Diese Arbeit will sich nun mit Octavians Verhältnis zum Militär befassen. Da dies im beschränkten Rahmen einer Proseminarsarbeit geschieht, will ich mich hier nur mit einem ganz speziellen Teil des Militärs, nämlich den entlassenen Soldaten, den Veteranen,( Veteran (v. lat.: vetus = alt) ist eine Bezeichnung für einen Altgedienten, erfahrenen Soldaten) beschäftigen. Außerdem wird sich das Hauptaugenmerk der Arbeit, abgesehen von einem kurzen einleitenden Teil über die Entstehung des Veteranenproblems, das dem Verständnis dient, auf die Zeit des Triumvirats konzentrieren. Kommen wir nun zu einen Biographie von Octavian. Er ist am 23. September 63 v. Chr. als Gaius Octavius Thurinus in Rom oder Velitrae geboren und starb am 19. August 14 n. Chr. in Nola bei Neapel. Octavian war der Sohn des Gaius Octavius und seiner Frau Atia, einer Nichte Gaius Iulius Caesars. Die Familie seines Vaters gehörte den Equites was "Reiter" bedeutet , von lateinisch equus 'Pferd', Plural equites; oft als 'Ritter' übersetzt bezeichnete im römischen Reich das Mitglied des ordo equester, eines mit besonderen Vorrechten ausgestatteten Standes. Sie kam in der gesellschaftlichen Rangfolge nach dem Senatorenstand (ordo senatorius), also dem niederen Adel. Sie war wohlhabend, aber wenig bedeutend. Gaius Octavius soll Geldverleiher gewesen sein, stieg aber in den Senat auf und gelangte bis zur Praetur. Nach dem Tod des Vaters 58 v. Chr. wuchs der junge Gaius zunächst auf dem Landgut seiner Großmutter Iulia, der Schwester Caesars, in Velitrae auf, später im Haus seines Stiefvaters L. Marcius Philippus. Nach Sueton hielt er im Jahr 51 v. Chr. die Leichenrede für seine Großmutter und legte 49 v. Chr. die Männertoga (toga virilis) an. Octavian später bekannt als Augustus war der Großneffe und Haupterbe Gaius Iulius Caesars er gewann die Machtkämpfe, die auf dessen Ermordung im Jahr 44 v. Chr. folgten, und war von 31 v. Chr. an Alleinherrscher des Römischen Reichs. Er setzte dem Jahrhundert der Römischen Bürgerkriege ein Ende und begründete die julisch-claudische Dynastie, Octavian gilt als erster römischer Kaiser. Unter der Devise der Wiederherstellung der Republik (restitutio rei publicae) betrieb er in Wirklichkeit deren dauerhafte Umwandlung in eine Monarchie in Form des Prinzipats.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Hauptteil
Wie kommt es zum Veteranenproblem
Octavian und die Veteranen
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Octavian (dem späteren Augustus) zum römischen Militär, insbesondere den Umgang mit entlassenen Soldaten, den Veteranen. Dabei wird analysiert, wie die Veteranenproblematik entstand und wie Octavian durch gezielte, oft riskante Maßnahmen in der Zeit des Triumvirats die Unterstützung seiner Truppen sicherte, um seine Machtbasis zu festigen und den Weg zum Prinzipat zu ebnen.
- Entstehung des Veteranenproblems in der späten römischen Republik
- Die strategische Bedeutung des Militärs für Octavians Aufstieg
- Ansiedlung von Veteranen als politisches und soziales Instrument
- Das Spannungsfeld zwischen Enteignungen, Veteranenansprüchen und Senat
Auszug aus dem Buch
Octavian und die Veteranen
Nach dem gewaltsamen Tode Cäsars in den Iden des März 44 v. Chr. war der junge Octavian sicher ebenso überrascht wie alle anderen, daß ausgerechnet er das gewaltige Erbe des Diktators antreten sollte. Aber er nahm die einmalige Chance konsequent wahr, die sich ihm nun bot. Dies offenbart schon deutlich seine erste Tat: anstatt die ihm angebotene Hilfe von Militärtribunen und Centurionen aus Apollonia anzunehmen, reiste Octavian nach Italien um zwei Legionen bestehend aus Veteranen Cäsars, die er mit dem Versprechen von 500 denarii für jeden köderte, auszuheben. So brachte er mit der ehemaligen VII. und VIII. Legion nicht weniger als 3000 Mann hinter sich.
Als Sohn und damit legitimer Nachfolger Cäsars, fühlte er sich verbunden mit ,,seiner" Klientel. Daß diese sich ihm anschloss, macht wiederum klar, daß sie die testamentarische Legitimation Octavians ihrerseits als rechtens ansahen. Die Truppen, welche für ihn vor dem Senat das Amt des Konsuls für das Jahr 43 v. Chr. Erstritten, führte er mit denen des Senats zusammen gegen die des Antonius. Daß Octavian sich seiner Truppen aber keineswegs schon sicher sein konnte, offenbart der Fakt, daß einige der jüngeren Soldaten nach der Schlacht von Mutinah nicht unter sein Kommando wechselten, wie er es sicherlich erhofft hatte, sondern unter dem des Senats blieben.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, definiert den Begriff des Veteranen und skizziert die biographischen Grundlagen Octavians im Kontext seiner Zeit.
2. Hauptteil: Der Hauptteil erläutert zunächst das durch das veränderte Heerwesen entstandene Veteranenproblem und analysiert anschließend detailliert Octavians politisches Handeln gegenüber den Soldaten.
Schlüsselwörter
Octavian, Augustus, Veteranen, Römische Republik, Militär, Bürgerkrieg, Triumvirat, Ansiedlung, Enteignungen, Prinzipat, Gaius Iulius Caesar, Soldaten, Landverteilung, Machtpolitik, Pax Augusta
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Verhältnis zwischen dem angehenden Herrscher Octavian und seinen Veteranen während der Übergangsphase vom Ende der römischen Republik zum Prinzipat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die militärhistorische Entwicklung der Veteranenversorgung, die politische Instrumentalisierung von Soldaten durch Feldherren und die daraus resultierenden innenpolitischen Konflikte in Rom.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Octavian trotz anfänglich schwacher Stellung durch die konsequente Bindung der Veteranen an seine Person das militärische Fundament für seine spätere Alleinherrschaft legte.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Untersuchung gewählt?
Die Arbeit ist als historische Proseminarsarbeit angelegt, die durch eine Auswertung der relevanten Fachliteratur und antiker Quellen (wie Appian oder die Res Gestae) das historische Geschehen rekonstruiert.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Entstehens des Veteranenproblems im römischen Heerwesen sowie eine detaillierte Analyse der von Octavian durchgeführten Ansiedlungsprogramme und deren Konsequenzen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Octavian, Veteranenansiedlung, Römische Bürgerkriege, Machtpolitik und der Wandel von der Republik zum Prinzipat.
Welche Rolle spielten die Enteignungen bei der Ansiedlung der Veteranen?
Die Enteignungen waren ein notwendiges, wenn auch politisch hochriskantes Mittel, da dem Staat die finanziellen Mittel für Entschädigungen fehlten, während die Veteranen gleichzeitig ihren Anspruch auf Land mit Druck einforderten.
Warum ging Octavian das Risiko der Anbiederung an das Militär ein?
Octavian erkannte frühzeitig, dass die Armee der entscheidende Machtfaktor im Staat war; nur durch deren Unterstützung konnte er seine Konkurrenten übertrumpfen und seine politische Position in einer instabilen Zeit sichern.
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- Marco Toscani (Author), 2006, Octavian und die Veteranen Ansiedlungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90148