Ein erwerbswirtschaftlich geführtes Unternehmen hat als Ziel, einen positiven Ertrag zu erwirtschaften. Der Weg zu diesem positiven Ertrag führt über die Produktion von Gütern und Dienstleistungen oder die Bereitstellungen von Dienstleistungen. Für beides benötigt man, in der Vergangenheit wie in der Zukunft, Produktionsfaktoren.
Einen der wichtigsten Produktionsfaktoren bildet der Faktor Arbeit. Dabei ist die vom Menschen geleistete Arbeitsleistung, als Ergebnis, für jedes Unternehmen von großer Bedeutung.
Die Bedeutung besteht zum einen darin, dass die Arbeitsleistung von jedem Individuum abhängig ist und zum anderen durch äußere Einflüsse verändert werden kann.
Äußere Einflüsse auf den Menschen können durch das persönliche Umfeld des einzelnen oder durch ein vorherrschendes Klima im Unternehmen auftreten. Dabei spielt die Motivation, mit der der Mensch, als Mitarbeiter seine Arbeit verrichtet eine entscheidende Rolle. "Bedürfnisse und Erwartungen sind individuell. Insofern gibt es aus dem großen Bündel von "Motivatoren" kein Patentrezept. Unbestreitbar ist jedoch, dass Führung und Entgelt für jeden Mitarbeiter eine wesentliche Rolle spielen."
Globalisierung, technische Neuerungen und der zivilisatorische Fortschritt sind die bekanntesten Schlagworte die zu immer schnelllebigeren Trends und Neuerungen auf allen Märkten über allen Sektoren geführt haben. Neue Wettbewerbsbedingungen und Leistungsanforderungen und die Tendenz zu einer neuen Art der Arbeitsteilung sind die Folge. Diese immer turbulenter werdenden Märkte verlangen nach einem Maximum an Flexibilität und dynamischer Entwicklungsfähigkeit in den Unternehmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung zum Thema Leistungsgerechtes Entgelt
2. Definition der Grundbegriffe Entgelt und Leistung
3. Darstellung der verschiedenen Lohnformen
3.1. Akkordlohn
3.1.1. Der Geldakkord
3.1.2. Der Zeitakkord
3.2. Zusammenfassung des Akkordlohnes
4. Der Prämienlohn
4.1. Unterscheidung einiger wichtiger Prämienlohnarten
4.2. Grundlagen der Prämienzahlung
5. Die Leistungszulage
5.1. Bemessungsgrundlagen und Bewertung der Leistung
5.2. Leistungsstandards als Basis der Leistungsbewertung
5.3. Statistische Auswertung von Leistungszulagen
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht verschiedene Systeme der leistungsgerechten Entlohnung in Unternehmen, um den Zusammenhang zwischen Arbeitsleistung, Motivation und Vergütungsformen zu analysieren und deren Eignung für moderne betriebliche Anforderungen darzulegen.
- Analyse gängiger Entlohnungssysteme (Zeitlohn, Akkordlohn, Prämienlohn)
- Bedeutung der Leistungszulage als Instrument der Mitarbeiterführung
- Anforderungen an ein faires und transparentes Bewertungssystem
- Einfluss von Globalisierung und Unternehmensgröße auf Vergütungsmodelle
- Kosten-Nutzen-Betrachtung der verschiedenen Lohnanreize
Auszug aus dem Buch
4.2. Grundlagen der Prämienzahlung
Entscheidet sich ein Unternehmen sich für die Zahlung von Prämien, müssen einige Punkte beachtet werden. Es seinen hier die wichtigsten vier Punkte 21 erwähnt.
1.) Die Grundlage für die Prämienzahlungen sind Vorgabewerte. Diese Vorgabewerte werden durch Messungen oder zahlenmäßige Vorgaben festgelegt. Dabei müssen diese Vorgabewerte stets gepflegt und angepasst werden. Werden z.B. Zeitvorgaben im produzierenden Gewerbe an Maschinenstraßen gesetzt, muss ein stetiger technischer Fortschritt beachtet werden. Da die Maschinen immer besser, schneller und effektiver werden, müssen die Prämien diesen Entwicklungen angepasst werden. Sonst „laufen“ sie den Unternehmern eines Tages davon, da die Mitarbeiter, bei alten Vorgabewerten, ohne große Anstrengung das Prämiensoll erreichen würden.
2.) Die Prämienzahlungen müssen für das Unternehmen und die betriebliche Fertigung sinnvoll sein. Ein Unternehmen das in einem hochtechnologischen Bereich tätig ist würde mit einer Mengenprämie sicherlich schlecht laufen. So wäre es fatal bei Produktionen von sensiblen Gegenständen, bei der es auf absolute Genauigkeit ankommt eine Erhöhung der Kapazität zu Lasten der Qualität festlegen. Ein solcher Bereich wäre beispielsweise die Computerindustrie mit ihrer sensiblen Chipherstellung. Oder denke man an die Dienstleistungsbranche. Eine Mengenprämie in einem Restaurant geht zu Lasten der Qualität und das kann sich ein Unternehmer nicht erlauben. Ein Leistungsanreiz wäre hier über Zulagen sicherlich besser. Dies wird später noch ausführlicher abgehandelt.
3.) Die Einführung und Nutzung einer Prämie erfordert organisatorische Vorraussetzungen. Für die Einführung von Prämien in einem Unternehmen müssen vorher die Vorraussetzungen durchdacht und geschaffen werden. Die schon erwähnten Vorgabewerte müssen erfasst, stets kontrolliert und ausgewertet werden. Arbeitsabläufe müssen umstrukturiert und angepasst werden. Wenn eine neue Prämie eingeführt wird, muss die Überschreitung des Vorgabewertes z.B. durch Messungen erfolgen. Gibt es aber keine Vorrichtung zur Erfassung, kann eine solche Prämie nicht eingeführt werden. Ist eine organisatorische Umstrukturierung erfolgt und steigt dadurch die Produktivität rapide an, kann man von einer Verschwendung in der Vergangenheit ausgehen. Die Prämie sollte in diesem Fall natürlich angepasst werden.
4.) Die Prämie muss durch den Markt verdient werden. Wird in einem Unternehmen eine Prämie eingeführt, steigt die produzierte Menge (das kann natürlich auch auf andere Bereiche bezogen werden). Diese zusätzlich produzierte Menge muss aber auch abgesetzt werden. Die Erhöhung der Ausbringungsmenge auf einem bereits sehr vollen Markt wäre sicherlich etwas uneffizient, da die Mehrproduktion nicht mehr abgesetzt werden kann. Für die zusätzlich hergestellten Mengeneinheiten muss aber eine Prämie gezahlt werden. Auf Dauer ist (kann) dies der finanzielle Ruin einer Unternehmung sein und damit im hundertprozentigen Widerspruch zu den wirtschaftlichen Zielen stehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung zum Thema Leistungsgerechtes Entgelt: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Arbeit als Produktionsfaktor und die Rolle der Entlohnung als zentralen Motivationsfaktor im modernen, wettbewerbsorientierten Unternehmensumfeld.
2. Definition der Grundbegriffe Entgelt und Leistung: Dieses Kapitel definiert Entgelt als Gegenleistung des Arbeitgebers und grenzt die grundlegenden Lohnformen wie Zeitlohn, Leistungslohn und Beteiligungslohn voneinander ab.
3. Darstellung der verschiedenen Lohnformen: Hier werden die klassischen Lohnformen grafisch und inhaltlich dargestellt, wobei der Fokus auf dem Akkordlohn und seinen Spielarten liegt.
3.1. Akkordlohn: Es wird die Funktionsweise des Akkordlohns als leistungsabhängige Entlohnung erläutert, inklusive rechtlicher Rahmenbedingungen und der Unterscheidung zwischen Geld- und Zeitakkord.
3.1.1. Der Geldakkord: Dieses Kapitel erläutert die Festlegung eines Geldbetrags pro produzierter Einheit als direkte Methode der Leistungsentlohnung.
3.1.2. Der Zeitakkord: Hier wird das Prinzip beschrieben, bei dem Zeitvorgaben für die Fertigung als Basis für die Vergütung dienen, was eine größere Flexibilität bei Tarifänderungen bietet.
3.2. Zusammenfassung des Akkordlohnes: Eine kritische Betrachtung des Akkordlohns, die sowohl die Anreizwirkung für den Mitarbeiter als auch die Herausforderungen in der Kostenrechnung und Qualitätssicherung aufzeigt.
4. Der Prämienlohn: Dieses Kapitel beschreibt den Prämienlohn als Kombination aus Basislohn und leistungsabhängigem Anteil, der durch verschiedene Faktoren wie Qualität oder Menge gesteuert werden kann.
4.1. Unterscheidung einiger wichtiger Prämienlohnarten: Hier werden spezifische Prämienarten wie Quantitäts-, Qualitäts-, Ersparnis- und Nutzungsprämien anhand von Praxisbeispielen detailliert unterschieden.
4.2. Grundlagen der Prämienzahlung: Das Kapitel formuliert vier zentrale Voraussetzungen, die für ein erfolgreiches und wirtschaftlich sinnvolles Prämiensystem erfüllt sein müssen.
5. Die Leistungszulage: Diese Form der Vergütung wird als modernes Instrument der Mitarbeiterführung vorgestellt, bei dem die individuelle Leistung durch eine Beurteilung gewürdigt wird.
5.1. Bemessungsgrundlagen und Bewertung der Leistung: Hier wird dargelegt, wie Mitarbeiterbeurteilungen und Gewichtungsschemata für Verhaltensmerkmale zur Berechnung von Leistungszulagen herangezogen werden.
5.2. Leistungsstandards als Basis der Leistungsbewertung: Das Kapitel erklärt, wie durch die Erfassung von Arbeitsabläufen objektive Standards für die Leistungsbewertung gesetzt und kontinuierlich überprüft werden.
5.3. Statistische Auswertung von Leistungszulagen: Anhand von Umfragedaten und Grafiken wird der Zusammenhang zwischen der Höhe der Zulagen, der Unternehmensgröße und der Hierarchieebene analysiert.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass kein Einheitsmodell existiert und Unternehmen je nach Anlass und Branche eine Kombination aus verschiedenen Entlohnungssystemen wählen müssen, um Mitarbeiter zu Höchstleistungen zu motivieren.
Schlüsselwörter
Leistungsgerechtes Entgelt, Lohnformen, Zeitlohn, Akkordlohn, Prämienlohn, Leistungszulage, Leistungsbewertung, Arbeitsmotivation, Produktionsfaktoren, Unternehmensführung, Personalwesen, Vergütungssysteme, Produktivität, Arbeitsleistung, Leistungsanreiz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der leistungsgerechten Entlohnung von Mitarbeitern in Unternehmen und untersucht, wie verschiedene Vergütungsformen die Arbeitsmotivation und Produktivität beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die verschiedenen Lohnarten (Zeitlohn, Akkordlohn, Prämienlohn), die Implementierung von Leistungszulagen sowie die Methoden zur Leistungsbewertung von Mitarbeitern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser einen Überblick über die gängigen Möglichkeiten der Leistungsentlohnung zu geben und aufzuzeigen, wie Unternehmen ein für ihre Anforderungen passendes Anreizsystem finden und gestalten können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung von statistischen Daten und Umfrageergebnissen aus der Praxis, um die Anwendung von Entlohnungssystemen zu belegen.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung und den Vergleich von Akkordlohn, Prämienlohn und Leistungszulage, ergänzt durch Praxisbeispiele für deren Bemessung und Bewertung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Leistungszulage, Akkordlohn, Prämienlohn, Leistungsstandards, Mitarbeiterbeurteilung, Entgeltsysteme und Motivationsfaktoren.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Akkordlohn und Leistungszulage so wichtig?
Während der Akkordlohn streng mengen- oder zeitbasiert für messbare Arbeitsergebnisse gezahlt wird, dient die Leistungszulage der Anerkennung allgemeinerer, teils verhaltensorientierter Leistungen, was sie flexibler und umfassender macht.
Welche Bedeutung haben die in der Arbeit genannten statistischen Auswertungen?
Die Statistiken, etwa von der Hamburger Personalmarkt Service GmbH, verdeutlichen, wie verbreitet Prämien in verschiedenen Hierarchieebenen und Unternehmensgrößen sind und zeigen Trends in der Vergütungspraxis auf.
- Quote paper
- Karsten Arnold (Author), 2002, Leistungsgerechtes Entgelt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8998