einer Religionsgemeinschaft Elemente der Wirtschaftskriminalität und des Psychoterrors gegenüber ihren Mitgliedern mit wirtschaftlichen Betätigungen und sektiererischen Einschlägen vereint.“[21] oder des Bundesarbeitsgerichts im März 1995), was besonders mit dem Beschluss (Juni 1997), Scientology durch den Verfassungsschutz bundesweit ab sofort zu observieren, zum Ausdruck kommt. Der Streit mit der Scientology-Organisation eskaliert letztendlich in ganz Europa (seit Herbst 1998, z.B. in Frankreich, Griechenland, Schweden usw.), unterdessen ein Ende der Konfrontation nach derzeitigem Stand kaum abzusehen scheint.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Heute agiert die Scientology-„Kirche“ unter der Leitung von David Miscavige als streng hierarchisch koordinierte Organisation mit ihren zahlreichen Schichten und Gruppen auf der ganzen Welt. Eigenen Angaben gemäß soll es in 113 Ländern 3.100 „Kirchen“, „Missionen“ und angeschlossene Organisationen mit ca. acht Millionen Mitgliedern geben.[22] Das Managementzentrum befindet sich in Los Angeles mit dem geistigen Hauptquartier in Clearwater/Florida, während in Europa die Zentrale von Scientology in Kopenhagen etabliert ist. 1970 wurde die Scientology Kirche Deutschland e.V. in München begründet. Wie man bereits feststellen kann, verfügt die Scientology-Bewegung über ein ziemlich komplexes System, aufgegliedert in viele Teilgebiete. Deshalb liegt es nahe, die Organisations- und Kommandostruktur von Scientology konkreter zu durchleuchten.

B.I.2. Die Organisations- und Kommandostruktur des Scientology-Konzerns

B.I.2.a Beschreibung der Führungsstrukturen des Gesamtsystems
B.I.2.a.1. Religious Technology Center

Auch wenn jede einzelne Scientology-„Kirche“ oder Scientology-„Mission“ nach außen rechtlich abgesichert ist, erkennt man, wie bereits erwähnt, eine deutliche Rangfolge in der Organisationsstruktur von Scientology.

Über die oberste Befehlsgewalt innerhalb des Unternehmens Scientology verfügt zunächst das Religious Technology Center (RTC), das im Januar 1982 in Los Angeles gegründet wurde. Das RTC ist im Besitz aller urheberrechtlich geschützten Zeichen und Produkte von Scientology und kontrolliert deren Lizenzvergabe und Verwendung:

„Die richtige Benutzung der Zeichen sicherzustellen, die Scientologen zu beschützen und sicherzustellen, dass die mächtige Technologie der Dianetik und Scientology in guten Händen bleibt und korrekt benutzt wird. (...)“[23]

Hierbei überwacht der Generalinspektor für Technisches die technischen Standards auf internationaler Ebene und der Generalinspektor für Administration die exakte Anwendung von L. Ron Hubbards administrativen Richtlinien durch das Management. Außerdem erfasst das RTC jede Person, die auch nur in irgendeiner Weise mit der Scientology-Organisation in Berührung kommt.

B.I.2.a.2. Internationales Management der Scientology

Unter dem RTC steht als höchste Führungsebene das Internationale Management als weiteres Organ von Scientology, welches aus mehreren Gruppen besteht (wie aus der Abbildung ersichtlich ist), die jeweils eine bestimmte Verantwortung tragen. In dessen Aufgabenbereich fallen beispielsweise die Entwicklung taktischer Pläne bzw. Strategien für jeden einzelnen Sektor der Scientology-Organisation.

Die oberste Stufe dieser Führungsebene bildet das sogenannte Watchdog Committee (WDC) (entspricht einer Inspektions- und Überwachungsorganisation), das kompetente und funktionierende Management-Gruppen bildet, welche die verschiedenen Sektoren der Scientology führen. Ein Sektor umschließt jeweils verschiedene Arten von Organisationen, z.B. der Scientology-Sektor (vereint sämtliche Organisationen, die als „Kirchen“ und „Missionen“ bekannt sind), der Sea Org Sektor, der Flag Service Sektor und der Flag Ship Service Org Sektor usw. Gleichzeitig inspiziert das WDC diese Gruppen und sorgt für deren Funktionieren. Jedes Mitglied des WDC trägt demnach für einen bestimmten Sektor der Scientology die Haftung, wobei ein paralleler Zweig, die sogenannte Commodore`s Messenger Org (CMO) bei der Überwachung und Durchsetzung der Zielvorgaben dem WDC als Ausführungszweig behilflich ist. Zudem verpflichtet sich die CMO dazu, dem WDC die von dort aus benötigten Informationen zu liefern. Eine wichtige Position im Zusammenhang mit dem Internationalen Management trägt hierbei das International Network of Computer Organized Management (INCOMM), welches die Zentrale Computerdatenbank von Scientology bedient und unterhält.

Unmittelbar unter dem WDC, parallel zum CMO, steht das Internationale Finanzbüro (IFO), das vom Internationalen Finanzdirektor geleitet wird. Auf gleicher Ebene befindet sich überdies der Leitende Direktor International (engl. Executive Director International/ED), der sämtliche Managementaktivitäten der Scientology-Organisation bis hinunter auf die Stufe der einzelnen Orgs koordiniert und somit auch für ihre Expansion zuständig ist.

B.I.2.a.3. Flag Command Bureaux

Dem komplexen Internationalen Management unterliegt auf einer dritten großen Etage der Scientology-Organisation die Institution des Flag Command Bureaux (FCB), mit seinem Sitz in Los Angeles, das als zentraler Ort des taktischen Managements für jede einzelne Org und Gruppe in sämtlichen Sektoren der Scientology steht. Im Klartext liegt seine Aufgabe in der Ausführung der Pläne und Programme des Internationalen Managements in jeder einzelnen Org und Gruppe. Wie das WDC erfolgt auch hier eine Gliederung in diverse Sektoren, wobei nun einige davon näher erläutert werden sollen.

Das Flag Command Bureaux (FCB) zum Beispiel verwaltet die einzelnen Organisationen über die Flag-Operationen-Verbindungsbüros (FOLOS), die wiederum ein Teil der Kontinentalen Verbindungsbüros sind. Außerdem hat das FB die Möglichkeit, speziell ausgebildete Sea-Org-Mitglieder direkt in Organisationen zu entsenden, um Problemfälle vor Ort einer Lösung zuzuführen. Parallel zum FB ist der WISE-Sektor (WISE Int und WISE Cont) für die Management-Organisation sowie für die Verbreitung der administrativen Technologie L. Ron Hubbards in der Geschäftswelt zuständig. WISE Int erteilt den Mitgliedschaftsorganisationen, den Einzelpersonen und Unternehmen beispielsweise Lizenzen zur Nutzung von Hubbards Technologie. Fernerhin soll der ABLE - Sektor (ABLE Int und ABLE Cont), aus der Sicht von Scientology, soziale Fragen behandeln. Hierzu sind u.a. die Gruppen NARCONON (angebliche Drogenrehabilitation) und CRIMINON, die später noch genauer erklärt werden, zuzurechnen.

B.I.2.a.4. Continental Liaison Bureaux

Um diese Vielzahl von Organisationen, „Missionen“ und Gruppen der Scientology auf der ganzen Welt verteilt noch überschauen zu können, ergreifen auf einer tieferen Ebene die Continental Liaison Bureaux (CLO) die Initiative. Diese Kontinentalen Verbindungsbüros koordinieren die Aktivitäten der Scientology- Organisation innerhalb ihrer eigenen „Kontinente“, die folgendermaßen abgrenzt sind: Kanada, westliche USA, östliche USA, Europa, Großbritannien, Italien, Latein- Amerika, Afrika und Australien/ Neuseeland/ Ozeanien. Das für die Bundesrepublik Deutschland zuständige CLO hat seinen Sitz in Kopenhagen. Analog dem des Flag Bureaux ist das Organisationsschema der CLOs für den jeweiligen kontinentalen Bereich aufgebaut, d.h. es liegt wiederum eine Strukturierung in verschiedene Sektoren vor. Jedes CLO verfügt über eine eigene kontinentale Ausbildungsschule, die den Mitarbeitern von Organisationen administrative Ausbildung vermittelt. Weiterhin unterstehen diese Verbindungsbüros kontinentalen Leitern für die verschiedenen Netzwerke, die gegenüber ihren internationalen Leitern im Flag Bureaux verantwortlich sind.

Abschließend soll anhand des folgenden Organigramms noch einmal in vereinfachter Form die Hierarchie der Organisations- und Kommandostruktur von Scientology veranschaulicht werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

International Association of Scientologists

Ein weiteres wichtiges Organ, das in dieser Abbildung nicht berücksichtigt wird und nach Aussagen von Scientology keinen Bestandteil der Führungsstrukturen darstellt, ist die International Association of Scientologists (IAS; 1986 gegründet). Je nach Möglichkeit können hier Scientologen, die Nicht-Angestellte des Unternehmens sind, Dienstleistungen von der Organisation kaufen und in einem internationalen Verband vereinigt werden. Teilweise können auch Angestellte der Scientology- Organisation Mitglied der IAS werden.

Scientology-Anhänger findet man heute in allen Bevölkerungsschichten und Altersgruppen (nach Angaben von Scientology werden die Bücher von Hubbard in 105 Ländern vertrieben und sind in 31 Sprachen erhältlich[24] ), wobei das Durchschnittsalter der Mitglieder, laut Scientology, bei ungefähr 35 Jahren liegt.

B.I.2.b Organisationen der Scientology-Bewegung in Deutschland

Auch in der Bundesrepublik Deutschland machen sich in allen Bundesländern mit Ausnahme von Sachsen-Anhalt Aktivitäten der Scientology bemerkbar. Die Mitgliederzahlen werden auf ca. 30 000 Scientology-Anhänger mit u.a. sieben „Kirchen“, des weiteren zwölf „Missionen“ und zwei Celebrity Centres geschätzt.[25] Nach derzeitigem Erkenntnisstand bestehen in der Bundesrepublik aus folgenden Bereichen Niederlassungen: dem Scientology-Sektor (inkludiert „Kirchen“, „Missionen“ und Celebrity Centres), dem WISE-Sektor und dem ABLE- Sektor.

B.I.2.b.1. Der Scientology-Sektor

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die sogenannten Scientology- „Kirchen“ (sowohl Int als auch Cont), die einen Teilbereich des Scientology-Sektors darstellen, sollen vorwiegend das Gedankengut Hubbards in Form von Büchern bzw. Kursen verbreiten, indem sie mehrstufige Kurse sowie Trainings zur angeblichen Persönlichkeits-verbesserung anbieten. Intern bezeichnet man diese auch als Orgs (Abkürzung für Organisationen), welche außerdem an eine Mindestzahl an Mitarbeitern gebunden sind. Auf einer ersten Stufe von „Kirchen“ werden Dianetik sowie Scientology- Auditing/ -Ausbildung auf grundlegender und mittlerer Ebene angeboten, woraufhin weitere Spezialistenkurse folgen können. Nur „Kirchen“ haben die Erlaubnis, „Geistliche“ der Scientology auszubilden und zu „ordinieren“.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In Deutschland sind solche „Kirchen“ in den nachfolgenden Städten etabliert: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart. Die „Kirchen“ von Scientology sind in jeder dieser Städte die Zentren scientologischer Aktivität sowie der Ursprung und die Verbreitungsstelle ihrer Technologie. Innerhalb des Scientology-Sektors gibt es ferner kleinere Einheiten, die sogenannten „Missionen“ (in Deutschland z.B. in Bremen, Dresden, Nürnberg, Karlsruhe usw.), die unterhalb den „Kirchen“ angesiedelt sind. Laut Scientology handelt es sich hierbei um „religiöse, gemeinnützige Körperschaften“, die im Allgemeinen berechtigt sind, grundlegende Dianetik- und Scientology-Dienste anzubieten. Schließlich gehören noch die Celebrity Centres (in Düsseldorf, Hamburg und München), welche unterschiedliche Dienste für Prominente und Persönlichkeiten aus Bereichen der darstellenden und bildenden Künste, des Sports und der Geschäftswelt an. Das Angebot umfasst die gleichen Dienste wie die der „Kirchen“ und „Missionen“. Derartige Kunden von Scientology genießen selbstverständlich eine Vorzugsbehandlung und werden in der Regel über die machtpolitischen Ziele sowie die Repressionstechniken der Scientology-Organisation nicht unterrichtet. Somit dient diese Einrichtung wohl eher zur Tarnung der eigentlichen Ziele der Organisation, indem die Prominenten als Propagandisten für Scientology eingesetzt werden.

B.I.2.b.2. Der WISE-Sektor

Scientology lässt auch auf dem Gebiet des WISE-Sektor s eine zunehmende Ausweitung in der Bundesrepublik Deutschland erkennen. Das World Institute of Scientology Enterprises (WISE) wurde 1979 unter dem Deckmantel einer „Glaubensgemeinschaft“, das sich hauptsächlich aus Geschäfts- und Fachleuten vieler Branchen aus allen Sparten der Wirtschaft zusammensetzt. Solche sogenannten WISE-Charter Committees (selbstverwaltende Einheiten, die ihre Gebiete betreuen) bestehen bereits in Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg und Stuttgart, wobei ca. 63 Firmen, gemäß dem Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz, in der Bundesrepublik WISE angehören.[26]

Ziel von WISE ist die administrative Verbreitung der Hubbard-Ideologie in der Geschäftswelt durch verschiedene Einzelpersonen, welche die Lizenz haben, das Material zu verbreiten.

B.I.2.b.3. Der ABLE-Sektor

Schließlich spielt noch der ABLE-Sektor (= Association for better Living and Education, 1988) bei der Scientology in Deutschland eine wichtige Rolle, indem er versucht, den sozialen Bereich der Gesellschaft zu durchdringen. Vor allem sollen hier Probleme der modernen Gesellschaft, z.B. Drogenmissbrauch, Kriminalität usw., mittels der Hubbard-Technologie bewältigt werden. Scientology will sich sogar schon über Kindergärten, Schulen o.ä. Zugriff auf die jüngste Generation verschaffen. In der Bundesrepublik sind derzeit acht Institutionen bekannt, die dem ABLE-Sektor zuzurechnen sind.

Um die Vorsätze dieser drei Sektoren präziser umsetzen zu können, macht sich die Scientology-Organisation noch zahlreiche andere Einrichtungen zunutze.

B.I.2.c Weitere Unter- bzw. Tarnorganisationen

Solche können einerseits Unterorganisationen, andererseits Einzelunternehmer sein, die nicht zum eigentlichen Konzern gehören, aber über sogenannte Kommissions- und Franchising-Verträge von Scientology streng kontrolliert werden. Hierunter fällt u.a. die Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte (KVPM) (seit 1972 in Deutschland und Mitglied der Citizens Commission on Human Rights / CCHR), die sich gegen angebliche Missbräuche in der Psychiatrie wendet. Tatsächlich aber scheint sie eher den Berufsstand der Psychiater und Psychologen diffamieren zu wollen. Die Bundesleitung der KVPM befindet sich in München, wo zugleich eine Niederlassung besteht, außerdem gibt es weitere Büros in Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart.

Abgesehen von diesen, für viele bekannten, mehr oder weniger großen Unterorganisationen von Scientology, treten zudem eine Vielzahl von Einzelorganisationen (z.B. scientologische Kindergärten wie die Happy Kids oder scientologisch unterwanderte Nachhilfeinstitute usw.), die ihrem Namen nach nichts Scientologisches enthalten, in Erscheinung. Durch geschickte Methoden von Seiten der Scientology-Organisation sind diese kaum noch überblickbaren Tarn- und Unterorganisationen schon fast in allen Lebensbereichen, v.a. auf dem Gebiet der Weiterbildung, aktiv. Die Institution NARCONON (Gründung 1966 in den USA) wird von Scientology beispielsweise als ein Therapieangebot für Drogen- und Alkoholabhängige, das aber keine fachlich qualifizierte Kompetenz aufweist, angepriesen. Trotz angeblich hoher Erfolgsquoten, ist vor einer eventuellen Teilnahme abzuraten, da zu der eigenen Sucht zusätzlich eine weitere Abhängigkeit in geistiger bzw. materieller Hinsicht hinzutreten könnte. Überdies ersucht die Vereinigung ZIEL (= Zentrum für Individuelles und Effektives Lernen), welche unter dem Namen APPLIED SCHOLASTICS INTERNATIONAL aktiv ist, unter dem Anschein einer Hausaufgabenbetreuung, Kinder und Erwachsene in Form von Privatunterricht mit der Lern- und Studiertechnologie von Hubbard vertraut zu machen.

Scientology umfasst schließlich noch weitere Initiativgruppen, die aber nur selten in Aktion treten (z.B. für Flugblattverteilungen) und dennoch den Nährboden für die Scientology-Organisation bereiten. Ihre Aufgabe bzw. ihre Gegner sind schon aus ihren Namen ableitbar, z.B. Mitbürger Unterstützen Toleranz (MUT) (sogenannte Initiative zur Wahrung der Menschenrechte), Kommission für Polizeireform, Kommission zum Schutz der Bürger gegen Drogenmissbrauch usw. Weiterhin legen der Verband engagierter Manager und der Verband verantwortungsbewusster Geschäftsleute dar, wohin sich die Interessen in den letzten Jahren verlagert haben. Der Akzent wird nun auf Managementschulung, Kommunikationstraining und Motivationsberatung gesetzt. Derartige Kurse dienen zur „unterschwelligen“ Einschleusung des scientologischen Gedankenguts, ohne dass die Teilnehmer etwas davon ahnen. Scientology interessiert sich zudem für Ressorts wie das Immobiliengeschäft und die Computerbranche, Unternehmensberatung, Arbeitsvermittlung und Public Relations.

Nach außen stehen alle diese Scientology-Organisationen als selbständige Körperschaften da, dennoch sind sie voneinander abhängig und unterliegen der Leitung von David Miscavige. Das Führungsmanagement setzt sich heute, laut Scientology, aus mehreren Personen zusammen: Norman Starkey (Trustee of LRH Estate = Treuhänder des Hubbard-Vermögens), Guillaume Lesevre (Executive Director International = Leitender Direktor International), Heber Jentzsch (President of the Church of Scientology International = Präsident der Scientology- Kirche International), Marc Yager (Inspector General for Administration RTC = Generalinspektor für Verwaltung) und Ray Mithoff (Inspector General for Technical RTC = Generalinspektor für Technik).

[...]


[1] Bannach, K./Rommel, K. (Hg.), Religiöse Strömungen unserer Zeit, S. 11.

[2] Beckers, H.-J./Kohle, H., Kulte, Sekten, Religionen, S. 29.

[3] Beckers, H.-J./Kohle, H. (Hg.), Kulte, Sekten, Religionen, S. 30.

[4] Evans, C., Kulte des Irrationalen, S. 33.

[5] New Era Publications International ApS (Hg.), Was ist Scientology?, S. 119.

[6] Minhoff, C./Lösch, H., Neureligiöse Bewegungen, S. 104.

[7] Evans, C., Kulte des Irrationalen, S. 56.

[8] Haack, F.-W., Scientology - Magie des 20. Jahrhunderts, S. 57.

[9] Hubbard, L. R., Selbstanalyse, Kopenhagen 1984, S. 5; zit. bei: Minhoff, C./Lösch, H., Neureligiöse Bewegungen, S. 110.

[10] Langel, H., Destruktive Kulte und Sekten, S. 44.

[11] Minhoff, C./Lösch, H., Neureligiöse Bewegungen, S. 112.

[12] Haack, F.-W., Scientology - Magie des 20. Jahrhunderts, München 1982, S.59; zit. bei: Minhoff, C./Lösch, H., Neureligiöse Bewegungen, S. 113.

[13] Evans, C., Kulte des Irrationalen, S. 99.

[14] Minhoff, C./Minhoff, M., Scientology - Irrgarten der Illusionen, S. 38.

[15] Minhoff, C./Minhoff, M., Scientology - Irrgarten der Illusionen, S. 47 f.

[16] Minhoff, C./Minhoff M., Scientology - Irrgarten der Illusionen, S. 56.

[17] Potthoff, N. J., Scientology Analyse. Material für Unterricht, Schulung und Vorträge, Krefeld o.J., S. 94; zit. bei: Minhoff, C./Lösch, H., Neureligiöse Bewegungen, S. 128.

[18] CoS, Das Handbuch für den Ehrenamtlichen Geistlichen, Kopenhagen 1980, S. 12.; zit. bei: Minhoff, C./Minhoff, M., Scientology. Irrgarten der Illusionen, S. 60.

[19] Minhoff, C./Minhoff, M., Scientology. Irrgarten der Illusionen, S.60

[20] Minhoff, C./Minhoff, M., Scientology - Irrgarten der Illusionen, S. 67.

[21] Minhoff, C./Minhoff, M., Scientology - Irrgarten der Illusionen, S. 74.

[22] Vgl. Bundesverwaltungsamt (Hg.), Die Scientology-Organisation, S. 10.

[23] Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (Hg.), Zur Frage der Beobachtung der Scientology-Organisation durch die Verfassungsschutzbehörden, S. 12.

[24] Vgl. Scientology Kirche Deutschland (Hg.), Zeitschrift Freiheit, 1995, S. 25; zit. bei: Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft /Christlich-Soziale Arbeitnehmer-Union (Hg.), Scientology: Eine Gefahr für unsere Gesellschaft, S. 9.

[25] Vgl. Bundesverwaltungsamt (Hg.), Die Scientology-Organisation, S. 11.

[26] Vgl. Bayerisches Staatsministerium des Innern (Hg.), Scientology - eine verfassungsfeindliche Bestrebung, S. 39.

Ende der Leseprobe aus 120 Seiten

Details

Titel
Die Scientology-Organisation und ihr Kirchenverständnis
Hochschule
Universität Regensburg  (Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Realschulen in Bayern nach der LPO I)
Note
1,0
Autor
Jahr
1999
Seiten
120
Katalognummer
V89604
ISBN (eBook)
9783638029773
ISBN (Buch)
9783638927826
Dateigröße
3372 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es handelt sich um eine wissenschaftl. Examensarbeit, welche die Scientology-Organisation in ihrer Komplexität durchleuchtet und sich mit der Fragestellung beschäftigt, ob sie als Religion bezeichnet werden kann (Kirchenverständnis).
Schlagworte
Scientology-Organisation, Kirchenverständnis
Arbeit zitieren
Kerstin Heyne (Autor), 1999, Die Scientology-Organisation und ihr Kirchenverständnis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89604

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