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Typische Vertreter des literarischen Expressionismus

Title: Typische Vertreter des literarischen Expressionismus

Term Paper , 2005 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stud. phil. Annabelle Senff (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Die Unmittelbarkeit der literarischen Werke zur Zeit des Expressionismus äußert sich bereits signifikant in der Themenwahl jener Autoren, durch welche das Lebensgefühl einer in extremer Beschleunigung begriffenen Gesellschaft eingefangen wird:
Im Mittelpunkt stehen Großstadt, Technik, Elend, Gewalt und Sexualität.
Erfahrungen der Orientierungslosigkeit, Sinnsuche und Bedrohung werden gehäuft inmitten der Thematisierung von Grenzbereichen menschlichen Erlebens in Bezug gesetzt. Im Zuge dessen artikuliert sich innerhalb expressionistischer Literatur stets eine Tendenz zum Ekstatischen. Auffällig häufige Wechsel zwischen Begeisterung und Verzweiflung sind Indikatoren für das ‚schwelende’ Gefühlschaos des zeitgenössischen Erlebens und werden gleichsam den Extremformen menschlichen Fühlens und Verhaltens ins Zentrum des (literarischen) Interesses gerückt. Zusammengefasst tauchen Rausch, Wahnsinn, Krankheit und Kriminalität -verallgemeinert quasi jegliche Anomalität- immer wieder in den verschiedensten Variationen auf. Dabei kommt vor allem bezüglich der Darstellung angestrebter »Wirklichkeitszertrümmerung« (Gottfried Benn) den formalen Mitteln ein großer Verdienst zu: Reihungsstil, Metaphorik, Chiffren, Konnotationen, und Neologismen stellen besonders in der Lyrik epochentypische Merkmale dar. Gattungsübergreifend lassen sich Strukturen der Verdrängung des kausal-linearen Erzählens durch einen assoziativ-rhapsodischen Stil festhalten. Sowohl Symbolik als auch Metaphorik erfuhren bis dato ungeahnte Erweiterungen in ihrer literarischen Verarbeitung. Bishin zum völligen Verlust von Satzkonstruktionen wurde die Syntax teils gesprengt (prototypisch dafür kann August Stramms (1874–1915) Gedicht „Patrouille“ betrachtet werden).Trotz der Tatsache, dass viele typische Vertreter auch -zwar meist lyrisch gefärbte- Kurzprosa schrieben, in welcher neue Ausdrucksmöglichkeiten erprobt wurden, blieb jedoch die Lyrik stets die dominierende Gattung innerhalb des Expressionismus.
Ziel vorliegender Arbeit soll es im folgenden Teil sein, typische Vertreter jener kurz charakterisierten Epoche vorzustellen. Dabei finden zunächst möglichst viele vordergründig Erwähnung, um dem Anspruch einer Überblicksdarstellung gerecht zu werden. Die Darstellung Gottfried Benns und Else Lasker-Schülers erfolgt schließlich akzentuierter und vertiefter.
Als praktische Handlungsanweisung und Empfehlung für die Behandlung im Deutschunterrichts schließt sich ein dezidierter Unterrichtsentwurf an.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Autoren des Expressionismus

2.1 Autorenliste

2.2 Kurzbiographien, Werke und Wirkung

2.2.1 Georg Heym (1887-1912)

2.2.2 Georg Trakl (1887-1914)

2.2.3 Jakob van Hoddis (1887-1942)

2.2.4 Ernst Stadler (1883-1914)

2.2.5 Oskar Loerke (1884-1941)

2.2.6 Georg Kaiser (1878-1945)

3. Gottfried Benn und Else-Lasker Schüler, zwei bedeutende Lyriker

3.1 Gottfried Benn (1886-1956): Leben und Werk

3.1.1 Kurzbiographie

3.1.2 Lyriker, Prosaist und Essayist

3.2 Else Lasker-Schüler (1886-1945): Leben und Werk

3.3 Die Beziehung Else Lasker-Schüler-Gottfried Benn

4. Prosaisten des Expressionismus

4.1 Carl Einsteins „Bebuquin“

4.1.1 Inhaltsskizze

4.1.2 Einsteins Literaturtheorie

4.1.3 Die Figuren im „Bebuquin“

5. Dramatiker des Expressionismus

5.1 Walter Hasenclever (1890-1940)

5.1.1 Nirwana - Eine Kritik des Lebens in Dramenform

5.1.2 Weitere Dramen Hasenclevers

5.2 Weitere Dramatiker des Expressionismus

6. Unterrichtsentwurf

7. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über typische Vertreter der literarischen Epoche des Expressionismus zu geben, wobei der Schwerpunkt auf der Darstellung der Lebensumstände und des literarischen Schaffens ausgewählter Lyriker, Prosaisten und Dramatiker liegt.

  • Vorstellung ausgewählter Vertreter des Expressionismus
  • Detaillierte Analyse von Gottfried Benn und Else Lasker-Schüler
  • Untersuchung expressionistischer Prosa am Beispiel von Carl Einstein
  • Betrachtung der dramatischen Werke von Walter Hasenclever
  • Didaktische Konzeption zur Vermittlung des Themas im Deutschunterricht

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Georg Heym (1887–1912)

Georg Heym, der sich bereits zu Lebzeiten den Beinamen „das poetische Genie“ verdiente, stammte aus gut bürgerlich-konservativen Verhältnissen. Die ungewöhnlich häufigen Schulwechsel in seiner Kindheit machten ihm stets schwer zu schaffen. Sie waren der Anstellung des Vaters als Anwalt und den damit verbundenen zahlreichen Berufsstandortwechseln geschuldet. Infolge dessen erlebte er nach eigener Aussage eine sehr „freudlose Gymnasialzeit“ und fiel bezüglich Leistung und Betragen als Schüler des Öfteren negativ auf.

1907 nahm er ein Jurastudium in Würzburg und Berlin auf, wo er enge Kontakte zum frühexpressionistischen Kreis „Neuen Club“ um Kurt Hiller knüpfte. Nachdem er 1911 das juristische Staatsexamen abgelegt hatte, begann er ein Gerichtsreferendariat, welches er jedoch alsbald zugunsten einer Dolmetscherausbildung unterbrach. Heym bewarb sich in seinem recht kurzen Leben mehrfach erfolglos als Fahnenjunker beim Militär. Sein früher Tod ist als tragisches Unglück zu bezeichnen: Beim Schlittschuhlaufen auf der Havel brach er ein und ertrank.

Von seinem literarischen Schaffen her gilt Heym neben Trakl als bedeutendster Lyriker des Frühexpressionismus. Es ist überliefert, dass er psychisch sehr unter der vor „Wahnsinn knallenden Zeit“ samt deren Gesellschaft litt, woher vermutlich auch die tiefe Zerrissenheit in seiner Dichtung herrührte. Tagebuchaufzeichnungen bekräftigen, dass er „am liebsten Terrorist“ gewesen wäre. Zumindest „hoffte [er] jetzt wenigstens auf einen Krieg“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Dieser Abschnitt beschreibt das allgemeine Lebensgefühl und die zentralen Themen der expressionistischen Epoche, wie Großstadt, Technik und das Gefühl des Gefühlschaos.

2. Autoren des Expressionismus: Das Kapitel liefert eine breite Autorenliste und bietet Kurzbiografien sowie Einordnungen zum Werk von zentralen Vertretern der Epoche.

3. Gottfried Benn und Else-Lasker Schüler, zwei bedeutende Lyriker: Der Abschnitt konzentriert sich vertieft auf die Lebenswege, das literarische Schaffen und die persönliche Beziehung zwischen diesen beiden prägenden Lyrikern.

4. Prosaisten des Expressionismus: Dieses Kapitel thematisiert die Prosa des Expressionismus am Beispiel von Carl Einsteins Werk „Bebuquin“ und beleuchtet dessen literaturtheoretische Ansätze.

5. Dramatiker des Expressionismus: Die Arbeit analysiert hier das dramatische Werk von Walter Hasenclever und bietet einen Überblick über weitere bedeutende Dramatiker der Zeit.

6. Unterrichtsentwurf: Hier wird eine didaktische Konzeption für die Oberstufe vorgestellt, die das Ziel verfolgt, Schülern die Autoren und ihre Werke näherzubringen.

7. Schlusswort: Das Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und reflektiert über die dominierende Rolle der Lyrik innerhalb der expressionistischen Literatur.

Schlüsselwörter

Expressionismus, Literatur, Lyrik, Prosa, Drama, Gottfried Benn, Else Lasker-Schüler, Georg Heym, Georg Trakl, Carl Einstein, Walter Hasenclever, Epoche, Großstadt, Sprachzerfall, Unterrichtsentwurf

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet einen Überblick über die Epoche des Expressionismus und stellt dabei besonders einflussreiche literarische Vertreter aus den Bereichen Lyrik, Prosa und Drama vor.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind das Lebensgefühl der damaligen Zeit, die Bedeutung der Großstadt sowie die formale und inhaltliche Neuausrichtung der Literatur durch expressionistische Autoren.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, typische Vertreter des literarischen Expressionismus durch Kurzbiografien und Werkbetrachtungen vorzustellen und diese Erkenntnisse in einem didaktischen Unterrichtskonzept für Schulen nutzbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Literaturrecherche, um Biografien und Werkmerkmale der Autoren zusammenzufassen und didaktisch für einen Unterrichtsentwurf aufzubereiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung von Autorenbiografien, die vertiefte Analyse von Benn und Lasker-Schüler, eine Untersuchung von Einsteins Prosa und Hasenclevers Dramatik sowie einen praktischen Unterrichtsentwurf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Neben dem Epochenbegriff Expressionismus stehen besonders Autorennamen wie Gottfried Benn und Else Lasker-Schüler sowie Gattungsbegriffe wie Lyrik, Prosa und Drama im Zentrum.

Warum widmet die Arbeit Gottfried Benn und Else Lasker-Schüler ein eigenes Kapitel?

Sie gelten als herausragende Repräsentanten der Epoche, deren Werk und deren komplexe persönliche Beziehung ein tiefgreifendes Verständnis der literarischen Moderne ermöglichen.

Welche Rolle spielt der Unterrichtsentwurf in der Arbeit?

Der Entwurf dient dazu, das theoretisch erarbeitete Wissen über expressionistische Autoren in ein praktisches, schülerzentriertes Unterrichtskonzept zu überführen, um die Epoche lebendig zu vermitteln.

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Details

Title
Typische Vertreter des literarischen Expressionismus
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Germanistische Literaturwissenschaft)
Course
Expressionismus im Deutschunterricht
Grade
2,0
Author
Stud. phil. Annabelle Senff (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V90052
ISBN (eBook)
9783638038171
ISBN (Book)
9783638935074
Language
German
Tags
Typische Vertreter Expressionismus Deutschunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stud. phil. Annabelle Senff (Author), 2005, Typische Vertreter des literarischen Expressionismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90052
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