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Das Geschlechterverhältnis in der Volksrepublik China und das Problem der fehlenden Mädchen

Title: Das Geschlechterverhältnis in der Volksrepublik China und das Problem der fehlenden Mädchen

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Isabelle Harbrecht (Author)

Orientalism / Sinology - Chinese / China
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Summary Excerpt Details

Als eines der bevölkerungsreichsten Länder der Erde findet Chinas demographische Entwicklung viel Aufmerksamkeit in wissenschaftlichen Untersuchungen. Großes Bevölkerungswachstum führte zur Einführung der Ein-Kind-Politik, was wiederum eine rasante Alterung der Bevölkerung zur Folge hat. Die extremen Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur werden dank besserer technischer Vorrausetzungen und zuverlässigerer statistischen Daten messbar. Die vorliegende Arbeit widmet sich dem Geschlechterverhältnis bei Geburt in der Volksrepublik China (VRCh). Bereits in den 80er Jahren rückte der unnatürlich hohe Anteil männlicher Geburten in den Fokus der Öffentlichkeit. Seit Einführung der Ein-Kind-Politik ist das Geschlechterverhältnis bei Geburt (GV) stetig gestiegen und befindet sich in einem unnatürlich hohen Bereich.
Nach einer kurzen allgemeinen Einführung werden die aktuellen GV Werte in China nach Paritäten aufgeschlüsselt und regionale Unterschiede untersucht. Ziel dieser Arbeit ist es die Gründe für das Fehlen der Mädchen auszumachen und die gesellschaftlich bedingten Ursachen zu identifizieren. Als Quellen wurden hierzu diverse wissenschaftliche Arbeiten der letzten 20 Jahre und die Volkszählungen der VRCh herangezogen. Mangelhaftes Zahlenmaterial und die Illegalität von geschlechtsspezifischen Abtreibungen und Infantizid haben, was den Verbleib der Mädchen angeht, in den bisherigen Untersuchungen des GV zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen geführt. Kapitel 4 liefert einen Überblick über die gängigen Gründe und ihre Erklärungskraft. Ein kurzer Rückblick in Kapitel 5 zeigt die historische Entwicklung des GV und gibt einen Einblick in das traditionelle Gedankengut der chinesischen Gesellschaft. Die Sohn-Präferenz wird als eine der Ursachen für das erhöhte GV identifiziert. Kapitel 6 analysiert die unterschiedliche Rolle von Sohn und Tochter im gegenwärtigen China und die Pflichten der Nachkommen in einer Familie. Nachdem sowohl die Gründe als auch die Ursachen für das hohe GV bei Geburt in China untersucht worden sind, ist es möglich in Kapitel 7 einige Lösungsansätze anzubieten.

Excerpt


Struktur der wissenschaftlichen Arbeit

1 Einleitung

2 Das Geschlechterverhältnis

3 Das Geschlechterverhältnis in China

3.1 Regionale Unterschiede

4 Die fehlenden Mädchen

4.1 Biologische Abnormalität in der chinesischen Rasse

4.2 Nicht-Registrierung und Freigabe zur Adoption

4.3 Erhöhte Sterberate

4.4 Infantizid

4.5 Geschlechtsspezifische Abtreibung

5 Traditionelles und historisches China

6 Die Sohn-Präferenz

6.1 Messbarkeit der Sohnpräferenz

7 Lösungsansätze

8 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das anhaltend hohe Geschlechterverhältnis bei Geburten in der Volksrepublik China. Dabei wird analysiert, inwieweit die staatliche Ein-Kind-Politik in Kombination mit tief verwurzelten traditionellen gesellschaftlichen Strukturen und dem Wunsch nach männlichen Nachkommen zu einem systematischen Defizit an weiblichen Kindern führt.

  • Analyse der demographischen Entwicklung und des Geschlechterverhältnisses seit Gründung der Volksrepublik China.
  • Identifikation der Ursachen für die Bevorzugung männlicher Nachkommen (Sohn-Präferenz).
  • Untersuchung der Methoden und Mechanismen, die zum Fehlen von Mädchen führen (z.B. Abtreibung, Nicht-Registrierung, Infantizid).
  • Diskussion von Lösungsansätzen zur Verbesserung des Geschlechterverhältnisses und zur Stärkung der gesellschaftlichen Rolle der Frau.

Auszug aus dem Buch

4.5 Geschlechtsspezifische Abtreibung

Seit den 80ern sind Ultraschall-Maschinen in China weit verbreitet. Abtreibungen sind seit 1963 freigegeben und kostenlos. Die technische Möglichkeit zur gezielten Abtreibung von Mädchen ist damit vorhanden. Besonders nach Einführung der Ein-Kind-Politik stiegen die absoluten Abtreibungszahlen. Doch im Vergleich zu anderen Ländern liegt China im Mittelfeld. Das lässt sich mit der weiten Verbreitung von Verhütungsmethoden erklären. Das Geschlecht der abgetriebenen Föten wird nicht festgestellt. Im Zensus von 1982 ist das GV bereits bei der Geburt zu hoch. Hier wird der Einfluss der damals bereits verbreiteten pränatalen Geschlechtsdiagnostik deutlich. Seit Mitte der 90er wurden nicht aus medizinischen Gründen durchgeführte Abtreibungen unter Strafe gestellt, um die gezielte Abtreibung von Mädchen zu verhindern. Auch das Gesetz zur Bevölkerungs- und Geburtenplanung von 2002 verbietet die Feststellung des Geschlechts des Fötus und eine Abtreibung aus nicht medizinischen Gründen nach der Feststellung. Die Ultraschalluntersuchung stellt aber für viele Ärzte eine wichtige zusätzliche Einkommensquelle dar und das Geschlecht wird den Eltern oft durch geheime Zeichen mitgeteilt, z.B. durch ein Lächeln, wenn es ein Junge ist. Derartige Vorkommnisse sind schwer zu überwachen. Eine 1987 durchgeführte Erhebung der Medizinischen Fakultät der Peking Universität gibt ein Geschlechterverhältnis der legal abgetriebenen Föten in ländlichen Zonen von 94,6 und in den städtischen von 96,8 an. Dieser niedrige Wert steht in starkem Gegensatz zu dem hohen Geschlechterverhältnis bei der Geburt. Neben einer Operation sind auch Abtreibungspillen in den Städten auf Verschreibung und auf dem Schwarzmarkt zu bekommen. Es ist also anzunehmen, dass in Folge der Kinderbegrenzung Familien mit Hilfe von gezielten Abtreibungen Töchter gegen Söhne zu tauschen versuchen. Geschätzte 41% der fehlenden Mädchen werden gezielt abgetrieben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das demographische Problem des unnatürlich hohen Geschlechterverhältnisses bei Geburten in der VR China ein und benennt die Zielsetzung der Untersuchung.

2 Das Geschlechterverhältnis: Dieses Kapitel definiert das biologisch normale Geschlechterverhältnis und erläutert die externen Einflussfaktoren wie Mortalität und Migration.

3 Das Geschlechterverhältnis in China: Hier wird die historische Entwicklung der Geburtenzahlen in der VR China analysiert und der Anstieg des Verhältnisses insbesondere bei zweiten und dritten Kindern dokumentiert.

4 Die fehlenden Mädchen: Dieses Kapitel identifiziert und bewertet verschiedene Erklärungsansätze für das Verschwinden von Mädchen, darunter pränatale Diagnostik, Abtreibung, Infantizid und Nicht-Registrierung.

5 Traditionelles und historisches China: Die historischen Wurzeln der Sohn-Präferenz werden anhand konfuzianischer Traditionen und sozioökonomischer Zwänge in der alten Familienstruktur untersucht.

6 Die Sohn-Präferenz: Dieses Kapitel verdeutlicht die ökonomische und soziale Notwendigkeit männlicher Nachkommen für die Altersversorgung und den Familienhalt im modernen China.

7 Lösungsansätze: Hier werden politische und gesellschaftliche Möglichkeiten diskutiert, wie durch Aufklärung und soziale Absicherung die Gleichstellung der Geschlechter gefördert werden kann.

8 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass nur ein gesellschaftlicher Wandel im Status der Frau das Geschlechterverhältnis langfristig normalisieren kann.

Schlüsselwörter

Volksrepublik China, Geschlechterverhältnis, Ein-Kind-Politik, Sohn-Präferenz, demographische Entwicklung, pränatale Geschlechtsdiagnostik, Infantizid, geschlechtsspezifische Abtreibung, soziale Altersvorsorge, Konfuzianismus, Frauenstatus, Geburtenplanung, Bevölkerungsstruktur, traditionelle Familienwerte, demographischer Wandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das unnatürlich hohe Geschlechterverhältnis bei Geburten in China und die damit verbundenen gesellschaftlichen und demographischen Folgen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Felder sind die Auswirkungen der Ein-Kind-Politik, die tief verwurzelte Sohn-Präferenz, traditionelle konfuzianische Rollenbilder sowie moderne medizinische Möglichkeiten zur Geschlechtsbestimmung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gründe für das Fehlen von Mädchen aufzudecken und die gesellschaftlich bedingten Ursachen zu identifizieren, um Ansätze zur Lösung dieses Ungleichgewichts aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse diverser wissenschaftlicher Publikationen der letzten 20 Jahre sowie der Auswertung offizieller Volkszählungsdaten der Volksrepublik China.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil gliedert sich in eine statistische Analyse des Geschlechterverhältnisses, die Untersuchung der Methoden des "Verschwindens" von Mädchen sowie eine historisch-soziologische Betrachtung der Sohn-Präferenz.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Sohn-Präferenz, Ein-Kind-Politik, Geschlechterverhältnis, demographischer Wandel und soziale Absicherung.

Welche Rolle spielt die Ein-Kind-Politik bei der Entstehung des Problems?

Die Ein-Kind-Politik verschärft den Druck auf Eltern, den "gewünschten Sohn" bereits bei der ersten oder zweiten Schwangerschaft zu empfangen, was zur Nutzung pränataler Diagnostik führt.

Warum wird im Dokument das Projekt „Chaohu Experimentierzone“ erwähnt?

Das Projekt dient als erfolgreiches Fallbeispiel, wie durch Aufklärung und engere Zusammenarbeit von Behörden und Bevölkerung das Überleben von Mädchen und das Geschlechterverhältnis positiv beeinflusst werden konnten.

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Details

Title
Das Geschlechterverhältnis in der Volksrepublik China und das Problem der fehlenden Mädchen
College
University of Cologne  (Ostasiatisches Seminar)
Grade
1,0
Author
Isabelle Harbrecht (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V90138
ISBN (eBook)
9783638042390
ISBN (Book)
9783640970650
Language
German
Tags
Geschlechterverhältnis Volksrepublik China Problem Mädchen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Isabelle Harbrecht (Author), 2007, Das Geschlechterverhältnis in der Volksrepublik China und das Problem der fehlenden Mädchen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90138
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