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Michel Foucault und die Disziplinarmacht. Aspekte einer Analytik der Macht

Title: Michel Foucault und die Disziplinarmacht. Aspekte einer Analytik der Macht

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 35 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Timo Luks (Author)

History - Basics
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In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit der von Foucault konzipierten Machtanalytik beschäftigen. Auch wenn sich die vorliegende Arbeit mit Fragen beschäftigt, die sich um den Begriff "Macht" zentrieren lassen, so heißt das nicht, Foucault einzig und allein als Machttheoretiker zu präsentieren. Es geht auch nicht um eine möglichst authentische und/oder umfassende Foucaultinterpretation oder um das Herauskristallisieren eines vermeintlich universalen Leitgedankens. Vielmehr werde ich lediglich einige mir interessant und ergiebig erscheinende Ideen aus der foucault´schen Werkzeugkiste herausgreifen.
Die komplexen Verknüpfungen der Machtthematik mit diskurstheoretischen Überlegungen, d. h. die Wechselwirkungen zwischen Macht und Wissen/Wahrheit werden nicht untersucht. Ich verzichte ebenfalls auf eine Konkretisierung der Rolle des Subjekts in diesem Feld. Aufgrund des theoretisch-analytischen Schwerpunkts dieser Arbeit erfolgt keine Prüfung der konkreten Umsetzung und historischen Anwendung der foucault´schen Kategorien. Die Evidenz einzelner Ergebnisse oder "empirischer Unzulänglichkeiten" werden nicht diskutiert. Innerhalb des so abgesteckten Rahmens kann auch der Bereich der Sozialphilosophie und politischen Theorie mit den dazugehörigen Fragen nach normativem Gehalt, ethischen Programmen und politischen Handlungsanweisungen nicht berücksichtigt werden. Darüber hinaus werden erkenntnistheoretische und methodologische Fragen vernachlässigt oder wie die anderen genannten Bereiche nur sporadisch bearbeitet, obwohl sie an vielen Punkten die von mir gewählte Thematik tangieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Thema, Darstellungsabsicht und Grenzen der Arbeit

2. Aufbau der Arbeit

II. Grundlagen einer Machtanalytik

1. Prämissen und Abgrenzung von Alternativmodellen

2.. Macht als allgegenwärtiges Verhältnis

3. Produktivität von Macht

4. Strategien und Taktiken in Spiel und Krieg

5. Macht als Handlung zwischen freien Subjekten

6. Verfestigungen der Machtverhältnisse

7. Zusammenfassung

III. Inhalt und Entwicklung historischer Machtformen und –typen

1. Souveränitätsmacht

a) Entstehung und Begriff

b) Repressive Exklusion: Gesetz, Asymmetrie, Gewalt und Blut

c) Öffentlich Marter und Recht des Schwertes

d) Probleme und Krisen

2. Humanistische Reformjuristen

a) Entstehung und Begriff

b) Normative Integration: Norm und Gesellschaftsvertrag

c) Menschlichkeit und Besserung

3. Disziplinarmacht

a) Entstehung und Begriff

b) Produktive Disziplin: Omnipräsenz, Individuen, Ordnung und Detail

c) Gefängnis und Delinquenz

4. Biomacht

a) Entstehung und Begriff

b) Leben, Bevölkerung, Tod und Rassismus

c) Produktivität, Sexualität und Normalisierung

d) Freiheit

5. Zusammenwirken verschiedener Machtformen und Pastoralmacht

IV. Schlußbemerkung

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die von Michel Foucault konzipierte Machtanalytik, um deren inhaltliche Grundlagen sowie die historische Entwicklung und das Zusammenspiel verschiedener Machttypen – wie Souveränitäts-, Disziplinar- und Biomacht – theoretisch zu erschließen.

  • Grundlagen und Prämissen des Foucaultschen Machtbegriffs
  • Transformation historischer Strafpraktiken und Machttechnologien
  • Die Produktivität von Macht als dezentrales Netzwerk
  • Verhältnis von Macht, Wissen, Körper und Bevölkerung
  • Interdependenzen und Wechselwirkungen verschiedener Machtformen

Auszug aus dem Buch

3. Produktivität von Macht

Bei der Beschäftigung mit Foucaults Machtbegriff muß berücksichtigt werden, daß Macht von ihm nicht vordergründig negativ und repressiv verstanden wurde. „Macht ist nicht begriffen in der Alternative: Gewalt oder Ideologie“. Machtausübung bringt Wissen und Individuen als wissenschaftliche Objektbereiche und historische Figuren hervor. Diese bilden die positiven Wirkungen einer Macht, die sich eben nicht primär durch Polizei oder Propaganda äußert, denn sie „produziert `Reales`, bevor sie unterdrückt. Und sie produziert ebenfalls Wahrheiten, bevor sie ideologisiert, abstrahiert oder maskiert“.

Die Beschreibung der positiven Produktivität und Notwendigkeit von Machtbeziehungen läßt die oben dargestellte Omnipräsenz von Macht und die daran gekoppelte Unmöglichkeit externen, Macht als solche überwindenden Widerstandes, in einem anderen Licht erscheinen. Macht muß dann nämlich nicht mehr überwunden werden, um positive Produkte wie Wahrheit oder Freiheit zu erreichen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung definiert den Fokus auf Foucaults Machtanalytik und grenzt das Vorhaben von einer umfassenden Interpretation ab, um den methodischen Rahmen der Arbeit zu stecken.

II. Grundlagen einer Machtanalytik: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Prämissen des Machtbegriffs, insbesondere die Abkehr von rein repressiven Modellen hin zu einer operativen, produktiven Machtauffassung.

III. Inhalt und Entwicklung historischer Machtformen und –typen: Hier werden die historischen Transformationen von der Souveränitätsmacht über die Disziplinarmacht bis zur Biomacht detailliert analysiert und deren wechselseitige Durchdringung aufgezeigt.

IV. Schlußbemerkung: Die Schlussbemerkung reflektiert die Anwendbarkeit der Foucaultschen Machtanalytik als flexibles Werkzeug für die Geschichtswissenschaft und betont die Offenheit des analytischen Konzepts.

Schlüsselwörter

Michel Foucault, Machtanalytik, Disziplinarmacht, Souveränitätsmacht, Biomacht, Machtverhältnisse, Produktivität, Gouvernementalität, Wissen, Körper, Normalisierung, Delinquenz, Pastoralmacht, Widerstand, Dispositiv.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine fundierte theoretische Analyse der von Michel Foucault entwickelten Machtanalytik, indem sie deren Kernkonzepte und historische Ausprägungen systematisch aufbereitet.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Souveränitätsmacht, Disziplinarmacht und Biomacht sowie die Untersuchung der Produktivität von Macht und deren Verhältnis zu Wissen und menschlichen Körpern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die "foucaultsche Werkzeugkiste" inhaltlich und begrifflich zu bestimmen und die historischen Mechanismen der Machtausübung nachzuzeichnen, ohne dabei eine universelle Theorie zu erzwingen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt eine theoretisch-analytische Herangehensweise, die Foucauldianische Kategorien zur Untersuchung historischer Machtformen einsetzt, anstatt empirische Einzelfallprüfungen vorzunehmen.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert abstrakt die Grundlagen der Macht und widmet sich im Anschluss den konkreten historischen Machttypen, deren Entstehung, Funktionsweise und wechselseitigem Zusammenspiel.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Machtverhältnisse, Disziplin, Normalisierung, Gouvernementalität, Wissensproduktion und das Dispositiv, die den theoretischen Kern der Arbeit bilden.

Wie unterscheidet sich die Disziplinarmacht von der souveränen Macht?

Während souveräne Macht durch Repression, Gesetz und Hierarchie von oben nach unten wirkt, ist Disziplinarmacht eine produktive Technik, die Individuen durch Überwachung, Normalisierung und Mikrophysik der Macht in den Alltag integriert.

Welche Rolle spielt die "Produktivität" der Macht bei Foucault?

Foucaults Machtbegriff zeichnet sich dadurch aus, dass Macht nicht nur unterdrückt, sondern durch die Produktion von Wissen, Wahrheit, Realität und Subjekten aktiv soziale und historische Verhältnisse mitgestaltet.

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Details

Title
Michel Foucault und die Disziplinarmacht. Aspekte einer Analytik der Macht
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Historisches Seminar)
Course
Hauptseminar: Fürsorgewesen und Sozialpolitik im 18. und 19. Jahrhundert
Grade
sehr gut
Author
Timo Luks (Author)
Publication Year
2001
Pages
35
Catalog Number
V8962
ISBN (eBook)
9783638157865
Language
German
Tags
Michel Foucault Disziplinarmacht Aspekte Analytik Macht Hauptseminar Fürsorgewesen Sozialpolitik Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Timo Luks (Author), 2001, Michel Foucault und die Disziplinarmacht. Aspekte einer Analytik der Macht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8962
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