Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS; würde man eine Umfrage starten, würde vermutlich fast jeder schon einmal von dieser Störung gehört haben, ein beachtlicher Teil würde wahrscheinlich sogar erklären können, worum es sich dabei handelt und eine immer noch recht große Anzahl der Befragten, würde einen Betroffenen kennen. Dank der Medien und in jüngster Zeit auch durch die zahlreichen kritischen Diskussionen der Behandlung mit Medikamenten und Büchern, wie „Die Krankheitserfinder“ von Jörg Blech, die sich gerade mit diesen hitzigen Debatten beschäftigen, ist ADHS mittlerweile in aller Munde.
Trotzdem rührt meine Motivation mich mit diesem Thema im Zuge meiner Hausarbeit zu beschäftigen nicht daher, sondern vielmehr aus der Tatsache, dass ich mein Praxissemester im Bereich einer Tagesgruppe für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche absolvieren werde. Einige der dort Betreuten bekamen die Diagnose ADHS, weshalb für mich diese Arbeit nun eine Chance darstellt, mich bereits im Voraus intensiv mit dieser Thematik zu beschäftigen. Die Ansicht, dass man im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe als SozialarbeiterIn häufig mit dieser Störung konfrontiert ist, letztlich auch dadurch, dass sie die mittlerweile am Häufigsten diagnostizierte seelische Störung im Kindes- und Jugendalter darstellt (vgl. Blech 2005, 111), bekräftigt zusätzlich meine Entscheidung für dieses Thema.
Ich werde im Laufe meiner Hausarbeit ADHS aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchten, um einerseits eine einseitige und eingeschränkte Sichtweise auf die Störung zu vermeiden und andererseits, da ich der Meinung bin, dass diese Multiperspektivität Voraussetzung für eine erfolgreiche Soziale Arbeit ist.
An den Anfang meiner Arbeit habe ich eine Fallgeschichte gestellt um dem Leser einen Eindruck der Bemerkbarkeit und der Auswirkungen von ADHS im Alltagsleben, wie auch von der Diagnose und der Therapie zu gewähren.
In meinem Hauptteil werde ich mit der medizinisch-biologischen Sichtweise beginnen. Ich habe diese Perspektive an den Anfang gestellt, da es meiner Meinung nach diejenige Sichtweise darstellt, die am meisten Auskunft darüber gibt, was sich hinter dem Begriff ADHS verbirgt.
Im weiteren Verlauf werde ich dann spezieller auf die Lebenswelt der Betroffenen, der Angehörigen und der Situation in der Schule eingehen. Im Vordergrund sollen hier die individuellen Gefühle, Gedanken und Probleme, als auch die Bewältigungsmöglichkeiten stehen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Fallgeschichte
- Medizinisch-biologische Sichtweise
- Psychologische Sichtweise
- Die Sichtweise der Betroffenen
- Elternperspektive
- Schulische Perspektive
- Soziologische Perspektive
- Perspektive der Sozialen Arbeit
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Thematik des Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) aus multiperspektivischer Sichtweise zu beleuchten. Hierbei soll ein umfassendes Verständnis für die verschiedenen Facetten der Störung entwickelt werden, um die Komplexität des Themas aufzuzeigen und ein Bewusstsein für die vielfältigen Bedürfnisse von Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften zu schaffen.
- Medizinisch-biologische Grundlagen von ADHS
- Psychische und soziale Auswirkungen von ADHS
- Die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen mit ADHS
- Die Rolle von Familie, Schule und Sozialer Arbeit bei der Bewältigung von ADHS
- Die Herausforderungen und Chancen der sozialen Integration von Menschen mit ADHS
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des ADHS ein, erläutert die Motivation der Autorin und skizziert den Aufbau der Arbeit.
- Fallgeschichte: Dieses Kapitel stellt den Leser mithilfe eines fiktiven Beispiels vor die Herausforderungen und Auswirkungen von ADHS im Alltag eines Kindes.
- Medizinisch-biologische Sichtweise: Dieses Kapitel befasst sich mit den medizinischen und biologischen Grundlagen von ADHS, einschließlich der Ursachen, Diagnose und der Behandlungsmöglichkeiten.
- Psychologische Sichtweise: Dieses Kapitel beleuchtet die psychologischen Aspekte von ADHS, insbesondere die Auswirkungen auf die Entwicklung und das Selbstbild von Betroffenen.
- Die Sichtweise der Betroffenen: Dieses Kapitel gibt Einblicke in die subjektive Erfahrung von ADHS aus der Perspektive der Betroffenen, einschließlich ihrer Emotionen, Herausforderungen und Bewältigungsstrategien.
- Elternperspektive: Dieses Kapitel thematisiert die Erfahrungen und Herausforderungen, die Eltern von Kindern mit ADHS im Alltag erleben, sowie die Unterstützungsmöglichkeiten für Familien.
- Schulische Perspektive: Dieses Kapitel untersucht die schulische Situation von Kindern mit ADHS, einschließlich der Herausforderungen im Lernprozess und der Notwendigkeit von adäquater Unterstützung und Förderung.
- Soziologische Perspektive: Dieses Kapitel beleuchtet den sozialen Kontext von ADHS, einschließlich der Stigmatisierung und Diskriminierung, die Betroffene erfahren können.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselbegriffe dieser Arbeit sind: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Diagnostik, Therapie, Lebenswelt, soziale Integration, Inklusion, Familie, Schule, Soziale Arbeit.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet ADHS aus medizinisch-biologischer Sicht?
ADHS wird als neurobiologische Störung betrachtet, die durch genetische Faktoren und Ungleichgewichte im Botenstoffhaushalt des Gehirns (z. B. Dopamin) verursacht wird, was die Aufmerksamkeitssteuerung beeinträchtigt.
Welche Herausforderungen haben Eltern von Kindern mit ADHS?
Eltern stehen oft unter hohem Stress, erleben soziale Stigmatisierung und müssen den Alltag zwischen Therapie, Schule und Erziehung unter erschwerten Bedingungen koordinieren.
Wie sieht die schulische Perspektive bei ADHS aus?
In der Schule führen Konzentrationsmangel und Hyperaktivität oft zu Lernschwierigkeiten und Konflikten mit Lehrern oder Mitschülern, weshalb spezielle Fördermaßnahmen und Verständnis notwendig sind.
Warum ist eine soziologische Perspektive auf ADHS wichtig?
Sie beleuchtet, wie die Gesellschaft mit "Auffälligkeiten" umgeht und wie Etikettierung oder Stigmatisierung die soziale Integration der Betroffenen erschweren können.
Was leistet die Soziale Arbeit bei ADHS?
Sozialarbeiter unterstützen Familien in Tagesgruppen, beraten bei Erziehungsfragen und helfen bei der Vernetzung von Schule, Medizin und Jugendhilfe, um eine ganzheitliche Förderung zu ermöglichen.
- Citation du texte
- Stefanie Steckroth (Auteur), 2007, ADHS. Das Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätssyndrom aus multiperspektivischer Sichtweise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90089