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Soziale Arbeit mit Fußballfans. Gruppendynamische Prozesse im Stadion

Titel: Soziale Arbeit mit Fußballfans. Gruppendynamische Prozesse im Stadion

Bachelorarbeit , 46 Seiten

Autor:in: Lukas Müller (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit geht den Fragen nach, inwiefern und auf welche Art und Weise Fanprojekte methodisch Bezug auf Gruppendynamik nehmen. Zunächst wird dabei auf theoretische Aspekte eingegangen werden. In diesem Zusammenhang werden die Begriffe Soziale Arbeit, Gruppe sowie Gruppendynamik geklärt und differenziert. Es geht zuvörderst darum darzustellen, welche Aspekte der vielen Definitionen, die beispielsweise für die Soziale Arbeit vorliegen, für meine Arbeit relevant sind. Darüber hinaus werden die fußballspezifischen Begriffe „Ultras“ und „Hooligans“ dargelegt.

Es folgen Ausführungen zu Gruppen, die sich unter anderem auf die Macht der Gruppe, Rollen und Führungsstil beziehen. Dabei wird immer berücksichtigt, welche Facetten in Bezug auf die untersuchte Frage Priorität genießen. Der nächste Abschnitt wird sich der Faszination Fußball widmen. Der Ablauf des Spiels wird erörtert, sowohl aus Sicht des Zuschauers als auch aus Spielersicht. Zudem wird die Geschichte des Fußballs kurz umrissen und erklärt, wieso gerade Fußball viele Menschen so in seinen Bann zieht.

Die Macht und die Wucht, die dieser Sport mit sich bringt, soll herausgestellt werden, um ein Verständnis und ein Gefühl für die Gruppendynamik innerhalb der Fanszene aufzubauen. Im weiteren Verlauf wird die Soziale Arbeit mit Fußballfans näher beleuchtet. Dabei werden insbesondere Fanprojekte Gegenstand der Untersuchung sein. Außerdem wird herausgearbeitet, wo möglicherweise Grenzen der Sozialen Arbeit mit Fußballfans liegen.

Im zweiten Teil der Arbeit ist vor allem die Gruppendynamik in der Fankurve von Bedeutung. Das Fanverhalten in der „Kurve“ wird untersucht. Dazu gehören Rituale wie beispielsweise Choreografien oder Fangesänge. Darüber hinaus wird aber auch auf Rassismus / Diskriminierung, Interaktionen und Gewalt im Stadion eingegangen. Auch das Verhältnis der Ultras mit der Polizei wird thematisiert. Anschließend wird ein Zusammenhang zwischen Fanprojekten und Gruppenpädagogik bzw. gruppenbezogenen Ansätzen hergestellt.

Hierzu werde ich mit Blick auf die Praxis verschiedene Fanprojekte mit einbeziehen. Zum Schluss werde ich mit Blick auf meine vorherigen Ausführungen und Erkenntnisse die Frage beantworten, inwiefern und auf welche Art und Weise Fanprojekte methodisch Bezug auf Gruppendynamik nehmen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Theoretische Aspekte

1.1 Begriffserklärungen

1.1.1 Soziale Arbeit

1.1.2 Gruppe

1.1.3 Gruppendynamik

1.1.3.1 Rollen

1.1.3.2 Autorität

1.1.4 Ultras und Hooligans

1.2 Faszination Fußball

1.2.1 Fußball als Volkssport

1.3 Soziale Arbeit mit Fußballfans

1.3.1 Fanprojekte

2. Gruppendynamik in der Fankurve

2.1 Fanverhalten der Ultras

2.1.1 Rituale

2.1.1.1 Choreografien

2.1.1.2 Pyrotechnik

2.1.2 Diskriminierung und Antidiskriminierung

2.1.3 Interaktionen

2.1.4 Gewaltsame Auseinandersetzungen

2.1.4.1 Ultras und die Polizei

2.2 Zusammenhang zwischen Fanprojekten und Gruppenpädagogik

3. Diskussion

Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwiefern und auf welche Art und Weise Fanprojekte methodisch Bezug auf gruppendynamische Prozesse in der Fankurve nehmen. Das Ziel ist es, durch die theoretische Fundierung und praxisnahe Analyse aufzuzeigen, wie Sozialarbeit zur positiven Gestaltung dieser Dynamiken beitragen kann.

  • Grundlagen der Soziologie und Psychologie von Gruppen
  • Die Rolle der Gruppendynamik innerhalb der Ultraszene
  • Methoden und Ansätze der Sozialen Arbeit mit Fußballfans
  • Analyse von Konfliktpotenzialen wie Diskriminierung und Gewalt
  • Wechselwirkung zwischen polizeilichen Maßnahmen und Fan-Solidarisierung

Auszug aus dem Buch

2.1.4 Gewaltsame Auseinandersetzungen

Die Verhinderung gewaltsamer Auseinandersetzungen im Rahmen von Fußballspielen ist wohl eine der größten Aufgaben, vor denen die Verantwortlichen je standen. Hier sind Verbände, Vereine, aber auch Polizei und Politik betroffen. Zuletzt gab es beim Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 Ausschreitungen. Die Gästefans hatten während des Spiels die Dortmunder Anhänger u.a. provoziert, indem sie ein Plakat zeigten auf dem stand: „Immer noch ne Bombenidee, Freiheit für Sergej W.“. Dieser hatte vor etwa zwei Jahren einen Bombenschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus verübt und ist dafür zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren verurteilt worden. Als Reaktion darauf versuchten einige Dortmunder Fans nach Spielschluss, den Gästeblock zu erreichen bzw. ihn zu stürmen. Die Polizei konnte sie nur mühsam davon abhalten (vgl. Bröhl 2019). In der aktuellen öffentlichen Debatte spielen auch mögliche strukturelle Veränderungen eine Rolle. Die drastischste wäre das diskutierte Verbot von Stehplätzen, wie es beispielsweise bereits in England existiert. Dies würde aller Voraussicht nach zu einer schlechteren Stimmung im Stadion führen.

Befürworter führen allerdings an, dass die Anonymität der Masse gerade durch Stehplätze und die daraus resultierende Personenverdichtung gewährleistet ist (vgl. Winands 2015, S.72). Eilenberger bezeichnet die Personenmassen eines Fußballstadions als „anonymisierend und eskalationsfreudig“ (Eilenberger 2018, S. 46). Darüber hinaus erklärt er, dass Gewalt im Fußball sich aus seiner Geschichte heraus entwickelt hat, unter anderem auch aufgrund der dominierenden Männderdomäne. Fußball ist aber nicht aufgrund seines Wesens Anziehungspunkt für gewalttätige Handlungen, vielmehr lockt eben die große Masse und daraus resultierende Anonymität gewaltbereite Gruppen an.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation für das Thema und führt in die Relevanz der Untersuchung von gruppendynamischen Prozessen in der Fankurve ein.

1. Theoretische Aspekte: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Soziale Arbeit, Gruppe und Gruppendynamik und beleuchtet die Besonderheiten der Ultra- und Hooliganszene sowie die historische Entwicklung des Fußballs.

2. Gruppendynamik in der Fankurve: Der Hauptteil analysiert das Verhalten der Ultras, angefangen bei Ritualen über Diskriminierung bis hin zur Gewalt und dem spannungsreichen Verhältnis zur Polizei.

3. Diskussion: Hier werden die theoretischen Erkenntnisse mit der Praxis der Fanprojekte verknüpft, um zu beantworten, wie methodisch auf gruppendynamische Prozesse eingewirkt werden kann.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Fußballfans, Ultras, Gruppendynamik, Fankurve, Fanprojekte, Gewaltprävention, Stadion, Diskriminierung, Gruppenpädagogik, Sozialpädagogik, Pyrotechnik, Identität, Rollenkonflikt, Hilfesysteme

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der Sozialen Arbeit im Kontext der Fankultur, insbesondere unter Berücksichtigung gruppendynamischer Prozesse bei Ultras.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Kernbereichen gehören die Gruppendynamik in der Kurve, die pädagogische Arbeit von Fanprojekten sowie die Analyse von Fanverhalten und Konfliktlagen im Stadion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern und auf welche Weise Fanprojekte methodisch Bezug auf gruppendynamische Prozesse nehmen, um präventiv oder unterstützend einzuwirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer und pädagogischer Ansätze, die auf die spezifischen Verhältnisse der Fußballfanszenen angewendet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das Verhalten der Ultras, Themen wie Rituale, Diskriminierung und Gewalt sowie das schwierige Verhältnis zwischen Fans und Polizei detailliert beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Soziale Arbeit, Gruppendynamik, Fankurve, Ultras, Fanprojekte, Gewaltprävention und Stadion.

Warum spielt die Anonymität der Masse eine so große Rolle für die Gruppendynamik im Stadion?

Die Anonymität, die insbesondere durch die Personenverdichtung auf Stehplätzen entsteht, verstärkt gruppendynamische Prozesse und kann das Ausleben von Emotionen sowie das Verhalten der gesamten Gruppe beeinflussen.

Welchen Einfluss haben Fanprojekte konkret auf das Handeln der Ultras?

Fanprojekte versuchen durch Beziehungsarbeit und das Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ Einfluss auf die Gruppenstruktur zu nehmen, indem sie den Jugendlichen Alternativen aufzeigen und ihre sozialen Kompetenzen fördern.

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Details

Titel
Soziale Arbeit mit Fußballfans. Gruppendynamische Prozesse im Stadion
Autor
Lukas Müller (Autor:in)
Seiten
46
Katalognummer
V899993
ISBN (eBook)
9783346210715
ISBN (Buch)
9783346210722
Sprache
Deutsch
Schlagworte
arbeit fußballfans gruppendynamische prozesse soziale stadion Fußball
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lukas Müller (Autor:in), Soziale Arbeit mit Fußballfans. Gruppendynamische Prozesse im Stadion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/899993
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  46  Seiten
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