Währungsrisiken sind für viele Unternehmen und Banken in den letzten Jahren, ja sogar in den letzten Jahrzehnten von immer größer werdender Bedeutung geworden. Teilweise können diese Risiken von solchem Ausmaß sein, dass es zu Existenz gefährdenden Auswirkungen kommen kann. Die Gründe ergeben sich aus der historischen Entwicklung. In der Zeit von 1945 bis zu Beginn der 70er Jahre wurde das Geschehen des Geld- und Devisenhandels durch das im Juli 1944 beschlossene Bretton -Woods - Abkommen geprägt. Dieses System fester Wechselkurse innerhalb bestimmter Bandbreiten schaffte eine Planungssicherheit für die Unternehmen. Anfang der 70er Jahre brach dieses System jedoch mehr und mehr auseinander und fand im Jahre 1973 schließlich sein Ende. Die Wechselkurse wurden freigeben und die einzelnen Länder stellten Ihre Stützungskäufe für den US-$ ein. Die Wechselkurse sind, zuerst als vorübergehende Maßnahme gedacht, als frei floatend anzusehen.
Gliederung
1. Entwicklungen im Außenhandel
2. Der Risikobegriff
2.1 Wechselkurs und Wechselkursrisiko
2.2 Formen des Wechselkursrisikos
2.2.1 Transaktionsrisiken – Kursrisiken i. e. S. und Swapsatzrisiken
2.2.2 Translationsrisiken
2.2.3 Strategische bzw. ökonomische Wechselkursrisiken
3. Einordnung und Bedeutung des Währungsrisikos für Unternehmen
4. Das Management von Währungsrisiken
4.1 Spezifikation der Währungsrisiken
4.2 Steuerung der Währungsrisiken
5. Finanzderivate als Instrumentarium beim Risikomanagement
5.1 Devisen
5.1.1 Der Devisenhandel
5.1.2 Kassahandel
5.1.3 Terminhandel
5.2 Bedingte Devisentermingeschäfte
5.3 Unbedingte Devisentermingeschäfte
5.3.1 Swapgeschäfte
5.3.1.1 Währungsswap
5.3.1.2 Devisenswap
5.3.2 Devisenfuturegeschäfte
5.3.3 Devisenforwardgeschäfte
6. Aktuelle Tendenzen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit dem Management von Währungsrisiken für Unternehmen und untersucht, wie Finanzderivate eingesetzt werden können, um sich gegen die negativen Auswirkungen von Wechselkursschwankungen abzusichern.
- Historische Entwicklung des Devisenhandels und Wechselkursrisiken.
- Klassifizierung und Spezifikation von Währungsrisiken in Unternehmen.
- Strategische Ansätze für das Management von Wechselkursrisiken.
- Funktionsweise und Anwendung verschiedener Finanzderivate wie Optionen und Swaps.
- Aktuelle Tendenzen im Risikomanagement und der Globalisierung.
Auszug aus dem Buch
2.2 Formen des Wechselkursrisikos
Das Wechselkursrisiko besteht also darin, dass sich der Wechselkurs einer Währung ändert und ein Unternehmen einen Schaden erleidet. Die folgende Abbildung zeigt, dass grundsätzlich zwischen drei Formen von Wechselkursrisiken unterschieden wird, die im Folgenden näher erläutert werden.
2.2.1 Transaktionsrisiken – Kursrisiken i. e. S. und Swapsatzrisiken
Transaktionsrisiken entstehen aus betraglich oder zeitlich offenen Positionen. Während die Kursrisiken im engeren Sinne aus betraglich offenen Devisenpositionen resultieren, so entstehen Swapsatzrisiken aus zeitlichen Inkongruenzen der Devisenpositionen.
2.2.2 Translationsrisiken
Translationsrisiken entstehen bei der Währungsumrechnung innerhalb von international tätigen Konzernen. Bei der Erstellung der Hauptbilanz muss das Unternehmen die einzelnen Bilanzen der im Ausland tätigen Tochterunternehmen in die Heimatwährung des Mutterkonzerns umrechnen. Für diese Umrechnung können diverse Methoden angewandt werden, die jeweils zu unterschiedlichen Translationsrisiken führen. Bei dieser Risikoform handelt es sich um buchwertbezogene Umrechnungsrisiken, die keine realen Erfolgs- und Liquiditätswirkungen von Wechselkursveränderungen angeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Entwicklungen im Außenhandel: Erläutert die historische Entwicklung des Devisenmarktes vom Bretton-Woods-System bis zur Freigabe der Wechselkurse.
2. Der Risikobegriff: Definiert das allgemeine Verständnis von Risiko im wirtschaftlichen Kontext sowie die spezifischen Arten von Wechselkursrisiken.
3. Einordnung und Bedeutung des Währungsrisikos für Unternehmen: Analysiert die Bedeutung von Marktpreisrisiken im Zuge der zunehmenden Internationalisierung deutscher Unternehmen.
4. Das Management von Währungsrisiken: Beschreibt den Prozess der Identifikation, Spezifikation und Steuerung von Risikopositionen.
5. Finanzderivate als Instrumentarium beim Risikomanagement: Detaillierte Darstellung verschiedener Devisengeschäfte und Derivate zur Absicherung von Währungsrisiken.
6. Aktuelle Tendenzen: Beleuchtet zukünftige Entwicklungen im Risikomanagement und den wachsenden Stellenwert von Devisen als Anlageklasse.
Schlüsselwörter
Währungsrisiko, Finanzderivate, Wechselkurs, Risikomanagement, Devisenhandel, Transaktionsrisiko, Translationsrisiko, Währungsswap, Devisenfuture, Kassahandel, Terminhandel, Globalisierung, Marktpreisrisiko, Hedging, Volatilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Management von Währungsrisiken, denen Unternehmen im internationalen Geschäftsverkehr ausgesetzt sind, und wie diese durch Finanzderivate gesteuert werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit fokussiert auf die Definition von Wechselkursrisiken, deren Klassifizierung, die strategische Unternehmenssteuerung sowie den praktischen Einsatz von Finanzderivaten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen planvoll und zielgerichtet mit Währungsrisiken umgehen können, um ihre finanzielle Planungssicherheit zu gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Aufarbeitung von Fachliteratur zum Thema Risikomanagement und Finanzderivate.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Risikobegriffs, die Differenzierung von Risikotypen und eine detaillierte Erläuterung der verfügbaren Derivate-Instrumente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Währungsrisiko, Finanzderivate, Wechselkurs, Risikomanagement, Devisenhandel und Hedging.
Wie unterscheiden sich Transaktionsrisiken von Translationsrisiken?
Transaktionsrisiken beziehen sich auf konkrete betragliche oder zeitliche offene Devisenpositionen, während Translationsrisiken buchwertbezogene Umrechnungsrisiken innerhalb von Konzernbilanzen darstellen.
Warum sind Finanzderivate wie Optionen teurer als unbedingte Termingeschäfte?
Da Optionen dem Käufer ein Recht, aber keine Pflicht einräumen und somit zusätzlich zur Währungssicherheit auch die Chance auf zukünftige Währungsgewinne bieten, sind sie kostspieliger.
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- Jürgen Brandt (Author), 2007, Das Management von Währungsrisiken durch Finanzderivate, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89980