Mit Hilfe der neuen Mindestanforderungen wird das Ziel verfolgt, die zweite Säule im Rahmen von Basel II und die damit verbundenen Anforderungen an eine vollständige Risikobetrachtung zu erfüllen.2
Die MaRisk kennzeichnen sich durch einen modularen Aufbau. Die Aufteilung erfolgte in einen allgemeinen Teil und in einen besonderen Teil. Im allgemeinen Teil werden die grundsätzlichen Punkte erläutert. Grundlegende Anforderungen, die in keinem Zusammenhang mit bestimmten Geschäftsarten oder Risikokategorien stehen, sind in diesem Teil niedergeschrieben. Der Allgemeine Teil (AT) macht ca. 1/3 des Gesamtwerkes aus. Die Regelungen betreffen sämtliche Bereiche. Im besonderen Teil sind spezielle Anforderungen an die Organisation, bzw. für das Controlling der jeweiligen Risiken niedergelegt. Zusätzlich wird ein Rahmen für den Aufbau der internen Revision vorgegeben.
Der Hintergrund ist, dass die Möglichkeit bestehen soll, die MaRisk ständig an die aktuellen Entwicklungen und Anforderungen anzupassen.
Gliederung
1. Einleitung
1.1 Hintergründe und Einordnung
1.2 Anwendungsbereich der MaRisk
2. Anforderungen an die Geschäftsorganisation
2.1 Verantwortung der Geschäftsleitung
2.2 Unternehmens- und Risikostrategie
3. Risikosteuerung- und überwachung
3.1 Risikotragfähigkeit
3.2 Risikokategorien
3.3 Risikomanagementprozess
4. Prüfungsprozess der Revision
4.1 Aufgaben der Revision
4.2 Berichtswesen
5. Fazit/ Weiterentwicklung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) im Bankensektor. Ziel ist es, die strukturellen Vorgaben der Bankenaufsicht, die notwendigen organisatorischen Maßnahmen in Kreditinstituten sowie die Rolle der Internen Revision bei der Überwachung dieser Risikoprozesse darzustellen und kritisch zu beleuchten.
- Struktureller Aufbau und Anwendungsbereich der MaRisk
- Verantwortlichkeiten der Geschäftsleitung im Risikomanagement
- Methodik der Risikosteuerung und -überwachung
- Kategorisierung und Messung bankbetrieblicher Risiken
- Prüfungsaufgaben und Berichtswege der Internen Revision
Auszug aus dem Buch
3.3 Risikomanagementprozess
Der Risikomanagementprozess beinhaltet alle Aktivitäten der Banken zum systematischen Umgang mit den wesentlichen Risiken. Dazu zählen die Risikoerkennung, die Risikobewertung, die Risikomessung, das Risikoreporting, die Steuerung der Risiken, sowie die Risikokontrolle.9 Die Risikoerkennung dient der Identifikation und Beschreibung der im Kreditinstitut bestehenden Risiken. Die Risikobewertung hat das Ziel, eine erste subjektive Einstufung der Risikorelevanz vorzunehmen. Bei der Risikomessung werden die konkreten Verlustpotentiale bzw. Vermögensminderungspotenziale ermittelt und mit den festgelegten Schwellenwerten / Limiten abgeglichen. Über die gemessenen Werte (Real-Case und ggf. Value-at-Risk oder Worst-Case) wird der Vorstand in regelmäßigen Risikoreports unterrichtet. Im Rahmen der Risikosteuerung erfolgt die Ermittlung der Risikoursachen sowie die Auswahl und Anwendung der Instrumente zur Risikobewältigung. Vor der Einleitung der Steuerungsmaßnahmen wird eine Simulation der einzelnen möglichen Risikoabwehrmaßnahmen hinsichtlich ihrer Wirkung durchgeführt, um gezielt eine effiziente und effektive Maßnahme auswählen zu können. Der Vorstand beschließt dann die gewählte Steuerungsmaßnahme. Zwingende Voraussetzung ist, dass die gewählten Produkte und Märkte im Sinne der MaRisk vorgehalten und beherrscht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die MaRisk ein, erläutert deren Hintergründe im Rahmen von Basel II und definiert den Anwendungsbereich für Kreditinstitute.
2. Anforderungen an die Geschäftsorganisation: Das Kapitel behandelt die strategische Verantwortung der Geschäftsleitung und die Notwendigkeit, Risiken durch ein angemessenes Risikomanagementsystem in die Unternehmensstrategie zu integrieren.
3. Risikosteuerung- und überwachung: Hier werden die methodischen Ansätze zur Risikotragfähigkeit, die Differenzierung der Risikokategorien und die systematischen Schritte des Risikomanagementprozesses dargelegt.
4. Prüfungsprozess der Revision: Das Kapitel beschreibt die Aufgaben der Internen Revision bei der risikoorientierten Prüfung der Systeme sowie die Anforderungen an das interne Berichtswesen.
5. Fazit/ Weiterentwicklung: Das Fazit stellt die dynamische Natur der MaRisk heraus und betont die laufende Anpassung an praktische Erfordernisse durch das Fachgremium MaRisk.
Schlüsselwörter
MaRisk, Risikomanagement, Risikotragfähigkeit, Kreditinstitute, Bankenaufsicht, Risikokategorien, Risikosteuerung, Interne Revision, Geschäftsorganisation, Basel II, Risikoüberwachung, Risikostrategie, Risikomessung, Berichtswesen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) für Kreditinstitute und deren Umsetzung in die Praxis.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Geschäftsorganisation, der Risikosteuerung, der Definition der Risikotragfähigkeit sowie den Prüfungsaufgaben der Internen Revision.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den regulatorischen Rahmen der MaRisk verständlich aufzuarbeiten und die Prozesse innerhalb einer Bank zur Sicherstellung der Risikobeherrschung zu verdeutlichen.
Welche methodischen Ansätze werden genutzt?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung von Gesetzestexten, aufsichtsrechtlichen Rundschreiben und der bankbetriebswirtschaftlichen Fachliteratur.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Geschäftsorganisation, Risikosteuerung, Überwachungsprozesse und den Prüfungsprozess durch die Interne Revision.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den Kernbegriffen zählen MaRisk, Risikotragfähigkeit, Risikomanagementprozess, Kreditinstitute und Bankenaufsicht.
Wie definiert die Arbeit die Rolle der Geschäftsleitung?
Die Geschäftsleitung trägt die Gesamtverantwortung für die Entwicklung der Unternehmens- und Risikostrategie sowie für die Implementierung eines funktionierenden Risikomanagement- und Überwachungssystems.
Welche Bedeutung hat das Vier-Augen-Prinzip in diesem Kontext?
Es dient der notwendigen Funktionstrennung zwischen Markt und Marktfolge innerhalb der Bank, um Interessenskonflikte zu vermeiden und die interne Kontrolle zu stärken.
Wie werden Änderungen an den MaRisk vorgenommen?
Änderungen erfolgen dynamisch durch das Fachgremium MaRisk in Zusammenarbeit mit der BaFin, um auf aktuelle Marktentwicklungen reagieren zu können.
- Quote paper
- Jürgen Brandt (Author), 2007, MaRisk - Mindestanforderungen an das Risikomanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89981