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Ornamentik im Industriedesign

Funktion und Bedeutungswandel des Ornamentes in der Produktgestaltung

Title: Ornamentik im Industriedesign

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 57 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Sandra Mende (Author)

Design (Industry, Graphics, Fashion)
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Summary Excerpt Details

Ornamente spielen in nahezu allen Kulturkreisen und Epochen eine sehr wichtige Rolle. Jedoch wird dies allerdings gerne übersehen, wurde doch gerade das Ornament als normativ-ideologisch stark umstrittenes Gestaltungsmittel schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts als unvereinbar erachtet mit industrieller Fertigung. Umso fremdartiger mutet sicherlich daher die Thematik „Ornamentik im Industriedesign“ an. Dennoch wurde weiterhin, nicht nur im Bereich des Kunsthandwerks, sondern auch in der industriellen Produktgestaltung mit Ornamenten gearbeitet, allerdings ohne, dass diese als solche bezeichnet worden wären, geschweige denn, dass sie Eingang gefunden hätten in die Lehre bzw. die Theorie des Industriedesigns.
Diese bislang fehlende zusammenhängende Darstellung der Funktion und des Bedeutungs-wandels des Ornamentes durch alle Epochen und dessen Interpretation findet im Rahmen die-ser Arbeit statt. Durch die Analyse unterschiedlicher Wirkungspotentiale des Ornamentes soll ein neues Bewusstsein geschaffen werden für die Problematik des Ornamentes und versucht werden, in Zeiten zunehmender Produktuniformität das Ornament als Gestaltungsfaktor neu zu bewerten. Nach einer allgemeinen geschichtlichen Einordnung des Ornamentes, wird dies anhand zweier Beispiele aus dem Industriedesign untersucht. Betrachtet man die Literatur zur Produktgestaltung, ist feststellbar, dass dem Ornament als Gestaltungselement wenig oder gar keine Aufmerksamkeit zugesprochen wird. Das Ornament wurde in den Bereich des Kunsthandwerks verbannt, wo auch seine Ursprünge liegen.
Jedoch vermied der Ausschluss des Ornamentes aus der Theorie der Gestaltung nicht die Produktion von ornamentierten Produkten . Des Weiteren erscheint das Ornament als Gestaltungselement in der gesamten Entwicklungsgeschichte der Menschheit. „Das Ornament konnte offensichtlich nur zeitweise in einigen Stilperioden (wie beispielsweise im Bauhaus) gewissermaßen durch eine gewaltsame Ideologie unterdrückt werden.“
Die These „[...] Sachlichkeit [ist] als Ausdruck der Produktion und Ornament als Ausdruck des Marktes [...]“ zu verstehen, gab den Anstoß zu weiteren Überlegungen für diese Arbeit:
* Existiert ein elementares Bedürfnis nach Ornamenten?
* Was ist aus heutiger Sicht alles unter dem Begriff Ornament zu verstehen?
* Worauf basiert die formale Erscheinung des Ornaments? Wie wirkt es?
* Was sind Einsatzmöglichkeiten des Ornamentes für die Produktgestaltung?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. VORGEHENSWEISE UND AUFBAU DER ARBEIT

2. FUNKTION & BEDEUTUNGSWANDEL - EIN HISTORISCHER ABRISS

2.1 URSPRÜNGE DES ORNAMENTES

2.1.1 Die anthropologische Ebene

2.1.2 Die psychologische Ebene

2.1.3 Die soziologische Ebene

2.2 ORNAMENT IM 19. UND 20. JAHRHUNDERT

2.2.1 Frühindustrielles Design - Historismus

2.2.2 Gegenbewegungen zum Historismus

2.2.2.1 Arts and Crafts

2.2.2.2 Der Jugendstil

2.2.2.3 Die Werkbundbewegung

2.2.3 Funktionalismus

2.2.4 Art Deco

2.2.5 Das Dritte Reich

2.2.6 Die langen 50er Jahre

2.2.7 Zusammenfassung der Ornamentformen

3. BEGRIFFSABGRENZUNGEN UND MERKMALE

3.1 INDUSTRIEDESIGN

3.2 ORNAMENT

3.2.1 Ornament und Muster

3.2.2 Ornament und Dekor

3.2.3 Ornament und Zeichen

3.2.4 Ornament und Symbol

4. WIRKUNGSPOTENTIAL UND TYPOLOGIE

4.1 WIRKUNGSPOTENTIAL DES ORNAMENTES

4.2 ORNAMENTTYPEN DER INDUSTRIELLEN PRODUKTION

4.2.1 Das erweiterte Ornament

4.2.2 Das uneigentliche Ornament

4.2.3 Das funktionale Ornament

4.2.4 Das reine Schmuckornament

4.2.5 Das heraldische Ornament

4.2.6 DAS UNAUFFÄLLIGE ORNAMENT

5. RAUMTEILER ALGUE

5.1 BESCHREIBUNG

5.2 FUNKTION UND WIRKUNGSGRAD DES ORNAMENTES

5.3 WIRKUNG UND ERSCHEINUNG DES ORNAMENTES

5.3.1 Abstraktion

5.3.2 Atmosphäre

5.4 NEUE EINSATZMÖGLICHKEITEN

6. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Ornament als vernachlässigtes Gestaltungselement im Industriedesign neu zu bewerten. Durch eine historische Aufarbeitung der Funktion und des Bedeutungswandels soll ein tieferes Verständnis für die Problematik geschaffen werden, um in Zeiten zunehmender Produktuniformität das Ornament als wichtigen Gestaltungsfaktor zu reaktivieren.

  • Historische Analyse des Ornaments im Industriezeitalter.
  • Differenzierung der Ornamentbegriffe und Wirkungspotentiale.
  • Klassifizierung von Ornamenttypen in der industriellen Fertigung.
  • Untersuchung von Raumteiler-Systemen als moderne Anwendungsbeispiele.

Auszug aus dem Buch

2.1 URSPRÜNGE DES ORNAMENTES

Eine Auseinandersetzung mit dem Ornament und dessen Bedeutung hat schon sehr früh in der Geschichte der Menschheit begonnen. Offenbar dienten Ornamente von jeher dazu, elementare Bedürfnisse des Menschen zu befriedigen. Über den ursprünglichen Sinn der Ornamentierung gibt es verschiedene Erklärungsansätze, die keinesfalls alle durch ein generelles Verlangen des Menschen nach Schmuck zu interpretieren sind.

Die ersten Anfänge von Ornamentierung und Kunst als Artefakte sind auf das Schmücken des eigenen Körpers zurückzuführen. Anzeichen dafür finden sich bereits vor ca. 50.000 Jahren, also in der jüngeren Altseinzeit. So lange zurück werden die Fundstücke von rotem Ocker datiert, von denen man annimmt, dass sie unter anderem zur Körperbemalung verwendet wurden. Hier kann unterschieden werden in den direkten (d.h. z.B. Tätowierung) und den indirekten Körperschmuck (d.h. sämtliche dem Körper beigefügte Utensilien wie z. B. Perlenschnüre, Armreife, etc.).

Zeitlich nachgelagert folgte das Dekorieren der Bekleidung oder von Gegenständen, die den Menschen umgaben. Ornamentale Elemente finden sich bereits auf frühestens ca. 6000 Jahre alten Funden von Gebrauchsgegenständen aus gebranntem Ton.

Die meisten Theorien, sie sich mit den Gründen der Anwendung von Ornamenten beschäftigen, beziehen sich auf den frühzeitlichen Menschen. Read zieht dabei beispielsweise Parallelen zwischen Gegenständen aus der Steinzeit und Produkten aus dem Industriezeitalter, nicht was die Beutung des Ornamentes für den Menschen anbelangt, sondern was allgemeine „Gesetze“ der Ornamentik betrifft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. VORGEHENSWEISE UND AUFBAU DER ARBEIT: Einführung in die Forschungsfragen und die methodische Herangehensweise an das Thema Ornamentik im Industriedesign.

2. FUNKTION & BEDEUTUNGSWANDEL - EIN HISTORISCHER ABRISS: Historische Herleitung des Ornamentbegriffs von den Ursprüngen bis zur Entwicklung während der Industrialisierung und der Moderne.

3. BEGRIFFSABGRENZUNGEN UND MERKMALE: Definition von Industriedesign sowie präzise begriffliche Abgrenzung von Ornament gegenüber Muster, Dekor, Zeichen und Symbol.

4. WIRKUNGSPOTENTIAL UND TYPOLOGIE: Analyse der Wirkungsebenen und Vorstellung einer Typologie mit sechs definierten Ornamentformen in der industriellen Produktion.

5. RAUMTEILER ALGUE: Praktische Analyse eines aktuellen Produktbeispiels zur Untersuchung neuer Einsatzmöglichkeiten für ornamentale Strukturen.

6. ZUSAMMENFASSUNG: Abschließender Überblick über die gewonnenen Erkenntnisse und die Bedeutung des Ornaments als Gestaltungsfaktor.

Schlüsselwörter

Ornament, Industriedesign, Historismus, Funktionalismus, Jugendstil, Ästhetik, Produktgestaltung, Dekoration, Ornamenttypologie, Wirkungsanalyse, Algue, Symbolik, Zeichen, Warenästhetik, Formgestaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Ornament als oft unterbewertetes Gestaltungsmittel in der industriellen Produktentwicklung und analysiert dessen historische Entwicklung sowie aktuelle Funktionen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die anthropologische, psychologische und soziologische Bedeutung des Schmückens, die historische Entwicklung der Ornamentik im Industriedesign sowie die moderne Anwendung an konkreten Produkten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein neues Bewusstsein für die Problematik des Ornaments zu schaffen und aufzuzeigen, wie das Ornament in Zeiten der Produktuniformität als aktiver Gestaltungsfaktor genutzt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse der Ornamentik sowie die Anwendung einer spezifischen Typologie zur Einordnung und Bewertung ornamentaler Erscheinungsformen in der industriellen Produktion.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der Stilperioden, eine theoretische Begriffsbestimmung, die Herleitung einer Ornament-Typologie und die Analyse eines konkreten Design-Objekts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Ornament, Industriedesign, Funktionalismus, Wirkungsästhetik und die Unterscheidung zwischen produktkonformen und nicht produktkonformen Ornamenten.

Wie unterscheidet sich das erweiterte Ornament vom funktionalen Ornament?

Das erweiterte Ornament hat eine hohe Präsenz und eine primär schmückende Funktion mit Bezug zur Ästhetik, während das funktionale Ornament technologisch bedingt ist und eine untergeordnete optische Rolle spielt.

Warum wird der Raumteiler "Algue" als Fallbeispiel gewählt?

Der Raumteiler Algue wird analysiert, weil er durch seine Flexibilität und Komplexität neue Wege aufzeigt, Ornamentik nicht nur als aufgesetzte Dekoration, sondern als integrativen Bestandteil funktionaler Raumgestaltung zu nutzen.

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Details

Title
Ornamentik im Industriedesign
Subtitle
Funktion und Bedeutungswandel des Ornamentes in der Produktgestaltung
College
State Academy of Art and Design Stuttgart  (Institut für Architekturgeschichte und -theorie)
Course
Architekturgeschichte III
Grade
1,2
Author
Sandra Mende (Author)
Publication Year
2008
Pages
57
Catalog Number
V89998
ISBN (eBook)
9783638044097
Language
German
Tags
Ornamentik Industriedesign Architekturgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Mende (Author), 2008, Ornamentik im Industriedesign, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89998
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