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Totentanz in Thomas Manns „Zauberberg“

Title: Totentanz in Thomas Manns „Zauberberg“

Seminar Paper , 2003 , 20 Pages , Grade: 2,6

Autor:in: Janina Kieckbusch (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Thema dieser Arbeit ist die Auseinandersetzung mit dem historischen Vorbild des Totentanzes und die Untersuchung, inwieweit Thomas Mann die von mir erarbeiteten Motive in seinem eigenen Roman realisiert und verarbeitet hat.

Wichtige Voraussetzung hierfür ist die Erarbeitung wesentlicher Charakteristika des historischen Totentanzes. Die einzelnen wesentlichen Leitmotive dieser Kunstform versuche ich im Folgenden herauszuarbeiten, um diese dann anhand einer Analyse des Kapitels Totentanz, in Thomas Manns Roman: „Der Zauberberg", bearbeiten zu können.
Im Vordergrund dieser Arbeit steht das Spannungsverhältnis zwischen dem historischen Vorbild und der Realisierung und Verwertung dieses Stoffes in dem einzelnen Werk eines Autors der Moderne.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Totentanz als Kunstform

2.1 Der historische Kontext

2.2 Die künstlerische Ausdrucksform

3. Thomas Mann und der Totentanz

4. Verwertung der historischen Motive im „Zauberberg“

4.1 Aspekte der Kulturkritik

4.2. Verbindung von Tod und Tanz bzw. Lachen

4.3 Der Tod kann jeden ereilen

4.4 Der erste Weltkrieg als moderner Totentanz

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen dem historischen Vorbild des Totentanzes und dessen literarischer Realisierung in Thomas Manns Roman „Der Zauberberg“. Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie der Autor traditionelle Motive der mittelalterlichen Kunstform aufgreift, moduliert und in den Kontext der Moderne sowie des Ersten Weltkriegs überführt.

  • Analyse der historischen Ursprünge und Charakteristika des Totentanzes.
  • Untersuchung der kulturkritischen Dimensionen im „Zauberberg“.
  • Vergleich der Verbindung von Tod, Tanz und Lachen als Ausdruck menschlicher Körperlichkeit.
  • Darstellung der Unausweichlichkeit des Todes als zentrales Motiv.
  • Interpretation des Ersten Weltkriegs als moderner, riesenhafter Totentanz.

Auszug aus dem Buch

4.2 Verbindungen von Tod und Tanz bzw. Lachen

Bei den ursprünglichen historischen Totentänzen spielt der Tod den Menschen zum Tanze auf, um diese dann so in „sein Reich“ hinüberzugeleiten, wie ich bereits in Abschnitt 2.2 erwähnt hatte. Die Menschen folgen ihm jedoch nicht freiwillig, sondern müssen in ihren Tod tanzen. Dieser Tanzzwang wird ausgelöst durch den Tod, der teilweise auf Geigen, meist aber auf Flöten, diese unwiderstehliche Musik hervorbringt.

Auch im „Zauberberg“ finden wir dieses Motiv des zu Tode Tanzes sehr deutlich literarisch ausgeführt. Obendrein liefert Mann hier auch noch eine genaue Angabe, wo dieses zu Tode Tanzen vornehmlich lokalisiert werden muss. Frau Stöhr nämlich sagte zu den beiden Vettern über das Café des Kurhauses: „ … schon manche Hochgradige sei [dort] in die Ewigkeit hinübergetanzt, indem sie den Becher der Lebenslust gekippt und den finalen Blutsturz in dulci jubilo erlitten habe.“24 Diese Aussage scheint umso treffender, sind doch die beiden Vettern mit der Moribunden Karen Karstedt, „ der armen Karen zu Gefallen“, nach einer Filmvorführung, in das Café des Kurhauses hinübergegangen.25 Vorbereitet wird diese Situation bereits durch die vorangehende Filmvorführung im Bioskop- Theater, die die Bestimmung des Ortes noch zu unterstreichen scheint.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, die sich mit der Übertragung des historischen Totentanz-Motivs auf Thomas Manns Roman befasst.

2. Der Totentanz als Kunstform: Historische Einordnung des Totentanzes als Produkt spätmittelalterlicher Pestepidemien und Analyse der zentralen künstlerischen Ausdrucksformen.

3. Thomas Mann und der Totentanz: Untersuchung der persönlichen Verbindung Thomas Manns zur Stadt Lübeck und deren Einfluss auf die literarische Gestaltung des Themas.

4. Verwertung der historischen Motive im „Zauberberg“: Detaillierte Analyse der Umsetzung, angefangen bei der Kulturkritik bis hin zur Deutung des Ersten Weltkriegs als moderne Form des Totentanzes.

5. Schlussbemerkung: Fazit zur beispielhaften Symbiose zwischen historischem Ausgangsstoff und moderner Erzählweise im Werk.

Schlüsselwörter

Totentanz, Thomas Mann, Der Zauberberg, historische Motive, Kulturkritik, Sterblichkeit, Körperlichkeit, Moribunde, Hans Castorp, Erster Weltkrieg, Allegorie, Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte, Symbolik, Lübeck.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Übernahme und produktive Verwertung des historischen Motivs „Totentanz“ im Roman „Der Zauberberg“ von Thomas Mann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das historische Erbe der Kunstform Totentanz, die kulturkritische Auseinandersetzung mit Sterblichkeit, die Verbindung von Leben und Tod sowie die literarische Bewältigung des Ersten Weltkriegs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Thomas Mann das Spannungsverhältnis zwischen dem historischen Vorbild und der modernen Realisierung seines Stoffes gestaltet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die historische Kontexte mit der Textanalyse zentraler Passagen des Romans verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden verschiedene Aspekte untersucht: Kulturkritik, die Verbindung von Tod mit Lachen und Tanz, die Unausweichlichkeit des Todes bei verschiedenen Romanfiguren sowie die Interpretation des Krieges als Totentanz.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Totentanz, Sterblichkeit, Körperlichkeit, Moribunde, Allegorie und die spezifische Motivik Thomas Manns.

Wie deutet die Autorin den Husten des „Herrenreiters“?

Sie interpretiert den Husten als Ausgangspunkt für Hans Castorps Faszination für Krankheit und Tod, was als erste bewusste Konfrontation mit einem Totentanzmotiv gewertet wird.

Welche Rolle spielt Frau Stöhr in der Argumentation?

Frau Stöhr wird als Stimme der gesellschaftlichen Konvention gesehen, die versucht, den Tod zu verdrängen, was wiederum den Kontrast zu Castorps bewusster Auseinandersetzung mit dem Sterben unterstreicht.

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Details

Title
Totentanz in Thomas Manns „Zauberberg“
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Course
Zauberberg von Thomas Mann
Grade
2,6
Author
Janina Kieckbusch (Author)
Publication Year
2003
Pages
20
Catalog Number
V89627
ISBN (eBook)
9783638071314
ISBN (Book)
9783640621637
Language
German
Tags
Totentanz Thomas Manns Zauberberg Thomas Mann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janina Kieckbusch (Author), 2003, Totentanz in Thomas Manns „Zauberberg“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89627
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