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Die Zuspitzung der Grausamkeit in Fassbinders "Martha"

Title: Die Zuspitzung der Grausamkeit in Fassbinders "Martha"

Term Paper , 2006 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Kristin Reichenbächer (Author)

Communications - Movies and Television
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„Die Ehe als Vampirgeschichte“ - so lautet eine der zahlreichen Kritiken zu Fassbinders „Martha“ aus dem Jahre 1973. Diese Bewertung ist ganz in seinem Sinne, da er genau das, die Liebe als Utopie und den Wunsch der Frauen unterdrückt zu werden, darstellen wollte. Fassbinder schreibt ein Drehbuch voller Emotionen, psychischer und physischer Gewalt. Es entsteht ein Drama, indem Fassbinder seiner zutiefst skeptischen Haltung zur Liebe, wie in keinem seiner anderen Filme, Ausdruck verleiht.
Diese Arbeit setzt sich mit der im Film klar erkennbaren Steigerung der Grausamkeit auseinander, analysiert diese auf der inhaltlichen Ebene und betrachtet die filmischen Mittel, die der Unterstreichung der grausamen Elemente dienen. Der Begriff der Grausamkeit dient als Oberbegriff für jegliche Art der körperlichen und seelischen Gewalt, der Martha, die Hauptdarstellerin, ausgeliefert ist oder der sie ausgesetzt werden will. Die Gewalt und auch die Isolation zur Aussenwelt intensivieren sich im Verlauf ihrer Ehe mit Helmut zunehmend, werden unerträglich und enden tragisch. Der Begriff der Zuspitzung umschreibt diese dramatische Entwicklung.
Nach einer kurzen Inhaltsangabe des Films „Martha“ von Fassbinder, beginnt diese Arbeit mit einer vertiefenden, chronologischen Betrachtung der Sequenzen, welche die Steigerung der Grausamkeit besonders bekräftigen. Diese Sequenzen werden zunächst inhaltlich analysiert und im Anschluss folgt eine kurze Betrachtung, wie die filmischen Mittel zur Verstärkung der inhaltlichen Seite eingesetzt werden. Die Darstellung wird abschließend durch einen Vergleich zu Cornell Woolrichs Kurzgeschichte „For the rest of her life“ ergänzt. Dieser Vergleich hat einerseits das Ziel, auch hier die prägnantesten Stufen der Gewalt aufzuzeigen. Gleichzeitig werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Film „Martha“ und der Kurzgeschichte „Für den Rest ihres Lebens“ herausgestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inhaltsangabe zu „Martha“ von Rainer Werner Fassbinder

3. Zuspitzung der Grausamkeit und ihre Darstellung in „Martha“

3.1 Wiedersehen von Martha und Helmut

3.1.1 Betrachtung der inhaltlichen Ebene

3.1.2 Auffälligkeiten in der filmischen Umsetzung

3.2 Achterbahnfahrt

3.2.1 Betrachtung der inhaltlichen Ebene

3.2.2 Auffälligkeiten in der filmischen Umsetzung

3.3 Sonnenbrand

3.3.1 Betrachtung der inhaltlichen Ebene

3.3.2 Auffälligkeiten in der filmischen Umsetzung

3.4 Zunehmende Isolierung und Missbrauch Marthas

3.4.1 Betrachtung der inhaltlichen Ebene

3.4.2 Auffälligkeiten in der filmischen Umsetzung

3.5 Marthas Flucht und ihre Folgen

3.5.1 Betrachtung der inhaltlichen Ebene

3.5.2 Auffälligkeiten in der filmischen Umsetzung

4. Vergleich der Zuspitzung zwischen Fassbinders „Martha“ und Woolrichs „Für den Rest ihres Lebens“

4.1 Grundlegende Informationen

4.2 Gemeinsamkeiten und Unterschiede

4.2.1 Entscheidende Vorüberlegung

4.2.2 Flitterwochen

4.2.3 Donnerstagnacht

4.2.4 Folgen des Missbrauchs

4.2.5 Sadismus

4.2.6 Todesangst

4.2.7 Im Krankenhaus

5. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die systematische Steigerung der Grausamkeit in Rainer Werner Fassbinders Film „Martha“ (1973). Ziel ist es, sowohl auf inhaltlicher Ebene als auch durch die Analyse filmischer Mittel aufzuzeigen, wie die zunehmende körperliche und seelische Gewalt sowie die gezielte Isolation der Protagonistin Martha durch ihren Ehemann Helmut zur vollständigen Abhängigkeit und zum tragischen Ende führen. Ergänzend wird diese Entwicklung mit der Kurzgeschichte „Für den Rest ihres Lebens“ von Cornell Woolrich verglichen, um strukturelle Parallelen in der Darstellung von Machtmissbrauch und sadistischer Unterdrückung herauszuarbeiten.

  • Psychische und physische Gewalt in der Ehe
  • Die Rolle filmischer Mittel zur Darstellung von Macht und Unterdrückung
  • Isolation der Hauptfigur als Instrument der Herrschaft
  • Vergleichende Literatur- und Filmanalyse hinsichtlich sadistischer Verhaltensmuster
  • Die „vampirische“ Dynamik in Fassbinders Beziehungsdarstellungen

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Betrachtung der inhaltlichen Ebene

Martha und Helmut treffen sich zufällig auf der Hochzeit ihrer Freundin und seines Bruders wieder. Martha leugnet zunächst ihn zu kennen, vermutlich aus Scham vor den anderen Gästen und um ihre Faszination an Helmut, ihrem zukünftigen Mann, zu verdecken. Helmut hat sichtlich ihr Interesse geweckt und ihr Vertrauen gewonnen. Doch ihre Gutgläubigkeit wird missbraucht. Sehr bedeutungsvoll ist Helmuts Verhalten, da dieses bereits in der Kennlernphase der Beiden erkennen lässt, welchen Lauf die Zukunft nehmen wird. Er beschämt sie beispielsweise als sie zugibt, ihn seit ihrer kurzen Begegnung in Rom, nicht mehr vergessen zu haben aber er entgegen bringt, dieses nicht ausgesagt zu haben. Ausserdem sagt Helmut, dass sie weder attraktiv noch schön wäre. Die größte Erniedrigung erlebt sie hier jedoch, als er sie herablassend fragt, ob sie noch Jungfrau wäre. Dies verweist auf den Stellenwert von Sex in ihrer zukünftigen Ehe und darauf, dass er ihre Gefühlswelt nicht akzeptiert. Martha bejaht seine Frage. Nicht nur seine Wortwahl bei all diesen verbalen Verletzungen hat demütigenden Charakter, sondern vor allem seine musternden und gierigen Blicke, sein bösartiges Lachen, seine Gestik und seine Intonation. Helmut ist grob zu ihr und fasst sie lieblos an ihre Brust. Er zieht sie energisch an sich und küsst sie derb auf Dekolletee und Hals. Hier wird zum ersten Mal seine vampirische Sonderbarkeit deutlich.

Schon diese Sequenz macht auf Grausamkeiten in mildem Sinne aufmerksam und lässt durchblicken, welche Entwicklung die Beziehung der Beiden nimmt. Helmut verletzt Marthas Gefühle und trotzdem, oder gerade deswegen, lässt sie sich auf ihn ein. Dies verweist auf ihre masochistische Ader.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der „Ehe als Vampirgeschichte“ bei Fassbinder ein und umreißt das Ziel, die Zuspitzung der Grausamkeit sowohl inhaltlich als auch filmisch zu untersuchen.

2. Inhaltsangabe zu „Martha“ von Rainer Werner Fassbinder: Dieses Kapitel liefert eine chronologische Zusammenfassung der Filmhandlung, von der ersten Begegnung bis zur totalen Abhängigkeit Marthas nach ihrem Unfall.

3. Zuspitzung der Grausamkeit und ihre Darstellung in „Martha“: Hier erfolgt eine detaillierte, sequenzweise Analyse der Eskalation von Gewalt, unterteilt in inhaltliche Betrachtung und die filmische Umsetzung einzelner Schlüsselszenen.

4. Vergleich der Zuspitzung zwischen Fassbinders „Martha“ und Woolrichs „Für den Rest ihres Lebens“: In diesem Kapitel werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Werke in Bezug auf sadistische Züge, die Zuspitzung von Gewalt und das tragische Schicksal der Frauen gegenübergestellt.

5. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Ergebnisse und betont Fassbinders Absicht, die Ehe als Unterdrückungsinstrument kritisch zu hinterfragen.

Schlüsselwörter

Rainer Werner Fassbinder, Martha, Zuspitzung, Grausamkeit, Sadismus, Masochismus, häusliche Gewalt, Unterdrückung, Isolation, filmische Analyse, Machtspiel, Abhängigkeit, Cornell Woolrich, Für den Rest ihres Lebens, Filmkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die stufenweise Eskalation psychischer und physischer Gewalt in Fassbinders Film „Martha“ sowie deren filmische Inszenierung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Themenkomplexe Machtmissbrauch, sadistische Beziehungsdynamiken, die systematische Isolation des Opfers und die filmische Umsetzung dieser Prozesse.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Fassbinder durch eine klare Steigerung (Zuspitzung) der Grausamkeit die Ehe als Unterdrückungsinstrument darstellt und wie sich diese Dynamik mit literarischen Vorlagen vergleichen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der inhaltlichen Sequenzanalyse kombiniert mit einer filmanalytischen Untersuchung (Einstellungsgrößen, Kameraführung) sowie einen komparativen Vergleich mit einer literarischen Vorlage.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine detaillierte chronologische Analyse ausgewählter Filmszenen und einen Vergleich mit Cornell Woolrichs Geschichte „Für den Rest ihres Lebens“ hinsichtlich ähnlicher sadistischer Verhaltensmuster.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie „Zuspitzung“, „Sadismus“, „Fassbinder“, „häusliche Gewalt“ und „filmische Analyse“ charakterisieren.

Inwiefern spielt der Begriff der „vampirischen“ Beziehung eine Rolle?

Der Begriff wird als Metapher für Helmuts parasitäres und gewalttätiges Verhalten gegenüber Martha verwendet, bei dem er sie emotional und physisch ausbeutet.

Warum zieht die Autorin den Vergleich zu Cornell Woolrichs Kurzgeschichte?

Der Vergleich dient dazu, die strukturellen Ähnlichkeiten in der Darstellung von Macht und sadistischem Vergnügen bei der Unterdrückung von Frauen in verschiedenen Medien zu verdeutlichen.

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Details

Title
Die Zuspitzung der Grausamkeit in Fassbinders "Martha"
College
University of Education Freiburg im Breisgau
Grade
2,0
Author
Kristin Reichenbächer (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V90108
ISBN (eBook)
9783638041461
ISBN (Book)
9783640409938
Language
German
Tags
Zuspitzung Grausamkeit Fassbinders Martha
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristin Reichenbächer (Author), 2006, Die Zuspitzung der Grausamkeit in Fassbinders "Martha", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90108
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