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Sprach- und schriftbasierte Kunst

Form und Funktion von Sprache anhand von Lawrence Weiner

Title: Sprach- und schriftbasierte Kunst

Term Paper (Advanced seminar) , 2019 , 29 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Melissa Rohlfs (Author)

German Studies - Linguistics
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Texte, Worte oder einzelne Buchstaben begegnen uns in der heutigen Zeit in unterschiedlichen Ausprägungen täglich. Sprache und Schrift ist omnipräsent. Die gilt auch für die moderne Kunst.

Es ist das zwanzigste Jahrhundert, das den interaktiven Prozess zwischen Literatur und bildender Kunst maßgeblich geprägt und vorangetrieben hat. In den Kunstbewegungen im Bereich des Kubismus, des Futurismus und des so genannten Dadaismus findet die Literatur und insbesondere die Sprache zunehmend einen Platz in der bildhaften Gestaltung.
Gleichzeitig eignet sich die Kunst Elemente des Sprachlichen an.

Mit dem Satz "Typografie kann unter Umständen Kunst sein" macht der Grafiker und Künstler Kurt Schwitters bereits 1930 deutlich, dass der Sprache ein wichtiger Stellenwert in der Kunst zugesprochen werden kann und sollte, denn in diesem Jahrzehnt wurde ihr eine gesteigerte Aufmerksamkeit zuteil. In der Moderne, insbesondere in der Avantgarde-Bewegungen und der Konzeptkunst, rückten Künstler und Künstlerinnen wie Robert Indiana und Joseph Kosuth, beeinflusst von der Linguistik und der Semiotik, neben Zahlen und Ziffern immer häufiger Buchstaben als gestalterische Elemente in den Fokus ihrer Arbeit. Die Sprache konnte und kann als künstlerisches Medium somit räumliche Grenzen in ihrer materiellen Form und ihre Möglichkeiten, die sich aus der neuen Symbiose ergeben, überschreiten.

Aufgrund dieses sehr interessanten Aspekts soll in der vorliegenden Arbeit die Sprache in der Konzeptkunst anhand verschiedener Werke des Künstlers Lawrence Weiner untersucht werden. Im Zentrum steht dabei die Frage, welche Funktion oder Funktionen die Sprache in der Kunst erfüllt und in welchen Formen sie überhaupt auftritt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Methode

1.2 Forschungsstand

2. Konzeptkunst: Eine kurze Einführung

2.1 Sprache in der Konzeptkunst

3. Form und Funktion von Sprache bei Lawrence Weiner

3.1 Sprache in Weiners Werken

3.2 Sprache als Selbstreflexion und Darstellung der Wirklichkeit

3.3 Die Sprache als Objekt

3.4 „Möglichkeit“: Schrift-Kunst als Sphäre der Imagination

4. Sprachliche Kunst im öffentlichen Raum

5. Lawrence Weiners Kunstwerke als „Shifter“

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Sprache als Medium innerhalb der Konzeptkunst am Beispiel des Künstlers Lawrence Weiner. Dabei wird analysiert, welche Funktionen die Sprache in seinen Werken einnimmt, wie sie zur Darstellung von Wirklichkeit eingesetzt wird und auf welche Weise sie den Betrachter zur aktiven Imagination anregt.

  • Die Funktion von Sprache in der Konzeptkunst
  • Sprache als künstlerisches Material und Objekt
  • Selbstreflexive Aspekte in den Texten von Lawrence Weiner
  • Die Wirkung sprachbasierter Kunst im öffentlichen Raum
  • Anwendung der Theorie des „Shifters“ auf Weiners Arbeiten

Auszug aus dem Buch

3.3 Die Sprache als Objekt

Die Aussage „The work need to be built“ ist wohl die bekannteste, wenn man sich mit Lawrence Weiner und seinen Werken beschäftigt. Die Texte die Künstler dafür verwendet, enthalten selbst außer-textuelle Elemente. So enthalten seine Statements und Wörter eine Art Lyrik, sie drücken eine spezielle Stimmung aus und stehen in einer ausdrucksvollen Beziehung zur Welt. Als Beispiel soll in diesem Kapitel sein bekanntes Werk „MANY COLORD OBJECTS PLACED SIDE BY SIDE TO FORM A ROW OF MANY COLORD OBJECTS“ aus dem Jahr 1979 dienen. Diese Arbeit enthält eine Art Kadenz, eine Symmetrie und eine Einfachheit, die genau zu der von ihnen beschriebenen Operation passt. Wie bei allen Arbeiten von Weiner ist auch hier eine ethische Beziehung zu einer materiellen Welt impliziert. Ebenfalls zu beachten ist die Präsentation des Textes selbst: seine Größe, seine Form und Position sowie seine Farbe. Manifestiert ist das Werk auf einer langen, roten Backsteinwand in Gent. Die Wand selbst ist von jahrelangem Gebrauch und Vernachlässigung geprägt. Der Text befindet sich unmittelbar unter dem oberen Ende der Wand und verläuft über die gesamte Länge des Gebäudes.

Die beiden semantischen Texthälften sind durch einen flachen Pfeiler getrennt, der die Wand etwa zur Hälfte teilt. Die blaue Inschrift nimmt den Rhythmus der Wand an und fügt sich darin ein. Das Statement fungiert in diesem Werk, wie in vielen anderen auch, nicht nur als Kunstwerk, sondern auch als visuelles Beispiel für das, was der Text aussagt. Der Text ist selbst unter anderem eine Reihe farbiger Elemente, die nebeneinander angeordnet sind. Weiner verwandelt also gekonnt Buchstaben in Objekte. Zwar scheint im ersten Moment die Inschrift dem Text zu widersprechen - indem sie nur aus einer und nicht aus vielen Farben besteht – dieser Widerspruch wird beim genauen Betrachten aufgelöst: „MANY COLORED OBJECTS...“ kann sich sowohl auf viele Objekte derselben Farbe beziehen, ebenso wie auf Objekte in vielen verschiedenen Farben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die wachsende Bedeutung von Sprache in der modernen Kunst dar und formuliert die Forschungsfrage zur Funktion von Sprache in den Werken von Lawrence Weiner.

2. Konzeptkunst: Eine kurze Einführung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die theoretischen Grundlagen der Konzeptkunst und die Etablierung von Sprache als künstlerisches Medium.

3. Form und Funktion von Sprache bei Lawrence Weiner: Es folgt eine detaillierte Untersuchung der sprachbasierten Kunst Weiners, wobei Aspekte der Selbstreflexion, der Objektwerdung von Text und der Aktivierung der Vorstellungskraft des Betrachters beleuchtet werden.

4. Sprachliche Kunst im öffentlichen Raum: Dieses Kapitel thematisiert die Verlagerung von Weiners Werken in den urbanen Raum und die damit einhergehende Interaktion mit dem Publikum.

5. Lawrence Weiners Kunstwerke als „Shifter“: Unter Einbeziehung der Theorie von Adam Jaworski wird analysiert, wie Weiners Arbeiten als zeichenhafte „Shifter“ fungieren, die in unterschiedlichen Kontexten neue Bedeutungen generieren.

6. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse, die Weiners Nutzung der Sprache als transportables und interaktives Element unterstreicht.

Schlüsselwörter

Lawrence Weiner, Konzeptkunst, Sprache als Kunst, Sprachkunst, Text-Bild-Beziehung, Visuelle Poesie, Konzeptualismus, Öffentlicher Raum, Shifter, Lingualisierung, Semiotik, Ästhetik, Installation, Imagination, Selbstreflexion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung und der Funktion von Sprache als zentrales Medium in der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts, fokussiert auf den Künstler Lawrence Weiner.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die theoretische Einbettung in die Konzeptkunst, die Materialisierung von Sprache, die Rolle des Betrachters sowie die Wirkung von Texten im öffentlichen Raum.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, welche spezifischen Funktionen Sprache in den künstlerischen Werken Lawrence Weiners übernimmt und wie diese durch die sprachliche Form zur Realisierung von „Möglichkeit“ beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine methodische Vorgehensweise, die den aktuellen Forschungsstand aufarbeitet, eine Einführung in die Konzeptkunst gibt und anschließend ausgewählte Werke Weiners unter linguistischen und kunstwissenschaftlichen Aspekten analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung, die spezifische Werkanalyse hinsichtlich Form und Funktion, die Betrachtung von Kunst im öffentlichen Raum sowie die Anwendung der Theorie der „Shifter“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die wichtigsten Begriffe sind Konzeptkunst, Sprache, Lawrence Weiner, Lingualisierung, öffentliche Kunst und der „Shifter“-Begriff.

Wie unterscheidet sich Weiners Umgang mit Sprache von traditionellen Kunstformen?

Im Gegensatz zu traditionellen Medien wie Malerei oder Bildhauerei verzichtet Weiner auf die rein materielle, dinghafte Ausführung und nutzt Sprache als konzeptuelles Material, das den Betrachter zur aktiven Imagination auffordert.

Welche Rolle spielt die Theorie der „Shifter“ in Bezug auf Weiners Werke?

Die Theorie des „Shifters“ erklärt, warum Weiners Werke trotz ihrer sprachlichen Einfachheit in unterschiedlichen Kontexten verschiedene Assoziationen und Bedeutungen erzeugen können, da sie als zeichenhafte Ressourcen fungieren.

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Details

Title
Sprach- und schriftbasierte Kunst
Subtitle
Form und Funktion von Sprache anhand von Lawrence Weiner
College
University of Bremen  (Germanistik)
Course
Wortkunst, Schriftflächen, Sound Clouds - Theorie und Praxis der linguistischen Ästhetik
Grade
2,0
Author
Melissa Rohlfs (Author)
Publication Year
2019
Pages
29
Catalog Number
V900429
ISBN (eBook)
9783346218421
ISBN (Book)
9783346218438
Language
German
Tags
Wortkunst Lawrence Weiner Sprachkunst Textbasierte Kunst Linguistische Ästhetik Linguistik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melissa Rohlfs (Author), 2019, Sprach- und schriftbasierte Kunst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/900429
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