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Senioren und Musik - Musikunterricht und Musiktherapie für alte Menschen

Title: Senioren und Musik - Musikunterricht und Musiktherapie für alte Menschen

Seminar Paper , 2007 , 14 Pages

Autor:in: Katja Rommel (Author)

Health - Miscellaneous
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Dass es eine Wechselwirkung zwischen Seele und Körper gibt, die durch Musik auf gesundheitsfördernde Weise angeregt werden kann, wie Kant es darstellt, ist eine seit Menschengedenken bekannte Tatsache, derer man sich heute wieder verstärkt zu besinnen scheint. Der rasante demografische Wandel und die damit in vielfältiger Weise verbundene Zunahme des Interesses an Fragen der Gesundheitsförderung, an Themen wie „Anti Aging“ und „Wellness“ dürfen hier als verstärkende Faktoren vermutet werden.
Längst ist Musik nicht mehr „Ausnahmezustand“, wie Adorno beklagte (vgl. Adorno 1968, 139f.), sondern hat sowohl im pädagogischen als auch im therapeutischen Kontext als Medium sozialer Praxis zentrale Bereiche unseres privaten wie gesellschaftlichen Alltags besetzt und bildet in allen ihren Facetten und in allen Altersgruppen einen wichtigen Lebensfaktor. Zunehmend bestehen Programme für ältere Menschen, die Musikhören, eigenes Musizieren, Chorsingen, Opern- und Konzertbesuche, auch Tanz und Rhythmik, Lesungen mit Musikbegleitung sowie Musiktheater- und Musicalbesuche umfassen. Dabei stehen Interesse und Teilnahme an diesen Angeboten keineswegs allein unter dem Aspekt des Selbstzwecks, sondern umfassen weitere Intentionen – teils mit musikpädagogischer, teils mit musiktherapeutischer Schwerpunktsetzung: Austausch mit Anderen, Übung und Aneignung weiterer musischer Elemente, Kontakt mit der Umwelt, das Erleben von Spannung und Entspannung sowie die Entwicklung kreativer körperlicher und geistiger Fähigkeiten, die nötig werden, wenn aufgrund der durch das Altern veränderten Lebenslage Aufgaben neu zu bewältigen sind (vgl. Blancken-burg 2004, 82).
Bei der Entwicklung und Vermittlung solcher musikalischen Zielgruppenangebote sind neben fachspezifischen und medizinischen Aspekten vor allem soziodemo-grafische Gesichtspunkte zu berücksichtigen, wie die Binnendifferenzierung zwischen „jungen Alten“ und „alten Alten“, Geschlechts- und Migrantenspezifika sowie die Standortnähe von Angeboten. Laut Bundestags-Enquete-Kommission „Demo-graphischer Wandel“ zeigt sich im Zusammenhang mit dem Altersstrukturwandel (vgl. Tews 1990) nämlich folgendes Bild: Eine frühe Entberuflichung schon vor dem 60. Lebensjahr, eine länger währende nachberufliche Phase mit Verjüngungseffekten in den ersten Jahren und eine zunehmende Hochaltrigkeit der Bevölkerung mit überwiegendem Anteil von Frauen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Alleinstellungsmerkmale von Musik

3. Singen als Unterrichtsgegenstand und Mittel therapeutischer Intervention

4. Musikunterricht für alte Menschen

5. Geriatrische Musiktherapie

5.1 Anwendungsbeispiele

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Musik, sowohl im musikpädagogischen als auch im musiktherapeutischen Kontext, als wesentlichen Lebensfaktor für ältere Menschen. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der gesundheitsfördernden Wechselwirkungen zwischen Körper und Seele sowie der Entwicklung zielgruppengerechter Angebote unter Berücksichtigung demografischer und gerontologischer Aspekte.

  • Bedeutung von Musik als Medium der sozialen Praxis und Gesundheitsförderung bei Senioren.
  • Alleinstellungsmerkmale von Musik gegenüber anderen Freizeit- und Therapieangeboten.
  • Singen als niederschwelliges und therapeutisch wirksames Mittel für alte Menschen.
  • Besonderheiten und Anforderungen an einen zielgruppenorientierten Musikunterricht im Alter.
  • Praktische Anwendungsbeispiele der geriatrischen Musiktherapie, insbesondere bei Parkinson und Demenz.

Auszug aus dem Buch

5. Geriatrische Musiktherapie

Im Gegensatz zu entsprechenden musikpädagogischen Entwicklungen kommt der geriatrischen Musiktherapie derzeit aufgrund ihrer europaweit stärkeren Verbreitung ein höherer Stellenwert zu, weshalb auf diesen Bereich ausführlicher eingegangen werden soll. Unter formal anwendungstechnischen Gesichtspunkten lässt sich feststellen, dass Musik durch ihre verschiedenen Parameter und die Art und Weise wirkt, wie diese im Wechselspiel miteinander stehen. Methodisch lassen sich aktive Musiktherapie - die Klienten/Patienten agieren selbst mit ihrer Stimme, mit anderen Körperklingern (beim Klatschen, Stampfen usw.) oder mit Musikinstrumenten -, und die rezeptive Musiktherapie - die Klienten/Patienten hören unter Anleitung ausgewählte Musik an -, unterscheiden. Beide kommen in der klinischen Praxis weitgehend als Begleittherapien zusammen mit anderen (psycho-)somatischen Maßnahmen zum Einsatz. Unter dem Aspekt des therapeutischen Settings differenziert man zwischen Einzel- und Gruppentherapiesituationen. Die Aufgaben geriatrischer Musiktherapie umfassen ein weites und wenig randscharfes Spektrum. Es reicht von Maßnahmen, die hinsichtlich ihrer Indikation und Methodik eher unspezifisch sind und zahlreiche Überschneidungen mit Musikpädagogik oder „Wellness“ aufweisen, über den weiten Bereich der Psychohygiene und der Unterstützung beim Verbalisieren emotionaler Erlebnisinhalte bis hin zur indikationsgeleiteten gesundheitlichen Prävention, Krisenintervention und Rehabilitation.

Von besonderer praktischer Bedeutung ist hierbei die Musiktherapie in Gruppen. Blanckenburg beschreibt charakteristische Inhalte der aktiven Gruppentherapie mit drei unterschiedlichen Zielstellungen:

„Soziale Prozesse: Kommunikation mit nonverbalem Schwerpunkt, Interaktion, Gefühlsaustausch, Gruppenbewusstsein, soziales Verhalten, Integration, Kontaktfähigkeit

Förderung von persönlichen Fähigkeiten: musikalische Kreativität/Ausdrucksfähigkeit, Gestaltung/Lernfähigkeit/Kurzzeitgedächtnis, Improvisationsfähigkeit, fein- und grobmotorische Bewegungen, auditive Wahrnehmungsförderung, Sensomotorik, Eigeninitiative

Wirkungen auf die Persönlichkeit: Lebens-/Spielfreude, Fantasie, Spontaneität, Anregungsvielfalt, Interessenweckung, Ausdrucksfreiheit, Ich-Stärkung/Erfolgserlebnis, emotionale Prozesse, Aktivität, Entspannung.“ (Blanckenburg 2004, 98. Hervorhebungen vom Autor)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Wechselwirkung zwischen Musik, Körper und Seele und beschreibt die wachsende Bedeutung von Musikangeboten für eine alternde Gesellschaft.

2. Alleinstellungsmerkmale von Musik: Das Kapitel betrachtet Musik als konkurrierendes Angebot auf dem Gesundheitsmarkt und hebt deren medizinische sowie musikpädagogische Wirkweisen hervor.

3. Singen als Unterrichtsgegenstand und Mittel therapeutischer Intervention: Hier wird das Singen als niederschwellige Methode analysiert, die Erinnerungen weckt, die Vitalität fördert und die soziale Kontaktaufnahme unterstützt.

4. Musikunterricht für alte Menschen: Dieses Kapitel diskutiert die notwendige Abkehr von traditionellen Leistungsansätzen hin zu einer zielgruppenorientierten Musikpädagogik, die die spezifische Lebenslage von Senioren berücksichtigt.

5. Geriatrische Musiktherapie: Dieser Abschnitt differenziert zwischen aktiver und rezeptiver Musiktherapie und untersucht deren therapeutisches Potenzial bei unterschiedlichen Indikationen.

5.1 Anwendungsbeispiele: Dieses Unterkapitel illustriert den Einsatz der Musiktherapie anhand konkreter Beispiele, wie etwa bei Parkinson-Patienten oder Menschen mit Demenz.

Schlüsselwörter

Musiktherapie, Musikunterricht, Senioren, Geriatrie, Musikpädagogik, Gesundheitsförderung, Altern, Parkinson, Demenz, Aphasie, Lebensqualität, Gruppentherapie, Musizieren, körperliches Wohlbefinden, psychische Gesundheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Bedeutung und Anwendung von Musikunterricht und Musiktherapie als Möglichkeiten zur Förderung der Gesundheit und Lebensqualität bei älteren Menschen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die musikpädagogische Arbeit mit Senioren, der therapeutische Einsatz von Musik in der Geriatrie sowie die Auswirkungen von Musik auf die psychische und physische Verfassung im Alter.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Stellenwert von Musik als Medium zur Erhaltung von Lebenssinn, sozialer Teilhabe und Gesundheit in einer alternden Gesellschaft aufzuzeigen und Ansätze für eine zielgruppengerechte Gestaltung zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der Auswertung von Fachvorträgen sowie Studien zur Musikgeragogik und geriatrischen Musiktherapie basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Besonderheiten des Alters, die Analyse von Musik als Wirkfaktor, methodische Ansätze des Singens und konkrete therapeutische Anwendungsbeispiele bei Krankheitsbildern wie Parkinson.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Musiktherapie, Senioren, Geriatrie, Musikpädagogik, Gesundheitsförderung und Lebensqualität.

Warum wird das Singen in der Arbeit besonders hervorgehoben?

Singen gilt als Anwendung erster Wahl, da es auf elementarer Ebene allen Menschen zugänglich ist, Erinnerungen aktiviert, die Atmung verbessert und einen niederschwelligen Zugang zur Kommunikation ermöglicht.

Welche Rolle spielt die Musiktherapie bei Parkinson-Patienten?

Musiktherapie kann bei Parkinson-Patienten durch rhythmische Impulse helfen, motorische Hemmungen abzubauen, das emotionale Wohlbefinden zu steigern und soziale Isolation durch gemeinsames Musizieren zu durchbrechen.

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Details

Title
Senioren und Musik - Musikunterricht und Musiktherapie für alte Menschen
College
Fresenius University of Applied Sciences Idstein
Course
Psychologie des Alters
Author
Katja Rommel (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V90060
ISBN (eBook)
9783638038201
ISBN (Book)
9783638935777
Language
German
Tags
Senioren Musik Musikunterricht Musiktherapie Menschen Psychologie Alters
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Rommel (Author), 2007, Senioren und Musik - Musikunterricht und Musiktherapie für alte Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90060
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