Jedes Unternehmen möchte sich langfristig und erfolgreich mit seinen angebotenen Produkten und Dienstleistungen am Markt positionieren. Vor allem bei Geschäftsgründungen ist dafür neben einer guten Geschäftsidee auch eine passende Wettbewerbsstrategie essenziell, die auf Basis der heutigen digitalen Möglichkeiten angewandt und kommuniziert werden kann. Eine gut durchdachte Positionierung und Ausführung der Wettbewerbsstrategie ist für Start-Ups von zentraler Bedeutung, um nachhaltige Wettbewerbsvorteile realisieren zu können.
Der Schwerpunkt der vorliegenden Abschlussarbeit liegt daher auf der Entwicklung und Realisierung generischer als auch hybrider Wettbewerbsstrategien im digitalen Zeitalter. Am Praxisbeispiel eines Start-Ups wird zudem die Anwendung einer ausgewählten Strategie aufgezeigt. Das Start-Up ist die Klippenziege GmbH aus Düsseldorf, die im Jahr 2016 einen Gin auf den Markt gebracht hat und diesen mittels einer ausgewählten Strategie zu einem regional erfolgreichen Produkt machen konnte.
Zu den Strategien zählen zunächst die generischen Wettbewerbsstrategien von Michael E. Porter, die ein Unternehmen verfolgen sollte, um erfolgreicher als seine Mitbewerber zu sein. Demnach sollten Unternehmen anstreben, kostengünstiger als die Konkurrenz zu arbeiten, sich unter anderem durch Innovationen oder Qualität von anderen abzuheben oder sich auf eine Nische zu fokussieren. Dabei geht Porter davon aus, dass nur in Ausnahmefällen mehr als eine der Strategien verfolgt werden sollte. Im Gegensatz zu den generischen Wettbewerbsstrategien gehen die hybriden Wettbewerbsstrategien davon aus, dass sich die einzelnen Ansätze erfolgreich miteinander verknüpfen lassen. Unterschieden werden dabei die simultane, die sequentielle und die multilokale Strategie, die Unternehmen dabei unterstützen sollen, sich im Markt zu behaupten.
Die Frage nach der passenden Strategie unter Berücksichtigung des digitalen Wandels muss sich jedes Start-Up stellen, das sich erfolgreich im Markt aufstellen möchte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Wettbewerbsstrategien
2.1.1 Generische Wettbewerbsstrategien
2.1.2 Hybride Wettbewerbsstrategien
2.1.3 Entwicklung und Realisierung einer Strategie
2.2 Digitaler Wandel
2.2.1 Digitalisierung
2.2.2 Digitale Transformation
2.2.3 Veränderung der Wertschöpfungskette
2.3 Unternehmensgründung
2.3.1 Definition Start-Up
2.3.2 Methode Lean Start-Up
2.3.3 Herausforderungen durch den digitalen Wandel
3 Bausteine eines Businessplans
3.1 Executive Summary
3.2 Geschäftsidee
3.3 Zielgruppe
3.4 Markt & Wettbewerb
3.5 Marketing & Vertrieb
3.6 Wahl der Rechtsform
3.7 SWOT-Analyse
3.8 Finanzierung
4 Phasen von Start-Ups
4.1 Vorgründungsphase
4.2 Gründungsphase
4.3 Wachstumsphase
5 Praxisbeispiel Klippenziege GmbH
5.1 Vorstellung des Unternehmens
5.2 Digitale Prozesse im Unternehmen
5.3 Auswahl und Umsetzung der Strategie
5.4 Werbemaßnahmen
5.5 Vertriebsaktivitäten
5.6 Controlling-Maßnahmen
5.7 Wirtschaftlichkeitsrechnung
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Umsetzung von Wettbewerbsstrategien für Start-Ups im digitalen Zeitalter. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie junge Unternehmen durch den gezielten Einsatz digitaler Medien und methodisch fundierter Geschäftsplanung nachhaltige Wettbewerbsvorteile erzielen und sich erfolgreich am Markt positionieren können.
- Generische und hybride Wettbewerbsstrategien nach Porter und deren Anwendung
- Einfluss des digitalen Wandels auf Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle
- Lean Start-Up Methode als Grundlage für effiziente Unternehmensgründungen
- Strukturierung und Bedeutung eines professionellen Businessplans
- Praxisnahe Anwendung von Strategie, Marketing und Controlling am Beispiel der Klippenziege GmbH
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Generische Wettbewerbsstrategien
Die Frage nach der richtigen Strategie eines Unternehmens bzw. Start-Ups ist entscheidend für den zukünftigen Unternehmenserfolg. Nach Michael E. Porter können drei Grundstrategien voneinander unterschieden werden, die auch generische Strategien genannt werden. Generisch bedeutet dabei, dass unabhängig von der Branche oder des Produktportfolios, diese Strategien auf jedes Unternehmen übertragen und angewandt werden können. Im Einzelnen sind dies die Strategien der umfassenden Kostenführerschaft, der Differenzierung und der Konzentration auf Schwerpunkte bzw. Fokussierung.
Bei der Strategie der umfassenden Kostenführerschaft wird darauf abgezielt, der preisgünstigste Wettbewerber zu sein und durch den niedrigen Preis ein Alleinstellungsmerkmal zu erzeugen. Die Kostenführerschaft zu erlangen, erfordert Maßnahmen wie den Aufbau von Produktionsanlagen effizienter Größe, die Kontrolle von variablen Kosten und Gemeinkosten oder auch die Kostenminimierung in Forschung und Entwicklung, wobei die Qualität der Produkte und der Service nicht vernachlässigt werden dürfen.
Um die Kostenführerschaft realisieren zu können, bedarf es eines weitgehend homogenen Produkts, sodass der Preis der primäre Grund für die Kaufentscheidung des Kunden ist. Nach Porter darf es demnach je Branche nur einen Kostenführer geben, jedoch zeigt die Erfahrung, dass in der Regel mehrere Unternehmen einer Branche ähnliche Strukturen der Kosten und damit auch der Preise aufzeigen.
Risikoreich an der Kostenführerschaft ist, dass das Unternehmen stets in moderne Ausrüstungen investieren, alte Anlagen aussondern und technologische Verbesserungen stets verfolgen muss, um seine Position am Markt aufrecht zu erhalten. Als Beispiele für diese Wettbewerbsstrategie sind ALDI oder LIDL zu nennen, bei denen der Preis das zentrale Kaufkriterium für den Kunden ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz der Strategieentwicklung für Start-Ups und Vorstellung des Praxisbeispiels Klippenziege GmbH.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung von Wettbewerbsstrategien, den Auswirkungen des digitalen Wandels und den theoretischen Aspekten einer Unternehmensgründung.
3 Bausteine eines Businessplans: Detaillierte Darstellung der notwendigen Elemente eines Businessplans von der Geschäftsidee bis zur Finanzierung.
4 Phasen von Start-Ups: Beschreibung der drei wesentlichen Phasen Vorgründung, Gründung und Wachstum eines jungen Unternehmens.
5 Praxisbeispiel Klippenziege GmbH: Konkrete Anwendung der theoretischen Konzepte auf ein reales Start-Up im Bereich der Spirituosenherstellung.
6 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Notwendigkeit strategischer Planung und digitaler Kompetenz für das langfristige Überleben von Start-Ups.
Schlüsselwörter
Wettbewerbsstrategie, Start-Up, Digitalisierung, Digitale Transformation, Businessplan, Lean Start-Up, Kostenführerschaft, Differenzierung, Marktpositionierung, Unternehmenserfolg, Wertschöpfungskette, Controlling, Klippenziege GmbH, Existenzgründung, Entrepreneurship.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der strategischen Ausrichtung von Start-Ups im deutschen Markt unter Berücksichtigung der Herausforderungen und Möglichkeiten durch die fortschreitende Digitalisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf Wettbewerbsstrategien, der digitalen Transformation, der Anwendung der Lean-Start-Up-Methode sowie der Erstellung eines fundierten Businessplans.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Gründern aufzuzeigen, wie sie durch strategische Planung und den Einsatz digitaler Tools wettbewerbsfähig bleiben und ihre Erfolgschancen steigern können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden Literaturanalysen zu den Themen Strategisches Management und Unternehmertum mit einer Fallstudie (Praxisbeispiel Klippenziege GmbH) kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Bausteine eines Businessplans, die Phasen einer Unternehmensgründung sowie die praktische Anwendung dieser Konzepte an der Klippenziege GmbH.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Wettbewerbsvorteil, Digitale Transformation, Businessplanung, Lean Start-Up und Start-Up Management beschreiben.
Warum ist das Praxisbeispiel Klippenziege GmbH gewählt worden?
Es dient als anschauliches Beispiel dafür, wie ein kleines Unternehmen mit begrenzten Ressourcen durch eine gezielte Differenzierungsstrategie und den Einsatz digitaler Marketingmaßnahmen in einem gesättigten Markt erfolgreich agieren kann.
Wie spielt das Controlling eine Rolle bei der Klippenziege GmbH?
Da kein professionelles Controlling-Personal vorhanden ist, übernimmt die Geschäftsführung die Kontrolle mittels regelmäßiger betriebswirtschaftlicher Auswertungen und Kennzahlen (z.B. Google Ads Performance), um die Zielerreichung zu sichern.
- Citar trabajo
- David Höhnke (Autor), 2020, Strategieentwicklung und Strategierealisierung im digitalen Zeitalter für Start-Ups in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/899520