Im Hinblick auf die große Bandbreite an motivationspsychologischer Literatur gibt es keine eindeutige und allgemeingültige Definition für Motivation. Die für den Motivationsbereich wichtigste Unterscheidung ist die der intrinsischen und extrinsischen Motivation. Man spricht von intrinsischer Motivation, wenn ein bestimmtes Handlungsergebnis um seiner selbst willen angestrebt wird, d. h. das zum gewünschten Ergebnis führende Verhalten wird gezeigt, ohne daß damit etwas anderes bezweckt wird. Die Belohnung und Befriedigung liegt bei der intrinsischen Motivation in der Arbeit selbst. Extrinsische Motivation dagegen bedeutet, daß ein bestimmtes Verhalten um der Konsequenzen wegen gezeigt wird, d.h. äußere Belohnungen, wie zum Beispiel Geld, Macht oder Sicherheit gelten als motivierende Anreize. Mit Hilfe von Motivationsmodellen soll die Verbindung und das Zusammenwirken von Bedürfnissen, Motivation, und Arbeitszufriedenheit erklärt werden, um daraus ein in der betrieblichen Praxis umsetzbares Motivationskonzept zu entwickeln. Aufgrund der teilweise widersprüchlichen Interessen und Zielsetzungen lassen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Motivationsmodellen erkennen.
Inhaltsverzeichnis
1. Motivation
1.1. Begriff
1.2. Wichtige Motivationsmodelle
1.2.1. Modell des Scientific Management
1.2.2. Human-Relations-Konzept
1.2.3. Maslows Bedürfnispyramide
1.2.4. Herzbergs Zwei-Faktoren-Theorie
2. Bedeutung der Motivation in der heutigen Zeit
2.1. Gesellschaftlicher Wertewandel
2.2. Wettbewerbssituation
3. Instrumente der Mitarbeitermotivation
3.1. Führungsstil
3.1.1. Kontinuum der Führungsstile
3.1.2. Motivationale Führung
3.2. Arbeitsbedingungen
3.2.1. Arbeitsplatzgestaltung
3.2.2. Arbeitsstrukturierung
3.3. Unternehmenskultur
3.4. Kommunikation und Information
3.5. Betriebsklima und Konfliktmanagement
3.6. Materielle Anreize
4. Unternehmensbeispiel AUDI - Motivation am Fließband
5. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Mitarbeitermotivation für den langfristigen Erfolg von Unternehmen. Dabei wird analysiert, wie sich klassische und moderne Motivationsmodelle auf die heutige Arbeitswelt übertragen lassen und welche spezifischen Führungsinstrumente geeignet sind, um die Leistungsbereitschaft und Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten nachhaltig zu fördern.
- Theoretische Grundlagen der Motivation und relevante Motivationsmodelle.
- Einfluss gesellschaftlicher Wertewandel und Wettbewerbsdruck auf die Arbeitsmotivation.
- Analyse zentraler Führungsinstrumente wie Führungsstil, Arbeitsbedingungen und Unternehmenskultur.
- Praktische Untersuchung des Motivationsansatzes bei der AUDI AG.
Auszug aus dem Buch
1.2.1. Modell des Scientific Management
Das Modell des Scientific Management wurde in der Zeit der Industrialisierung und der zunehmenden Massenproduktion von dem amerikanischen Ingenieur Taylor entwickelt. Das Modell geht davon aus, daß der Mensch sich lediglich durch monetäre Anreize zu mehr oder besserer Leistung motivieren läßt und daß er kein tatsächliches Interesse an den Inhalten und Aufgaben seiner Tätigkeit besitzt. Er sieht sich daher auch nicht dazu veranlaßt bei der Erledigung seiner Arbeit Eigeninitiative zu zeigen. Dementsprechend wird der Mensch als Arbeitskraft nach den wirtschaftlichen Zielsetzungen der Unternehmung in den Produktionsablauf eingegliedert.
Durch die Teilung der Arbeitsaufgaben in kleinste Einheiten soll die Arbeit zu einer Routinetätigkeit werden, um damit die Produktion großer Mengen zu ermöglichen. Der Arbeiter hat lediglich Einfluß auf die Ausführung seiner Aufgabe, ihm werden jedoch keine Entscheidungen überlassen. Es erfolgt eine starke Überwachung und Kontrolle durch die Unternehmung. Um des Lohnes willen ordnet sich der Mensch diesen Bedingungen unter. Arbeitszufriedenheit stellt sich als Nebeneffekt ein, sofern das Hauptziel, ein hohes Einkommen, erreicht ist und der Vorgesetzte sich gerecht verhält.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Motivation: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Motivation, unterscheidet zwischen intrinsischen und extrinsischen Faktoren und gibt einen Überblick über verschiedene psychologische Motivationsmodelle.
2. Bedeutung der Motivation in der heutigen Zeit: Hier wird der Einfluss des gesellschaftlichen Wertewandels und des technologischen Wettbewerbs auf die Arbeitswelt beleuchtet, die neue Anforderungen an Unternehmen stellen.
3. Instrumente der Mitarbeitermotivation: Dieses Kapitel stellt konkrete Maßnahmen vor, mit denen Führungskräfte die Motivation beeinflussen können, darunter Führungsstile, Arbeitsplatzgestaltung und Unternehmenskultur.
4. Unternehmensbeispiel AUDI - Motivation am Fließband: Ein praktisches Fallbeispiel illustriert, wie ein Automobilhersteller durch eigenverantwortliches Arbeiten und Kommunikation die Motivation in der Fließfertigung steigert.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Motivation der entscheidende Schlüsselfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen ist und eine stetige Anpassung an neue Arbeitsstrukturen erfordert.
Schlüsselwörter
Mitarbeitermotivation, Unternehmenserfolg, Scientific Management, Human-Relations-Konzept, Bedürfnispyramide, Herzberg, Führungsstil, Arbeitszufriedenheit, Leistungsbereitschaft, Arbeitsplatzgestaltung, Unternehmenskultur, AUDI AG, Wertewandel, Motivationsmodelle, Eigenverantwortung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Proseminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Relevanz der Mitarbeitermotivation als zentralen Erfolgsfaktor für Unternehmen im modernen Wettbewerb.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themen umfassen motivationspsychologische Grundlagen, den Einfluss des gesellschaftlichen Wandels, verschiedene Motivationsinstrumente in der Führungspraxis sowie eine Fallstudie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Mitarbeitermotivation und Unternehmenserfolg aufzuzeigen und Strategien zu identifizieren, die eine höhere Leistungsbereitschaft ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die durch ein konkretes Praxisbeispiel der AUDI AG ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Motivationsmodelle, die Analyse der heutigen Rahmenbedingungen sowie die Darstellung von Führungsinstrumenten wie Arbeitsgestaltung und Unternehmenskultur.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Motivation, Unternehmenserfolg, Arbeitszufriedenheit, Führungsstil und Personalmanagement.
Wie unterscheidet sich das Modell des Scientific Management vom Human-Relations-Konzept?
Während das Scientific Management den Menschen primär durch monetäre Anreize und strikte Routine steuern will, betont das Human-Relations-Konzept die Bedeutung sozialer Anreize, Kommunikation und zwischenmenschlicher Anerkennung.
Warum ist bei AUDI die Motivation am Fließband ein zentrales Thema?
Da die Fließbandarbeit oft durch Monotonie geprägt ist, versucht AUDI durch Arbeitsstrukturierung und mehr Eigenverantwortung die Arbeitszufriedenheit der Facharbeiter trotz der standardisierten Fertigung zu erhöhen.
- Arbeit zitieren
- Katrin Jung (Autor:in), 2000, Mitarbeitermotivation. Der Schlüssel zum Unternehmenserfolg?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9006