Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Genres

Emilia Galotti - Neuere Ansichten zum bürgerlichen Trauerspiel

Title: Emilia Galotti - Neuere Ansichten zum bürgerlichen Trauerspiel

Term Paper , 2006 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Kirstin Kannwischer (Author)

German Studies - Genres
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

[...] Zum bürgerlichen Trauerspiel liegen unterschiedliche Ansichten vor, so dass die Forschung dieser Gattung recht umfassend ist, jedoch, gemäß der üblichen Definition, auf das 18. Jahrhundert begrenzt ist. Die Auffassungen über das bürgerliche Trauerspiel haben sich im Laufe der letzten dreißig bis vierzig Jahre geändert und sollen in der vorliegenden Arbeit thematisiert werden, wobei der Schwerpunkt jedoch auf der aktuelleren Ansichtsweise zu dieser Gattung liegt. Die Diskussion um das bürgerliche Trauerspiel kann jedoch nur vollkommen verstanden werden kann, wenn auch die älteren Anschauungen, die vor allem aus den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts stammen, als Gegensatz zur neueren Ansicht angeführt werden. Dies soll im ersten Kapitel geschehen, wobei dort zudem auf die Situation des Bürgertums im 18. Jahrhundert eingegangen wird, da die Debatte zwischen älterer und neuerer Ansicht unter anderem mit diesem Punkt zusammenhängt. Im zweiten Kapitel sollen sowohl Gottscheds Dramaturgie als auch Lessings Mitleidsdramaturgie angeführt werden, da sie einen besonderen Einfluss auf diese Gattung ausübten. Insbesondere Lessing wird immer wieder mit dem bürgerlichen Trauerspiel in Verbindung gebracht und aus diesem Grund soll sein Werk 'Emilia Galotti' als eines der bestehenden Dramen dieser Gattung genauer untersucht und als Beispiel genommen werden, um einige Merkmale des bürgerlichen Trauerspiels zu diskutieren. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1) Neuere Ansichten zum bürgerlichen Trauerspiel

1.1 Entstehung und Entwicklung des bürgerlichen Trauerspiels

1.2 Der wesentliche Unterschied zur älteren Ansicht

1.2.1 Das Bürgertum im 18. Jahrhundert

2) Gattungstheorien in Hinsicht auf das bürgerliche Trauerspiel

2.1 Gottscheds Dramaturgie als Vorläufer des bürgerlichen Trauerspiels

2.2 Lessings Mitleidsdramaturgie

3) Merkmale des bürgerlichen Trauerspiels

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und die Forschungsgeschichte des bürgerlichen Trauerspiels im 18. Jahrhundert, wobei der Schwerpunkt auf der kritischen Gegenüberstellung älterer sozialgeschichtlicher Ansätze und aktuellerer literaturwissenschaftlicher Interpretationen liegt. Anhand von Lessings „Emilia Galotti“ wird analysiert, inwieweit die Gattung weniger als Spiegelbild gesellschaftlicher Klassengegensätze, sondern primär als Medium zur Vermittlung bürgerlicher Moralvorstellungen zu verstehen ist.

  • Wandlung der Forschungsperspektiven auf das bürgerliche Trauerspiel
  • Die Rolle des Bürgertums und die Ständeproblematik im 18. Jahrhundert
  • Einfluss von Gottscheds Dramaturgie auf die Gattungsentwicklung
  • Lessings Mitleidsdramaturgie und die Funktion des „gemischten Helden“
  • Moralische Wertvermittlung als zentrales Gattungsmerkmal

Auszug aus dem Buch

2.2 Lessings Mitleidsdramaturgie

Lessing, der häufig als Urheber des bürgerlichen Trauerspiels in Deutschland angesehen wird, hat sich selbst vor allem in dem „Briefwechsel über das bürgerliche Trauerspiel“ über diese neue Gattung geäußert. Zu diesem privaten Briefwechsel zwischen den Freunden Lessing, Mendelssohn und Nicolai kam es zwischen 1756 und 1757.

In diesen Briefen geht Lessing unter anderem auf die Gültigkeit der bestehenden Regeln ein und stimmt im Gegensatz zu Gottsched nicht in der Einhaltung jener überein. Gottscheds Dramaturgie hinderte die Weiterentwicklung bürgerlicher Literatur durch das Festhalten an der Ständeregel und der drei Einheiten sowie durch den aristotelischen Grundsatz der Nachahmung. Aus diesem Grund bestreitet Lessing die Regeln zwar nicht, relativiert sie jedoch, so dass unter anderem die räumlichen und zeitlichen Einheiten bei Lessing an Bedeutung verlieren. Dementsprechend wird beispielsweise in Emilia Galotti das Geschehen vom Privatraum der kleinadeligen Familie in den Vorraum des Lustschlosses verlagert.

Zudem geht Lessing im Gegensatz zu Gottsched davon aus, dass die Tragödie nicht das reale Weltbild abbilde, „denn der Untergang des Guten und der Sieg des Schlechten ist das, was nach aufklärerischer Ansicht nicht der Normalfall ist und vor allem nicht sein soll.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Gattungsgeschichte des bürgerlichen Trauerspiels und Darstellung der Forschungsdifferenzen zwischen älteren marxistischen Ansätzen und aktuelleren Sichtweisen.

1) Neuere Ansichten zum bürgerlichen Trauerspiel: Analyse der Gattungsanfänge und Abgrenzung zum 17. Jahrhundert sowie Untersuchung der soziologischen Struktur des Bürgertums im 18. Jahrhundert.

2) Gattungstheorien in Hinsicht auf das bürgerliche Trauerspiel: Darstellung der theoretischen Grundlagen durch Gottscheds Theaterreform und Lessings Weiterentwicklung hin zur Mitleidsdramaturgie.

3) Merkmale des bürgerlichen Trauerspiels: Exemplarische Untersuchung der Gattungsmerkmale an Lessings „Emilia Galotti“, insbesondere im Hinblick auf das Motiv der Tugend und der moralischen Wertvermittlung.

Schluss: Zusammenfassende Reflexion über den Stellenwert von Moral und Privatsphäre im bürgerlichen Trauerspiel und die Bedeutung von Lessings Werk.

Schlüsselwörter

bürgerliches Trauerspiel, Lessing, Emilia Galotti, Aufklärung, Mitleidsdramaturgie, Bürgertum, Moralvorstellungen, Gottsched, Ständeklausel, Tugend, Literaturwissenschaft, Dramentheorie, Privatsphäre, Gattungskonventionen, 18. Jahrhundert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem bürgerlichen Trauerspiel des 18. Jahrhunderts und den Veränderungen in dessen literaturwissenschaftlicher Bewertung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Entwicklung der Gattung, das Verhältnis zwischen literarischer Darstellung und gesellschaftlicher Realität sowie die Bedeutung von Moralvorstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Verlagerung des Forschungsfokus von soziologischen Klassentheorien hin zur Bedeutung von individuellen Werten und der Privatsphäre in den Dramen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die verschiedene theoretische Ansätze und Dramenkonzeptionen kontrastiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Positionen von Gottsched und Lessing sowie die praktische Umsetzung dieser Theorien am Beispiel von „Emilia Galotti“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mitleidsdramaturgie, bürgerliches Trauerspiel, Moralvorstellungen und Aufklärung.

Inwiefern unterscheidet sich Lessings Auffassung von der Gottscheds?

Während Gottsched an rigiden Gattungsregeln und der Ständeklausel festhielt, relativierte Lessing diese Regeln zugunsten der Mitleidserregung und der Charakterzeichnung.

Welche Bedeutung hat der Tod von Emilia Galotti am Ende des Stücks?

Der Tod wird als notwendige Konsequenz der Wahrung von Tugend in einer gesellschaftlichen Realität interpretiert, in der keine andere Lösung für die Protagonisten besteht.

Warum wird das Bürgertum in neueren Ansichten anders bewertet als früher?

Neuere Ansichten gehen davon aus, dass die Stücke keine unmittelbare Abbildung der sozialen Realität sind, sondern Wunschbilder und moralische Wertvorstellungen vermitteln.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Emilia Galotti - Neuere Ansichten zum bürgerlichen Trauerspiel
College
University of Vechta  (Institut für Anglistik und Germanistik)
Course
Gesamtwekanalyse oder Einzelwerkanalyse: Lessing
Grade
1,7
Author
Kirstin Kannwischer (Author)
Publication Year
2006
Pages
14
Catalog Number
V89863
ISBN (eBook)
9783638070034
Language
German
Tags
Emilia Galotti Neuere Ansichten Trauerspiel Gesamtwekanalyse Einzelwerkanalyse Lessing
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kirstin Kannwischer (Author), 2006, Emilia Galotti - Neuere Ansichten zum bürgerlichen Trauerspiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89863
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint