Unterrichtsprinzipien als Grundsätze der Unterrichtsgestaltung: Die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen an einem Unterrichtsbeispiel erläutern


Zwischenprüfungsarbeit, 2002

34 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung
1.1 Zum Thema
1.2 Aufbau dieser Hausarbeit

2Unterrichstsprinzipien als Grundsätze der Unterrichtsgestaltung
2.1 Unterrichtsprinzipien: Eine Definition
2.2 Das Prinzip der Motivierung
2.2.1 Eine Definition
2.2.2 Prinzip der Motivierung im Unterricht
2.3 Das Prinzip der Veranschaulichung
2.3.1 Eine Definition
2.3.1 Prinzip der Veranschaulichung im Unterricht
2.4 Das Prinzip der Differenzierung
2.4.1 Eine Definition
2.4.2 Prinzip der Differenzierung im Unterricht

3Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen
3.1 Zwei unterschiedliche Geschlechter – Mädchen und Jungen
3.2 Die Mädchen
3. 2. 1 Der Körperbau von Mädchen
3.2.2 Die Pubertät bei Mädchen – Eine Frau zu werden
3. 3 Die Jungen
3. 3. 1 Der Körperbau von Jungen
3.3.2 Die Pubertät bei Jungen – Ein Mann zu werden
3.4 Weitere Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen

4 Die Unterschiede zwischen Mädchen und
Jungen an einem Unterrichtsbeispiel erläutern
4.1 Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen als Gegenstandsbereich der exualerziehung
4.2 Der Unterschied der Geschlechter im 1. chuljahr
4.3 Der Unterschied der Geschlechter im 3. chuljahr

5 Eigene Meinung

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Zum Thema

Das Thema „Unterrichtsprinzipien als Grundsätze der Unterrichtsgestaltung: Die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen an einem Unterrichtsbeispiel erläutern“ ist als ein Gegenstandsbereich der Didaktik weitgehend als eine fächerübergreifende Problematik zu betrachten und demnach auch so darzustellen. Da nicht nur die Prinzipien des Unterrichts hier primären Stellenwert haben, sondern auch die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen an einem Unterrichtsbeispiel erläutert werden, müssen verschiedene Fakten, Erkenntnisse, und Theorien aus den Wissenschaftsbereichen der Didaktik, Pädagogik, Biologie und Soziologie einbezogen und erläutert werden, da nur so das Thema eine klare Form bekommt und ganzheitlich bearbeitet werden kann. Die Wichtigkeit der Thematik für die Grundschule und der Grundschuldidaktik sollte bei der Darstellung daher hervorgehoben und veranschaulicht werden.

1.2 Aufbau dieser Hausarbeit

Das Thema soll weitgehend differenziert, informativ und wissenschaftlich bearbeitet werden. In dieser Hinsicht haben Definitionen, Erklärungen und Erläuterungen von wichtigen und relevanten Fachtermini einen großen Stellenwert. Da dieser Untersuchungsgegenstand eine große, doch überschaubare, Reichweite an Unterthemen hat, werde ich mich in drei Abschnitten mit diesem Thema beschäftigen und auseinandersetzen:

- Zunächst werde ich auf verschiedene Unterrichtsprinzipien eingehen und einige von diesen im Zusammenhang für die Unterrichtsgestaltung näher erläutern.
- Anschließend werde ich auf die biologischen Merkmale von Mädchen und Jungen eingehen, um dabei die Unterschiede zwischen den Geschlechtern herauszuarbeiten.
- In einem dritten Teil werde ich an einem Unterrichtsbeispiel erklären, wie ein/e Grundschullehrer/in die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen im Unterricht für Grundschulkinder thematisieren, einbeziehen und gestalten kann und sollte.

2 Unterrichtsprinzipien als Grundsätze der Unterrichtsgestaltung

2.1 Unterrichtsprinzipien: Eine Definition

Sobald der Begriff Prinzipien im Zusammenhang mit dem Begriff Unterricht erwähnt wird, Unterrichtsprinzipien eben, werden Methoden gemeint, welche zum unterrichten vom Lehrenden praktiziert werden, um den Lernenden auf einer bestimmten Art und Weise in den Unterricht zu integrieren und den Unterrichtsinhalt für diesen zugänglich zu machen. Unter dem didaktischen Begriff Unterrichtsprinzipien versteht der Autor Hartwig Schröder „Grundsätze, welche die methodische Gestaltung des unterrichtlichen Lehrens und Lernens bestimmen. Als Bestimmungsfaktoren des Unterrichts beziehen sie sich auf die Art und Weise (Methode), wie der ausgewählte Inhalt zur Erreichung der gesetzten Ziele den Schülern vermittelt werden soll“ (SCHRÖDER 1996, S. 131). Nach dieser Definition gelten Unterrichtsprinzipien als wichtige Grundsätze der Unterrichtsgestaltung und sind demnach Elemente der Didaktik, also der „Wissenschaft und Theorie des Lehrens“1. Prinzipien des Unterrichts haben die Intention, Möglichkeiten und Angebote der Unterrichtsgestaltung zu bieten. Lernvorgänge sollen durch diese gelenkt und überhaupt ermöglicht werden. Als unterschiedliche didaktische Verfahrensweisen gelten Unterrichtsprinzipien allgemein:

[…]„… sie betreffen bei unterschiedlicher Schwerpunktbildung alle Unterrichtsfächer (naturwissenschaftlich-mathematischer Bereich, sprachlich-soziokultureller Bereich), sämtliche Altersstufen (Primar- und Sekundarstufen) und alle Schularten (Hauptschule, Sonderschule, Gymnasium u.a.).“2 […]

Demnach ändern sich nur die zu unterrichtenden Inhalte verschiedenartig. Es gibt unterschiedliche Unterrichtsprinzipien, die als Methoden verschiedene Schwerpunkte haben. Hierbei haben die Motivierung, die Veranschaulichung, die Aktivierung, die Differenzierung, die Erfolgsbestätigung und die Erfolgssicherung als Prinzipien des Unterrichts einen wichtigen Stellenwert und bieten unterschiedliche thematische Leitgedanken. Im folgenden werden die Unterrichtsprinzipien der Motivierung, der Veranschaulichung und der Differenzierung dargestellt und erläutert.

2.2 Das Prinzip der Motivierung

2.2.1 Eine Definition

Zunächst muss der Begriff Motivierung als Unterrichtsprinzip eindeutig von Begriffen wie Motiv und Motivation unterschieden werden. Im allgemeinen Sprachgebrauch haben diese Begrifflichkeiten zwar oft eine deckungsgleiche Bedeutung, doch in der Didaktik muss eine klare Abgrenzung deutbar sein. Das Motiv ist als „Beweggrund, Antrieb, Ursache oder Leitgedanke“3 des Verhaltens oder der Einstellung zu verstehen, wobei demnach die Motivation die Gesamtheit der Motive zum Ausdruck bringt. Die Motivierung ist das Motivieren, also Maßnahmen die „zu etwas anregen, veranlassen“4. Die Motivierung als Unterrichtsprinzip sind demnach Methoden, welche vom Lehrer im Unterricht praktiziert werden, um Motivation bei den Schülern zu bewirken und Erfolg bei deren Lernprozessen zu garantieren:

[…]„Motivierung im Unterricht heißt Weckung und Berücksichtigung von Lern- und Leistungsbedürfnissen der Schüler.“5 […]

In dieser Hinsicht muss die Wichtigkeit von Motiven, die als Bedürfnisse gedeutet werden können, für die Motivierungsmethoden hervorgehoben und erwähnt werden. Dr. Wolfgang Schönpflug, Professor für Psychologie am Institut für Psychologie der Freien Universität Berlin, schildert die Abhängigkeit zwischen Motiven und Bedürfnissen folgendermaßen:

[…]„Menschen haben körperliche, geistliche und soziale Bedürfnisse (z.B. Hunger, Neugier, Machttrieb). Bedürfnisse werden zu Motiven, d.h. zu Beweggründen, die alle anderen Funktionen wie Wahrnehmung, Denken und Handeln in Gang zu setzen vermögen. Sie lenken das Erkenntnisinteresse (z.B. die Aufmerksamkeit während der Beobachtung), die Vorstellung (z.B. in Wunschträumen) und die Handlungen (z.B. den Fortgang einer Arbeit).“6 […]

Demnach kann man Bedürfnisse als Motive bzw. Motivation ansehen, wobei es unterschiedliche Motivationsformen gibt. Im Rahmen dieser Hausarbeit werden einige Motivationsformen, welche ausschlaggebend und wichtig im Bereich des schulischen Lernens sind, aufgegriffen und erläutert. An dieser Stelle ist jedoch wichtig darzustellen, wie das Prinzip der Motivierung im Unterricht an- bzw. eingesetzt werden kann.

2.2.2 Prinzip der Motivierung im Unterricht

Wie bereits erläutert soll durch das Unterrichtsprinzip Motivierung, als didaktisches Prinzip, die Weckung, Schaffung und Berücksichtigung von Lern- und Leistungsbedürfnissen der Schüler ermöglicht werden. Einige Methoden, die Schüler im Unterricht zu motivieren, könnten sein:

- Die Erhaltung des kindlichen Wissensbedürfnisses. Das Wissensbedürfnis, dass die Kinder häufig mit in die Schule bringen, sollte nicht unterdrückt werden. Dieses Wissensbedürfnis kann als Motivationsfaktor angesehen werden und sollte erhalten bleiben. Die Schülerfragen, welche vom Kind als Fragebedürfnis erlebt wird, sollten daher nicht abgewiesen werden.
- Weckung der Aufmerksamkeit durch Konfrontation mit dem Unterrichtsinhalt. Durch Problem- oder Aufgabenstellungen kann eine Konfrontation des Schülers mit dem Unterrichtsinhalt ermöglicht werden. Auch durch Sachbegegnungen kann dies erfolgen. Die Schüler müssten demnach aktiv in den Unterricht einbezogen werden. Der Unterricht und der Unterrichtsinhalt sollten, vor allem für jüngere Schüler, erlebbar sein.
- Differenzierung im Schwierigkeitsgrad. Um eine Motivation Aufrecht zu erhalten bzw. zu fördern, sollte das Anforderungsniveau vom Lehrer vom Anspruchsniveau der Schüler nicht abweichen oder diesen überfordern. Das, was vom Lehrer als Ziel gesetzt wird, sollte vom Schüler auch erreichbar sein. Ansonsten könnten die Schüler ihre Fähigkeiten als minder bewerten.
- Vermeidung normorientierter Bewertung. Die Leistungsmotivation eines Schülers sollte im engen Zusammenhang mit den individuellen Anstrengungen und Leistungssteigerungen betrachtet werden. Natürlich benötigt der Lernende bei Erreichung eines Lernfortschrittes eine positive Rückmeldung, doch es sollte deutlich werden, dass diese Rückmeldung für das persönliche Engagement des Schülers ist und dieses sollte nicht in Rahmen der Benotungsrichtlinien geschehen.

Diese Maßnahmen sind für die Motivierung als Unterrichtsprinzip die wichtigsten und sollten, wenn möglich und erforderlich, in den Unterricht einbezogen werden.

2.3 Das Prinzip der Veranschaulichung

2.3.1 Eine Definition

Wie bei dem Begriff Prinzip der Motivierung stehen bei dem Prinzip der Veranschaulichung verschiedene Begriffe im Zusammenhang, die eigentlich unterschieden werden sollten. Die Veranschaulichung als Unterrichtsprinzip fordert Anschaulichkeit vom Unterricht und „Anschaulichkeit weist ein Unterricht auf, in dem es möglich ist, Unterrichtsinhalte durch Wahrnehmungen mittels der Sinnesorgane zu erfassen. Anschaulichkeit ist die Voraussetzung für Erkenntnisgewinnung durch Wahrnehmung“ (SCHRÖDER 1996, S. 137). Die Reichweite oder das Verständnis der Anschauung im didaktischen Sinne setzt an die der Anschaulichkeit an: „Eine Anschauung liegt dann vor, wenn das Erkannte in seinen Details in sich schlüssig und als Ganzes widerspruchsfrei den seitherigen Erfahrungen zugeordnet werden kann und die Gewinnung weiterer Erkenntnisse als Wirkfaktor mitbestimmt“ (SCHRÖDER 1996, S. 137). Nach dieser Unterscheidung zwischen den wichtigen Begriffen Anschaulichkeit und Anschauung kann man das Prinzip der Veranschaulichung folgendermaßen definieren:

[…]“Veranschaulichung im Unterricht heißt, den Unterrichtsstoff so darbieten, dass die Schüler ihn mit Hilfe ihrer Sinnesorgane und entsprechend ihrer Auffassungsfähigkeit umfassend und zutreffend erkennen können.“7 […]

Demnach soll das Prinzip der Veranschaulichung den Unterricht erlebbar machen, in dem die Sinnesorgane der Schüler angeregt werden.

2.3.2 Prinzip der Veranschaulichung im Unterricht

Sobald es im Rahmen des Unterrichts möglich ist, sollte die Veranschaulichung im Unterricht dadurch erfolgen, dass der zu bearbeitende Gegenstand selbst im Mittelpunkt des Unterrichts steht. Die Lehrperson sollte den Unterricht im ständigen Bezug auf den Gegenstand gestalten, weil so die Sachbezogenheit erhalten bleibt. „Veranschaulichung zeichnet sich also durch eine ständige Sachbezogenheit“ (SCHRÖDER 1996, S. 140). Die Vorführung des wirklichen Gegenstands wäre die lernwirksamste Form der Sachbegegnung. Doch wenn diese Form der Veranschaulichung nicht möglich ist, kann die Sache oder der Gegenstand auch andersartig vorgeführt werden. Wichtig bei der Veranschaulichung jedoch ist es, sofern es möglich ist, realitätstreu und Sachbezogen zu sein. An die Stelle des echten Gegenstandes kann das Präparat treten, das naturgetreu dem echten Gegenstand nachempfunden worden ist. Obwohl das Präparat für wiederholende und zeitlich unbegrenzte Beobachtungen sich gut eignet, weist es wegen der Unbeweglichkeit einen Nachteil vor. Das Schülerinteresse wäre für kurze Zeit geweckt. Ähnlich ist es mit dem Modell. Das Modell stellt die Wirklichkeit zwar in einer Ersatzform dar und kann Sachbezogen wirken, doch es ist nicht die Wirklichkeit selbst. Größeres Interesse schenken die Schüler meist den bildhaften Darstellungen. Der Film weckt durch Farbe und bewegten Bildern zwar das Interesse der Schüler, doch wegen ständigem Wechsel der Bilder und Szenen ist es fraglich, vor allem bei jüngeren Schülern, ob diese die Zusammenhänge verstehen und das Ziel Sachbezogenheit zu gewähren erreicht wird. Das Bild, als unbewegte Form der bildhaften Darstellung, ist wohl das meist im Unterricht eingesetzte Veranschaulichungsmaterial. Doch noch weniger als das Modell entspricht dieser der Wirklichkeit. Zur symbolhaften Darstellungsebene gehört das Schema. Da es weit von der Wirklichkeit entfernt ist, sollte es im Unterricht bei jüngeren Schülern nicht angewendet werden. „Seine Anwendung als Anschauungsmittel beschränkt sich daher auf eine schematische Zusammenfassung der beobachteten Realität, also in der nachfolgenden Besprechung als Mittel zur Hervorhebung von Besonderheiten und als Gedächtnisstütze“ (SCHRÖDER 1996, S. 141). Mit der Wirklichkeit nichts mehr zu tun hat das Symbol. Sie sollten eingesetzt werden, wenn es wirklich nicht mehr auf das Gegenstand ankommt.

Veranschaulichender Unterricht strebt also auf Sachbezogenheit. Im Zusammenhang dazu sollte die Lehrperson aber auch auf weitere Gesichtspunkte achten. Lenkung, keine Übersättigung, Vertiefung, Aktivierung und Eigeninitiative wären die wichtigsten didaktischen Grundsätze, die für die Realisierung des Unterrichtsprinzips Veranschaulichung relevant wären. Diese Grundsätze werden im Verlauf dieser Hausarbeit nochmals erwähnt und erläutert.

2.4 Das Prinzip der Differenzierung

2.4.1 Eine Definition

Bei der Berücksichtigung und Einbeziehung des Schülers und dessen Fähigkeiten, Interessen und Lernvoraussetzungen in den Unterricht hat das Prinzip der Differenzierung im Unterricht einen wichtigen Stellenwert:

[…]“Differenzierung ist die Auflösung des heterogenen Klassenverbandes zugunsten homogener Gruppen in bezug auf die Leistungsfähigkeit oder Interessenrichtung der Schüler.“8 […]

Diese Definition beinhaltet zu gleich auch die Maßnahmen, welche bei der Unterrichtsgestaltung zur Verwirklichung des Prinzips eingesetzt werden können. An dieser Stelle wäre die Unterscheidung von zwei wichtigen Differenzierungsmöglichkeiten relevant. Zum einen kann die Differenzierung nach den Fähigkeiten der Schüler erfolgen, also nach Schwierigkeitsgraden der Anforderungen an den Entwicklungstand und die Leistungsfähigkeit der Schüler, zum anderen kann die Differenzierung nach den Interessen der Schüler geschehen, also nach Lernzielen und Angeboten an ihre Neigungen und Lernbedürfnissen.

2.4.2 Prinzip der Differenzierung im Unterricht

Doch egal auf welcher Art die Differenzierung erfolgt, „…man kommt dem Schüler entgegen, holt ihn bei seinem derzeitigen Lernzustand ab“ (SCHRÖDER 1996, S. 153). Da die Differenzierung nach Fähigkeiten oder Interessen der Schüler in der Schulklasse stattfindet, spricht man von einer inneren Differenzierung, welche den Unterricht prägt: „Fähigkeiten und Interessen wirken sich hierbei aus auf die Inhaltsauswahl, die Methodengestaltung, den Sozialformen oder den Medieneinsatz im Unterricht“ (SCHRÖDER 1996, S. 156). Die innere Differenzierung wird in der Unterrichtsgestaltung zumeist als Gruppenarbeit umgesetzt. Auch Partner- oder Einzelarbeit dienen zur Differenzierung dieser Art. Bei der Gruppenarbeit unterscheidet man die Formen der Gruppenbildung: Die formelle Gruppe bildet sich durch Anregung von außen, dem Lehrer z.B., wobei die informelle Gruppe sich auf freiwilliger Basis bildet, also ohne Anregung von außen. In der arbeitsteiligen Gruppenarbeit bekommen die Gruppen unterschiedliche Aufgaben zugewiesen, die eine große Aufgabe gemeinsam lösen soll. Die themengleiche Gruppenarbeit sieht vor, jeder Gruppe die gleiche Aufgabe bzw. Thematik zu geben. Damit die Gruppenarbeit zielgerecht und effektiv vollzogen werden kann, sollte man nach Schröder (1996, S. 161) auf bestimmte und unumgängliche Regeln achten: Vorbereitende Organisation der Gruppenarbeit, klare und deutliche Zielsetzung, Störungen nach Arbeitsbeginn vermeiden, Gleichberechtigung der Gruppenmitglieder und die Verwertung des Arbeitsergebnisses. Im Gegensatz zur Gruppenarbeit kann man die Differenzierung im Unterricht auch unter Berücksichtigung der Fähigkeiten und Interessen jedes einzelnen Schülers gestalten. Hierbei spricht man von der Individualisierung, dass „…in der Regel im differenzierten Unterricht nur bei individueller Einzelbetreuung bzw. unter Bildung von Kleistgruppen möglich“9 ist. Nicht nur bei der Differenzierung als Unterrichtsprinzip, sondern auch bei den anderen Unterrichtsprinzipien, gibt es weitere und vielschichtige Maßnahmen und Methoden bei der Unterrichtsgestaltung zu beachten. Einige von diesen Methoden werden in dieser Hausarbeit noch erklärt. Im Hinblick auf den dritten Teil dieser Hausarbeit, dem Unterrichtsbeispiel, sollte die Darstellung und Erläuterung dieser drei Unterrichtsprinzipien vorerst genügen.

[...]


1 Zöpfl, H. (Hrsg.): Kleines Lexikon der Pädagogik und Didaktik. S. 44.

2 Schröder, H.: Lernen und Lehren im Unterricht. S. 131.

3 Duden: Das Fremdwörterbuch. S. 534.

4 Duden: Das Fremdwörterbuch. S. 534.

5 Schröder, H.: Lernen und Lehren im Unterricht. S. 132.

6 Asanger, R./Wenninger, G. [Hrsg.]: Handwörterbuch Psychologie. S. 9-10.

7 Schröder, H.: Lernen und Lehren im Unterricht. S. 137.

8 Schröder, H.: Lernen und Lehren im Unterricht. S. 152.

9 Schröder, H.: Lernen und Lehren im Unterricht. S. 162.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsprinzipien als Grundsätze der Unterrichtsgestaltung: Die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen an einem Unterrichtsbeispiel erläutern
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1.3
Autor
Jahr
2002
Seiten
34
Katalognummer
V9001
ISBN (eBook)
9783638158183
Dateigröße
574 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Unterrichtsprinzipien, Grundsätze, Unterrichtsgestaltung, Unterschiede, Mädchen, Jungen, Unterrichtsbeispiel
Arbeit zitieren
Murat Kütük (Autor), 2002, Unterrichtsprinzipien als Grundsätze der Unterrichtsgestaltung: Die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen an einem Unterrichtsbeispiel erläutern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9001

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