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Erinnerungsort Wagner

Richard Wagner erinnert sich an die Welt des Mittelalters - Die Welt erinnert sich an Richard Wagner

Title: Erinnerungsort Wagner

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 40 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magister Artium Kevin Dahlbruch (Author)

History - Miscellaneous
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Der Komponist und Dramatiker Richard Wagner ist ein „Mittler des Mittelalters“ – für seine und für unsere Zeit. Seine Opern haben das Interesse am Mittelalter und an den alten Mythen wenn nicht geweckt, so doch deutlich belebt.
...
Ohne Wagner wären wahrscheinlich viele der bedeutendsten Sagen und ihre schriftlichen Überlieferungen heute nur noch einem kleinen Kreis von Mediävisten und Mittelalterfreunden bekannt. „Wer allerdings meint, aus Wagners Werken etwas Zuverlässiges über das sog. Mittelalter, die mittelalterlichen Dichtungen und Sagen zu erfahren, der irrt gründlich.“ Seine Opern sind durchzogen von historischen Ungenauigkeiten und Fehlern, die in den folgenden Kapiteln dieser Arbeit noch angesprochen werden sollen, und selbst die mythische Welt des Mittelalters hat der Dichterkomponist nicht getreu ihren Quellen wiedergegeben.
...
Herfried MÜNKLER schreibt in seinem Essay 'Richard Wagner' im Sammelband 'Deutsche Erinnerungsorte' von Etienne FRANÇOIS und Hagen SCHULZE über den Dichterkomponisten: „Mit der Person und dem Werk Richard Wagners lassen sich zahlreiche materielle wie immaterielle, reelle wie symbolische Erinnerungsorte assoziieren.“ Wagner hat durch seine Musikdramen Städte und Landschaften wie Nürnberg, Brabant oder die Wartburg „mit mythischem Sinn aufgeladen“ und „ihrer tagtäglichen Profanität überhoben“. Durch seinen Ring wurde die Rheinromantik des 19. Jh. verstärkt, die Tetralogie aber auch der Parsifal machten den ‚Deutschen Wald’ zum romantischen Erinnerungsort. Wagners Einfluss auf König Ludwig II. hat ganz entscheidend die Gestaltung Neuschwansteins beeinflusst und durch das eigens für den Komponisten gebaute Bayreuther Festspielhaus ist aus einer fränkischen Kleinstadt ein weltberühmter Kulturtreffpunkt geworden. So wurden diese Orte – teilweise schon zu Lebzeiten Wagners – zu „sakralen Orten“ im kollektiven Gedächtnis der Deutschen, wie auch der internationalen Wagner-Gemeinde.
Doch in der Gedächtnislandschaft der Menschen sind ‚Erinnerungsorte’ nicht nur geografische Orte. Keine Gesellschaft ist denkbar ohne eine Identifizierung mit großen Persönlichkeiten, und so sind viele Erinnerungsorte denn auch personaler Natur. FÜHRER bezeichnet Wagner als den „Musiker-Erinnerungsort schlechthin.“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Zur Einleitung:

Richard Wagner erinnert sich an die Welt des Mittelalters

I.1 Richard Wagner und das Mittelalter

I.2 Richard Wagner und die Erinnerung

II. Erinnerungsorte bei Wagner

II.1 Tannhäuser und die Wartburg

II.2 Die Meistersinger und Nürnberg

II.3 Lohengrin und seine Burgen

II.3.1 Lohengrin in Belgien

II.3.2 Lohengrin in Kleve

III. Erinnerungsorte durch Wagner

III.1 Neuschwanstein

III.2 Mythos Bayreuth

IV. Als Schlusswort:

Die Welt erinnert sich an Richard Wagner

IV.1 Der ideologisierte Wagner

IV.2 Der kommerzialisierte Wagner

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die vielschichtige Beziehung zwischen Richard Wagner, seinem Werk und der Konstruktion von Erinnerungsorten. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Wagner einerseits selbst Mittelalter-Mythen für seine Opern selektierte und verarbeitete und wie andererseits Städte und Landschaften durch ihn zu symbolischen Orten der kollektiven Erinnerung wurden, die häufig politischen und ideologischen Vereinnahmungen ausgesetzt waren.

  • Die Rolle Wagners als Mittler und Schöpfer mittelalterlicher Mythen
  • Analyse geografischer und symbolischer Erinnerungsorte (Wartburg, Nürnberg, Neuschwanstein, Bayreuth)
  • Untersuchung der nationalen und ideologischen Instrumentalisierung Wagners
  • Die Kommerzialisierung und touristische Vermarktung der Wagner-Rezeption

Auszug aus dem Buch

II.3.2 Lohengrin in Kleve

Einen weiteren Erinnerungsort unterschlägt MÜNKLER nun aber auch; und dieser ist für die Erinnerungskultur einiger Deutscher schon ein wenig bedeutender: die Schwanenburg von Kleve. In der niederrheinischen Stadt war der Gralsritter Lohengrin zur Zeit Wilhelm II. bereits „gänzlich eingebürgert“. Stammvater der Grafen von Kleve ist der Legende nach der Schwanenritter Helias. Durch den Erfolg der Wagnerschen Oper rückte Helias wieder ins Bewusstsein der Klever. Durch eine Informationstafel am Eingang der Schwanenburg rückt diese Verbindung auch direkt ins Bewusstsein der Besucher.

Mehr und mehr wurde aus dem legendären Klever Helias der Wagnersche Lohengrin, der sich ja eigentlich in Brabant niedergelassen haben sollte. Aber wer weiß schon, ob der Schwanenritter nicht nach der Vertreibung Telramunds auf dessen Burg lebte, die ja in Kleve gestanden haben könnte. Der Sagenkonstruktion der Klever kamen die historischen Ungewissheiten über die Genealogie der Klever Grafen im 11. Jahrhundert und das Territorium der früheren Grafschaft Brabant zugute, aber auch die Tatsachen, dass Kleve und Brabant seit dem 12. Jahrhundert Verbündete waren und Ida von Brabant nach Kleve eingeheiratet hatte.

Die Burg von Kleve hieß bis zum 19. Jahrhundert einfach nur „Die Burg von Kleve“. Einzig ihr Turm hieß seit mittelalterlichen Zeiten schon „Schwanenturm“ nach dem Wappentier der Klever Edelherren. Mit dem Popularitätsschub des Helias/Lohengrin wurde aus der Burg dann die ‚Schwanenburg’, aus Kleve ab 1878 die ‚Schwanenstadt’.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Zur Einleitung: Wagner wird als „Mittler des Mittelalters“ eingeführt, dessen Opern Mythen belebten, auch wenn sie historisch ungenau blieben.

II. Erinnerungsorte bei Wagner: Untersuchung von Städten wie der Wartburg, Nürnberg und den Lohengrin-Burgen, die durch Wagners Musikdramen symbolisch aufgeladen wurden.

III. Erinnerungsorte durch Wagner: Analyse von Schöpfungen wie Schloss Neuschwanstein und dem Bayreuther Festspielhaus, die als Orte der Wagner-Rezeption entstanden.

IV. Als Schlusswort: Reflexion über die ideologische Instrumentalisierung und die Kommerzialisierung von Richard Wagner bis in die heutige Zeit.

Schlüsselwörter

Richard Wagner, Mittelalter, Erinnerungsort, Wagner-Opern, Tannhäuser, Meistersinger von Nürnberg, Lohengrin, Neuschwanstein, Bayreuth, Mythos, Ideologie, Musiktheater, Kulturgeschichte, Rezeptionsgeschichte, Nationalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die wechselseitige Beziehung zwischen Richard Wagner, seinem künstlerischen Schaffen und der Entstehung von kulturellen Erinnerungsorten in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Mittelalter-Rezeption, die Konstruktion nationaler Identität durch Wagner und die politische sowie kommerzielle Instrumentalisierung seines Werkes.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die facettenreiche Symbolik und die Vieldimensionalität jener Orte zu beleuchten, die durch Wagner oder seine Opern erst zu Orten der Erinnerung wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer kulturwissenschaftlichen Analyse von Erinnerungskulturen, unter Einbeziehung von Fachliteratur und historischen Quellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden konkrete Orte wie die Wartburg, Nürnberg, Neuschwanstein und Bayreuth sowie deren Verbindung zu Wagners Werk detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Erinnerungsort, Mythosproduktion, Wagner-Rezeption und kulturelle Identität geprägt.

Warum spielt die Stadt Kleve in dieser Untersuchung eine besondere Rolle?

Kleve dient als Fallbeispiel für eine Stadt, die ohne direkte historische Grundlage versucht hat, aus touristisch-werblichen Gründen eine Verbindung zum Lohengrin-Mythos herzustellen.

Wie verändert sich die Bedeutung von Erinnerungsorten über die Zeit?

Die Arbeit zeigt, dass die Aussagekraft von Erinnerungsorten dem Zugriff von Sinnstiftern unterliegt und sich je nach historischer Epoche, von der Romantik bis zur Instrumentalisierung durch die Nationalsozialisten, wandeln kann.

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Details

Title
Erinnerungsort Wagner
Subtitle
Richard Wagner erinnert sich an die Welt des Mittelalters - Die Welt erinnert sich an Richard Wagner
College
University of Duisburg-Essen  (Fachbereich Geisteswissenschaften (Geschichte))
Course
Politische Fest- und Erinnerungskultur
Grade
1,0
Author
Magister Artium Kevin Dahlbruch (Author)
Publication Year
2005
Pages
40
Catalog Number
V89995
ISBN (eBook)
9783638044073
ISBN (Book)
9783656568858
Language
German
Tags
Erinnerungsort Erinnerungskultur Wagner Wartburg Tannhäuser Nürnberg Meistersinger Lohengrin Schwanenritter Het Steen Schwanenburg Neuschwanstein Bayreuth
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Kevin Dahlbruch (Author), 2005, Erinnerungsort Wagner, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89995
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