In der vorliegenden Hausarbeit soll sich mit der vergleichenden Gegenüberstellung ausgewählter Aspekte aus der Sekundärliteratur zu Goethes Hymne "Prometheus" beschäftigt werden.
Dabei werden die strikt zu untersuchende Fragestellung und der zeitgleich damit einhergehende interesseleitende Gegenstand innerhalb der Ausführungen sein, ob das Werk zum Zeitpunkt seiner Entstehung das Ergebnis einer persönlichen Krise des Dichters dokumentiert oder nicht. Insofern ergibt sich die Notwendigkeit, wichtige biographische Parallelen im Hinblick auf Autor und Werk zu exponieren.
Die anfängliche Bearbeitung beginnt deshalb zunächst mit der Darstellung von ausgewählten Faktoren zum Hintergrund des Gedichts, wobei sich dabei auf zwei wichtige Schwerpunkte beschränkt wird: Zunächst sollen kontroverse Positionen und Informationen zur mythologischen Stellung Prometheus’ innerhalb der Menschen- und Götterwelt zusammen getragen werden. Ferner stellt es sich als unumgängliche Notwendigkeit dar, das Werk auch in seine zeithistorischen Bezüge zu setzen.
Im Verlauf der Arbeit wird schließlich auch noch auf den Inhalt der Strophen deutend und erläuternd eingegangen werden, welcher bei Gedichten bekanntlich stets ein sehr wesentliches Faktum zur Kontexterschließung darstellt: Bei dieser interpretatorischen Analyse und Darstellung im Mittelteil finden schließlich textanalytische Arbeitsweisen in dezidierter Manier Anwendung. Im Anschluss wird diesem Teil dann in zusammenfassender Art und Weise überleitend eine kurze Gesamtdeutung zur Ergebnissicherung folgen, bevor den Schluss der Ausführungen die gegenüberstellende Untersuchung von Drama und Ode bildet. Festzuhalten bleibt, dass die innerhalb der Hausarbeit bearbeiteten Schwerpunkte weder beweisträchtige Aufschlüsse bis ins kleinste Detail liefern, noch wird von Seiten des Autors ein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben, da dies Umfang und Rahmen der Arbeit sprengen würde. Dennoch soll die Herausstellung relevanter Aspekte zur schlüssig argumentativen Beantwortung der Frage in profunder Weise erfolgen. Nach Kenntnisnahme gängiger Varianten kann zusammenfassend formuliert werden, dass die Sagen von Prometheus Verschiedenes berichten und dessen Einordnung in die Mythologie deshalb nicht eindeutig erfolgen kann. Mehrfach wird in diesem Zusammenhang die Frage aufgeworfen, ob Prometheus ein Titan sei oder nicht.
Inhaltsverzeichnis
1 Benennung und Abgrenzung des Themas
2 Literaturgeschichtliche Aspekte des Gedichts
2.1 Mythologischer Textbezug
2.2 Einbettung der Ode in seinen historischen Rahmen
3 Inhaltliche Kurzanalyse
3.1 Anfang
3.2 Mittelteil
3.3 Schluss
4 Darstellung hervorgehobener Inhalte
4.1 Ansätze zu einer Gesamtdeutung
4.2 Verhältnis zwischen Gedicht und gleichnamigem Drama
5 Abschließende Betrachtungen und weiterführende Fragen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Hymne "Prometheus" von Goethe durch eine vergleichende Analyse der Sekundärliteratur, um die Forschungsfrage zu beantworten, ob das Werk als unmittelbares Dokument einer persönlichen Krise des Dichters zur Entstehungszeit gewertet werden kann.
- Mythologische Verankerung von Prometheus und dessen Bedeutung für das Gedicht
- Historische Einbettung und die Debatte um ein "pantheistisches Glaubensbekenntnis"
- Strukturelle Kurzanalyse des Gedichts in Anfang, Mittelteil und Schluss
- Biographische Parallelen zwischen dem Dichter und der Heldenfigur
- Vergleichende Gegenüberstellung von Goethes Gedicht und seinem gleichnamigen Drama
Auszug aus dem Buch
3.1 Anfang
Die Ouvertüre umfasst Kemper zufolge die Strophen eins bis zwei und beinhaltet die Anrufung der Gottheit. Mit einer laut hinausgerufenen Aufforderung an Zeus. beginnend, wird gleich strikt der Trennungsstrich zwischen dem Reich des Zeus („Bedecke deinen Himmel“) und der Welt des Prometheus gezogen („Musst mir meine Erde lassen...“). Da ist kein Übergang, keine Vermittlung, keine Gemeinschaft, sondern nur Gegensatz und trotziges Fürsichsein.
Zeus ist zwar Inhaber der oberen Region, d.h. des Himmels, der Wolken und der Bergeshöhn, auf der Erde jedoch unterliegt nichts etwa seiner Macht. Prometheus steckt unerbittlich und ohne jeden Zweifel seinen Bereich ab: “meine Erde – meine Hütte – meinen Herd“. Diese Eckpfeiler stehen symbolisch für die kongruente Unerschütterlichkeit der Argumentation. Imperativisch gestaltet ist der Anfang durch die Spitzenstellung der Verben „bedecke – musst“ gestaltet. Dieser zeigt zwar gleichzeitig die Kräfte des Zeus‘, und dennoch vermag er die Welt des Prometheus‘ nicht zu erschüttern. Die beiden Verben unterstreichen gleichwohl den Gegensatz, dass Zeus zwar „Mit Wolkendunst“ seine Macht zu erkennen geben mag, indem sein Blitz z.B. in die Eichen fährt, er aber dennoch durch Prometheus mit Spott (“dem Knaben gleich, / Der Disteln köpft“) belegt wird. Sein Heldengehabe und Dasein als Nichtsnutz sollen angeprangert werden. Prometheus hat sich zum Vorkämpfer „seiner Welt“, d.h. der Menschenwelt, gemacht: Sowohl den Hüttenbau als auch das Feuer des Herdes hat er nicht Zeus zu verdanken. Das Feuer hat er sogar gegen den Willen Zeus‘ den Menschen auf die Erde gebracht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Benennung und Abgrenzung des Themas: Einleitung in die Forschungsfrage, ob das Gedicht eine persönliche Krise Goethes widerspiegelt, sowie Vorstellung der methodischen Vorgehensweise.
2 Literaturgeschichtliche Aspekte des Gedichts: Erörterung der mythologischen Rolle des Prometheus und der historischen Kontexte, insbesondere der Debatten um den Spinozismus.
3 Inhaltliche Kurzanalyse: Detaillierte Betrachtung der Strophenstruktur in drei Abschnitten mit Fokus auf den Gegensatz zwischen Prometheus und Zeus.
4 Darstellung hervorgehobener Inhalte: Zusammenführung der Deutungsansätze und Vergleich der zentralen Motive zwischen dem Gedicht und dem Dramenfragment.
5 Abschließende Betrachtungen und weiterführende Fragen: Fazit der Untersuchung hinsichtlich der biographischen Krise und Ausblick auf künftige Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Goethe, Prometheus, Sturm und Drang, Lyrik, Mythologie, Zeus, Titanen, Spinozismus, Autobiographie, Schöpferkraft, Rebellion, Künstlerbild, 1774, Literaturwissenschaft, Interpretation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Goethes Hymne "Prometheus" unter dem Aspekt, inwiefern das Werk eine persönliche Krise des Dichters zur Zeit seiner Entstehung widerspiegelt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt die mythologische Stellung des Prometheus, historische Debatten über die Weltanschauung des Werkes und das Verhältnis des Gedichts zum gleichnamigen Drama.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das Werk als Bekenntnis zu einer persönlichen literarischen und existenziellen Krise interpretiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine vergleichende Gegenüberstellung verschiedener Positionen aus der Sekundärliteratur mit einer inhaltlichen textanalytischen Interpretation des Gedichts kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Kurzanalyse der Strophen, eine Erörterung der literaturgeschichtlichen Aspekte sowie eine vergleichende Betrachtung mit dem Drama.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Prometheus, Goethe, Sturm und Drang, Schöpferkraft, Rebellion, Spinozismus und biographische Parallelen bilden den Kern der terminologischen Ausrichtung.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Prometheus in Bezug auf die Titanen?
Unter Bezugnahme auf die Sekundärliteratur wird die titanische Abstammung bei Goethe kritisch hinterfragt und die "Mittelstellung" des Prometheus zwischen Göttern und Menschen hervorgehoben.
Welche Bedeutung hat das "feindliche Verhältnis zum Vater" für die Interpretation?
Die Autorin deutet die Rebellion des Prometheus gegen Zeus als Spiegelbild der Diskrepanzen zwischen Goethe und seinem eigenen Vater, was das Gedicht zu einem "Ventil" für Frustration macht.
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- Stud. phil. Annabelle Senff (Author), 2004, Interpretation ausgewählter Schwerpunkte des "Prometheus" von Goethe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90078