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Die Zeichenarten Symptom, Ikon und Symbol bei Rudi Keller und Charles S. Peirce im Vergleich

Title: Die Zeichenarten Symptom, Ikon und Symbol bei Rudi Keller und Charles S. Peirce im Vergleich

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anke Beiler (Author)

German Studies - Linguistics
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Schon seit über 2000 Jahren beschäftigen sich die Menschen mit dem Wesen des Zeichens. „Die frühste erhaltene wissenschaftlich-philosophische Schrift zu der Frage nach dem Wesen der Zeichen ist Platons Dialog ‚Kratylos’, vermutlich aus dem Jahr 388 v.Ch.“ Diesem Dialog folgten noch viele weitere Untersuchungen und Theorien über Zeichen und deren Bedeutung, z.B. von Aristoteles, Frege, Wittgenstein oder Saussure.
Auch Rudi Keller und Charles Sanders Peirce haben sich mit Zeichen und deren Bedeutung beschäftigt. Dabei vertreten beide teils unterschiedliche Meinungen über Zeichen, aber es gibt ebenso auch Ansichten, die sie teilen.
Was sagt Keller über die Zeichenarten Symptom, Ikon und Symbol? Und wie denkt Peirce über diese Zeichen? Welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede gibt es zwischen den Ansichten von Keller und Peirce?
Diese Fragen zu beantworten ist das Ziel dieser Arbeit.
Dabei stelle ich zuerst Kellers allgemeine Meinung über Zeichen vor, bevor ich dann im Speziellen zu Symptom, Ikon und Symbol übergehe.
Auch bei Peirce stelle ich die allgemeinen Ansichten über Zeichen der Ausführung über die verschiedenen Zeichenarten voran. Dem folgt dann die Untersuchung nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden.
Die Ergebnisse dieser Arbeit beziehen sich ausschließlich auf die in dem Literaturverzeichnis angegebenen Werke. Abweichende Meinungen von Keller und Peirce in anderen Schriften konnten nicht berücksichtigt werden. Rudi Keller unterscheidet bei seiner Zeichentheorie zwischen zwei verschiedenen Perspektiven. Für Ihn gibt es zum einen die Perspektive des Interpreten, und zum anderen die Perspektive des Sprechers.
Für den Interpreten ist das Zeichen ein Hilfsmittel, um von dem unmittelbar Wahrnehmbaren auf das eben nicht unmittelbar Wahrnehmbare schließen zu können. Der Sprecher beabsichtigt umgekehrt mit seinem Zeichen den Interpreten dazu zu bringen, zu erkennen, wie er ihn beeinflussen möchte. Dazu verwendet er wahrnehmbare Dinge. Der Sprecher nutzt so die Fähigkeit des Adressaten zu interpretieren zu seinem Gunsten aus.
Für Keller heißt interpretieren, einen Schluss zu ziehen. Und diejenigen systematischen Zusammenhänge, durch die die Zeichen interpretierbar sind, nennt er die Bedeutung der Zeichen. Von diesen systematischen Zusammenhängen gibt es für Keller drei, den kausalen Zusammenhang, den assoziativen, und den regelbasierten Zusammenhang.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Zeichentheorie von Rudi Keller

2.1 Das Symptom

2.2 Das Ikon

2.3 Das Symbol

3. Zeichentheorie von Charles S. Peirce

3.1 Der Index

3.1 Das Ikon

3.3 Das Symbol

4. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den beiden Theorien

4.1 Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei den indexikalischen Zeichen

4.2 Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei den ikonischen Zeichen

4.3 Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei den symbolischen Zeichen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Zeichentheorien von Rudi Keller und Charles S. Peirce vergleichend gegenüberzustellen, um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer Auffassung der Zeichenarten Symptom, Ikon und Symbol zu erarbeiten und zu analysieren.

  • Systematische Darstellung der Zeichentheorie von Rudi Keller
  • Systematische Analyse der Zeichentheorie von Charles S. Peirce
  • Vergleichende Untersuchung der drei Hauptzeichenarten (Symptom/Index, Ikon, Symbol)
  • Gegenüberstellung der unterschiedlichen Interpretationsmethoden
  • Diskussion der Repräsentationsrelationen und deren theoretische Einordnung

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Symptom

Das Symptom ist für Keller das einfachste und älteste unter den drei Zeichen. Es ist das Einfachste, weil es einfacher ist etwas zu interpretieren, als „jemanden dazu zu bringen, eine bestimmte Interpretation zu leisten.“

Symptome werden nicht geschaffen um gedeutet zu werden, sondern sie existieren einfach. Sie werden im Gegensatz zu Ikonen und Symbolen nicht gemacht, um vom Wahrnehmbaren auf das Nicht – Offensichtliche zu schließen. Daher haben sie auch keinen Sender und keinen Empfänger. Und erst dadurch, dass sie interpretativ genutzt werden, werden sie zu Zeichen. Demnach kann alles ein Symptom sein, was von einem Interpreten zur Prämisse eines Schlusses gemacht wird. Darum ist es auch offen, wofür ein Symptom ein Symptom ist. Auch Tiere können Symptome interpretieren, wenn z.B. wie Keller ausführt, Paviane in der Steppe bestimmte Bewegungen der Grashalme als Zeichen für eine Gefahr durch Raubkatzen deuten.

Weiterhin ist Keller der Meinung, dass Symptome nicht für etwas stehen. Dies zeigt er an dem Beispiel der Krankheit Masern mit ihren typischen Flecken. „Wenn die Metapher des Stehens - für irgendwo völlig fehl am Platze ist, dann in bezug auf Symptome. Denn […] die Flecken ‚stehen’ ja nicht ‚für’ Masern, sondern sind Teil dieser Krankheit.“ So stehen die sich bewegenden Grashalme nicht für Raubkatzen die sich nähern, sondern die Raubkatzen sind die Verursacher von den Bewegungen der Grashalme. Einige weitere Beispiele für Symptome in der Kommunikation die Rudi Keller anführt sind das Erröten bei Schamhaftigkeit, das Zittern bei Angst, Tränen bei Trauer und der Dialekt als Zeichen der Herkunft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema der Zeichentheorie ein und umreißt die wissenschaftliche Fragestellung sowie das Ziel der Arbeit, die Ansichten von Keller und Peirce zu vergleichen.

2. Die Zeichentheorie von Rudi Keller: Hier wird Kellers Unterscheidung zwischen der Perspektive des Interpreten und des Sprechers dargelegt und die Einteilung der Zeichen in Symptom, Ikon und Symbol erläutert.

2.1 Das Symptom: Dieses Unterkapitel definiert Symptome als einfachste Zeichen, die nicht geschaffen, sondern interpretativ genutzt werden und auf kausalen Zusammenhängen basieren.

2.2 Das Ikon: Hier wird die Rolle des Ikons als absichtlich geschaffenes Zeichen behandelt, das durch Assoziation wirkt und dessen Auslegung stark kontextabhängig ist.

2.3 Das Symbol: Dieses Kapitel erläutert Symbole als regelbasierte Zeichen, deren Bedeutung in der Gebrauchsregel liegt und die eine sichere Interpretation ermöglichen.

3. Zeichentheorie von Charles S. Peirce: Dieses Kapitel stellt Peirce’ dreistellige Beziehung (Repräsentamen, Objekt, Interpretant) und seine Klassifizierung in Index, Ikon und Symbol vor.

3.1 Der Index: Hier wird der Index als Zeichen definiert, das in einer realen, natürlichen Beziehung zu seinem Objekt steht und durch Zufall oder Kausalität wirkt.

3.1 Das Ikon: Dieses Kapitel beschreibt das Ikon als ein auf Ähnlichkeit oder Analogie basierendes Zeichen, das unabhängig von der Existenz seines Objekts eine Idee darstellen kann.

3.3 Das Symbol: Hier wird das Symbol als das „einzige echte Zeichen“ bei Peirce definiert, das auf Konventionen und Gesetzmäßigkeiten beruht.

4. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den beiden Theorien: In diesem Kapitel werden die theoretischen Ansätze direkt gegenübergestellt und die Differenzen in der Interpretation sowie der Zeichennatur herausgearbeitet.

4.1 Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei den indexikalischen Zeichen: Analyse der grundlegend verschiedenen Konzepte von Symptom (Keller) und Index (Peirce) in Bezug auf Intentionalität und Interpretation.

4.2 Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei den ikonischen Zeichen: Untersuchung der Gemeinsamkeiten in der Assoziationslogik gegenüber den Unterschieden in der Definition als „echtes“ oder „entartetes“ Zeichen.

4.3 Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei den symbolischen Zeichen: Vergleich der Auffassungen von Regelgeleitetheit und der notwendigen Interpretation für die Zeichenexistenz.

5. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Unterschiede zusammen, insbesondere den grundlegenden Kontrast zwischen Kellers schlussorientierter Theorie und Peirce’ repräsentationistischem Ansatz.

Schlüsselwörter

Zeichentheorie, Rudi Keller, Charles S. Peirce, Symptom, Ikon, Symbol, Index, Semiotik, Interpretation, Kausales Schließen, Assoziation, Gebrauchsregel, Repräsentation, Zeichen, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einem vergleichenden Überblick über die Zeichentheorien von Rudi Keller und Charles S. Peirce mit Fokus auf die drei Zeichenarten Symptom/Index, Ikon und Symbol.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Definitionen und Interpretationsweisen von Zeichen, die Frage der Intentionalität bei der Zeichennutzung sowie die strukturelle Unterscheidung von Symptomen, Ikonen und Symbolen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den theoretischen Ansätzen von Keller und Peirce systematisch herauszuarbeiten, insbesondere in Bezug auf die Art und Weise, wie die Zeichen interpretiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Methode (Vergleich), bei der die jeweiligen Zeichentheorien anhand ausgewählter Kriterien systematisch gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Theorie von Keller, die Vorstellung der Theorie von Peirce sowie die anschließende analytische Gegenüberstellung der drei Zeichenarten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Zeichentheorie, Symptom, Index, Ikon, Symbol, Interpretation, Kausalität und Arbitrarität.

Wie unterscheidet sich Kellers Symptombegriff von Peirce' Index?

Bei Keller wird das Symptom erst durch den Akt der Interpretation zum Zeichen, während der Index bei Peirce auch unabhängig von der tatsächlichen Interpretation in einer realen Verbindung zum Objekt steht.

Warum hält Rudi Keller das Symbol nicht für ein beliebiges Zeichen?

Keller argumentiert, dass eine rein arbiträre Beliebigkeit keine Schlussfolgerungen zuließe; stattdessen betont er die Bedeutung von Gebrauchsregeln, die eine spezifische Interpretation erst ermöglichen.

Was kritisiert Keller an der Repräsentationsrelation von Peirce?

Keller kritisiert, dass Peirce’ Relationen als inhomogen betrachtet werden müssen und nicht auf derselben Ebene liegen, zudem lehnt er die Vorstellung ab, dass Zeichen nur „für etwas stehen“, da sie primär Schlüsse ermöglichen.

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Details

Title
Die Zeichenarten Symptom, Ikon und Symbol bei Rudi Keller und Charles S. Peirce im Vergleich
College
University of Mannheim
Course
Zeichentheorie
Grade
1,7
Author
Anke Beiler (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V89951
ISBN (eBook)
9783638041430
ISBN (Book)
9783638938945
Language
German
Tags
Zeichenarten Symptom Ikon Symbol Rudi Keller Charles Peirce Vergleich Zeichentheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anke Beiler (Author), 2005, Die Zeichenarten Symptom, Ikon und Symbol bei Rudi Keller und Charles S. Peirce im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89951
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