Kaum ein anderes Thema wird in den letzten Monaten von der Medienwelt so intensiv
behandelt wie die Hypothekenkrise in den USA. Meldungen über Entlassungen, ungewöhnlich hohe Abschreibungen, Rekordverluste und Liquiditätseng pässe auf den Finanzmärkten verbreiten besonders unter Kapitalanlegern Unsicherheit. Betroffen ist dabei längst nicht nur der Hypothekenmarkt. Um einen Überblick zu bekommen, wer aus welchen Gründen an den turbulenten Geschehnissen beteiligt ist, wird die Hypothekenkrise zu Beginn der Arbeit in den globalen Finanzsektor eingeordnet. Das darauf folgende Kapitel beleuchtet die einzelnen Akteure mit ihren Rollen, betrachtet die wichtigsten Ereignisse im zeitlichen Kontext und liefert Gründe für das Ausmaß. Anschließend werden die Auswirkungen auf den betroffenen Märkten beschrieben
und wird auf die Maßnahmen seitens der amerikanischen Notenbank und Regierung, die der Krise entgegenwirken sollen, eingegangen. Zum Abschluss wird die Situation auf dem deutschen bzw. europäischen Markt behandelt und ein aktueller Ausblick auf die Markttendenzen gegeben. Eine gezogenes Fazit sowie der darin enthaltende Hinweis auf einen alternativen Anlagetrend runden diese Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Ziel und Aufbau der Arbeit
2 Volkswirtschaftliche Verflechtungen durch die Finanzpolitik
2.1 Der globale Finanzmarkt
2.2 Gefahren einer Störung
3 Die Entstehung der Krise
3.1 Aufgaben und Ziele der Immobilienmarktteilnehmer
3.1.1 Private Haushalte
3.1.2 Banken
3.1.3 Ratingagenturen
3.1.4 Zweckgesellschaften
3.1.5 Finanzinvestoren
3.1.6 Bondsversicherer
3.1.7 Notenbanken
3.2 Ablauf der Ereignisse
3.2.1 Der Aufbau einer Immobilienblase
3.2.2 Gründe für den Niedergang
3.2.3 Folgen für den Finanzmarkt
3.3 Gefahren des Finanzmarktes
3.4 Verantwortliche der Krise
4 Auswirkungen und Maßnahmen
4.1 Auswirkungen auf die betroffenen Märkte
4.2 Maßnahmen der Federal Reserve
4.3 Maßnahmen der amerikanischen Regierung
5 Situation in Deutschland und Europa
5.1 Unmittelbare Folgen
5.2 Unterschiede in der deutschen Baufinanzierung
6 Ausblick für den globalen Finanzmarkt
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Ursachen und globalen Auswirkungen der US-Hypothekenkrise, untersucht die Rollen der beteiligten Finanzmarktakteure und bewertet die ergriffenen Gegenmaßnahmen sowie die Übertragbarkeit auf den deutschen und europäischen Markt.
- Analyse der Immobilienmarktteilnehmer und deren Beitrag zur Krise
- Untersuchung der Entstehung und des Ablaufs der US-Immobilienblase
- Evaluierung der Auswirkungen auf globale Finanzmärkte und Banken
- Darstellung der Maßnahmen von Zentralbanken und Regierung
- Vergleich der Situation in den USA mit dem deutschen Baufinanzierungsmarkt
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Der Aufbau einer Immobilienblase
Der Ausbruch der Immobilienkrise im Sommer 2007 beendete abrupt das Wirtschaftswachstum in den USA. Bevor es dazu kam, wuchs der Arbeitsmarkt nach dem Platzen der Internetblase im März 2001 mit stetigen Lohnsteigerungen, dank einer boomenden Wirtschaft, jährlich stark an. Ausgangspunkt war Kalifornien, wo Teile einer Generation durch Immobilienerbe vermögend wurden. Als Kapitalanleger suchten diese nach günstigen Kaufgelegenheiten im ganzen Land.
Die hohe Nachfrage nach Immobilien besonders von Zuwanderern brachte einen weiteren Aufschwung am Markt. Jährliche, übertriebene Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt, 20 % in einigen US-Städten, überstiegen dabei die Einkommenssteigerungen um ein Vielfaches. Massive Leitzinssenkungen der Fed zwischen Anfang 2001 und Mitte 2003 von 6,5 auf 1,0 % stellten den Banken hohe Liquidität zur Verfügung. Die Nachfrage stieg weiter an. Banken ließen sich dazu verleiten, ihre Kreditvergaberichtlinien zu lockern. Solange der Immobilienwert anstieg, erhöhte sich auch die Anzahl der vergebenen Hypothekenkredite.
Vollfinanzierungen für den Bau von Eigenheimen waren keine Seltenheit, d.h. Eigenkapital wurde nicht benötigt, allerdings sind aufgrund des riskanten Geschäftes die Zinsen in diesen Fällen höher als bei normalen Hypothekendarlehen. Angebote mit anfänglicher Zinsbefreiung und später ansteigenden Zinssätzen ermutigten die Haushalte Kredite aufzunehmen. Der Subprime-Markt profitierte davon am meisten. Die Möglichkeit, mit Immobilien aus einer finanziell angespannten Lage zu kommen, ließ das Teilsegment zu einem bedeutenden Kreditnehmer werden. Banken sahen eine gute Gelegenheit diesen Markt an den „günstigen“ Krediten teilhaben zu lassen. Die Kreditvergabe an private Haushalte erfolgt sehr aggressiv und bewusst risikobehaftet, Einkommens- und Vermögensnachweise wurden vernachlässigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ziel und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Thematik der Hypothekenkrise und Skizzierung der methodischen Herangehensweise der Arbeit.
2 Volkswirtschaftliche Verflechtungen durch die Finanzpolitik: Erläuterung der globalen Vernetzung der Finanzmärkte und der daraus resultierenden Gefahren bei Störungen.
3 Die Entstehung der Krise: Detaillierte Analyse der Akteure, des Aufbaus der Immobilienblase und der auslösenden Faktoren des Niedergangs.
4 Auswirkungen und Maßnahmen: Untersuchung der Folgen für die Finanzmärkte sowie der staatlichen Rettungsversuche in den USA.
5 Situation in Deutschland und Europa: Beleuchtung der Auswirkungen auf deutsche Banken und Unterschiede in der nationalen Baufinanzierung.
6 Ausblick für den globalen Finanzmarkt: Einschätzung zukünftiger Marktentwicklungen und der Rolle von Staatsfonds.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Krisenursachen sowie Ausblick auf alternative Anlagestrategien.
Schlüsselwörter
Hypothekenkrise, USA, Subprime-Markt, Finanzmarkt, Immobilienblase, Banken, Ratingagenturen, Zweckgesellschaften, Kreditverbriefung, Leitzins, Federal Reserve, Finanzkrise, Immobilienkredite, Risikomanagement, Staatsfonds.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entstehung der US-Hypothekenkrise, ihre Ursachen im Finanzsektor und die weitreichenden Auswirkungen auf die globale Wirtschaft.
Welche Akteure stehen im Zentrum der Analyse?
Untersucht werden insbesondere private Haushalte, Banken, Ratingagenturen, Zweckgesellschaften, Finanzinvestoren, Bondsversicherer und Notenbanken.
Was ist das zentrale Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für die komplexen Zusammenhänge und die Dimension der Krise sowie die Identifikation der Verantwortlichen zu vermitteln.
Welche Methode wird für die Untersuchung verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Analyse von Finanzmarktdaten, Medienberichten und ökonomischen Zusammenhängen, um den Krisenverlauf transparent zu machen.
Welche Rolle spielt der deutsche Markt in der Untersuchung?
Der Fokus liegt auf den Auswirkungen der Krise auf deutsche Banken und den strukturellen Unterschieden bei der Baufinanzierung im Vergleich zu den USA.
Was sind die charakteristischen Schlüsselbegriffe der Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Subprime-Markt, Verbriefung, Eigenkapitalquote, Immobilienblase und Liquiditätskrise.
Warum haben US-Banken ihre Vergaberichtlinien gelockert?
Aufgrund massiver Leitzinssenkungen und der Erwartung stetig steigender Immobilienwerte sahen Banken in der riskanten Kreditvergabe eine lukrative Gelegenheit zur Renditesteigerung.
Welche Funktion hatten Zweckgesellschaften bei der Krise?
Sie kauften Immobilienkredite von Banken auf und bündelten diese in handelbare Wertpapiere, was jedoch zu einer Intransparenz der tatsächlichen Ausfallrisiken führte.
Warum wird das Handeln der Ratingagenturen kritisiert?
Die Ratingagenturen bewerteten risikobehaftete Kreditpakete oft zu optimistisch, was durch mangelnde Distanz zu den Emittenten und geringe Erfahrung auf dem jungen Markt begünstigt wurde.
Welche Bedeutung kommt dem Gold laut Fazit zu?
Gold wird als krisenresistente Anlageform hervorgehoben, da es als sicherer Hafen in Zeiten der Unsicherheit und drohender Inflation gilt.
- Quote paper
- Michael Schlemmer (Author), 2008, Die Hypothekenkrise in den USA und ihre Auswirkungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90018