Der Kindsmord in der Literatur des Sturm und Drang des 18. Jahrhunderts. Vergleich der Kindermörderinnen Wagners und Schillers und ihrer Motive


Hausarbeit, 2019

17 Seiten, Note: 1.7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Kindsmord-Debatte des 18. Jahrhunderts

3. Heinrich Leopold Wagners „Die Kindermörderin“

4. Friedrich Schillers „Die Kindsmörderin“

5. Analyse
5.1 Vergleich der Kindermörderinnen
5.2 Vergleich der Motive

6 Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die literarisch-intellektuelle Öffentlichkeit vermehrt mit der kontroversen Thematik des Kindsmordes konfrontiert. Vor allem die Dichter des Sturm und Drang nahmen sich dieses Gegenstandes in einer aufklärerischen, öffentlich ausgetragenen, Debatte an, um ihr humanes Engagement in Form literarischer Texte auszudrücken.1 Die Literaturgeschichte blickte zu dem genannten Zeitpunkt bereits auf eine Vielzahl an Werken zurück, die sich mit dem aufwühlenden Thema auseinandergesetzt hatten. Die Inspiration am antiken Drama „Medea“ soll für die literarische Darstellung der Figur der Kindermörderin ausschlaggebend gewesen sein.2 Die breite Resonanz, die das Motiv des Kindsmordes im 18. Jahrhundert erfuhr, ist darauf zurückzuführen, dass man sich inmitten des Zeitalters der Aufklärung befand.3 Der geistige Umbruch, der alle Aspekte des menschlichen Lebens und Zusammenlebens betraf, bewegte die Autoren der literarischen Epoche des Sturm und Drang dazu, sich für eine humanere Beurteilung des Kindsmordes einzusetzen.4 Zu den bedeutendsten Werken der Sturm-und-Drang-Literatur zu diesem Thema gehören mitunter Goethes „Urfaust“ (um 1773-1775), Wagners „Die Kindermörderin“ (1776) und Schillers „Die Kindsmörderin“ (1782).5

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit Heinrich Leopold Wagners Bürgerlichem Trauerspiel „Die Kindermörderin“ und Friedrich Schillers Gedicht „Die Kindsmörderin“. Der Fokus dieser Analyse liegt auf Wagners Hauptprotagonistin Evchen, deren Person, Umfeld und Situation zunächst untersucht werden sollen, um sie daraufhin mit Schillers Kindermörderin Louise zu vergleichen. Da es sich beim Kindsmord um eines der wichtigsten Motive der Literatur der Aufklärungszeit handelt, sollen bei dieser Untersuchung, wie es auch in der Debatte des 18. Jahrhunderts gefordert wurde, die Motive der Täterinnen berücksichtigt und analysiert werden.6 Allgemein geht es darum, zu betrachten, wie der Kindsmord, also die „Tötung eines unehelichen Kindes durch seine Mutter“7 und dessen Umstände, in der Literatur des Sturm und Drang unterschiedlich dargestellt werden. Mithilfe dieser Untersuchung soll herausgearbeitet werden, wie diese Autoren die Thematik nutzten, um ihren Standpunkt gegenüber dem Kindsmord und dessen Sanktionierung zu äußern. Außerdem soll diese Arbeit verdeutlichen, welche spezifischen Ziele Wagner und Schiller mit dem Verfassen von „Die Kindsmörderin“ verfolgten.

2. Die Kindsmord-Debatte des 18. Jahrhunderts

Der Kindsmord wurde im Europa der frühen Neuzeit als „todeswürdiges Vergehen“8 eingestuft, das nach der Constitutio Criminalis Carolina, einer Gerichtsordnung aus der Zeit Karls V., mit grausamen Hinrichtungsprozeduren bestraft wurde.9 In der damaligen Zeit wurde der psychische Zustand der Mutter nicht berücksichtigt, da die Grausamkeit der unmenschlichen und „unchristlichen“10 Tat im Mittelpunkt stand. Die Strafe einer öffentlichen Kirchenbuße ging von der Kirche aus und verdeutlichte deren Macht gegenüber dem Staat. Dadurch, dass die Frauen ihre Kinder noch vor deren Taufe umbrachten, verwehrten sie ihnen die ewige Seligkeit, weshalb die Tat auch dermaßen angeprangert wurde.11 Die Angst vor der Schande wurde in der Publizistik als bestimmendes Motiv für die Kindstötung bezeichnet, allerdings wurde diese Behauptung von der neueren Forschung negiert.12 Hervorgehoben werden nun sozioökonomische Faktoren als Grund für den Mord am eigenen, neugeborenen Kind, wie zum Beispiel der Kindsmord zum Umgehen einer Entlassung im Falle einer Schwangerschaft oder Geburt.13 Das Töten galt außerdem als Verstoß gegen die bestehenden Geschlechtercharaktere, da die grausamen Taten der Kindermörderinnen den Merkmalen der Weichheit und des Sanftmuts widersprachen, die üblicherweise den Frauen zugewiesen wurden.14

Die öffentlichen Strafrituale dienten einerseits zur Sanktionierung der Verbrechen und andererseits zur Abschreckung der Frauen, um weitere Infantizide zu verhindern.15 Unter dem Vorzeichen aufklärerischen Denkens kam es zu Bemühungen, die Sanktionierung dieser Vergehen zu mildern. Das Kindsmord-Motiv bot den Aufklärern eine Grundlage zur Umsetzung ihrer Gesellschaftskritik und zur Entwicklung von Reformvorstellungen.16 Vor allem in der außerstrafrechtlichen Literatur des 18. Jahrhunderts wurden Debatten um die Verhütung dieser Straftat geführt.17 Ihren Höhepunkt erreichten diese Diskussionen in der Mannheimer Preisfrage von 1780, bei der schriftlich fixierte Überlegungen zur Frage „Welches sind die besten ausführbaren Mittel, dem Kindermorde Einhalt zu tun?“18 gesammelt wurden, um die sozialen Verhältnisse verbessern zu können. Die Preisfrage löste eine regelrechte publizistische Welle aus, die die Bedeutung der Kindsmord-Thematik im ausgehenden 18. Jahrhundert umso mehr hervorhob.19

3. Heinrich Leopold Wagners „Die Kindermörderin“

Wagners Stück „Die Kindermörderin“20 ist im Zeitraum zwischen 1775 und 1776 entstanden und greift, wie auch Schillers Gedicht, eines der „drängendsten gesellschaftlichen Themen der Bürgerlichen in den 1770er Jahren“21 auf.22 Bei seinem Werk handelt es sich um ein Bürgerliches Trauerspiel in sechs Akten, in dessen Mittelpunkt der Mittelstand steht. Durch das tragische Schicksal, das die bürgerliche Hauptprotagonistin Evchen erfährt, hat Wagner, wie für ein Bürgerliches Trauerspiel üblich, die Ständeklausel aufgehoben.23 Da es gesellschaftliche Ursachen waren, die Evchen zum Kindsmord getrieben haben, trifft auch die Bezeichnung soziales Drama auf das Stück des Straßburger Dichters zu.24

Die Resonanz, die das 1776 anonym erschienene Werk erfuhr, war anfänglich eher negativ und ablehnend. Hervorzuheben sind in diesem Fall zwei Faktoren, die einen bedeutenden Einfluss auf die Wirkungsgeschichte des Trauerspiels genommen haben. Die Tabuverletzungen im Stück lösten zunächst kritische Reaktionen unterhalb Wagners Zeitgenossen aus. Der erste Akt, die Bordellszene, wurde als Verstoß gegen die Sittlichkeit bezeichnet und vom Publikum als verwerflich eingestuft.25 Auch die Verführungsszene und der Kindsmord stimmten nicht mit den Moralvorstellungen des 18. Jahrhunderts überein, weshalb das Trauerspiel in Deutschland bis 1904 nicht zur Aufführung freigegeben wurde.26 1777 kam es dann durch Karl Lessing zu einer Umarbeitung des Stücks, bei der unter anderem der erste Akt gestrichen wurde. Wagner deutete dies als eine „Verstümmelung“ seines Dramas.27 Dieser entschied sich schließlich dazu, das Trauerspiel 1779 selbst umzuschreiben, um es, unter dem neuen Titel „Evchen Humbrecht oder Ihr Mütter merkts Euch!“, „vorstellbar“ zu machen.28 Bei seiner Umschreibung hat Wagner das Stück auf fünf Akte reduziert und das tragische Ende zu einem glücklichen umgewandelt. Wagner wurde außerdem von Goethe des Plagiats beschuldigt, denn dieser schrieb in „Dichtung und Wahrheit“, dass ihm das Sujet seiner Gretchentragödie (Faust I.) von Wagner „weggeschnappt“ wurde.29 Angesichts der großen gesellschaftlichen Bedeutung dieser Problematik in der damaligen Zeit, soll es sich hierbei allerdings um einen haltlosen Vorwurf gehalten haben. Außerdem hat Wagner mit seinem Stück einen Straßburger Rechtsfall aus dem Jahre 1775 aufgegriffen und sich somit eines aktuellen Ereignisses bedient.30

4. Friedrich Schillers „Die Kindsmörderin“

Schillers Gedicht „Die Kindsmörderin“ wurde in der Anthologie auf das Jahr 1782 veröffentlicht. Obschon sein Werk das zeitgenössische Thema des Kindsmordes aufgreift und somit in den Kindsmorddiskurs des 18.31 Jahrhunderts einzuordnen ist, kam dem Gedicht zur Zeit seiner Publikation nur eine vergleichsweise geringe Wertschätzung zu.32 Der Titel „Die Kindsmörderin“ bezieht sich auf die Hauptprotagonistin Louise, die, unmittelbar vor ihrer eigenen Hinrichtung, ihre Gefühle und Gedanken in monologischer Form schildert.33 Ihre Äußerungen, für deren literarische Darstellung Schiller auf den Kreuzreim zurückgegriffen hat, erstrecken sich über fünfzehn trochäische Achtzeiler.34 Als Vorlage für die Gestaltung seiner weiblichen Hauptfigur hat Schiller den Mythos der Kindsmörderin Medea herangezogen, mit dem er sich über anderthalb Jahrzehnte hinweg beschäftig hat.35 Louises psychische Struktur gestaltet sich allerdings wesentlich komplexer als die der Medea, da nicht nur der Aspekt der Rache, sondern auch Liebe und Eifersucht die betrogene Louise zu ihrer Tat bewogen haben.36

„Die Kindsmörderin“ ist ein Rollengedicht, bei dem das lyrische Ich die Rolle der Protagonistin Louise einnimmt.37 Dies spiegelt das Interesse des Verfassers wider, nicht die Tat, sondern die Täterin in den Vordergrund zu stellen, da Louise hier selbst zu Wort kommt. Unmittelbar vor Louises Hinrichtung begegnet der Leser einer einsichtigen und dennoch selbstbewussten Kindsmörderin, die sich mit Abschiedsküssen von der Welt verabschiedet und sich anschließend dem Tod zuwendet. Die Nennung des Todes sowie das ständige Aufgreifen der Thematik durch den Einsatz von Komposita, wie z.B. der Totenchor in Vers 42, gelten als charakteristische Merkmale der Lyrik des jungen Schillers, die sich vor allem durch die Dominanz des Todes auszeichnet.

5. Analyse

5.1 Vergleich der Kindermörderinnen

Wagners Kindermörderin Evchen Humbrecht ist die Hauptperson des Trauerspiels. Das 18-jährige Mädchen, ihr Vater, der Metzgermeister, Martin Humbrecht und seine Frau sind Angehörige des Bürgertums. Die wohlhabende Familie ist in Straßburg ansässig, dem Schauplatz dieses Stücks. Bei Evchen handelt es sich um ein tugendhaftes, gebildetes Bürgermädchen, das nach strengen Moralgesetzen von ihrem Vater erzogen wird.38 Ihr Handlungsspielraum ist sehr eingeschränkt, was daran zu erkennen ist, dass die Szenen, in denen sie vorkommt, sich immer nur in geschlossenen Räumen abspielen. Um die Ehre der Familie zu bewahren, unterliegt das durch räumliche Eingeschränktheit gekennzeichnete Leben der Protagonistin der Kontrolle ihrer Eltern.39 Doch auch ihrer Innenwelt werden durch das gesellschaftliche Normensystem ihrer Zeit Schranken auferlegt, die jegliche Form existentieller Selbstverwirklichung verhindern.40

Evchen strebt danach, einen Ausweg aus diesem beengenden Umfeld zu finden, weshalb sie sich der „Welt des Vergnügens und des Begehrens“41 zuwendet. Allerdings fällt ihr Liebesleben den Ungerechtigkeiten der damaligen Gesellschaft zum Opfer. Ihrer Liebe zum adeligen Offizier, dem Leutnant von Gröningseck, steht nicht nur ihr sittenstrenger Vater im Weg, sondern auch die Tatsache, dass der Geliebte, im Falle einer Heirat mit der nichtadeligen Bürgerstochter, seine Standesvorteile verlieren würde.42 Die Liebe der beiden, die selbst vor Standesschranken nicht Halt macht, verleitet Evchen zu der naiven Vorstellung, dass eine Überschreitung dieser Schranken für sie möglich sein könnte.43 Als sie dann, durch den unehelichen Geschlechtsverkehr, zu einer „Gefallenen“ (17) wird, steht auch ihre Ehre auf dem Spiel, die nur noch durch das Handeln Gröningsecks, dem „Verführer und Kläger“ (50), wiederhergestellt werden kann. Als bürgerliches Mädchen muss sie heiraten, um ihre Ehre zu wahren oder, wie in ihrem Fall, wiederzuerlangen. Das Heiratsverspechen des Leutnants soll Evchen vor dem sozialen Abstieg bewahren, verursacht jedoch eine Abhängigkeit Evchens vom Wort des Mannes.44

Die Ausweglosigkeit ihrer Situation lässt Evchen einem von Melancholie beherrschten Gemütszustand verfallen, der sich durch die Lektüre von Edward Youngs „Night Thoughts“ noch verschlimmert.45 Wagner befürwortet hier die, in der damaligen Zeit herrschende, Vorstellung, dass eine Schwangerschaft die Frauen melancholisch stimmte.46 Evchens Melancholie ist das Ergebnis ihrer Ohnmacht und Hilflosigkeit. In einem Gespräch mit ihrer Mutter äußert sie den Wunsch nach individueller Freiheit und Selbstbestimmung. Mit dem Traum, nach Amerika auszuwandern, um dort „für die Freyheit [zu] streiten“ (45), vertritt Evchen den Standpunkt vieler bürgerlicher Intellektuelle des 18. Jahrhunderts, die „das Bewußtsein über die gesellschaftliche(,) [und] politische Ohnmacht und die daraus resultierende Frustration“47 teilen.48 Evchens ablehnende Reaktion auf die Aussage ihres Geliebten, der sie nach dem unehelichen Geschlechtsverkehr als „Engelskind“ (18) bezeichnet, zeugt von ihrer Frömmigkeit. Sie fasst den Vergleich mit einem Engel als Beleidigung auf, da sie sich bewusst ist, dass sie mit ihrem Handeln gegen das Wort Gottes verstoßen hat.49 Auch Evchens Vater betont ihre Gläubigkeit, indem er sie als „fromm wie ein Lamm“ (65) bezeichnet. Insgesamt wird Evchens Person sehr detailreich dargestellt, denn der Leser erfährt sogar einige, für den Verlauf des Trauerspiels etwas unbedeutendere, Einzelheiten, wie zum Beispiel, dass Evchen mit zwölf Jahren tanzen gelernt oder, dass der Magister ihr das Klavierspielen beigebracht hat (vgl. 60).50

Evchen zeigt eine starke Bindung an ihre Eltern auf, denen sie mit viel Respekt gegenübertritt. Ihr autoritärer Vater ist ein „bürgerlicher Vertreter der alten Ordnung“51 der die Ehre seiner Familie an der Tugendhaftigkeit und Unbescholtenheit seiner Frau und Tochter misst.52 Evchen hat die Normvorstellungen ihres Vaters bereits internalisiert, allerdings verletzt sie mit dem Besuch eines Balles den bürgerlichen Ehrbegriff Humbrechts.53 Für ihn „gehört (es) sich […] nicht für Bürgersleut“ (19), auf einem Ball zu tanzen, denn er deutet dies als einen „Verstoß gegen Sitte und Herkommen“54. Die patriarchalische Familienkonstellation lässt nicht zu, dass der Tochter Freiheiten zugestanden werden. Aufgrund seiner sprunghaften Emotionalität schwankt Humbrecht Evchen gegenüber stets zwischen Aggressivität und Zärtlichkeit.55 Auch der Wunsch nach einem sozialen Aufstieg, wie er von Frau Humbrecht geäußert wird , findet beim konservativen Familienoberhaupt keine Zustimmung, weil er fest von der Unveränderbarkeit der geburtsbedingten Standeszugehörigkeit überzeugt ist, denn er betont, dass „jeder (…) bei dem seinigen“ bleiben soll (21).56 Frau Humbrecht hingegen sehnt es nach der Lebensform der höheren Schichten, was unter anderem daran zu erkennen ist, dass sie versucht, ihre Ausdrucksweise an die der Aristokratie anzupassen.57 Außerdem begünstigt sie die Beziehung ihrer Tochter zu ihrem adeligen Liebhaber, in der Hoffnung, sich über ihren Stand erheben zu können. Anhand der Figur des Vaters, der die Ständegesellschaft verteidigt, legt Wagner einen bestehenden gesellschaftlichen Konflikt offen.58 Er prangert mit seinem Stück die Ständegesellschaft sowie die Unüberbrückbarkeit der Gegensätze zwischen Adel und Bürgertum an.59

Während man in Wagners Werk einen Einblick in Evchens alltägliches Leben, ihre familiäre Situation sowie ihr Liebesleben erhält, lässt Schiller den Leser ausschließlich an Louises Gedanken, Erinnerungen und Empfindungen teilhaben.60 Da allein Louise in diesem Gedicht zu Wort kommt, erfährt der Leser nur anhand ihrer Aussagen mehr über ihre Person und Situation. Bei Wagners Kindermörderin trägt hingegen auch Evchens Umfeld zu ihrer Charakterisierung bei. In beiden Fällen handelt es sich um eine junge Frau, die von ihrem Geliebten geschwängert und dann verlassen wird, wobei jeweils unterschiedliche Umstände vorliegen, auf die in der Analyse der Motive noch näher eingegangen wird. Aus den Äußerungen Louises geht hervor, dass sie sich selbst als attraktive Frau beschreibt, denn sie behauptet in der letzten Strophe, dass ihre Schönheit ihr zum Verhängnis wurde. Zu Beginn des Gedichts, als die Protagonistin sich auf dem Weg vom Kerker zum Richtplatz befindet, blickt sie auf eine Zeit zurück, in der sie noch der „Unschuld Schwanenkleid“ (18) trug. Doch als sie dann in den Armen des falschen Mannes liegend ihrer Tugend beraubt wurde, wurde aus dem rosenroten Schleifen, der sie einst schmückte, ein „schwarzes Totenband“ (24).

[...]


1 Vgl. Köpf, Gerhard: Die Ballade. Probleme in Forschung und Didaktik, Kronberg/Ts. 1976, S. 235.

2 Vgl. Glaser, Horst Albert: Medea. Frauenehre-Kindsmord-Emanzipation, Frankfurt am Main 2001, S. 9.

3 Vgl. Schulz, Georg-Michael: Die Kindsmörderin, Stuttgart 2008, S. 15.

4 Vgl. Weber, Beat: Die Kindsmörderin im deutschen Schrifttum von 1770-1795, Bonn 1974, S. 2. & Vgl. Köpf G., Die Ballade, S. 235.

5 Vgl. Wilson, Daniel W.: Kindsmord, Berlin 2017, S. 70.

6 Vgl. Ulbricht, Otto: Kindsmord und Aufklärung in Deutschland, München 1990, S. 15.

7 Ebd., S. 17.

8 Van Dülmen, Richard: Kindsmord in der frühen Neuzeit, Frankfurt am Main 1991, S. 28.

9 Vgl. Glaser, H., Medea, S. 10.

10 Wilson D., Kindsmord, S. 69.

11 Vgl. Weber B., Die Kindsmörderin im deutschen Schrifttum von 1770-1795, S. 8.

12 Vgl. Wilson D., Kindsmord, S. 69.

13 Vgl. ebd.

14 Vgl. ebd.

15 Vgl. Van Dülmen R., Kindsmord in der frühen Neuzeit, S. 25.

16 Vgl. Ulbricht O., Kindsmord und Aufklärung in Deutschland, S. 12.

17 Vgl. ebd.

18 Wilson D., Kindsmord, S. 68.

19 Vgl. ebd.

20 Wagner, Heinrich Leopold: Die Kindermörderinn: ein Trauerspiel von H. L. Wagner. Nebst Scenen aus den Bearb. K. G. Lessings und Wagners, Nendeln [u.a.] 1968, S. 4-85. Alle Zitate werden nicht durch eine Fußnote, sondern durch eine Klammer mit der Seitenzahl markiert.

21 Luserke-Jaqui, Matthias: Die Kindermörderin, Berlin 2017, S. 328.

22 Vgl. Haffner, Herbert: Heinrich Leopold Wagner, Peter Hacks, Die Kindermörderin. Original und Bearbeitung im Vergleich, Paderborn 1982, S. 10.

23 Vgl. Karthaus, Ulrich: Die Kindermörderin, München 2007, S. 120.

24 Vgl. ebd.

25 Vgl. Haffner H., Heinrich Leopold Wagner, Peter Hacks, Die Kindermörderin, S. 20.

26 Vgl. Pilz, Georg: Deutsche Kindsmord-Tragödien. Wagner, Goethe, Hebbel, Hauptmann, München 1982, S. 18.

27 Vgl. Haffner H., Heinrich Leopold Wagner, Peter Hacks, Die Kindermörderin, S. 22.

28 Vgl. Pilz G., Deutsche Kindsmord-Tragödien, S. 19.

29 Vgl. Karthaus U., Die Kindermörderin, S. 115.

30 Vgl. ebd., S. 116.

31 Schiller, Friedrich: Die Kindsmörderin, Berlin 2005, S. 65-68. Alle Zitate werden nicht durch eine Fußnote, sondern durch eine Klammer mit dem Vers markiert.

32 Vgl. Luserke-Jaqui, Matthias: Schillers Kindsmörderin (1782), Tübingen 2002, S. 173.

33 Vgl. Schmiedt, Helmut: Friedrich Schiller, Marburg 2013, S. 107.

34 Vgl. Schulz G., Die Kindsmörderin, S. 18.

35 Vgl. Luserke-Jaqui M., Schillers Kindsmörderin (1782), S. 173.

36 Vgl. ebd., S. 174.

37 Vgl. Luserke-Jaqui, Matthias: Die Kindsmörderin (1782), Stuttgart 2005, S. 255.

38 Vgl. Haffner H., Heinrich Leopold Wagner, Peter Hacks, Die Kindermörderin, S. 12.

39 Vgl. Pilz G., Deutsche Kindsmord-Tragödien, S. 28.

40 Vgl. ebd.

41 Wilson D., Kindsmord, S. 70.

42 Vgl. Karthaus U., Die Kindermörderin, S. 118.

43 Vgl. Haffner H., Heinrich Leopold Wagner, Peter Hacks, Die Kindermörderin, S. 14.

44 Vgl. Luserke-Jaqui M., Die Kindermörderin, S. 333.

45 Vgl. Peters, Kirsten: Der Kindsmord als schöne Kunst betrachtet. Eine motivgeschichtliche Untersuchung der Literatur des 18. Jahrhunderts, Würzburg 2001, S. 71.

46 Vgl. Haffner H., Heinrich Leopold Wagner, Peter Hacks, Die Kindermörderin, S. 15.

47 Ebd., S. 15.

48 Vgl. Peters, K., Der Kindsmord als schöne Kunst betrachtet, S. 72.

49 Vgl. Luserke-Jaqui M., Die Kindermörderin, S. 333.

50 Vgl. Rameckers, Jan Matthias: Der Kindesmord in der Literatur der Sturm-und-Drang-Periode. Ein Beitrag zur Kultur- und Literatur-Geschichte des 18. Jahrhunderts, Rotterdam 1927, S. 159.

51 Luserke-Jaqui M., Die Kindermörderin, S. 332.

52 Vgl. Karthaus U., Die Kindermörderin, S. 119.

53 Vgl. Pilz G., Deutsche Kindsmord-Tragödien, S. 31.

54 Vgl. Karthaus U., Die Kindermörderin, S. 119.

55 Vgl. ebd., S. 120.

56 Vgl. Luserke-Jaqui M., Die Kindermörderin, S. 332.

57 Vgl. Haffner H., Heinrich Leopold Wagner, Peter Hacks, Die Kindermörderin, S. 11.

58 Vgl. Luserke-Jaqui M., Die Kindermörderin, S. 332.

59 Vgl. Karthaus U., Die Kindermörderin, S. 118.

60 Vgl. Rameckers J., Der Kindesmord in der Literatur der Sturm-und-Drang-Periode, S. 216.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Der Kindsmord in der Literatur des Sturm und Drang des 18. Jahrhunderts. Vergleich der Kindermörderinnen Wagners und Schillers und ihrer Motive
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Das Bürgerliche Trauerspiel
Note
1.7
Autor
Jahr
2019
Seiten
17
Katalognummer
V900342
ISBN (eBook)
9783346221872
ISBN (Buch)
9783346221889
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bürgerliches Trauerspiel, Schiller, Wagner, Kindsmord, Kindsmörderin, Kindermörderin, Sturm und Drang, Heinrich Wagner, Friedrich Schiller, Die Kindermörderin, Die Kindsmörderin, Bürgerliche Trauerspiel
Arbeit zitieren
Lisa Krack (Autor), 2019, Der Kindsmord in der Literatur des Sturm und Drang des 18. Jahrhunderts. Vergleich der Kindermörderinnen Wagners und Schillers und ihrer Motive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/900342

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