Oft wird das Problem schrumpfender Städte und Gemeinden von Presse und Politik beschrieben. Es gibt Horrorszenarien, die das Aussterben von Kleinstädten und Dörfern voraussagen. Neben dem Wegzug vor allem junger Menschen wird auch die niedrige Geburtenrate als Grund ins Feld geführt. So wird schon von einem Männerüberschuss geschrieben. Dem liegt eine Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung zu Grunde. Unter dem Titel „Not am Mann“ kommen die Autoren zu dem Schluss: „Durch die selektive Abwanderung von jungen Frauen ist in den neuen Bundesländern vielerorts eine sehr ungewöhnliche Geschlechterverteilung entstanden.“
Betrachtet man allein die Entwicklung der Bevölkerungszahl im Gebiet des Freistaates Sachsen zwischen 1982 bis 2006, dann ergibt sich ein Bevölkerungsrückgang von 5.148.521 auf 4.249.774 Personen. Dies entspricht einem Rückgang der Bevölkerung von etwa 17,5% in 24 Jahren. Allein der Bevölkerungsverlust für Sachsen in den Jahren der politischen Wende 1989/90 lag bei weit über 100.000 Personen pro Jahr. Doch nicht nur in den Wendejahren entstand der Bevölkerungsrückgang. Dies war ein kontinuierlicher Prozess, für den heute noch kein Ende absehbar ist.
In dieser Arbeit soll beispielhaft die Bevölkerungsentwicklung in der Stadt Hainichen betrachtet werden. Die Kleinstadt liegt zwischen Chemnitz und Dresden im Zentrum Sachsens. Das Umfeld ist ländlich geprägt. Zwischen 1982 und 2006 hat Hainichen 20,4% der Bevölkerung verloren. Während im Jahr 2006 9.314 Einwohner hier lebten, waren es 1982 noch 11.705.
Eine Bevölkerung bewegt sich. Aber wie? Wie misst man Bevölkerungsbewegungen? Auch in Sachsen hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Wie sah diese Entwicklung aus? Und ist Hainichen als sächsische Stadt auf dem gleichen Weg? Was bedeutet es, wenn Städte und Regionen von Einwohnern verlassen werden? Auf diese und weitere Fragen wird in dieser Arbeit eingegangen. Im zweiten Kapitel wird zunächst das theoretische Fundament geschaffen. Es wird untersucht, wie sich die Bevölkerung entwickelt. Nachdem Methoden zur Bestimmung der natürlichen Bevölkerungsbewegung vorgestellt werden, wendet sich die Aufmerksamkeit der Bevölkerungswanderung hin. Daran schließt sich eine Betrachtung von Sachsen im Allgemeinen und der Stadt Hainichen im Speziellen an.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Aufbau
1.3. Forschungsstand
2. Bevölkerungsgeographie
2.1. Grundlage
2.2. Die natürliche Bevölkerungsbewegung
2.2.1. Bewegte Bevölkerung
2.2.2. Fertilität
2.2.3. Mortalität
2.3. Bevölkerungswanderung
2.3.1. Wandernde Bevölkerung
2.3.2. Wanderungstypen
3. Sachsen - Land und (ohne) Leute
3.1. Bevölkerungsentwicklung in Hainichen und Sachsen
3.1.1. Bevölkerungsrückgang im real existierenden Sozialismus
3.1.2. Die Wendejahre 1989/90
3.1.3. Negativwachstum als Normalzustand
3.2. Aktuelle Situation
3.2.1. Potential für Ostdeutschland?
3.2.2. Wohnraumüberschuss in Hainichen
4. Zahlenspiele und deren Folgen – Schlussbetrachtung
5. Bibliographie
Monographien
6. Anhang
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bevölkerungsentwicklung im Freistaat Sachsen mit einem besonderen Fokus auf die Stadt Hainichen. Dabei wird analysiert, ob der in Hainichen zu beobachtende Bevölkerungsrückgang ein lokales Phänomen darstellt oder symptomatisch für die allgemeine demographische Krise im Osten Deutschlands ist.
- Grundlagen der Bevölkerungsgeographie und deren Messmethoden
- Analyse natürlicher Bevölkerungsbewegungen sowie Wanderungstypen
- Historische Entwicklung der Bevölkerungszahlen in Sachsen und Hainichen
- Auswirkungen der demographischen Krise auf die Kommunalentwicklung
- Herausforderungen durch Wohnraumüberschuss und Politikmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
1.1. Problemstellung
Oft wird das Problem schrumpfender Städte und Gemeinden von Presse und Politik beschrieben. Es gibt Horrorszenarien, die das Aussterben von Kleinstädten und Dörfern voraussagen. Neben dem Wegzug vor allem junger Menschen wird auch die niedrige Geburtenrate als Grund ins Feld geführt. So wird schon von einem Männerüberschuss geschrieben. Dem liegt eine Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung zu Grunde. Unter dem Titel „Not am Mann“ kommen die Autoren zu dem Schluss: „Durch die selektive Abwanderung von jungen Frauen ist in den neuen Bundesländern vielerorts eine sehr ungewöhnliche Geschlechterverteilung entstanden.“
Betrachtet man allein die Entwicklung der Bevölkerungszahl im Gebiet des Freistaates Sachsen zwischen 1982 bis 2006, dann ergibt sich ein Bevölkerungsrückgang von 5.148.521 auf 4.249.774 Personen. Dies entspricht einem Rückgang der Bevölkerung von etwa 17,5% in 24 Jahren. Allein der Bevölkerungsverlust für Sachsen in den Jahren der politischen Wende 1989/90 lag bei weit über 100.000 Personen pro Jahr. Doch nicht nur in den Wendejahren entstand der Bevölkerungsrückgang. Dies war ein kontinuierlicher Prozess, für den heute noch kein Ende absehbar ist.
In dieser Arbeit soll beispielhaft die Bevölkerungsentwicklung in der Stadt Hainichen betrachtet werden. Die Kleinstadt liegt zwischen Chemnitz und Dresden im Zentrum Sachsens. Das Umfeld ist ländlich geprägt. Zwischen 1982 und 2006 hat Hainichen 20,4% der Bevölkerung verloren. Während im Jahr 2006 9.314 Einwohner hier lebten, waren es 1982 noch 11.705.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik schrumpfender Städte und Präsentation der zentralen Fragestellung anhand des Beispiels Hainichen.
2. Bevölkerungsgeographie: Darstellung der theoretischen Grundlagen demographischer Prozesse sowie der Methoden zur Erfassung natürlicher Bevölkerungsbewegungen und Wanderungen.
3. Sachsen - Land und (ohne) Leute: Empirische Analyse der Bevölkerungsdaten von Sachsen und Hainichen unter Berücksichtigung historischer Phasen wie der Wendezeit und der aktuellen Situation.
4. Zahlenspiele und deren Folgen – Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse mit der Schlussfolgerung, dass Hainichen das demographische Schicksal Sachsens teilt und politische Handlungsfähigkeit erfordert.
5. Bibliographie: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Literatur und Quellen.
6. Anhang: Detaillierte tabellarische Auflistungen der Bevölkerungsentwicklung in Sachsen, Hainichen sowie Geburten- und Sterberaten.
Schlüsselwörter
Bevölkerungsentwicklung, Sachsen, Hainichen, Demographischer Wandel, Bevölkerungsrückgang, Wanderungsbewegung, Fertilität, Mortalität, Wohnraumleerstand, Stadtumbau, Suburbanisierung, Abwanderung, Sozialgeographie, Bevölkerungsgeographie, Kommunalpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die demographischen Veränderungen in Sachsen und insbesondere in der Kleinstadt Hainichen seit 1982.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen natürliche Bevölkerungsbewegungen, Wanderungsmuster, der Einfluss politischer Umbrüche auf die Einwohnerzahlen und die Folgen für die kommunale Infrastruktur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, inwieweit die Bevölkerungsentwicklung in Hainichen als repräsentativ für den sächsischen Raum angesehen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse demographischer Kennzahlen und Daten des Statistischen Landesamtes im Kontext geographischer Theorien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die detaillierte Datenanalyse von Sachsen und Hainichen sowie die Darstellung der aktuellen Folgen für die Stadtentwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie demographischer Wandel, Bevölkerungsrückgang, Wohnraumleerstand und Abwanderung bestimmt.
Warum wird Hainichen als Fallbeispiel gewählt?
Die Stadt dient als konkretes Beispiel einer sächsischen Kleinstadt, um die abstrakten Zahlen des Landes durch lokale Gegebenheiten zu veranschaulichen.
Was bedeutet das Ergebnis für die Zukunft von Hainichen?
Aufgrund des prognostizierten weiteren Bevölkerungsrückgangs ist ein aktiver Stadtumbau unumgänglich, um die Attraktivität der Stadt zu erhalten.
Welche Rolle spielen die "Wendejahre" für die Bevölkerungsentwicklung?
Die Jahre 1989/90 markieren eine Zäsur, in der massenhafte Abwanderung und ökonomische Umstrukturierungen den Bevölkerungsrückgang massiv beschleunigten.
Welchen Einfluss hat die "Not am Mann"-Problematik?
Der Bericht weist auf die selektive Abwanderung junger Frauen hin, was zu sozialen Problemen und einer männlich dominierten Unterschicht in den betroffenen Regionen führen kann.
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- Kay Dramert (Author), 2007, Bevölkerungsentwicklung und ihre Folgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90054