Authentizität und Inszenierung in der Reality TV-Show "Der Bachelor"


Seminararbeit, 2020

17 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkiirzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Gliederung der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definitionen und Abgrenzungen der fiir die Arbeit bedeutsame
Begriffe zu Reality-TV
2.2 Die Gestaltungsstrategien des Reality TVs
2.3 Manipulationstheorie
2.4 Was Menschen zum Handeln bringt (praktischen Syllogismus)
2.4 Manipulationstechniken bei Kandidatinnen des Formats Bachelors auf Basis ausgewli.hlter Kommunikationstheorien

3. Die Reality-Tv- Show: "Der Bachelor"
3.1 Idee der Sendung
3.2 Produktionsablauf der Sendung

4. Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abki.irzungsverzeichnis

a. a. 0. =am angegebenen Ort

Bd. =Band (z.B bei mehrbiindigen Lexika)

d. h. = das heillt

ebd. = ebenda (bei mehrmaligem Zitieren derselben Seite)

f. = die angegebene und die folgende Seite

ff. = die angegebene und die heiden folgenden Seiten

Hrsg. = Herausgeber

hrsg. v. = herausgegeben von vgl. = vergleiche

z. B. = zum Beispiel

1. Einleitung

Die gegenwiirtige Produktion prorninenter Personlichkeiten durch Reality- Tv Formate verdeutlicht den in Deutschland zu beobachtenden korrelativen Zusarnrnenhang zwischen Narzissmus und Sensationsgeilheit (Eiserbeck, 2016). Es lassen sich manipulative Prozesse von Kandidaten bzw. eine stereotypische Auswahl von Kandidaten feststellen. Offentliche Debatten, iiber die Erschaffung eines frauenfeindlichen Bildes lieB die Intention des Bachelor-Formats ,Man fmdet, die wahre Liebe" wiihrend der Ausstrahlung der Show zunehrnend in den Hintergrund geraten.

Statt des Entstehens einer rornantischen Stinunung, haben wir es mit Diskussionen zu tun, deren Gegenstand die Bildung von polarisierenden Personlichkeiten innerhalb der Kandidaten Gruppe sind. Obwohl dieses Phiinomen, des Aufeinandertreffens von unterschiedlichen Stereotypen mit unterschiedlichen Hintergriinden und Zielen, ein oftmals in der Realitiit vorkommendes Ereignis repriisentiert, zeigt es die Herausforderung des Verhaltens in extremen Situationen. Aus verhaltenspsychologischer Sicht sind daher von vornherein Mallnahrnen zu treffen, die das Aufueten von Konfliktsituationen verhindem. Genau genommen gilt es einen Konsens zu fmden, der sowohl Rezipienten, Produzenten und Teilnehrner zufrieden stellt (Fuchs, 2017).

Individuen rniissen sich mehr denn je vor dem Hintergrund von manipulativen Strategien die Frage stellen, ob sie sich durch eine bestimmte Beeinflussung, ein bestinuntes Verhalten gezeigt haben und ob das eigene Verhalten dadurch inszeniert oder real ist. Dies gilt in erster Linie fiir die Kandidaten des Forrnats ,der Bachelor", die Feldexperiment iihnlichen Bedingungen ausgesetzt sind. Sie Ieben als Kollektiv in einer inszenierten ,Welt", verfolgen jedoch jeweils ein selbstbezogenes Ziel, im Alleingang. Das Ziel einer jeden Kandidatin kann von unterschiedlicher Natur sein, z. B. das Erreichen eines Prominenten-Status und das darnit verbundene Ziel monetiirer Natur, was die Moglichkeit einer hiiheren Entlohnung mit sich bringt. Die Tatsache, dass von dem monetiiren Beispiel sowohl die Produktionsfllllla und der Sender (steigende Einschaltquoten und dadurch Einnahrnen) als auch die Kandidaten (Jobauftriige durch wachsende Beriihrntheit) profitieren, liisst aile auf das gemeinsames Vorhaben eine unterhaltsame Show zu produzieren hinarbeiten. Damit dieses Ziel von Erfolg gepragt ist, bedarf es innerhalb der Produktion des Fonnats unterschiedliche ,Mittelsmii.nner", dessen Einsatz innerhalb der Kandidaten Gruppe stattfmdet. Diese beeinflussen den Grad des Unterhaltungs Erfolges einer Staffel: ,der Bachelor" (Bunte, Redaktion, 2018).

1.1 Relevanz des Themas

Individuen miissen sich mehr denn je vor dem Hintergrund manipulativer Strategien die Frage stellen, ob sie aufgrund einer bestinnnten Beeinflussung, ein bestinnntes Verhalten gezeigt haben und ob das eigene Verhalten dadurch inszeniert oder realist. Dies gilt in erster Linie fiir die Kandidaten des Fonnats ,der Bachelor'', die Feldexperiment iihnlichen Bedingungen ausgesetzt sind. Sie Ieben als Kollektiv in einer inszenierten ,Welt", verfolgen jedoch jeweils ein selbstbezogenes Ziel, im Alleingang. Das Ziel einer jeden Kandidatin kann von unterschiedlicher Natur sein, z. B. das erreichen eines Prominenten-Status und das damit verbundene Ziel monetii.rer Natur, was die Moglichkeit einer hoheren Entlohnung. Die Tatsache, dass von dem monetaren Beispiel sowohl die Produktionsfrrma und der Sender (steigende Einschaltquoten und dadurch Einnahmen) als auch die Kandidaten (Jobauftriige durch wachsende Beriihmtbeit) profitieren, liisst aile auf das gemeinsames Vorhaben eine unterhaltsame Show zu produzieren hinsrbeiten. Damit dieses Ziel von Erfolg geprii.gt ist, bedarf es innerhalb der Produktion des Fonnats unterschiedliche ,Mittelsmii.nner", dessen Einsatz innerhalb der Kaodidaten Gruppe stattfmdet. Diese beeinflussen den Grad des Unterhaltungs Erfolges einer Staffel: ,der Bachelor''.

Die nachfolgende Hausarbeit ist eine durch Theorie sowie Praxis geprii.gte Arbeit, die sich der Frage widmet: ,Wie vie! Realitat steckt in einer Femsehproduktion des Fonnats: Der Bachelor?" Abgesehen von unterschiedlichen Theorien der Nutzen- und Nachfrage Prozesse, die einer Betrachtung zu unterziehen sind, findet eine Analyse statt, welche der Frage nach moralisch- und etbischen Werten der Funktion des ,Realisators" in der Produktion von Reality-TV- Shows nachgeht. Dieser analytische Versuch ermoglicht einen Abgleich in Bezug auf die Wirkung von Rezipienten und die inszenierte Wirklichkeit des Produktionsteams. AuBerdem bietet sich die Gelegenheit der Reflexion, ob auf Basis des kategorischen Imperativs nach Kant die verfolgten Wunschvorstellungen zur Erreichung cines fairen Verhaltens untereinander stattfmdet.

Die nachfolgende Arbeit zeigt einige Gri.inde auf, die fiir ehemalige Kandidaten Probleme in alltiiglichen Situationen darstellen konnen. Hierzu ziihlen allgemeine Zufriedenheit aber auch lntragruppenkonflikte innerhalb der Peergroup und Anfeindungen durch soziale Medien.

1.2 Gliederung der Arbeit

Der Aufbau dieser Hausarbeit liisst sich in thematisch abgegrenzte Kapitel gliedem. Der Beginn des zweiten Kapitels stellt die Grundlagen, insbesondere die wichtigsten Definitionen und Gestaltungsstrategien des Reality-TVs, vor. Hierbei erfolgt eine Auswahl der relevanten behavioristischen Theorien, die in Relation zum Phiinomen Castingshow und deren Erkennungszeichen gesetzt sind. Dies ist von Relevanz fiir die spiitere Beantwortung der Forschungsfrage, sowie die Veriflzierung oder Falsiflzieren der aufgestellten Thesen.

In Kapitel drei erfolgt die detaillierte Beschreibung der Konzeption des Formats ,der Bachelor"., die unter Beriicksichtigung des aktuellen Wissenschaftsstand von Manipulationstechniken bestimmt und bewertet wird. Im Fokus des vierten Kapitels stehen die relevanten Theorien zur Untersuchung des Reality TV- Formats: "der Bachelor". Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusarnmenhang die in Kapitel flinf angewandte Analyse einer inszenierten Wirklichkeit. Die Arbeit schlieBt in Kapitel sechs mit einer Zusarnmenfassung der Ergebnisse und liisst einen Ausblick anschlieBen.

2. Theoretische Grundlagen

Wie bereits erliiutert erweist sich der Job bzw. die Aufgabe emes Realisators entscheidend fiir die Auswirkungen der Verhaltensweisen der einzelnen Kandidaten. Abgesehen von der klassischen Defmition einer Reality-TV- Sendung sind die unterschiedlichen Gemes, Verortungen und Gestaltungsstrategien zu beleuchten. Zu den fiir diese Arbeit bedeutsamen Begriffen gehiirt neben den ausgewiihlten Defmitionen eine Auswahl der relevanten behavioristischen Theorien.

2.1 Definitionen und Abgrenzungen der fiir die Arbeit bedeutsame Begriffe zu Reality-TV

Eine Reality- Show liefert ein Abbild von Lebenswirklichkeiten, d.h es wird eine Lebenswirklichkeit vorgetiiuscht, die emotionalisierte Perspektiven auf die Umwelt iibermittelt. Mittels der traditionellen Hi:ihepunkt Dramaturgic wird eine reale Geschichte flktional bearbeitet (bpb.de).

In Abgrenzung dazu versteht sich die Kategorie "Scripted Reality". Durch Laiendarsteller und holprigen Alltagsdialogen wird auf dokumentarische Art und Weise eine fiktionale Sendung produziert (bpb.de).

2.2 Die Gestaltungsstrategien des Reality TVs

Laut den Psychologen Bente und Fromm (1997) charakterisiert sich eine Reality­ TV-Show durch sechs wesentliche Merkmale. So bildet eine wahre Geschichte den Kern, doch erst durch Nicht-Prominente, Personalisierung, Intimisierung, Emotionalisierung, Stereotypisierung und Drarnatisierung fiihlt sich der Rezipient ausreichend unterhalten (vgl. Bente& Fromm, 1997, S.13fi). Im folgenden werden die einzelnen Merkmale verdeutlicht.

Nach LUcke (2002) ist ems der Wichtigsten Charakteristiken, der Nicht-Prominentenstatus der Protagonisten. Speziell die Identifizierung mit einem norma/en bzw. nicht Prorninenten fungiert als Ameiz fiir die Zuschauer (vgl. Liicke, 2002, S.53).

Das Fokussieren auf ein Einzelschicksale (Personalisieren) wie z.B Schicksalschliige beko=t nicht nur rnehr Aufmerksamkeit, sondem erschafft eine gewisse Betroffenheit bei den Rezipienten (vgl. Wegner, 1994, S.54). Fiir den Zuschauer wirkt die Personalisierung nicht nur realer, sondern erzeugt eine Glaubhaftigkeit und emotionale Nilhe (vgl.Wegener, 1994, S.55fi).

Dem schlieBt sich die Emotionalisierung an. Jede Emotion, ob Freude, Wut oder Trauer wird von den Kandidaten aufgezeichnet und durch dramatische Musik oder hiiufiger Wiederholung den Rezipienten zur Verfiigung gestellt (vgl. Lucke, 2002, S.54f).

Und auch die Intimisierung spielt dort eine Rolle. Durch das Preisgeben von Informationen aus der Privatsphlire, riickt die Kandidatin in den offentlichen Mittelpunkt und gibt den Zuschauem durch die thematisierung der privaten Angelegenheiten eine gewisse Orientierungsfunktion(vgl. Klaus & Lucke, 2003, S.209). Die oberfllichliche Darstellung einer Charakterseite von einer Kandidatin untersti.itzt das Element der Emotionalisierung. Ziele des Merkmals sind: Klischees, Stereotypen und bekannte Handlungsabliiufe (vgl. Wegner, 1994, 77f).

Wie bereits in der Einleitung angeschnitten, spielt die Dramaturgie in Reality TV-Shows eine bedeutsame Rolle. Denn durch die Inszenierungsstrategien solien Vorfalle und Ereignisse spannender wirken. Anhand technischer Mittel wie z.b Schnitt, Hintergrundmusik oder auch einen Szenenwechsel bekommt die Show einen Spannungsbogen und dient mitunter als eines der Wichtigsten Inszenierungsmittel (vgl. Klaus & Lucke, 2003, S.210).

2.3 Manipulationstheorie

"Manipulation als eine Form der Einflussnalune zu verstehen ist, die sich dadurch auszeichnet, dass der Manipulator jemanden eine Wahl treffen liisst, die dem Manipulierten trotz der zugrundeliegenden Manipulation dennoch als freie Wahl erscheint. Ein Einflussnahme geschieht durch die aktive Veriinderung der affektiven Anziehungskraft von bestinunten Zwecken oder Modiflkation eines Handlungskontextes, der so Zwecke in einem affektiven Sinne angenehmer/unangenehmer erscheinen liisst und damit die nahegelegte Wahl attraktiver/unattraktiver macht und ihre Wahrscheinlichkeit erhoht/verringert." (Fischer, 2017, s.27ff.)

2.4 Was Menschen zum Handeln bringt (praktischen Syllogismus)

Nach Aristoteles in Nikomachischen Ehtik (III.5) wird unsere Handlungsleitung daher bestinunt, ob wir etwas Gutes in dem Zwecke der Zielsetzung sehen. Um nun eine Person auf eine bestimmte Art und Weise handeln zu lassen, lii.sst sich auf Basis des praktischen Syllogismus bzw. des "Pleasure- Ends-Modells" die Manipulation charakteristisch zu erklii.ren. So gibt es drei wesentliche Griinde, warum Menschen sich manipulieren lassen (vgl. Fischer, 2017, S.75ff.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Authentizität und Inszenierung in der Reality TV-Show "Der Bachelor"
Hochschule
Hochschule Offenburg
Note
1.0
Autor
Jahr
2020
Seiten
17
Katalognummer
V899601
ISBN (eBook)
9783346183170
ISBN (Buch)
9783346183187
Sprache
Deutsch
Schlagworte
authentizität, bachelor, inszenierung, reality, tv-show
Arbeit zitieren
Victoria-Katharina Schnadt (Autor:in), 2020, Authentizität und Inszenierung in der Reality TV-Show "Der Bachelor", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/899601

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