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Zeitgenössische Kritik an der Experimentellen Pädagogik

Title: Zeitgenössische Kritik an der Experimentellen Pädagogik

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 17 Pages

Autor:in: M.A. Claus Carl Jakob (Author)

Pedagogy - Reform Pedagogics
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Kritik – sachliche Kritik – gehört zu jeder wissenschaftlichen Betätigung dazu. Denn jede wissenschaftliche Idee, jede Theorie, jeder Ansatz muß sich der Kritik anderer Wissenschaftler stellen. Wissenschaft kreiert keine absoluten Wahrheiten – dies zu versuchen ist den Glaubenssystemen überlassen –, sondern ist ein situations- und personenbedingtes Abbild von Gedanken über ein bestimmtes Thema. Situationen ändern sich, Personen ändern sich, Voraussetzungen ändern sich usw. usf. Jede Theorie muß sich der Überprüfung stellen und kann verifiziert oder falsifiziert werden. Die Kritik gehört sogar zu den wichtigsten Aspekten der Wissenschaft, deckt sie doch Fehler auf, die ein Einzelner vielleicht nicht sehen kann, und zeigt neue Sichtweisen. Daß sie auch selbst fehlerhaft sein kann – da es ja keine absoluten Erkenntnisse gibt –, steht außer Frage, doch stellt sich auch die Kritik einer Überprüfung, wodurch dann am Ende ein Fortschritt einsteht, weil eine Entwicklung stattfindet. […]
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit zeitgenössischer Kritik an der Experimentellen Pädagogik, wobei in Abrissen verschiedene Seiten beleuchtet werden. Dabei zeigen sich sowohl mögliche Ansätze der Kritik, als auch Möglichkeiten für „Eitelkeiten, Vorurteile…“. Gerade am Beispiel der Experimentellen Pädagogik läßt sich zeigen, daß Kritik nicht immer fundiert daherkommt und daß „ideologische“ Gründe eine Rolle spielen (können).
Zu Beginn werden kurz moderne Fragestellungen an die Experimentelle Pädagogik angerissen, um aufzuzeigen, wie Jahrzehnte danach die Materie kritischen Fragen unterzogen werden kann. Hierzu wird eines der Überblickswerke über Theorien der Erziehungswissenschaft herangezogen. Die darauf folgenden Punkte folgen der Einteilung, die Dr. Caroline Hopf in „Die Experimentelle Pädagogik. Empirische Erziehungswissenschaft in Deutschland am Anfang des 20. Jahrhunderts.“ in dem entsprechenden Kapitel zur Kritik an der Experimentellen Pädagogik vornimmt; diese Einteilung ist chronologisch geordnet und geht von der zeitgenössischen Auseinandersetzung zwischen den Herbartianern und den „jungen“ Experimentellen Pädagogen – an einem Beispiel – über die Kritik Wilhelm Wundts hin zu ausgewählten Kritikpunkten der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik. Den Abschluß dieser Arbeit bildet eine kurze Zusammenfassung der Thematik.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 „Moderne Fragenkomplexe“ nach König/Zedler

3 Weber – Lobsien als Beispiel für die zeitgenössische Auseinandersetzung

3.1 Allgemeines

3.2 Die Auseinandersetzung Weber – Lobsien

4 Kritikpunkte Wilhelm Wundts

5 Auszug aus der Kritik der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die zeitgenössische Kritik an der Experimentellen Pädagogik zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, verschiedene Kritikansätze – von Vertretern des Herbartianismus über Wilhelm Wundt bis hin zur Geisteswissenschaftlichen Pädagogik – aufzuzeigen und dabei sowohl wissenschaftliche Fundierung als auch ideologische Hintergründe zu beleuchten.

  • Zeitgenössische Kritik am Herbartianismus und der Experimentellen Pädagogik
  • Die Kontroverse zwischen Ernst Weber und Marx Lobsien
  • Wilhelm Wundts psychologische Perspektive auf die Experimentelle Pädagogik
  • Kritikansätze der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik
  • Reflexion über Objektivität und ideologische Einflüsse in der Wissenschaftskritik

Auszug aus dem Buch

Die Auseinandersetzung Weber – Lobsien

Der Lehrer Ernst Weber ist ein gutes Exempel für eine solche kritikwürdige Kritik. Er suchte sich als Forum für seine Argumentationen die Probenummer der Zeitschrift des Bundes für Schulreform „Der Sämann“, die im Januar 1905 erschien; auch in der Folgenummer schrieb er noch einmal zum Thema, nachdem ihm der Laborforscher Marx Lobsien ebenfalls publizistisch geantwortet hatte. Schon relativ weit am Anfang benennt Weber den Hauptgrund der Auseinandersetzung: „Neue Formen [der Pädagogik; Anm. d. Verf.] kämpfen an gegen überkommene und die Rechte des Stärkeren schaffen wie überall so auch hier den Fortschritt.“ Die „neue Form“ war die Experimentelle Pädagogik, die sich – aus Sicht der Herbartianer – augenscheinlich als die Stärkere herauszustellen drohte, weil sie großen Anklang fand. Weber ging diesen Fakt mit massiver Kritik an; er schreibt: „Nicht jeder ist ein Heiland, der sich für den Messias ausgibt. Auch in der Pädagogik macht sich gegenwärtig eine Richtung geltend, von der eine große Anzahl Gläubiger das Heil der gesamten Didaktik erwartet. Ein Evangelium wird gepredigt, dessen These, wenn wir sie zum ersten Mal vernehmen, uns die Seele erhellt wie ein Blitzstrahl, das aber die Herzen kalt lässt, sobald man es zur alleinseligmachenden Religion des pädagogischen Lebens erheben will: das Evangelium des psychologischen Experiments in der Schule.“ Anhand dieser Zitate erkennt man bereits, dass bei Webers Argumentationen viele Emotionen im Spiel waren, an einer Stelle, an der durchweg rationale Kritik angemessen wäre. Überhaupt war der Disput emotionsgeladen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung wissenschaftlicher Kritik und führt in das Thema der zeitgenössischen Kritik an der Experimentellen Pädagogik ein.

2 „Moderne Fragenkomplexe“ nach König/Zedler: Dieses Kapitel stellt fünf Fragenkomplexe vor, die eine Einordnung der damaligen Debatten in moderne erziehungswissenschaftliche Fragestellungen ermöglichen.

3 Weber – Lobsien als Beispiel für die zeitgenössische Auseinandersetzung: Hier wird der Disput zwischen dem Lehrer Ernst Weber und dem Laborforscher Marx Lobsien detailliert als Beispiel für eine teils polemische Auseinandersetzung analysiert.

4 Kritikpunkte Wilhelm Wundts: Das Kapitel behandelt die fachlich fundierte und sachlichere Kritik des Psychologen Wilhelm Wundt an der Experimentellen Pädagogik.

5 Auszug aus der Kritik der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik: Es werden die Argumente der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik dargelegt, die sich kritisch von der naturwissenschaftlichen Methode abgrenzte.

6 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz, die verdeutlicht, dass Kritik oft von ideologischen Interessen geprägt ist und zeitgenössische Fehlurteile zur Vorsicht mahnen.

Schlüsselwörter

Experimentelle Pädagogik, Herbartianismus, Geisteswissenschaftliche Pädagogik, Wilhelm Wundt, Ernst Weber, Marx Lobsien, Pädagogische Psychologie, Wissenschaftstheorie, Didaktik, Empirische Forschung, Kritik, Objektivität, pädagogisches Experiment, Erziehungswissenschaft, Ideologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Kritik an der Experimentellen Pädagogik, wie sie von Zeitgenossen und verschiedenen pädagogischen Strömungen Anfang des 20. Jahrhunderts geübt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Spannungsfeld zwischen Herbartianismus und Experimenteller Pädagogik, die Rolle von Emotionen und Ideologie in wissenschaftlichen Debatten sowie der fachliche Anspruch der Erziehungswissenschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die verschiedenen Perspektiven auf die Experimentelle Pädagogik aufzuzeigen und darzulegen, wie fachliche Kritik und persönliche oder ideologische Motive in der Vergangenheit miteinander verwoben waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Verfasser nutzt eine historische Analyse von Primär- und Sekundärquellen, um die zeitgenössische Auseinandersetzung anhand von Beispielen wie dem Disput zwischen Weber und Lobsien nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden moderne Fragenkomplexe, der konkrete Streitfall zwischen Weber und Lobsien, die Kritik von Wilhelm Wundt sowie die Einwände der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Experimentelle Pädagogik, Wissenschaftskritik, Herbartianismus, Pädagogikgeschichte und Empirische Forschung beschreiben.

Warum war der Disput zwischen Ernst Weber und Marx Lobsien so hitzig?

Der Disput war durch eine bedrohte berufliche Identität der Herbartianer und den Wunsch der Experimentellen Pädagogen nach einer neuen wissenschaftlichen Legitimation geprägt, was zu polemischen Zügen führte.

Inwiefern unterscheidet sich die Kritik Wilhelm Wundts von der der Herbartianer?

Während die Herbartianer die Existenz der neuen Richtung aufgrund unterschiedlicher pädagogischer Konzepte ablehnten, übte Wundt als angesehener Fachpsychologe eine fachlich fundiertere „väterliche Kritik“.

Welche Rolle spielte die Geisteswissenschaftliche Pädagogik bei der Kritik?

Sie lehnte das Experiment als einziges Kriterium für Wissenschaftlichkeit ab und verwies auf die Komplexität menschlicher Entwicklung, die mit rein naturwissenschaftlichen Methoden nicht erfassbar sei.

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Details

Title
Zeitgenössische Kritik an der Experimentellen Pädagogik
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Pädagogik)
Course
Die wissenschaftliche Reformpädagogik
Author
M.A. Claus Carl Jakob (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V89796
ISBN (eBook)
9783638039413
ISBN (Book)
9783638935975
Language
German
Tags
Zeitgenössische Kritik Experimentellen Pädagogik Reformpädagogik Experimentelle Pädagogik Zeitgenössische Kritik Ernst Weber Marx Lobsien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Claus Carl Jakob (Author), 2006, Zeitgenössische Kritik an der Experimentellen Pädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89796
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