Lese-Rechtschreib-Schwäche ist ein Begriff, der oft im Rahmen einer Entschuldigung oder Rechtfertigung für ein eingeschränktes Rechtschreibkönnen verwendet wird. Zwar ist der Betroffene nicht direkt verantwortlich für sein vermindertes Lese- und Rechtschreibkönnen. Er hat aber die Möglichkeit, dagegen vorzugehen, da es heutzutage viele effektive Fördermöglichkeiten gibt, durch die das Lese- und Rechtschreibvermögen immens gesteigert werden kann. Es gibt daher keinen Grund, diese Schwäche einfach hinzunehmen.Wird die Notwendigkeit solcher Fördermaßnahmen nicht früh genug erkannt, wird das Kind vermehrt Probleme beim Lesen und Schreiben bekommen. Es ist somit nicht empfehlenswert, sich auf einer Lese-Rechtschreib-Schwäche auszuruhen, sondern es muss gehandelt werden. Deshalb ist es wichtig, dass die Lehrperson über Kenntnisse bezüglich der Symptomatik, der Ursachen und der Diagnostik einer Lese-Rechtschreib-Schwäche verfügt, um gegebenenfalls Fördermaßnahmen einzuleiten.
Auf der Grundlage der theoretischen Überlegungen hinsichtlich einer Lese-Rechtschreib-Schwäche soll die Effektivität der individuellen Förderung eines Kindes mit Lese-Rechtschreib-Schwäche in dieser Arbeit untersucht werden.
Der theoretische Teil der Arbeit beschäftigt sich zunächst mit der Begriffsklärung einer Lese-Rechtschreib-Schwäche. Um die Symptome einer Lese-Rechtschreib-Schwäche deutlich zu machen, wird ein Einblick in den Schriftspracherwerb, wie er bei Kindern ohne Schwäche im Lesen und Rechtschreiben abläuft, gegeben. Anschließend wird auf die Prävalenz und die Ursachen eingegangen und es werden einige Begleiterscheinungen genannt, die oft mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche einhergehen. Es folgen Überlegungen zu der Diagnose und eine Auswahl geeigneter Fördermaßnahmen. Der aktuelle Forschungsstand und Grundlagen verschiedener Methoden der Förderplanung bilden den letzten Abschnitt des theoretischen Teils.
Der empirische Teil befasst sich mit der individuellen Förderung eines lese-rechtschreib-schwachen Kindes. Das verwendete Forschungsdesign sowie die Erhebungsinstrumente und Informationen zum Ablauf und der Stichprobe des Tests werden vorgestellt. Es folgt eine Auswertung und Interpretation der Testergebnisse vor und nach der individuellen Förderung. Der für den Schüler individuell erstellte Förderplan und verwendete Fördermaterialen werden begründet vorgestellt und es wird ein Einblick in eine exemplarische Förderstunde gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Teil
2.1 Begriffserklärung
2.2 Schriftspracherwerb
2.3 Symptome
2.4 Prävalenz
2.5 Ursachen
2.6 Begleiterscheinungen
2.7 Diagnose
2.8 Fördermaßnahmen
3 Aktueller Forschungsstand
4 Grundlagen der Förderplanung
4.1 Förderpläne entwickeln und umsetzen
4.2 Der individuelle Förderplan
4.3 Kooperative Förderplanung
5 Zusammenfassung
6 Empirischer Teil
6.1 Zielsetzung und Fragestellung
7 Methodisches Vorgehen
7.1 Forschungsdesign
7.2 Forschungsinstrumente
7.3 Stichprobe
7.4 Diagnostik
7.4.1 Quantitative Auswertung
7.4.2 Qualitative Auswertung
7.5 Entwicklung eines individuellen Förderplanes
7.6 Einsatz des Fördermaterials
7.7 Förderverlauf
7.8 Exemplarische Förderstunde
7.9 Diagnostik
7.9.1 Quantitative Auswertung
7.9.2 Qualitative Auswertung
8 Ergebnisse
9 Methodendiskussion
10 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Effektivität einer individuellen Lernförderung bei einem Kind mit Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS). Im Zentrum steht dabei die Frage, wie ein auf einer systematischen Fehleranalyse basierender, differenzierter Förderplan die Schreibkompetenz innerhalb der alphabetischen und orthographischen Strategien verbessern kann.
- Grundlagen und Definitionen der Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS)
- Prozess der individuellen Förderplanung in der Schule
- Einsatz und Auswertung der Hamburger Schreib-Probe (HSP) als Diagnostik-Instrument
- Anwendung gezielter Fördermethoden (z.B. Silbensegmentierung, Arbeit an Rechtschreibmustern)
- Evaluation von Fortschritt und Wirksamkeit der pädagogischen Intervention
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffserklärung
Legasthenie, Lese-Rechtschreib-Schwäche, Lese-Rechtschreib-Störung, Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten – all das sind Begriffe, die synonym benutzt werden, aber für eine Sache stehen: Die Beeinträchtigung der Lese- und Rechtschreibkompetenz einer Person. Mit der Zeit ist die Verwendung des Ausdrucks Legasthenie für eine „umschriebene Beeinträchtigung im Erlernen des Lesens und des Rechtschreibens, die im Zusammenhang mit der biologischen Reifung des zentralen Nervensystems zu verstehen ist“ (Warnke, Hemminger, Roth & Schneck, 2002, S. 12) immer mehr zurückgegangen. Heutzutage wird eine solche Beeinträchtigung meist als Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS)bezeichnet. Definitionen zu den Begriffen gibt es einige. Günther fasst die Lese-Rechtschreib-Schwäche als „eine kombinierte Schwäche der Sprache, der einzelnen Wahrnehmungsbereiche, insbesondere der auditiven und visuellen Wahrnehmung, der Motorik, der Psyche und dem sozialen Kontext, in dem das Kind aufwächst“ (Günther, 2002, S. 20) zusammen. In dem Begriff Lese-Rechtschreib-Schwäche steckt demnach mehr als nur eine Schwäche im Lesen und Rechtschreiben. Nicht nur Probleme beim Lesen und Schreiben führen zu einem Rückstand in der Schule, sondern oft sind es auch Situationen im Umfeld, die das Kind beeinflussen und sich auf den verzögerten Schriftspracherwerb des Kindes auswirken.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der LRS-Thematik und definiert das Ziel der Arbeit, die Effektivität einer individuellen Förderung empirisch zu untersuchen.
2 Theoretischer Teil: Dieser Abschnitt definiert LRS, erläutert den Prozess des Schriftspracherwerbs, beschreibt Symptome sowie Ursachen und gibt einen Überblick über Diagnose- und Förderansätze.
3 Aktueller Forschungsstand: Hier werden aktuelle Erkenntnisse, wie die Kritik an der Diskrepanzdefinition und die Notwendigkeit individueller Förderung im Schulalltag, dargestellt.
4 Grundlagen der Förderplanung: Kapitel 4 erörtert das Fundament der Förderplanarbeit, die Bedeutung der Individualität und die Notwendigkeit einer kooperativen Planung zwischen allen Beteiligten.
5 Zusammenfassung: Der theoretische Teil wird hier resümiert, wobei die Vielfalt der Definitionen und die Bedeutung eines frühen, individuellen Förderbeginns hervorgehoben werden.
6 Empirischer Teil: Das Kapitel erläutert das Ziel der empirischen Untersuchung, den Leistungsstand eines Kindes mittels Hamburger Schreib-Probe zu analysieren und darauf basierend einen Förderplan zu evaluieren.
7 Methodisches Vorgehen: Hier werden das Forschungsdesign (Einzelfallstudie), die Instrumente (HSP, Fragebogen) sowie die Durchführung der individuellen Förderung detailliert beschrieben.
8 Ergebnisse: Dieser Teil präsentiert die Auswertung der Testergebnisse vor und nach der Intervention und belegt den Erfolg der Förderung in den spezifischen Strategiebereichen.
9 Methodendiskussion: Kritische Reflexion der gewählten Einzelfallmethode und der Datenerhebungsinstrumente im Hinblick auf Validität und Reliabilität.
10 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass ein differenzierter Förderplan auch bei kurzer Dauer signifikante Fortschritte in der Lese- und Rechtschreibkompetenz bewirken kann.
Schlüsselwörter
Lese-Rechtschreib-Schwäche, LRS, individuelle Förderung, Förderplan, Schriftspracherwerb, Einzelfallstudie, Hamburger Schreib-Probe, Rechtschreibstrategie, Diagnostik, Silbensegmentierung, Orthographie, Förderdiagnose, pädagogische Intervention, Legasthenie, Rechtschreibstörung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit einer individuellen, auf einer differenzierten Fehleranalyse basierenden Förderung eines Kindes mit Lese-Rechtschreib-Schwäche.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen des Schriftspracherwerbs, Ansätze der Förderplanung und die praktische Durchführung einer Einzelfallstudie im schulischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den individuellen Leistungsstand eines Kindes mittels standardisierter Diagnostik zu ermitteln, einen passgenauen Förderplan zu entwickeln und dessen Effektivität durch eine erneute Testung zu überprüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der quantitativen Einzelfallforschung (N=1-Studie) in Kombination mit qualitativen Elementen wie Lehrer-Fragebögen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der LRS die konkrete Förderplanung, der Einsatz spezieller Fördermaterialien sowie die Analyse der Testergebnisse vor und nach der Förderung dokumentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind LRS, individuelle Förderung, Förderplan, Hamburger Schreib-Probe, Einzelfallstudie und Rechtschreibstrategien.
Warum ist eine Unterscheidung zwischen den Rechtschreibstrategien so wichtig für die Förderung?
Da Kinder mit LRS oft in unterschiedlichen Entwicklungsphasen (alphabetisch, orthographisch, morphematisch) Schwierigkeiten haben, ermöglicht die Trennung der Leistungen eine gezielte und passgenaue Förderung anstatt eines unspezifischen Trainings.
Welche Bedeutung hat das kooperative Verhältnis bei der Förderplanung?
Ein kooperatives, horizontales Verhältnis zwischen Lehrkräften, Diagnostikern und Eltern stellt sicher, dass alle Beteiligten ihr spezifisches Expertenwissen einbringen und das Kind aktiv in den Lernprozess einbezogen wird, statt nur "Objekt" der Planung zu sein.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Individuelle Lernförderung am Beispiel eines Kindes mit LRS mit Hilfe eines differenzierten Förderplanes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/899790