Während es 1500-1560 nur sehr wenige Hexenverfolgungen gab, kam es seit den 1560er Jahren zu ihrem überraschenden Wiedereinsetzen. Der durch Heinrich Institoris und Jacob Sprenger veröffentlichte Malleus Maleficarum hatte eine Hexenlehre mit Schädigung und Verschwörungscharakter entwickelt. Der Hexeninquisitor Hinrich von Schultheiß forderte öffentlich in einer Rechtfertigungsschrift zu Hexenprozessen, dass bis zum Geständnis gefoltert werden müsse. Selbst wenn Schadenszauber und Teufelsbuhlschaft nicht bestanden, konnte trotzdem die Todesstrafe für den Abfall von Gott herangezogen werden. Den Befürwortern der Hexenverfolgung erschien es unmöglich, dass Unschuldige verurteilt wurden, da Gott dies in ihren Augen nicht zulassen würde. Das Übel müsse vernichtet werden.
In dieser Arbeit soll betrachtet werden, wie gegen die Hexenverfolger angegangen wurde. Welche Argumente wurden von ihren Gegnern gebracht und wer setzte sich für die angeklagten Hexen ein? In diesem Zusammenhang soll besonders das Wirken des Jesuiten Friedrich Spee betrachtet werden, der in seiner Cautio Criminalis Argumente gegen die Hexenverfolger veröffentlichte. Welche Theorien entwickelte er im Kampf gegen die Hexenverfolger, welche Schlussfolgerungen zog er und wie wurde seine Haltung in der damaligen Zeit aufgenommen? Im folgenden werden verschiedene Aspekte der Beweisführungen der Verfolgungsgegner betrachtet und anhand unterschiedlicher Gegner beispielhaft vorgestellt. Explizit wird Spees Cautio Criminalis betrachtet, die genauestens die juristischen Bedingungen, unter denen die Hexenverfolgung durchgeführt wurden, untersuchte und eine Zuspitzung der zeitgenössischen Argumentation mit radikalen Schlussfolgerungen darstellte.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Argumente im Kampf gegen die Hexenverfolgungen
- Medizinische Argumente
- Theologische Argumente
- Juristische Argumente
- Dämonologie
- Einfluss der Konfessionellen Spaltung
- Gegner der Hexenverfolgung
- Johan Weyer
- Herbert Witekind
- Cornelius Pleier
- Adam Tanner
- Friedrich Spee und seine Cautio Criminalis
- Friedrich Spee
- Die Umstände der Veröffentlichung der Cautio Criminalis
- Der Aufbau der Cautio Criminalis
- Spees Intention
- Spees Argumentation in der Cautio Criminalis
- Spees Schlussfolgerungen
- Die Haltung des Jesuitenordens gegenüber der Publikation der Cautio Criminalis
- Die Wirkung der Cautio Criminalis
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit den Gegnern der Hexenverfolgungen in der frühen Neuzeit. Sie analysiert deren Argumente und untersucht, wie sie sich für die Angeklagten einsetzten. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Wirken des Jesuiten Friedrich Spee und seiner Cautio Criminalis.
- Die Argumente von Verfolgungsgegnern gegen Hexenprozesse
- Die Rolle medizinischer, theologischer und juristischer Argumente
- Der Einfluss der Konfessionellen Spaltung auf die Hexenverfolgung
- Die Bedeutung von Friedrich Spees Cautio Criminalis im Kampf gegen die Hexenverfolgung
- Die Wirkung von Spees Werk auf die zeitgenössische Debatte
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung erläutert den historischen Kontext der Hexenverfolgungen und stellt die These der Arbeit vor, dass es eine anhaltende Kritik an den Hexenverfolgungen gab. Kapitel 2 analysiert die verschiedenen Argumente, die von Verfolgungsgegnern vorgebracht wurden, und unterteilt diese in medizinische, theologische, juristische und dämonologische Argumente. Kapitel 3 stellt wichtige Gegner der Hexenverfolgung vor, darunter Johan Weyer, Herbert Witekind, Cornelius Pleier und Adam Tanner. Kapitel 4 befasst sich mit Friedrich Spee und seiner Cautio Criminalis, die eine detaillierte juristische Analyse der Hexenverfolgungen bietet.
Schlüsselwörter
Hexenverfolgung, Frühe Neuzeit, Verfolgungsgegner, Friedrich Spee, Cautio Criminalis, Medizin, Theologie, Jurisprudenz, Dämonologie, Konfessionelle Spaltung, Hexenprozess, Folter, Todesstrafe.
- Arbeit zitieren
- Wiebke Seitz (Autor:in), 2003, Verfolgungsgegner - Unter besonderer Berücksichtigung von Friedrich von Spee und seiner "Cautio Criminalis", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89623