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Lobbyismus im Bundestag. Ein Überblick zu Definition und aktueller Lage

Title: Lobbyismus im Bundestag. Ein Überblick zu Definition und aktueller Lage

Seminar Paper , 2020 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Moritz Lingen (Author)

Law - Public Law / Administrative Law
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Im Mittelpunkt der Arbeit steht das Problem der mangelnden Transparenz, welches sowohl von Politik- als auch Rechtswissenschaften benannt wird. Sowohl für die Öffentlichkeit als auch für Wissenschaft und Justiz sind Prozesse des Lobbyings nur schwer oder gar nicht nachvollziehbar, weshalb eine eindeutige Einordnung in legitimes Handeln einerseits oder kriminelles Handeln andererseits praktisch oft nicht möglich ist.

Der Begriff des "Lobbyismus" eröffnet dabei ein schier endloses Feld der wissenschaftlichen Publikationen, Meinungen und Presseartikel und ist Gegenstand kontroverser Diskussionen. Verschiedene Disziplinen der Wissenschaft befassen sich mit Lobbyismus, allen voran die Politikwissenschaften und die Rechtswissenschaften. Die vorliegende Arbeit behandelt Lobbyismus in Deutschland bzw. im Deutschen Bundestag. Dabei soll ein Überblick über politik- und rechtswissenschaftliche Aspekte gegeben werden.

Hierzu wird zunächst eine Definition des Begriffs „Lobbyismus“ vorgenommen und dieser von anderen Begriffen abgegrenzt. So wird erklärt, was unter Lobbying und Interessenvertretung zu verstehen ist, und dass diese beiden Begriffe zwar miteinander verbunden sind, jedoch nicht exakt dasselbe bezeichnen. Es wird dargelegt, wer Akteure und Adressaten von Lobbyismus sind und das Verhältnis zwischen Lobbyismus und Korruption, welche scharf voneinander zu trennen sind, erläutert. Im Anschluss werden Vorteile und Problemfelder des Lobbyismus beleuchtet. Hierbei wird zunächst die öffentliche Wahrnehmung von Lobbyismus dargestellt. Im Anschluss wird anhand ausgewählter Publikationen ein Überblick über den Forschungsstand der Politikwissenschaften vermittelt.

Schließlich wird die aktuelle Rechtslage zum Lobbyismus in Deutschland skizziert. Dabei steht zunächst der verfassungsrechtliche Kontext zur Rolle von Interessenverbänden im Fokus. Danach wird auf die Rolle des einzelnen Bundestagsabgeordneten eingegangen. Die hierbei relevanten Quellen sind v.a. Art. 38 des Grundgesetzes, das Abgeordnetengesetz des Deutschen Bundestages sowie das Strafgesetzbuch.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Lobbyismus?

2.1 Lobbying und Interessenvertretung

2.2 Akteure

2.3 Adressaten

2.4 Lobbying und Korruption

3. Problemfelder und Vorteile des Lobbyismus

3.1 Öffentliche Wahrnehmung von Lobbyismus

3.2 Wissenschaftliche Betrachtung

3.2.1 Demokratie braucht Lobbying: Vorteile und Herausforderungen von Lobbyismus

3.2.3 Lobbyismus als Schattenpolitik

4. Rechtslage

4.1 § 44a AbgG

4.2 § 108e StGB

5. Zusammenfassung/Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Lobbyismus im Deutschen Bundestag mit dem Ziel, einen Überblick über politik- und rechtswissenschaftliche Aspekte zu geben. Im Zentrum steht die kritische Analyse der mangelnden Transparenz sowie die Abgrenzung von legitimer Interessenvertretung und krimineller Einflussnahme.

  • Grundlagen und Definition von Lobbyismus und Interessenvertretung
  • Die Rolle der Akteure und Adressaten im politischen Prozess
  • Wissenschaftliche Bewertung von Vorteilen und Problemfeldern
  • Rechtlicher Rahmen und Regelungen wie § 44a AbgG und § 108e StGB
  • Herausforderungen an Transparenz und demokratische Integrität

Auszug aus dem Buch

3.2.3 Lobbyismus als Schattenpolitik

Die Politikwissenschaftler Ulrich von Alemann und Florian Eckert unterteilen Lobbyismus in ihrem 2006 in „Aus Politik und Zeitgeschichte“ (APuZ) erschienenen Artikel „Lobbyismus als Schattenpolitik“ in drei verschiedene Kennfelder. Zunächst existiere (zumindest formell) ein Hellfeld, oder „Weißer Sektor“, auf dem Interessenpolitik ein vollkommen legitimer und durch das Grundsetz geschützter Faktor der parlamentarischen Demokratie ist. Ganz im Geiste liberaler und pluralistischer Gesellschaftstheorien ergibt sich das Allgemeinwohl a posteriori aus der Konkurrenz der Einzelinteressen, nicht a priori aus dem Staat als Garanten des Gemeinwohls. In diesem Sinne ist die Pluralität von Interessen und deren Vertretung durch entsprechende Akteure im Rahmen von Konflikten und Konsensbildung nicht nur legitim, sondern sogar zwingend erforderlich für das Zustandekommen eines Gemeinwohls. Hierin liegt ein wichtiges Kriterium zur Abgrenzung der Demokratie von autokratischen Regierungssystemen, in denen der Staat ein Interessenmonopol besitzt und somit das Gemeinwohl zentral formuliert.

Dem weißen Sektor steht der sog. „Schwarze Sektor“ gegenüber, auf dem Einflussnahme in Form von kriminellem Handeln stattfindet. Hierbei ist die Handlungsmotivation „eine Nutzenmaximierung gegenüber normgeleitetem Agieren im öffentlichen Raum“. Das für demokratische Politik charakteristische egalitäre Prinzip – also der Grundsatz, dass kein Interesse den anderen gegenüber bevorzugt wird – wird hierbei umgangen. Dem schwarzen Sektor gehören vor allem Fälle der Parteien- und Politikfinanzierung an, die gegen Gesetze verstoßen. Der oben bereits erwähnte Fall des Waffenhändlers Karl-Heinz Schreiber kann als klassisches Beispiel für Korruption und somit des schwarzen Sektors des Lobbyismus genannt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Lobbyismus im Deutschen Bundestag ein und erläutert die wissenschaftliche Relevanz sowie das Ziel der Arbeit, politik- und rechtswissenschaftliche Aspekte zu beleuchten.

2. Was ist Lobbyismus?: Dieses Kapitel definiert Lobbyismus sowie angrenzende Begriffe, grenzt sie voneinander ab und identifiziert die zentralen Akteure und Adressaten im politischen Gefüge.

3. Problemfelder und Vorteile des Lobbyismus: Hier werden die öffentliche Wahrnehmung sowie wissenschaftliche Perspektiven beleuchtet, wobei sowohl der demokratische Nutzen als auch die Herausforderungen durch mangelnde Transparenz diskutiert werden.

4. Rechtslage: Das Kapitel analysiert den verfassungsrechtlichen Kontext von Interessenverbänden und prüft spezifische gesetzliche Regelungen zur Begrenzung unzulässiger Einflussnahme.

5. Zusammenfassung/Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die Notwendigkeit transparenterer Verfahren hervor, um das Vertrauen in parlamentarische Prozesse zu stärken.

Schlüsselwörter

Lobbyismus, Interessenvertretung, Deutscher Bundestag, Transparenz, Demokratie, Korruption, Abgeordnetengesetz, Interessenverbände, politische Willensbildung, Schattenpolitik, Gemeinwohl, politische Ethik, Einflussnahme, Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Definition, den Funktionsweisen sowie den rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen des Lobbyismus im Kontext des Deutschen Bundestages.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören die begriffliche Abgrenzung von Lobbying und Korruption, die Rolle von Interessenverbänden in der Demokratie sowie die Wirksamkeit gesetzlicher Regelungen zur Transparenz.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die politik- und rechtswissenschaftliche Debatte zum Lobbyismus zu geben und die Problematik der Transparenz im Gesetzgebungsprozess aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse von politik- und rechtswissenschaftlichen Beiträgen sowie einer Untersuchung aktueller Rechtsnormen und gesellschaftlicher Wahrnehmungsstudien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, eine Diskussion über die Vorteile und Risiken des Lobbyismus (einschließlich der Sektoren-Theorie) sowie eine Analyse der einschlägigen Rechtsgrundlagen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich primär durch die Begriffe Lobbyismus, Transparenz, demokratische Teilhabe, Interessenvertretung und Rechtskonformität beschreiben.

Wie unterscheiden die Autoren zwischen dem weißen und schwarzen Sektor des Lobbyismus?

Der weiße Sektor beschreibt legitime Interessenvertretung innerhalb einer pluralistischen Demokratie, während der schwarze Sektor kriminelle, gesetzwidrige Einflussnahme und Korruption umfasst.

Welche Rolle spielt Transparenz bei der Bewertung des Lobbyismus?

Transparenz wird als entscheidendes Kriterium hervorgehoben, um legitime Interessenpolitik von kriminellem Handeln in der Grauzone abzugrenzen und das Vertrauen der Öffentlichkeit zu bewahren.

Warum wird § 44a AbgG in der Arbeit hervorgehoben?

§ 44a AbgG wird analysiert, weil er als wichtiges Instrument zur Sicherung der Unabhängigkeit von Bundestagsabgeordneten und zur Regulierung von Zuwendungen eingeführt wurde.

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Details

Title
Lobbyismus im Bundestag. Ein Überblick zu Definition und aktueller Lage
College
University of Applied Sciences for Public Administration of North Rhine-Westphalia; Duisburg
Course
Seminar
Grade
1,0
Author
Moritz Lingen (Author)
Publication Year
2020
Pages
18
Catalog Number
V899788
ISBN (eBook)
9783346221636
ISBN (Book)
9783346221643
Language
German
Tags
überblick bundestag definition lage lobbyismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Lingen (Author), 2020, Lobbyismus im Bundestag. Ein Überblick zu Definition und aktueller Lage, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/899788
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