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Qualifikation und Arbeitslosigkeit

Title: Qualifikation und Arbeitslosigkeit

Seminar Paper , 2004 , 29 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Diplom-Ökonom Artur Podlejski (Author)

Economics - Job market economics
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Die Entwicklung der Arbeitsmärkte in der industrialisierten Welt gehört seit geraumer Zeit zu den wichtigsten wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Problemen. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen in Deutschland und in weiten Teilen der Europäischen Union ist in den letzten 30 Jahren mit jeder Rezession sprunghaft jeweils auf ein neues Niveau angestiegen. Das nachfolgende Wirtschaftswachstum konnte die Arbeitslosigkeit jedoch nicht mehr auf ihr ursprüngliches Niveau wieder senken. Die Masse der Arbeitslosigkeit lässt sich folglich in zwei Komponenten zerlegen: Die erste Komponente der Arbeitslosigkeit ist „zyklischer Natur“ und kann folglich durch Wirtschaftswachstum abgebaut werden. Die zweite Komponente bleibt auch bei einem Wirtschaftsaufschwung bestehen und wird als „strukturelle Arbeitslosigkeit“ bezeichnet.

Vom Anstieg der strukturellen Arbeitslosigkeit seit Beginn der 80er Jahre sind allerdings nicht alle Personengruppen gleichmäßig betroffen: Denn sowohl das erreichte Niveau als auch der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist unter den geringqualifizierten Arbeitnehmern besonders ausgeprägt ausgefallen. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt hat sich für Arbeitnehmer mit einer geringen Qualifikation im Vergleich zu hochqualifizierten Arbeitnehmern systematisch und dauerhaft verschlechtert. Im Jahr 1998 lag in Deutschland die gruppenspezifische Arbeitslosenquote für Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung bei 25,8 %, während die Gruppe der Hochschulabsolventen lediglich 3,4 % verzeichnete.

Um das strukturelle Problem der Arbeitslosigkeit zu analysieren, wird im Weiteren wie folgt vorgegangen: In Kapitel 2 wird mit der Beveridge-Kurve ein allgemeines Modell zur Darstellung der strukturellen Arbeitslosigkeit vorgestellt. Aufbauend darauf wird auch auf die strukturelle Arbeitslosigkeit innerhalb der Gruppe der Geringqualifizierten eingegangen. In Kapitel 3 werden die Gründe für die veränderte qualifikatorische Struktur der Arbeitsnachfrage untersucht. Dabei wird zwischen einem „amerikanischen Szenario“ mit flexiblen Faktorpreisen und einem „kontinentaleuropäischen Szenario“ mit rigiden Lohnrelationen unterschieden. In Kapitel 4 werden im Anschluss einige wirtschaftspolitische Empfehlungen diskutiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Arbeitslosigkeit als strukturelles Problem

2. Mismatch am Arbeitsmarkt

2.1. Das Konzept der Beveridge-Kurve

2.2. Empirische Relevanz der Beveridge-Kurve

2.3. Modellerweiterung: Die qualifikationsspezifischen Beveridge-Kurven

2.4. Empirische Evidenz der qualifikationsspezifischen Beveridge-Kurven

3. Die Ursachen der veränderten qualifikatorischen Struktur der Arbeitsnachfrage

3.1. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt: USA und Kontinentaleuropa im Vergleich

3.2. Globalisierung: Die Expansion des Nord-Süd-Handels

3.2.1. „Amerikanische Perspektive“ mit flexiblen Faktorpreisen

3.2.2. „Kontinentaleuropäische Perspektive“ mit fixen relativen Löhnen

3.2.3. Empirische Evidenz

3.3. Arbeitssparender technischer Fortschritt

3.3.1. „Amerikanische Perspektive“ mit flexiblen Faktorpreisen

3.3.2. „Kontinentaleuropäische Perspektive“ mit fixen relativen Löhnen

3.3.3. Empirische Evidenz

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der strukturellen Arbeitslosigkeit unter Berücksichtigung qualifikationsspezifischer Unterschiede und der Auswirkungen globaler sowie technologischer Veränderungen auf die Arbeitsnachfragestruktur. Die Forschungsfrage widmet sich der Analyse, warum geringqualifizierte Arbeitnehmer überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen sind und welche wirtschaftspolitischen Handlungsansätze dem entgegenwirken können.

  • Analyse des Mismatch-Phänomens am Arbeitsmarkt mittels Beveridge-Kurven
  • Untersuchung der Auswirkungen von Nord-Süd-Handel (Globalisierung) auf die Beschäftigung
  • Evaluation des Einflusses von arbeitssparendem technischem Fortschritt auf verschiedene Qualifikationsgruppen
  • Kontrastierung von ökonomischen Szenarien („amerikanisches“ vs. „kontinentaleuropäisches“ Modell)
  • Diskussion wirtschaftspolitischer Strategien zur Förderung der Arbeitsmarktintegration

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt: USA und Kontinentaleuropa im Vergleich

Vergleicht man die Situation auf dem amerikanischen mit derjenigen auf dem kontinentaleuropäischen Arbeitsmarkt, dann lässt sich eine Gemeinsamkeit feststellen: Die Position der geringqualifizierten im Vergleich zur Position der qualifizierten Arbeitskräfte hat sich seit Anfang der 80er Jahre deutlich verschlechtert (Landmann/Pflüger, 1996, S.175). Während in Kontinentaleuropa die Arbeitslosigkeit unter den Geringqualifizierten stark gestiegen ist, hat sich dagegen die Lohndisparität zwischen den qualifizierten und unqualifizierten Arbeitern in den USA signifikant erhöht (OECD, 1994, S. 25). Die Verschlechterung der Lage der Geringqualifizierten - auf ganz unterschiedliche Art und Weise - wird überwiegen mit dem jeweils am Arbeitsmarkt vorherrschenden (institutionellen) Rahmenbedingungen begründet:

Das liberale Beschäftigungssystem der USA ist durch eine flexible Lohstruktur gekennzeichnet und ermöglichte in der Vergangenheit sogar einen Anstieg des Arbeitsangebotes an Geringqualifizierten, ohne einen trendmäßigen Anstieg der Arbeitslosenquote, zu absorbieren. Gleichzeit hat aber dieses „Beschäftigungswunder“ zu einem Rückgang der Reallöhne bei der Gruppe der Geringqualifizierten geführt und damit die Klasse der „working poor“ gebildet bzw. vergrößert. Demgegenüber ist der kontinentaleuropäische Arbeitsmarkt durch einen gut ausgebauten und weitaus großzügigeren Wohlfahrtsstaat, sowie durch starke Gewerkschaften charakterisiert, die ein Abdriften der relativen Löhne der Geringqualifizierten verhinderten, mit der Folgen, dass sich der Rückgang der relativen Nachfrage nach geringqualifizierten Arbeitskräften in einer steigenden Arbeitslosigkeit niederschlagen musste (Landmann/Pflüger, 1996, S. 174-175).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Arbeitslosigkeit als strukturelles Problem: Die Arbeit führt in die Problematik der strukturellen Arbeitslosigkeit ein und verdeutlicht deren ungleiche Verteilung zulasten geringqualifizierter Arbeitskräfte.

2. Mismatch am Arbeitsmarkt: Dieses Kapitel modelliert Mismatch-Arbeitslosigkeit mithilfe der Beveridge-Kurve und erweitert diese um qualifikationsspezifische Perspektiven.

3. Die Ursachen der veränderten qualifikatorischen Struktur der Arbeitsnachfrage: Die Untersuchung analysiert die Rolle von Globalisierung und technischem Fortschritt unter Differenzierung in ein amerikanisches Modell flexibler Löhne und ein kontinentaleuropäisches Modell rigider Lohnstrukturen.

4. Fazit: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und leitet wirtschaftspolitische Handlungsempfehlungen nach dem Prinzip „Fordern und fördern“ ab.

Schlüsselwörter

Strukturelle Arbeitslosigkeit, Mismatch, Beveridge-Kurve, Geringqualifizierte, Globalisierung, Nord-Süd-Handel, Technischer Fortschritt, Arbeitsnachfrage, Lohnrigidität, Humankapital, Faktorpreise, Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosenquote, USA, Kontinentaleuropa.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Ursachen und Auswirkungen der strukturellen Arbeitslosigkeit, insbesondere im Hinblick auf die Benachteiligung geringqualifizierter Arbeitnehmer in Industrieländern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Arbeitsmarktmismatch, den ökonomischen Folgen des Nord-Süd-Handels sowie den Auswirkungen des technischen Wandels auf die Arbeitsnachfragestruktur.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Gründe für den überproportionalen Anstieg der Arbeitslosigkeit unter Geringqualifizierten theoretisch zu herleiten und wirtschaftspolitische Strategien zu identifizieren, die diese Entwicklung abfedern können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Autorin stützt sich primär auf mikro- und makroökonomische Modellbildungen, insbesondere die HOS-Theorie (Heckscher-Ohlin-Samuelson), sowie eine kritische Auswertung empirischer Arbeitsmarktdaten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine modelltheoretische Darstellung der Mismatch-Problematik mittels Beveridge-Kurven und eine detaillierte Analyse externer Schocks wie Globalisierung und technologischem Fortschritt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Zentrale Begriffe sind Mismatch-Arbeitslosigkeit, Humankapitalintensität, Faktorpreisrigidität, Stolper-Samuelson-Effekt und die Unterscheidung zwischen amerikanischen und kontinentaleuropäischen Arbeitsmarktmodellen.

Wie erklärt die Arbeit den Mismatch bei Geringqualifizierten?

Neben dem globalisierungsbedingten Nachfragerückgang werden lohnbedingte Faktoren und unzureichende Arbeitsanreize durch das Zusammenspiel von Transferleistungen und Lohnabständen als wesentliche Erklärungsansätze aufgeführt.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Wirtschaftspolitik?

Die Arbeit empfiehlt einen „Fordern und fördern“-Ansatz: Eine sozialverträgliche Kürzung von Transferleistungen zur Steigerung der Arbeitsanreize bei gleichzeitigem Erhalt von Mindestlohnstrukturen und verstärkter Investition in Humankapitalbildung.

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Details

Title
Qualifikation und Arbeitslosigkeit
College
University of Hohenheim
Grade
1,3
Author
Diplom-Ökonom Artur Podlejski (Author)
Publication Year
2004
Pages
29
Catalog Number
V89852
ISBN (eBook)
9783638035507
Language
German
Tags
Qualifikation Arbeitslosigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Ökonom Artur Podlejski (Author), 2004, Qualifikation und Arbeitslosigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89852
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