Die Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Erfurter Schatz, dessen Herkunft und den gesellschaftlich-politischen Umständen der Juden im Mittelalter.
Wer ist der Besitzer dieses spektakulären mittelalterlichen Fundes und aus welchem Grund, ist ausgerechnet in der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt, noch eine so einmalige Sammlung aus dem 14. Jahrhundert auffindbar? Welche Zusammenhänge gibt es, zwischen den einzelnen Artefakten des Fundes und was können uns diese, über die jüdische Kultur und Tradition zu jener Zeit sagen? Sind die Relikte des "Erfurter Schatzes" tatsächlich im alltäglichen Gebrauch der Familie von Wiehe gewesen? Oder repräsentieren sie den regen Warenhandel des jüdischen Bankiers?
Neben dem Herzstück des Fundes, dem jüdischen Hochzeitsring, beinhaltet der Schatz eine große Anzahl an Schmuckstücken wie Ringe, Broschen und Gürtelschnallen. Ähnlich kostbar verarbeitete Goldschmiedewerke, findet man zu dieser Zeit des Mittelalters, für gewöhnlich nur in Adelkreisen. Wie also kommen die edelsteinbesetzten Broschen nun nach Erfurt und ausgerechnet zu dieser jüdischen Familie? Und welche Symbolik, steckt hinter dem fortwährend aufgegriffenen Lilien-Motiv, sowohl auf Teilen der Gürtel, als auch auf den Silbermünzen? Gibt es einen Zusammenhang zwischen der französisch konnotierten Heraldik und dem "Erfurter Schatz"?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Erfurter Schatz
- Historie und Fundgeschichte
- Die Rolle der Juden im Mittelalter
- Händlerware oder Familienschatz - eine Spurensuche an Hand ausgewählter Artefakte
- Der Erfurter Schatz im Überblick
- Ehemaliger Adelsbesitz oder Familiengut? – die Broschen des „Erfurter Schatzes“
- Von Hochzeitsring bis Doppelkopf - der jüdisch konnotierte Schmuck des „Erfurter Schatzes“
- Die französische Lilie – ein Blick auf die Herkunft von Gürtel und Münzsammlung
- Auf den Spuren der „Alltagskunst“
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den „Erfurter Schatz“, einen bedeutenden Fund mittelalterlichen Gold- und Silberschmuckes, und versucht, die Hintergründe seiner Entstehung und seinen Besitzer zu identifizieren. Dabei werden die Bedeutung des Schatzes im Kontext der jüdischen Kultur und Tradition im Mittelalter beleuchtet und die Rolle des jüdischen Bankiers Kalman von Wiehe als möglicher Eigentümer untersucht.
- Der „Erfurter Schatz“ als Zeugnis der jüdischen Kultur und Tradition im Mittelalter
- Die Bedeutung der jüdischen Lebensweise und Reinheitsgebote im Kontext der Pestwelle im 14. Jahrhundert
- Die Rolle von Kalman von Wiehe als möglicher Besitzer des Schatzes
- Die Interpretation der Symbolik der im Schatz enthaltenen Artefakte, insbesondere der Lilienmotive auf Gürteln und Münzen
- Die Auswirkungen der Pogrome von 1349 auf die jüdische Gemeinde in Erfurt
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des „Erfurter Schatzes“ ein und erläutert die Bedeutung des Fundes im Kontext der Geschichte der Stadt Erfurt. Es werden zudem die wichtigsten Forschungsfragen vorgestellt, die in der Arbeit behandelt werden.
- Der Erfurter Schatz: Dieser Abschnitt widmet sich der Geschichte des Fundes und seinem historischen Kontext. Es werden die Hintergründe der Judenverfolgungen von 1349 sowie die Bedeutung des Schatzes für die jüdische Kultur und Tradition im Mittelalter beleuchtet.
- Händlerware oder Familienschatz: In diesem Kapitel werden einzelne Artefakte aus dem Schatz näher betrachtet und ihre Bedeutung im Kontext der Lebensweise des möglichen Besitzers, Kalman von Wiehe, diskutiert. Es werden sowohl die Schmuckstücke des Schatzes als auch die Gürtel und Münzen im Hinblick auf ihre Herkunft, Symbolik und ihren möglichen Zusammenhang mit dem jüdischen Leben im Mittelalter analysiert.
- Der Erfurter Schatz im Überblick: Überblick über die einzelnen Artefakte des Fundes und ihre historischen Bedeutung.
- Ehemaliger Adelsbesitz oder Familiengut: Analyse der Broschen des „Erfurter Schatzes“ im Hinblick auf ihre mögliche Herkunft und Funktion.
- Von Hochzeitsring bis Doppelkopf: Diskussion der jüdisch konnotierten Schmuckstücke des „Erfurter Schatzes“ und ihrer Symbolik.
- Die französische Lilie: Analyse der Herkunft und Bedeutung der Lilienmotive auf Gürtel und Münzen des Schatzes.
- Auf den Spuren der „Alltagskunst“: Betrachtung der Alltagskultur des möglichen Besitzers des Schatzes anhand der Artefakte und deren Verwendungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Erfurter Schatz, jüdische Kultur, Mittelalter, Kalman von Wiehe, Pogrome, Pest, Lilienmotiv, Handel, Schmuck, Adelsbesitz, Familiengut, Reinheitsgebote, Ritual, jüdische Tradition.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der "Erfurter Schatz"?
Es handelt sich um einen spektakulären Fund mittelalterlicher jüdischer Artefakte (Schmuck, Münzen, Silbergeschirr), der 1998 in Erfurt entdeckt wurde und aus dem 14. Jahrhundert stammt.
Wer war der wahrscheinliche Besitzer des Schatzes?
Die Forschung deutet auf den jüdischen Bankier Kalman von Wiehe hin, der den Schatz vermutlich während der Pogrome von 1349 vergrub.
Was ist das Herzstück des Erfurter Schatzes?
Das bedeutendste Stück ist ein filigran gearbeiteter jüdischer Hochzeitsring aus Gold, der die Form eines Tempels aufweist.
Welche Bedeutung hat das Lilien-Motiv auf den Fundstücken?
Das Lilien-Motiv auf Gürteln und Münzen weist auf Handelsbeziehungen und kulturelle Einflüsse hin, die möglicherweise mit französischer Heraldik oder regionalen Handwerkstraditionen verknüpft sind.
Warum wurde der Schatz im 14. Jahrhundert versteckt?
Der Schatz wurde während der Pestpogrome von 1349 versteckt, als die jüdische Gemeinde in Erfurt verfolgt wurde. Da der Besitzer nicht zurückkehrte, blieb der Schatz über 600 Jahre unentdeckt.
Was verrät der Schatz über das jüdische Leben im Mittelalter?
Er zeugt von hohem Wohlstand, rituellen Traditionen (Hochzeitsring) und der Integration jüdischer Familien in den internationalen Warenhandel jener Zeit.
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- Anonym (Author), 2019, Der "Erfurter Schatz". Die jüdischen Familienfundstücke aus dem Mittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/901588