Warum wurde die Bank der Medici so erfolgreich?

Perché la banca de`Medici aveva un grande successo?


Seminararbeit, 2006
9 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Aufbau der Bank

3. Das Personalmanagement

4. Das Finanzmanagement
4.1 Wie Erwirtschafteten sie ihre Gewinne

5. Schluss

6. Literaturverzeichnis
Benutzte Literatur
Allgemeine Literatur
Literatur aus dem Internet

1. Einleitung

In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts waren die Bankhäuser der Bardi und Peruzzi die größten Handelsgesellschaften der Stadt Florenz und der Welt. Der italienische Historiker Armando Sapori bezeichnete diese gar als „the pillars of Christian trade“[1]. Aufgrund einer falschen Kreditpolitik mussten sie zur Mitte des Jahrhunderts jedoch Konkurs anmelden. Die Peruzzi hatten sich bei ihrer Kreditvergabe so stark auf den Hochadel konzentriert, insbesondere auf König Edward III. von England und König Robert von Neapel, als diese ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkamen, kam die Bank in eine nicht mehr kontrollierbaren Schieflage. Der Bankrott dieser beiden Banken löste eine Krise im gesamten Bankgeschäft aus. Aus dieser kamen andere Familien gestärkt hervor wie die Albertis sie wurden die neuen Bankiers des Papstes. Doch diejenige, die für ein Jahrhundert eine bestimmende Rolle in der Stadt einnehmen sollte, war die Familie der Medici. 1397 verlegte Giovanni di Picci de Medici den Sitz seiner kleinen Bank von Rom nach Florenz. In den folgenden sieben Dekaden erlebte der Medici-Konzern einen rasanten Aufstieg zu einem der bedeutendsten Handelshäuser des Mittelalters. Ich möchte nun an Hand der aufgeführten Punkte erklären, wie es die Medici geschafft haben ein so ein gigantischen Bankkonzern zu erschaffen.

2. Der Aufbau der Bank

Vor der Krise in den 40er Jahren des 13. Jahrhunderts waren die Handelsunternehmenzentralistisch ausgerichtet. Das heißt das alle Filialen eines Unternehmens unselbständige Einheiten waren, das gesamte Unternehmen wurde von der Zentrale aus geführt. Die Partner wählten aus ihrer Mitte eine Person, die als Verantwortlicher für das Tagesgeschäft agierte. Langfristige Entscheidungen wurden hingegen von allen Partnern gemeinsam getroffen. Der Gewinnanteil entsprach dem Kapitalanteil, während die Schwachstelle dieser Struktur lag darin, dass Probleme einer Filiale Stimmengewichtung unabhängig von diesem war. Jeder Partner hatte eine Stimme. Diese Regelungen führten bei Krisensituationen zu diversen Problemen zum einen verhinderte die gemeinsame Ergebnisfindung ein schnelles Reagieren, zum anderen waren die Interessen oft vom Kapitaleinsatz abhängig,. Eine weitere durch die gemeinsame Kapitalbasis auf alle anderen Filialen und Geschäfte durchschlug. Die Medici zogen ihre Lehren aus diesen Problemen, die ein Grund für den Niedergang der Bardi und Peruzzi waren und strukturierten ihre Unternehmen völlig anders. Jede Filiale war ein eigenständiges Unternehmen, an dem sowohl der örtliche Filialleiter als auch die Zentrale in Florenz beteiligt war.[2] Die Holding oder auch Dachgesellschaft genant stellte dabei immer den Hauptanteil des Kapitals und hatte die Stimmenmehrheit. Im Falle eines möglichen Bankrotts wäre aufgrund der Eigenständigkeit der Filiale nur diese Filiale betroffen und nicht die gesamte Gesellschaft. Die Entscheidungen des Tagesgeschäftes wurden dezentralisiert, d.h. von den verantwortlichen Personen vor Ort getroffen. Die Partnerstruktur war ebenfalls eine andere. Mit den Seniorpartnern wurde ein Vertrag geschlossen. Dieser hatte eine feste Laufzeit von meistens fünf Jahren und sah die Verteilung des Gewinns nach dem Anteil am Gesellschaftsvermögen vor.[3] Bei den Medici behielt die Familie immer das Sagen. Zudem wurde die Anzahl der Seniorpartner im Vergleich zu den Peruzzi klein gehalten. Neben der Familie Medici gab es maximal zwei weitere Seniorpartner. Der Familienvorstand der Medici stand dabei immer eine Stufe über den anderen Seniorpartner.

3. Das Personalmanagement

Die Medici besetzten zwar viele Stellen mit Angehörigen der Familie, doch war es auch familienfremden Personen möglich, bei den Medici Karriere zu machen. Nicht eine adelige Herkunft sondern Leistung und Treue waren ausschlaggebend für ein Vorwärtskommen bei den Medicis. Das beste Beispiel dafür war Giovanni Benci. Seine Laufbahn begann 1409 im Alter von 15 Jahren als Bürojunge in Rom. Elf Jahre später wurde er dort zum Hauptbuchhalter ernannt. 1424 wurde ihm die Aufgabe übertragen, in Genf eine neue Filiale, nebst einer Außenstelle in Basel für die Zeit des Konzils, aufzubauen. 1435 wurde er nach Florenz in die Zentrale zurück beordert, um dort den Posten des Generalmanagers zu besetzen und Cosimo de´ Medici zu unterstützen. In seiner Zeit als Generalmanager erfuhr die Medici Bank ihre größte Ausdehnung und erreichte das Maximum ihrer Gewinne. Benci selbst wurde zum zweitgrößten Steuerzahler in Florenz, nur Cosimo zahlte noch mehr.[4] Mit dem Tod des zweiten Generalmanagers 1444 wurde er zum alleinigen Inhaber dieses Postens, erhielt eine Gewinnbeteiligung in Höhe von 25 Prozent die im Zeitraum zwischen 1444 und 1450 knapp 30.000 Florins betrug.[5] Nach seinem Tod 1455 hinterließ er seiner Familie ein herrschaftliches Haus in Florenz, diverse Grundbesitze, Firmenanteile und ein beträchtliches Depot bei seinem Arbeitgeber.[6] Die Aufgaben des Generalmanagers waren vielfältig und von enormer Bedeutung. Er war das Bindeglied zwischen der Medici-Familie und den Filialen sowie zwischen langfristiger Politik und dem Tagesgeschäft.

[...]


[1] zit. in: de Roover, 1963, S. 2.

[2] Der Aufbau der Unternehmensstruktur glich der einer heutigen Holding. Dabei ist diese Eigentümerin der Kapitalanteile an den untergeordneten Einheiten und ist für die Vorgabe langfristiger Unternehmensziel zuständig. Wenn im Folgenden der Begriff „Holding“ fällt, ist damit die Firma der Medici-Familie mit den Seniorpartnern gemeint. Die Bezeichnung „Filiale“ für die diversen Niederlassungen ist nicht der vollständig korrekte Terminus technicus, da rechtlich gesehen die Niederlassungen eigenständige Unternehmen waren. Da diese jedoch in ihrer Entscheidungsfreiheit eingegrenzt waren, halte ich es vertretbar, den Ausdruck „Filiale“ zu benutzen.

[3] Vgl. Gollhammer, 2001, S. 4.

[4] Vgl. de Roover, 1963, S. 31.

[5] Vgl. . de Roover, 1963, S. 70. http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D28599.php

[6] Vgl. ebenda, S. 57

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Warum wurde die Bank der Medici so erfolgreich?
Untertitel
Perché la banca de`Medici aveva un grande successo?
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Städte in der Frühen Neuzeit
Note
2,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
9
Katalognummer
V90146
ISBN (eBook)
9783638044356
Dateigröße
381 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Warum, Bank, Medici, Städte, Frühen, Neuzeit
Arbeit zitieren
Marco Toscani (Autor), 2006, Warum wurde die Bank der Medici so erfolgreich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90146

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