Ob Factoring und seine wirtschaftlichen Effekte einen Restrukturierungsprozess positiv beeinflussen können, soll in dieser Arbeit untersucht werden. Die globale Finanzkrise war die Ursache, dass es weltweit zu einem massiven Anstieg an Restrukturierungsprozessen gekommen ist. Dadurch ist auch zu erklären, dass die Nutzung von Factoring Geschäften gestiegen ist.
Welche wirtschaftlichen Effekte das Factoringprogramm in den verschiedenen Phasen eines Restrukturierungsprozesses in sich hält wird zuerst erläutert. Dann werden die Vor- und Nachteile des Factorings diskutiert. Schlussendlich wird der Charakter des Factorings an der Schnittstelle von leistungswirtschaftlicher und finanzieller Restrukturierung dargelegt.
Die Finanzkrise 2008/09, auch "Lehman Brothers Pleite" genannt, führte weltweit zu einer Rezession und einer Krise an den Finanzmärkten. Durch die Insolvenz einer der größten Investmentbanken der Welt, ging das Vertrauen in den Finanz- und Bankensektor ging verloren. Viele Staaten mussten sich verschulden, um die Zahlungsfähigkeit des Bankensektors aufrechtzuerhalten. Factoring erlangte seit der Finanzkrise im Jahr 2008/09 einen regelrechtlichen Boom, da durch die Basel II-Richtlinien eine Verschärfung der Bedingungen bei der Kreditvergabe durch Banken geltend gemacht worden ist. Factoring erleichtert es den Unternehmen die geforderte Eigenkapitalquote zu erreichen, um somit die Richtlinien für frische Kredite zu erfüllen. Außerdem ist es eine seriöse Alternative zu Betriebsmittelkrediten. Im Jahr 2008 betrug die Factoring-Quote 3,6 Prozent. Die Factoring-Quote misst das Verhältnis zwischen dem angekauften Forderungsvolumen der deutschen Factoring Unternehmen und dem gesamten Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschlands. Die neuesten Ergebnisse aus dem Jahresbericht 2019 des Deutschen Factoring Verbandes e.V. zeigen eine Quote von 8 Prozent. In den letzten 10 Jahren war das mit 0,9 Prozentpunkten der größte Sprung. Dies beweist, dass sich der Trend sogar noch stärker in Richtung einer Nutzung von Factoring bewegt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Factoring vor dem Hintergrund eines Restrukturierungsprozesses und dessen verschiedenen Phasen
3 Vor-und Nachteile von Factoring für das zu restrukturierende Unternehmen
4 Charakter des Factorings an der Schnittstelle von leistungswirtschaftlicher und finanzieller Restrukturierung
5 Konklusion
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwieweit Factoring als Finanzierungsinstrument dazu beitragen kann, Restrukturierungsprozesse in Unternehmen positiv zu beeinflussen und eine drohende Insolvenz abzuwenden.
- Grundlagen und Funktionsweisen des Factorings
- Phasen und Herausforderungen von Restrukturierungsprozessen
- Analyse der Vor- und Nachteile von Factoring in der Krise
- Abgrenzung von leistungswirtschaftlicher und finanzieller Restrukturierung
- Die Rolle des Factorings an der Schnittstelle zwischen Finanzierung und operativer Sanierung
Auszug aus dem Buch
3. Vor- und Nachteile von Factoring für das zu restrukturierende Unternehmen
Zuerst werden die Vorteile des Factorings aufgezählt und genauer erklärt, wie sie einem Unternehmen, vor allem in einem Sanierungs- und Restrukturierungsprozess, weiterhelfen können. Im weiteren Verlauf werden die Nachteile dargelegt. Somit werden beide Seiten des Factorings beleuchtet und es lässt sich ein Fazit daraus ziehen.
Eines der prägnantesten Vorteile des Factorings ist die Liquiditätssicherung.13 Der Factor zahlt dem Factoringkunden, vor Fälligkeit der Forderung, unmittelbar Geld aus. Dadurch kann der Kunde seine Wertschöpfungskette, angefangen beim Lieferanten sichern. Er kann sich durch die finanziellen Mittel, die er vom Factor erhalten hat, schon beim Einkauf seiner Rohmaterialien, den Skonto des Lieferanten zunutze machen. Dieser liegt in der Regel auf zwischen 2% und 3%. Gleichzeitig steigt auch das interne Standing und das Ansehen des Unternehmens, da der Lieferant die schnellen und zuverlässigen Zahlung mitbekommt.14 Das Factoring wird auch als umsatzkongruente Finanzierungsform bezeichnet, da bei steigenden Umsätzen das Volumen mitwächst. Ein weiterer sehr bedeutender Aspekt des Factorings ist die verlässliche Finanzplanung, die es dem Unternehmen ermöglicht, sichere Zahlungseingänge einkalkulieren zu können und somit eine verbesserte Struktur im Handlungsspielraum aufbringen kann. Da der Factoringkunde die liquiden Mittel sofort zur Verfügung bekommt, kann er dem Debitor
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den Anstieg der Factoring-Nutzung seit der Finanzkrise 2008/09 und definiert die Kennzahl der Factoring-Quote.
2 Factoring vor dem Hintergrund eines Restrukturierungsprozesses und dessen verschiedenen Phasen: Das Kapitel definiert das Factoring-Geschäft sowie seine Funktionen und setzt diese in den Kontext der verschiedenen Stadien einer Unternehmenskrise.
3 Vor-und Nachteile von Factoring für das zu restrukturierende Unternehmen: Hier werden die liquiditätssichernden Vorteile des Factorings den potenziellen Nachteilen wie Kosten und Auswirkungen auf das Kundenimage gegenübergestellt.
4 Charakter des Factorings an der Schnittstelle von leistungswirtschaftlicher und finanzieller Restrukturierung: Das Kapitel analysiert, wie Factoring als Überbrückungsinstrument zwischen der operativen Sanierung und der finanziellen Neuausrichtung fungiert.
5 Konklusion: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage positiv und betont die strategische Bedeutung von Liquiditätssicherung in fortgeschrittenen Krisenstadien.
Schlüsselwörter
Factoring, Restrukturierung, Sanierung, Liquiditätssicherung, Finanzierung, Bonitätsrisiko, Delkrederefunktion, Full-Service-Factoring, Unternehmenskrise, Eigenkapitalquote, Cashflow, Finanzkrise, Forderungsmanagement, Insolvenzprävention, Wirtschaftsleistung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit behandelt die Nutzung von Factoring als Instrument zur Unterstützung von Unternehmen, die sich in einem Restrukturierungsprozess befinden.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionsweise des Factorings, der Analyse von Unternehmenskrisen und der Bewertung von Factoring aus einer finanziellen und operativen Perspektive.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, ob Factoring und seine wirtschaftlichen Effekte einen Restrukturierungsprozess in Unternehmen positiv beeinflussen können.
Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?
Es handelt sich um einen wissenschaftlichen Essay, der auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung von Branchenberichten basiert.
Was wird im Hauptteil des Werks behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung des Factorings in Restrukturierungsphasen, eine detaillierte Abwägung von Vor- und Nachteilen sowie eine Einordnung des Instruments in die leistungswirtschaftliche und finanzielle Restrukturierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wesentliche Begriffe sind Factoring, Liquiditätssicherung, Restrukturierung, Finanzierung, Krisenmanagement und Forderungsmanagement.
Wie unterstützt Factoring die Eigenkapitalquote?
Durch den Verkauf von Forderungen sinken die Posten im Umlaufvermögen bei gleichzeitigem Anstieg der liquiden Mittel, was eine Verbesserung der Bilanzstruktur und damit der Eigenkapitalquote bewirkt.
Warum spielt Factoring besonders in fortgeschrittenen Krisen eine Rolle?
In solchen Krisen steht die Liquiditätssicherung über der Rentabilität, um eine drohende Insolvenz unmittelbar abzuwenden und Handlungsspielräume für eine Sanierung zu schaffen.
- Arbeit zitieren
- Mihael Huljina (Autor:in), 2020, Factoring und Restrukturierungsprozesse seit der Finanzkrise 2008, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/899821