Fortschreibung Offener Kinder- und Jugendarbeit. Idee einer Integralen Sozialen Arbeit


Hausarbeit (Hauptseminar), 2018

31 Seiten, Note: 1,0


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Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Ausgangslage
a. Forschungsstand
b. politische Diskussion
c. Stellenwert in der Sozialen Arbeit

2. Theoretische Grundlagen
a. offene Kinder- & Jugendarbeit
b. Integrale Sozialarbeit
c. Praktisches Konzept der Integralen Sozialarbeit

3. Rahmenbedingungen
a. offene Kinder- & Jugendarbeit
b. die freien Träger
c. kommunale offene Arbeit
d. kommunale Finanzierung
e. Landesfinanzierung
f. freie Finanzierung

4. Forschungsdesign
a. grundsätzliche Fragestellung
b. Forschungsgegenstand
i. Leitfaden
ii. Experteninterview
iii. grounded theory

5. Textauswertung
a. Kernaussagen
i. manifest-latente Inhalte
ii. innere vs. äußere Aussagestruktur
b. raumzeitlich-sozialer Kontext
c. Textdimensionen
d. Ergebnis
e. Theoriebezug auf Integrierte Sozialarbeitstheorie
f. Diskussion

6. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 . Ausgangslage

Die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Offenen Einrichtungen in Deutschland ist vielseitig und immer neuen Herausforderungen ausgesetzt. Als Praxisfeld der Sozialen Arbeit ist sie als fester Bestandteil der sozialen Infrastruktur von Städten und Kommunen unverzichtbar und ein wesentlicher Wirtschaftszweig der Sozialwirtschaft in der Bundesrepublik. Als Standort für den Studiengang Soziale Arbeit bieten derzeit 78 Hochschulen Bachelor- und Masterstudiengänge1 an. Dabei sind Inhalte des Studiums wissenschaftlich basiert, Forschungsschwerpunkte werden gelehrt und durch die diverse Ausrichtung sowie eine aktuelle interkulturelle Debatte müsste man annehmen, dass eine Fortschreibung Sozialer Arbeit, auch auf methodischer Ebene, aktueller denn je sei. Entwicklungen in anderen Ländern Europas sowie außerhalb des Kontinents zeigen neue Ideen sowie eine Selbstverständnis von Sozialer Arbeit auf, die, so eine Hypothese dieser Arbeit, weitreichendere Arbeit in Einrichtungen der Offenen Arbeit zulässt, als es in großen Teilen der Bundesrepublik der Fall ist. Zur Fortschreibung Sozialer Arbeit in Offenen Einrichtungen Methoden zu sammeln, Theorien aus anderen Ländern aufzunehmen und in einen integralen Handlungsansatz für Sozialarbeiter*innen in Offenen Einrichtungen zu überführen ist Idee und das Ziel dieser Arbeit. Offene Soziale Arbeit in den Stadtteilen urbaner und ländlicher Räume Deutschlands soll dabei als Erweiterung von Offene Kinder- & Jugendarbeit beschrieben werden. Dabei soll auch ein Interview mit dem Geschäftsführer eines Dachverbandes von Jugendverbänden, Jugendgruppen und Jugendinitiativen ausgewertet werden, um einen direkten Bezug zur Offenen Kinder- & Jugendarbeit in Ostdeutschland herstellen zu können.

a. Forschungsstand

Die Ausgangslage zu Forschungsthemen der Offene Kinder- & Jugendarbeit sowie zu Theorienbildung und Methodik in der Offenen Kinder- & Jugendarbeit ist rar gesät. Als Praxisfeld fernab soziologischer Betrachtungen, als niederschwellige Angebotsstruktur mit einfachen Grundsätzen gibt sich der Bereich der offenen Arbeit so selbst einer methodischen Betrachtung hin, welches im besten Falle Leitsätzen im wie „Offenheit“, „Freiwilligkeit“, Partizipation“, „Einzel- & Gruppenarbeit“, „geschlechterspezifische Ansätze“, „gender Mainstreaming“, „Akzeptanz und Wertschätzung“2 sowie Vorgehensweisen3 wie „Niederschwelligkeit“, „Beziehungsarbeit“, „Netzwerkarbeit“, „mobile Arbeitsformen“, „Gemeinwesenarbeit“, „Ressourcenerschließung" nutzt. Diese sind jeweils methodisch und wissenschaftlich viel beleuchtet, im Kontext Offener Kinder & Jugendarbeit als theoretischer Ansatz einer integralen, also vielflächigen (individuell, zeitlich, räumlich und thematisch) und im jeweiligen Kontext divers aufgestellten Betrachtungsweise Sozialer Arbeit jedoch kaum zu finden.

Im Bereich der aktuellen Forschung wurden Institute wie das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), das Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik, die Sozialforschungsstelle Dortmund (sfs), das Institut für Sozialforschung (IfS), das Hamburger Institut für Sozialforschung sowie das Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität in Jena mittels Onlinerecherche befragt. Mit den Ergebnissen soll eine Übersicht zu aktuellen Forschungsthemen rund um Methoden Offener Kinder- & Jugendarbeit, der Arbeit an sich sowie potentiellen konzeptionellen Entwicklungen in Richtung einer integralen Sozialarbeit erstellt werden.

Das WZB liefert zum Thema ein Arbeitspapier4 von 2013, in dem der Soziale Sektor im Bundesland Brandenburg im bundesdeutschen Vergleich analysiert und ausgewertet wird. Der hauptsächlich aus gemeinnützigen Organisationen bestehende Sozialsektor im östlichen Bundesland ist „in sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesellschaft“ und trägt „zu deren demokratischer Gestaltung und Sozialintegration bei“ (Priller, et al., 2013). Mit diesem Arbeitspapier wurde erstmal ein gesamtes Bundesland auf dessen aktuellen Zustand und Entwicklungstrends hin untersucht und zukünftige Potentiale aufgezeigt.

Am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik5 in München finden sich keine Dokumente zu Kinder- & Jugendarbeit, auch am IfS6 sind Veröffentlichungen zur offenen Arbeit nicht zu finden, eine Veröffentlichungsliste seit 1950 liefert eine Vielzahl an interessanten und auch niederschwelligen Themen, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist nicht dabei. Das HIS7 schließt sich mit interessanter aktueller Forschung an, ohne Veröffentlichungen zum Thema dieser Arbeit anbieten zu können. Auch am Institut für Soziologie der Universität Jena sind keine Veröffentlichungen, aktuellen Studien und andere Materialien zu Kinder- & Jugendarbeit zu finden. An der TU Dortmund in der Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie du Soziologie existiert jedoch ein Forschungsverbund des Deutschen Jugendinstitutes mit der TU Dortmund. Hier sind einige Forschungsergebnisse8 wie zu Potentialen von Kinder- & Jugendarbeit in Nordrhein-Westfalen, zu Jugendverbandsarbeit und zu Strukturdatenerhebung zu finden, welche als Quelle für diese Arbeit nutzbar ist. Von den derzeit 10 Forschungsthemen des Institutes behandeln 7 Themen direkt die offenen Kinder- & Jugendarbeit in ihren vielfältigen Ausrichtungen, diese Ausbeute ist die höchste, die bei der Suche nach Forschungsarbeiten zum Thema für diese Arbeit gefunden wurde. Auch zu erwähnen ist die von Dr. Thomas Rauschenbach9 (derzeit Deutsches Jugendinstitut) ausgehende Forschung zu den verschiedenen Themenfeldern der Kinder- & Jugendarbeit, welche bereits seit den 80-er Jahren stattfindet und eine erstaunliche Publikationsliste hervorgebracht hat. Im Bereich der Offenen Kinder- & Jugendarbeit gibt es zwar nur eine Veröffentlichung mit Bezug zur Verbandsarbeit, dafür sind Begleitarbeiten zum SGBVIII, Arbeitsgemeinschaften in der Kinder- & Jugendhilfe, Kita, Ganztagsschulen und vielem mehr so reichhaltig, dass sich in den meisten Fällen auch Schlüsse über Entwicklungen im Bereich der Kinder- & Jugendarbeit schließen lassen.

Die Veröffentlichung einer Forschungsarbeit der Hochschule Düsseldorf zum aktuellen Entwicklungsstand der Offenen Kinder- & Jugendarbeit am Beispiel von 4 Kommunen in Nordrhein-Westfalen wurde erst in den jüngsten Jahren durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes gefördert. In Kooperation mit der schon genannten TU Dortmund und der evangelischen Hochschule Bochum konnten aktuelle Entwicklungen „aufgezeigt und ihre Potentiale aus der Innensicht der Einrichtungen und Fachkräfte und aus der Außensicht von Kindern und Jugendlichen, Kooperationspartnern und politischen Akteuren deutlich macht“ (Deinet, Icking, Nüsken, & Schmidt, 2017, S. 5). Zur Methodik Offener Kinder- & Jugendarbeit gibt die Deutsche Nationalbibliothek10 lediglich ein Handbuch aus, das Angebot „Springer Link“ des Springerverlages wirft eine große Menge Literatur zum Thema aus, wobei der hauptsächliche Teil aus Kapiteln von sozialwissenschaftlichen Veröffentlichungen stammt. Zur Thematik einer integralen Sozialarbeit stammen die meisten Ergebnisse aus niederländischen Quellen, interessant zum Thema sind Beiträge zum Diskurs der Frage nach Soziale Arbeit als Wissenschaft, beispielsweise von Birgmeyer und Rauschenbach. Die als Thema auftauchende Ambivalenz der Praxis Sozialer Arbeit mit einem Selbstverständnis, welches durch ein Studium gezeichnet ist, das inhaltlich „eindrucksvoll die Dominanz von Pädagogik, Recht, Psychologie, Soziologie usw. und die Randständigkeit der Sozialarbeit/Sozialpädagogik dokumentierten – und das auch noch im eigenen Studiengang!“ (Birgmeyer, 2012) bestärkt die grundsätzliche Idee dieser Arbeit.

Genannt seien auch die verschiedenen aktuellen Kommentare zum 15. Kinder- & Jugendbericht11 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, welcher als aktuelle Grundlage politischen Handels in dieser Arbeit intensiv Betrachtung finden wird. Die Lebenssituation junger Menschen im Kontext aktueller politischer und kultureller Entwicklungen in den vergangenen Jahren im Rahmen der Fluchtmigration hunderttausender von Menschen nach Deutschland und die damit verbundenen Leistungen der Kinder- & Jugendhilfe in Deutschland, speziell bezogen auf Offene Einrichtungen, soll dem Bericht der Bundesregierung von 2017 entnommen werden und in den Diskurs dieser Arbeit einfließen.

b. politische Diskussion

Im Koalitionsvertrag12 der Parteien CSU, CDU und SPD zur aktuellen Bundesregierung vom 14.03.2018 mit dem Titel „Ein neuer Aufbruch für Europa - Eine neue Dynamik für Deutschland - Ein neuer Zusammenhalt für unser Land“ kommt der Begriff „Jugendarbeit“ insgesamt vier Mal vor, dreimal innerhalb des Wortes „Jugendarbeitslosigkeit“ und einmal im Kontext der Unterstützung, Fortschreibung und Förderung internationale und europäische Jugendarbeit sowie deren Ausstattung „mit adäquaten Mitteln“ (S.23). Der Begriff der Kinder-& Jugendhilfe kommt immerhin neun Mal vor, dabei zwei Mal im Kontext der geplanten und schon umgesetzten Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern an Schulen („die Vielfalt der in den Ländern und Kommunen bestehenden Betreuungsmöglichkeiten der Kinder- und Jugendhilfe und die schulischen Angebote berücksichtigen und darauf aufbauen“, S.28). Zwei weitere Male wird im Koalitionsvertrag die Kinder- & Jugendhilfe im Kontext rechtlicher Veränderungen des SGBVIII besprochen, einmal wird auf die Weiterentwicklung des geplanten aber durch den Bundesrat im Juli 2017 abgelehnten Kinder- und Jugendstärkungsgesetz der vergangenen Legislaturperiode Bezug genommen. Die Stärkung elterlicher Erziehungsverantwortung ist ebenso ein Thema wie eine Entwicklung von Qualität in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Lediglich in einem Abschnitt beziehen sich die Gestaltenden aktueller politischer Entwicklung in Deutschland auf die Offene Sozialarbeit: „Ausgehend von den unterschiedlichen Bedarfen der Kinder und Jugendlichen und ihrer Eltern sollen die präventiven sozialräumlichen Angebote gestärkt werden (S.21)“, wobei eine inhaltliche Ausrichtung oder deren Ausgestaltung unerwähnt bleibt. Dementsprechend kann ob der aktuellen politischen Entwicklung davon ausgegangen werden, dass an der Umsetzung der Ganztagsschule für Kinder im Grundschulalter festgehalten wird, dabei zwar die bestehenden Angebote auch Offener Arbeit genutzt werden sollen, diese jedoch nicht ausgebaut werden. So sitzen Mitarbeitende Offener Einrichtungen auf dünnem Eis bei der Umsetzung des politischen Mandats Sozialer Arbeit, wenn die einerseits kommunal sehr unterschiedliche Struktur und Ausrichtung auf eine andererseits fast ausschließlich kommunale Förderung (unterstützt von Landesförderung) trifft, die auf Bundesebene politisch kaum Beachtung findet und potentiell durch das Konstrukt der Ganztagsschulen in Bedrängung gerät. So ist den Trägern Offener Einrichtungen überlassen, sich auf kommunaler, landes- & Bundesebene zusammen zu schließen, sich zu solidarisieren und gemeinsam in Arbeitsgemeinschaften das politische Mandat zu vertreten. An erster Stelle steht dabei die Bundesarbeitsgemeinschaft der Offenen Kinder- & Jugendeinrichtungen e.V.13, welche als bundesweiter Zusammenschluss von mehr als 4.300 Landes- & Bundesverbände sowie weiterer überregionaler Zusammenschlüsse über 15.000 Einrichtungen der Offenen Kinder- & Jugendarbeit repräsentieren. Ziel der BAG OKJE ist die Verbesserung der politischen, fachlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie der Austausch, die Kooperation und die Vernetzung zwischen den beteiligten Verbänden. Die Bundesarbeitsgemeinschaft pflegt den Kontakt zu anderen Bundesorganisationen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und der Politik auf Bundesebene und ist somit Hauptansprechpartner für die Umsetzung des politischen Mandats Sozialer Arbeit in Offenen Einrichtungen.

c. Stellenwert in der Sozialen Arbeit

Wie aus den bisherigen Erläuterungen zur politischen Situation und dem aktuellen Forschungsstand zusammenfassen lässt, nimmt die Offene Kinder- & Jugendarbeit sowie weitere Bereiche der Offenen Sozialarbeit keinen hohen Stellenwert in der Kinder- & Jugendhilfe ein. Dies mag auch an der Bedeutung der Arbeit für Kinder und Jugendliche selbst liegen. Nach allen relevanten Studien erreichen OKJE bundesweit maximal 10% eines Jahrgangs als regelmäßige Besucher*innen, somit besteht nicht nur ein Potential sondern auch eine Notwendigkeit, sich aktueller Herausforderungen zu stellen und neue Angebote zu etablieren (vgl. Deinet, Icking, Nüsken, & Schmidt, 2017, S. S. 11). Die Neuorientierung räumlicher Strukturen zur Erreichbarkeit von Kindern und Jugendlichen zum Beispiel in kommerziellen Räumen wie Einkaufszentren, „Shoppingmalls, Mc. Donald´s etc.“ (ebd. S.12) spielt dabei eine ebenso große Rolle im drittgrößten Feld der Jugendhilfe.

Die dabei entsprechend der Größe des Feldes zu berücksichtigende Beachtung innerhalb des Studiums der Sozialen Arbeit an Hochschulen sowie wissenschaftlicher Studiengänge an Universitäten (ebd.) aufgrund der Fülle des Kinder- & Jugendhilfe und der Kürze des Regelstudiums im Bachelor tun ihr Übriges, um das fehlende Selbstverständnis Offener Kinder-& Jugendarbeit in Deutschland zu bestätigen und das trotz der aktuell großen Herausforderungen für die Soziale Arbeit. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im interkulturellen Kontext stellt eine Vielzahl von Professionen vor enorme Herausforderungen und bedarf steter Aufmerksamkeit und methodischer Fortschreibung. Eine veränderte Sozialräumlichkeit mit neuen Verortungen von niederschwelligen Angeboten zum Beispiel in Erstaufnahmeeinrichtungen und das für die meisten Kinder und Jugendliche im Kontext der Fluchtmigration notwendige Bewegen im fremden Sozialraum bedarf zudem eine sozialräumliche Inklusionsleistung, welche bislang kaum zu ermessen ist. Die so entstehende und schon angesprochene Ambivalenz zwischen dem Professionalitätsanspruch Sozialer Arbeit und damit der Arbeit in den OKJE, die Anforderungen an Mitarbeitende und Struktur sowie die wissenschaftlich und politisch wenig gewürdigte Arbeit mit all ihren Konsequenzen stellt so einen eigenen Herausforderungshorizont für Sozialarbeiter*innen da. Zusätzlich zur Offenen Kinder- & Jugendarbeit besteht ein kaum erfassbares Spektrum an offenen Einrichtungen der Sozialen Arbeit, welche sich mit Eltern, Familien, Geflüchteten, Rentner*innen und weiteren gesellschaftlichen Gruppen beschäftigt. In Hinblick auf eine sozialräumliche Entwicklung in Quartieren hat sich ein durch Fördergelder finanziertes Quartiersmanagement14 entwickelt, hier werden Informations- und Beteiligungsprozesse initiiert, welche hauptsächlich durch Sozialpädagog*innen und Menschen mit einem abgeschlossenen Studium in Geografie-, Stadt oder Raumplanung angestoßen werden (vgl. ebd., S.10). Auch an dieser Stelle ist von Sozialer Arbeit keine Rede, obwohl Zitate wie „Quartiersmanagements sind als Instrumente in der Sozialen Stadt etabliert und fördern das integrierte Handeln“ (ebd., S.6) auf Handlungsfelder der Sozialen Arbeit hinweisen.

Auch im europäischen Vergleich ist das Feld der Offenen Kinder- & Jugendarbeit schlecht finanziert (z.B. Frankreich), genießt einen wenig förderlichen Ruf für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen (z.B. Vereinigtes Königreich) oder ist mit dringenden Problemen wie hoher Jugendarbeitslosigkeit oder einer unklaren Finanzierung konfrontiert (z.B. Polen) (vgl. Spatscheck, 2013). Welche Möglichkeiten trotz der aktuellen Situation in der Fortschreibung Offener Kinder- & Jugendarbeit zu sehen sind, soll diese Arbeit aufzeigen.

2. Theoretische Grundlagen

Nachdem eine Übersicht zum Forschungsstand, der politischen Diskussion und dem Stellenwert der Offenen Kinder- & Jugendarbeit erstellt wurde, sollen in diesem Bereich die Arbeitsgrundlagen auf theoretischer Ebene betrachtet werden. Welche konkreten methodischen Grundlagen gibt es, welche Prinzipien werden im Allgemeinen in der Offenen Kinder- & Jugendarbeit angewendet, wie sind diese in Ländern wie den Niederlanden und der Schweiz mit dem Konstrukt der Integralen Sozialarbeit verknüpft und wie kann ein Konzept der Integralen Sozialen Arbeit in Deutschland aussehen? Zu diesen Punkten werden im Folgenden alle vorhandenen Daten zusammengefasst.

a. offene Kinder- & Jugendarbeit

Die in Deutschland für Offene Kinder- & Jugendarbeit geltenden Arbeitsprinzipien können unter den folgenden Punkten Offenheit, Freiwilligkeit, Kooperation, Partizipation, Lebenswelt-& Sozialraumorientierung, Geschlechtergerechtigkeit zusammengefasst werden. Die klassische Methodentrias der Einzel-, Gruppen-, und Projektarbeit bezieht sich auf diese Prinzipien und bildet Angebote, Veranstaltungen, Projekte, thematische Gruppen und andere Arbeitsformen. Die bislang ausschließlich auf die Nutzenden Offener Arbeit bezogenen Prinzipien können jedoch aufgrund des professionellen Selbstverständnisses Sozialer Arbeit auch auf die Ausformung der Arbeitsprozesse, auf die Arbeit des Sozialarbeitenden auf einer Meta-Ebene bezogen werden. Es folgt der Versuch einer Umsetzung dieses Gedankenganges. Dabei ist das Prinzip der Offenheit nicht mit dem Begriff der Offenen Tür gleichzusetzen, also der Möglichkeit der Nutzung des Angebotes für jede Person im entsprechenden Alter, sondern beschreibt eine grundsätzliche Haltung gegenüber den Klienten offener Arbeit. Der Perspektive eines Kindes oder Jugendlichen als eigenständig handelnde Person mit eigenen Entwicklungsbedürfnissen und Sichtweisen folgt eine Beteiligung an Planung und Umsetzung von Inhalten und Regeln. Die Öffnung von Einrichtungen für verschiedene Nutzergruppen auch über Altersgrenzen hinweg ist ebenso Bestandteil des Prinzips. Die Ungebundenheit an Kultur, Weltanschauung, Herkunft und die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Lebenslagen der Kinder und Jugendlichen setzt ebenfalls Grundvoraussetzungen in den Einrichtungen voraus, die auf offene Ablaufe und veränderliche Strukturen hindeutet. Gleichsam werden Einrichtungen auch Erwachsenen Menschen gegenüber geöffnet. neben dem geschützten Raum für Kinder und Jugendliche existieren immer mehr Einrichtungen, die sich als Offene Einrichtung im Stadtteil sehen und auch nicht vor Kontakt mit Eltern und Verwandten, Nachbarn und generell Anwohnenden zurückschrecken. Zuletzt folgt aus vorhergehendem, dass auch Mitarbeitende sich öffnen müssen gegenüber unterschiedlichsten Lebenslagen, kulturellen Herkunft und Lebenswelten, verschiedenen Sprachen, Gewohnheiten, Wünschen und Vorstellungen. Die praktische Arbeit über die Grenzen der Einrichtung hinaus bedürfen der Öffnung von Grenzen des Geistes von Sozialarbeiter*innen, um Chancen und Möglichkeiten im Gemeinwesen zu erkennen und Angebote mit Kindern und Jugendlichen mit hinausreichender Arbeit und Gemeinwesenarbeit zu verknüpfen.

Die Freiwilligkeit der Teilnahme an Angeboten durch Kinder und Jugendliche durch selbstbestimmte Entscheidungen steht und fällt mit der Angebotsstruktur in der Offenen Arbeit. Den freien Zugang zu gestalten und gleichsam eine Verantwortlichkeit gegenüber den Kindern und Jugendlichen für Projektarbeiten, Veranstaltungen und gemeinsam geplante und durchgeführte Angebote zu kommunizieren, darf sich nicht gegenüber stehen. Den offenen Raum zu nutzen für niederschwellige Spielangebote einerseits gibt die Freiwilligkeit her, sich als Teilnehmer andererseits freiwillig in geplante und auf Verlässlichkeit bezogene Situationen einzulassen ist eine Herausforderung an die Freiwilligkeit, die eine intrinsische Entscheidung voraussetzt. Diese kann durch andere Prinzipien hervorgerufen werden. Ebenso steht der Freiwilligkeit von Ehrenamt eine Planungssicherheit gegenüber, welche nur in Verbindung mit der richtigen Vereinigung von Freiheit und Verlässlichkeit funktioniert.

Die Kooperation, in erster Linie gedacht als gewählte Zusammenarbeit des professionellen Mitarbeitenden mit dem Klienten, also den Kindern, Jugendlichen oder erwachsenen Menschen. Klassisch bietet der Einrichtungsmitarbeitende an, der Klient kooperiert, aber diese Denkweise ist zu eng gefasst. Auch Sozialarbeitende können sich auf Kooperationen einlassen, sei es mit Klienten oder aber mit der Einrichtung unterstützende Partner im Gemeinwesen, andere Einrichtungen oder Sozialpartner. Die Kooperation ermöglicht den Blick und das Nutzen von derzeit nicht vorhandenen Ressourcen über die eigenen Einrichtungsgrenzen hinaus. Auch die Gestaltung der Finanzierung von Trägern offener Einrichtungen kann kooperativ gestaltet werden, wenn Verwaltung auf Augenhöhe agiert und ein Austausch von Ideen, Wissen und Hilfestellung vollzogen wird.

Das Prinzip der Partizipation möchte Kinder und Jugendliche einbinden in Gestaltungsprozesse und die Möglichkeit, offene Räume für sich einzunehmen. Die stete Aushandlung von Inhalten und möglichen Zielen der Angebote und Projekte muss angeleitet sein, schafft aber die Chance, grunddemokratische Strukturen und Entscheidungsfindungsprinzipien zu nutzen. Den Aushandlungsprozessen stehen dabei stets durch die Gruppe gesetzte Grenzen gegenüber, welche als Gemeinwohl über dem individuellen Wohl steht.

Im Bereich der Lebenswelt- & Sozialraumorientierung sind die Betrachtung aktuelle politische und soziale Entwicklungen wichtiger denn je. Eine gestiegenen Diversität von Herkunft, Lebenswerten und kulturellen Prägungen bei Kinder und Jugendlichen durch die Fluchtmigration, durch stete Globalisierungsprozesse im Arbeitsmarktsektor und damit dem Zuzug von Kindern und Jugendlichen aus dem inner- und außereuropäischen Ausland und durch Veränderungen im weiteren demografischen Spektrum, beispielsweise den deutlichen Anstieg von Kindern und Jugendlichen, die von alleinerziehenden Elternteilen begleitet werden, lässt sich längerfristig mit der Wiedervereinigung der Bundesrepublik Deutschland mit der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik festmachen. Dabei ist auch das Bild von Gesellschaft an sich zu betrachten, welches Kinder und Jugendliche durch die Einwirkung der Elterngeneration in sich gestaltet haben15. Eine stete Anpassung der Ideale von Lebenswelt-und Sozialraumorientierung ist im schnell veränderlichen Umfeld sozialer Entwicklungen unabdingbar.

Die ursprüngliche Idee der Geschlechtergerechtigkeit, in der die unterschiedlichen Lebenswelten von Jungen und Mädchen beschreiben sein sollen, muss nach heutige Maßstäben ebenfalls einer Überarbeitung unterzogen werden. Die dabei wichtige Gleichberechtigung und der Abbau von Benachteiligungen sollen sich auf alle Formen von Gender beziehen und dabei auch diejenigen berücksichtigen, die nicht in das klassische Prinzip der Genderdualität passen. Neben den genannten Arbeitsprinzipien sind die klassischen Angebote der OKJA die wesentlichen inhaltlichen Gründe für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, eine solche Einrichtung zu besuchen. Dazu zählen der Offene Bereich, Inhaltliche Angebote, Events und Veranstaltungen, Beratung, Begleitung sowie Kooperation und Vernetzung. Die dabei genutzten Potentiale von OKJA sind Bildung, Verantwortung, Integration und Prävention. Dabei sollen die hauptsächlichen Herausforderungen Familie, Armut, demografischer Wandel, Migration, Schule und Verdichtung in der Jugendphase bewältigt werden. Dabei ist der Offene Bereich, auch „offene Türbereich“ als Hauptanlaufpunkt und Erstbegegnung mit der Einrichtung in vielerlei ein Türöffner. Im Sinne einer Fortschreibung Offener Arbeit besteht hier die Möglichkeit, Einrichtungen für Menschen im Stadtteil zu öffnen und zugänglich zu machen. Die Bewerbung von Angebote, Veranstaltungen und Leistungen steht so für alle Zielgruppen zur Verfügung.

b. Integrale Sozialarbeit

Die schon in den 70-er Jahren in der Schweiz genutzte Methode mit sozialräumlichem Bezug , die Gemeinwesenarbeit, ist ursprünglich auf Nachbarschaftszentren in London und Chicago zurückzuführen und stellt neben der Einzel- und der Gruppenarbeit die dritte Methode der Sozialen Arbeit dar. „Sie befasst sich mit größeren sozialen Systemen, ihr Ziel war es, Strukturen mit den Bewohnern aufzubauen und den Aufbauprozess in den neu entstandenen Quartieren zu begleiten“ (Troxler & Landert, 1997, S. 7). Auch in Hinblick auf Veränderungen in Verwaltungsdenken und –handeln berichtet Landert in ebd. zitierter Veröffentlichung vom GWA-Kongress am 19.09.1996 in Zürich vom Sammelbegriff des New Public Management (NPM), in dem „Verwaltungen neue Modelle der Ressourcensteuerung“ erproben, welche sich mit den Schlagworten „Effizienz, Wirksamkeit und Qualität“ und einer „Kompetenz für strategisches Handeln“ (ebd.) zusammenfassen lassen. Auch in den Niederlanden wurde in den 70-er Jahren die Gemeinwesenarbeit in die Soziale Arbeit implementiert, welche in der Schweiz und den Niederlanden als „Integrale Sozialarbeit“ zusammengefasst wird. Die gemeinwesenorientierte Methode als dritte Instanz der Sozialen Arbeit prägt in den Niederlanden auch den Bereich der Sozialpolitik nachhaltig (vgl. Troxler & Landert, 1997) und besteht im schweizerischen Modell aus den folgenden Grundsätzen (Büchel, Kohler, & Kessler, 2001):

Gemeinwesenorientiert statt gemeindezentriert.

D.h. nicht (Stadt-)Politik und (Stadt-)Verwaltungen definieren Handlungsbedarf und Handlungsstrategien, sondern die vor Ort lebenden Akteure16. Diese Orientierung begründet sich mit der Erfahrung, dass die vor Ort lebenden Akteure am besten in der Lage sind, Problemlösungsansätze auf der Basis individueller Potentiale und dem Bedürfnis des Zusammenlebens vor Ort zu entwickeln und so zu einer Steigerung der Lebensqualität beizutragen. Für die Jugendarbeit heißt dies, dass die Bedürfnisse, Problemdefinitionen und Lösungsansätze einerseits bei den Jugendlichen selbst, andererseits bei den lokalen Verantwortlichen zu orten sind und ebenfalls Stimmen von Einwohnerinnen und Einwohnern einzufangen sind.

Zusammen statt allein.

Problemlösungen können nicht durch Einzelne (Behörden oder beigezogene Fachleute) allein herbeigeführt werden, sondern bedürfen eines Zusammenwirkens der unterschiedlichen Akteure, welche miteinander zusammenleben. Für die Jugendarbeit und die Jugendpolitik heißt dies, dass sie sich als Dienstleistungserbringer zu verstehen haben, die dazu beitragen, dass eine Zusammenarbeit unter den unterschiedlichen Akteuren stattfinden kann und in ein Zusammenwirken in Richtung gemeinsamer Ziele mündet.

Integral statt sektorial.

Problemlösungsstrategien, welche alle Beteiligten in die Problemdefinition, die Lösungsentwicklung und deren Umsetzung einbinden, wirken nachhaltiger als solche, die segmentierte Lösungen für Teil(bevölkerungs)gruppen anstreben. Es ist nach Lösungsansätzen zu suchen, welche ein Win-Win-Resultat herbeiführen; alle Beteiligten sollen sich durch die gewählten Lösungen letztlich als Gewinner fühlen. Für die Jugendarbeit und die Jugendpolitik heißt dies, dass sie nicht nur das Wohlbefinden des Gemeinwesens (oder der Jugendlichen) als Fokus ihres Handelns betrachten dürfen, sondern immer das Wohl beider Parteien.

Innovation und Ressourcen statt gängiger alter Lösungsansätze.

Unter Ressourcen der Akteure werden das Potential, die Fähigkeiten, die Begabungen und Möglichkeiten, die in den Akteuren stecken, betrachtet. Dies im Unterschied zur bisher im sozialarbeiterischen Handeln stark vertretene ”Defizitorientierung”, welche über die Beseitigung von bei der Klientel georteten Defiziten zu einer Verbesserung des Daseins ihrer Klienten und Klientinnen beizutragen suchte. Die Begründung für diese Neuorientierung liegt in der Erkenntnis, dass die Bearbeitung von Defiziten zu reduziertem Selbstwert (Identifikation mit den Defiziten, Unfähigkeiten und dem Erleben persönlicher Grenzen) führt. Mangelndes Selbstvertrauen ist die Folge und das behindert nun gerade das von der Sozialarbeit verfolgte Ziel der «Hilfe zur Selbsthilfe». Die ressourcenorientierte Herangehensweise hingegen ermöglicht eine Steigerung des Selbstwertes der Klienten und Klientinnen, erhöht die Fähigkeit, Selbstverantwortung zu übernehmen und in Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren Lösungen zu entwickeln und herbeizuführen. Dies reduziert in der Folge mittelfristig die Abhängigkeit von professionellen Hilfsangeboten. Zudem hilft eine Orientierung an den Ressourcen der Beteiligten, innovative Problemlösungen zu entwickeln, welche die Palette gängiger Problemlösungsansätze erweitern. Für die Jugendarbeit und die Jugendpolitik bedeutet dies, dass in den Ressourcen der Jugendlichen und der lokalen Akteure der Schlüssel für Problemlösungen liegt.“

c. Praktisches Konzept der Integralen Sozialarbeit

Alle im zweiten Bereich dieser Arbeit gesammelten methodischen Ansätze, Strategien und Prinzipien sollen nun zusammengefasst, ineinander verschränkt und miteinander verbunden werden. Ziel ist die Darstellung eines methodisch-strategischen Konzeptes für Offene Kinder-& Jugendeinrichtungen, welches über die bestehenden Konzepte hinausreicht und einen zukunftsweisenden Ansatz verfolgt, der im Sinne der integralen Bestandteile mehr als die Summe der einzelnen Teile bildet. Diese synergetischen Verschränkungen zielen darauf ab, die Soziale Arbeit als Handlungsfeld inmitten der Gesellschaft zu positionieren und sich als gesellschaftliches, politisches und nachhaltiges Handlungsfeld mit einem starken Selbstverständnis zu etablieren, außerhalb von funktionellen Aufgaben wie „Hilfe und Kontrolle“ und die Reduzierung Sozialer Arbeit auf eine moderne Ressourcenverteilung von Recht, Bedürftigkeit und Solidarität mittels des vorherrschenden Systems von Angebot und Nachfrage (vgl. Otto & Seelmeyer, 2004). Die wesentlichen Prinzipien lassen sich in Verbindung mit den Inhalten Offener Arbeit

1. Offener Bereich, hinausreichende mobile Arbeit bei Klientengruppen im Gemeinwesen (offener Bereich im offenen Feld)
2. Inhaltliche Angebote und Projekte, auch außerhalb einer Einrichtung, z.B. an Schulen, Kitas, öffentlichen Orten, in Kooperation mit Kultur, Politik und Bildung als Multiplikator kultureller Entwicklung
3. Events, Veranstaltungen in der Einrichtung und im Gemeinwesen mit dem Ziel der Erreichbarkeit alle Beteiligten im Gemeinwesen, Teilnahme an Events von Partnern zum Austausch Inhalten, Methoden und Ideen
4. Beratung und Begleitung von Klienten, Gruppen, Eltern- & Familienarbeit, Infoveranstaltungen, Organisation von niederschwelligen Weiter- & Fortbildungen zu aktuellen sozialen, gesellschaftlichen und politischen Themen, Beratung von politischen Entscheidungsträgern und Verwaltung als Rückmeldung zu aktuellen Entwicklungen und Abgleich Planung-Umsetzung
5. Kooperation und Vernetzung mit Menschen, Firmen, politischen, kulturellen und Sozialpartnern im Gemeinwesen, auf kommunaler und Landesebene folgendermaßen zusammenfassen:

Die mehrfach beschriebene und gedeutete Offenheit Sozialer Arbeit beinhaltet zu allererst die Offenheit von Offenen Einrichtungen im Raum, die Zugänglichkeit aller Akteure im Gemeinwesen. Dafür sind offene Einrichtungen als kommunale Pflichtleistung barrierefrei zu gestalten und auszurichten. Angebote und die Bewerbung dieser sollten für alle Akteure nutzbar und erfahrbar sein. Hieraus folgen die Auseinandersetzung mit barrierefreien Webseiten und Angebotstafeln sowie eine adäquate Anpassung dieser an im Stadtteil wohnender (potentielle) Akteursgruppen mit nicht deutschsprachiger Herkunft. Entsprechend der kulturellen Diversität im Gemeinwesen, geschaffen durch lokale, regionale und globale Vielfalt, sollen Inhalte mit einerseits offensichtlichem Bedarf angeboten werden, andererseits besteht der Anspruch des Erreichens möglichst vieler Akteursgruppen, was eine stete Evaluation der Angebotsstruktur voraussetzt. Eine entsprechende Anpassung der Finanzierung von OKJE außerhalb festgelegter Gruppen (Kinder, Jugendliche, junge Eltern etc.) gibt den Einrichtungen die Möglichkeit der Arbeit mit möglichst vielen Anwohnenden. Auch das Erreichen von Klienten außerhalb der Einrichtung mittels mobiler Arbeit als „Offene Arbeit im offenen Feld“ setzt die Offenheit von Sozialarbeitenden zum Verlassen eigener und Einrichtungsgrenzen voraus. Die Bereitschaft der Unterstützung bisher nicht (kommunal, privat oder durch Träger) geförderter Projekte, Engagements, Einrichtungen oder Gruppen in der Nachbarschaft stärkt den sozialen Zusammenhalt, den Austausch zwischen diversen gesellschaftlicher Gruppen und schafft eine inhaltliche Diversität (z.B. Freizeit, Politik, Nachhaltigkeit, Ökologie, Sport). Entsprechend des politischen Mandats Sozialer Arbeit soll eine Offenheit gegenüber allen politischen Ausrichtungen demokratischer Denkformen Teil des konzeptionellen Rahmens sein. Die Thematisierung aktueller gesellschaftlicher, politischer und kultureller Ereignisse setzt die Möglichkeit von Sozialarbeitenden voraus, sich inhaltlich mit diesen vertraut zu machen und selbst Teil des gesellschaftlichen Lebens zu sein. Dem Prinzip der Offenheit ordnet sich auch das Prinzip der Freiwilligkeit in der Offenen Arbeit unter, sie lässt den Inhaltsnutzenden die offene Entscheidung über die Teilnahme und Ausgestaltung des eigenen Engagements. Entsprechend soll die Möglichkeit für die Träger Offener Arbeit bestehen, die geleistete Arbeit „freiwillig“ und unabhängig von kommunaler Bedarfsermittlung zu gestalten. Eine ausschließlich an inhaltliche Vorgaben gebundene und damit finanziell unfrei gestaltete Ausführung Offener Arbeit steht auf Einrichtungsebene stark im Gegensatz zu den offenen Idealen, welche für die Akteure gelten sollen. Eine möglichst klare Finanzierungsgrundlage, welche im folgenden Bereich 3 besprochen werden soll, bietet dafür die Grundlage. Das Prinzip der Partizipation bezieht sich, in den theoretischen Grundlagen formuliert, zu allererst auch auf die Akteure der Inhalte Offener Arbeit. Kinder, Jugendliche und verschiedene Gruppen im Gemeinwesen haben die Möglichkeit der Teilnahme, Mitgestaltung, Veränderung und Selbstgestaltung. Öffentliche Räume sollen eingenommen und bespielt werden. Die Abgrenzung einzelner gesellschaftlicher Gruppen voneinander ist möglich aber nicht grundsätzlich Teil gesellschaftlicher Lebensweltorientierung, gemeinsame Entwicklung, Planung und Problemlösung im integralen Kontext soll ein Zusammenwirken von Akteuren fördern. Die stete Aushandlung von Inhalten und deren Ausgestaltung, von Zielen und Mitteln zur Umsetzung soll nicht nur auf der Ebene Einrichtung –Akteur sondern auch auf der Ebene Träger – Verwaltung stattfinden. Eine gleichberechtigte Umsetzung von kommunalen Jugendhilfeplanungen auf Augenhöhe mit den freien Trägern wird dem Subsidiaritätsprinzip gerecht und gesteht freien Trägern in vollem (finanziellen) Umfang die inhaltliche Ausgestaltung von Kinder- & Jugendhilfe zu. Auch die vollumfängliche Umsetzung des politischen Mandats in der Sozialen Arbeit bietet der Profession partizipatorische Möglichkeiten an soziopolitischen Prozessen. Auf Ebene der Gemeinwesenarbeit sind Sozialarbeiter*innen eingeladen, sich an regelmäßigen treffen zu beteiligen, Stadträte und Landtagsabgeordnete einzubinden und auf gesellschaftliche Veränderungen hinzuweisen und hinzuwirken. Dasselbe gilt für Anwohnende im Gemeinwesen. Die Einbeziehung in Prozesse ist nicht auf eine soziale Einrichtung bezogen, neben den Anwohnenden sind auch Kinder und Jugendliche aufgerufen, sich, begleitet von Sozialarbeitenden, an Gemeinwesenarbeit zu beteiligen und eigene Ideen und Wünsche einzubringen.

Lebenswelt- & Sozialraumorientierung

Die Ausrichtung von Sozialer Arbeit im Quartier setzt ein qualifiziertes Handeln bezüglich einer Gesellschaft der Diversität und Interkulturalität voraus, die im Einzelfall mit systemischen Blick beratend, kooperierend und netzwerkend innovative Potentiale erfasst, kommuniziert und diese in Handlungsstrategien umsetzt. Die multimethodische Ausbildung mit interkulturellen Ansätzen von Diversity Management sind Grundvoraussetzungen für die Umsetzung Integraler Sozialarbeit in gemeinwesenorientierten Stadtteilzentren, in denen grunddemokratische Entscheidungsmethoden17 alle Menschen einbinden und Partizipation lehren. Die Rückkopplung von Erfahrungen lassen sich in Verwaltung und Politik entsprechend realer und gesellschaftsgerechter Lebenswelten aufnehmen und in Jugendhilfeprozessen verarbeiten.

3 . Rahmenbedingungen

Die Bedingungen für Soziale Arbeit im Rahmen für offene Kinder- und Jugendarbeit, welche durch die Freien Träger der Jugendhilfe sowie kommunale Träger finanziert und umgesetzt wird, soll im Folgenden erläutert und untersucht werden. Hier stehen vor Allem die unterschiedlichen Finanzierungsmodelle im Vordergrund.

a. offene Kinder- & Jugendarbeit

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurden in Ost- & Westdeutschland offene Einrichtungen als Angebot für Kinder und Jugendliche geschaffen, die zur Unterstützung des familiären und sozialen Umfeldes nach der damals üblichen Halbtagsschule dienten. Diese im Wohnraum der Menschen angesiedelten Einrichtungen, in Ostdeutschland oft als Jugendclubs oder Offene Jugendeinrichtungen geführt, haben seit dem Entwicklungsschritte durchlaufen und stehen heute mit dem Ausbau der Ganztagsschulen vor neuen Herausforderungen. Heute ist die Offene Kinder- & Jugendarbeit eine wichtige Struktur als ein Teilbereich Sozialer Arbeit an sich. Aufgrund ihrer Verortung in Kommunen oder Stadtteilen kreisfreier Städte ergeben sich verschiedene Handlungsaufträge, welche im sozialpolitischen, sozialpädagogischen, soziokulturellen und sozialräumlichen Kontext zu sehen sind. Die rechtliche Ausgestaltung von Rahmenbedingungen der Offenen Kinder- & Jugendarbeit beruht im Wesentlichen auf dem SGBVIII18 (Jugendarbeit im KJHG - Kinder- & Jugendhilfegesetz). Hierbei sind in §1, §8 und §9 SGBVIII generelle Ausrichtungen der Jugendhilfe festgelegt, welche das Recht einer Förderung der Entwicklung junger Menschen festschreibt. Zudem soll die Jugendhilfe dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche zu schaffen und diese zu beteiligen. Ebenfalls relevant ist der Schutzauftrag, welcher in Offener Kinder- Jugendarbeit von Fallarbeit über Case Management bis hin zur Prüfung einer Kindswohlgefährdung reichen kann. Die nach dem SGBVIII aufgeführten Aufgaben in der Jugendhilfe und somit auch in Offenen Einrichtungen beschreibt die Landesarbeitsgemeinschaft Offene Jugendbildung Baden-Württemberg wie folgt19:

- junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten fördern
- dazu beitragen, Benachteiligung zu vermeiden und abzubauen
- Mädchen und Jungen gleichberechtigt zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement anregen
- Eltern und andere Erziehungsberechtigte beraten und unterstützen
- Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl schützen
- dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen.

Dabei ist die Jugendarbeit in verschiedene Schwerpunkte aufgeteilt: in außerschulische Jugendbildung mit allgemeiner, politischer, sozialer, gesundheitlicher, kultureller, naturkundlicher und technischer Bildung, zudem in Jugendarbeit in Sport, Spiel und Geselligkeit, weiterhin in arbeitswelt-, schul- und familienbezogene Jugendarbeit, in internationale Jugendarbeit, Kinder- und Jugenderholung sowie in die Jugendberatung. Eine ebenso wichtige Einordnung findet nach § 7 Abs. 1 Nr. 4 SGBVIII sowie § 11 Abs. 4 SGB VIII statt: die Adressat*innen der Angebote und sonstigen Leistungen von Jugendarbeit sind

Menschen bis zum vollendeten 27. Lebensjahr, jedoch ist eine „in angemessenem Umfang“ mögliche Nutzung von Jugendarbeit auch für Menschen möglich, die das 27. Lebensjahr schon vollendet haben. Diese Passage öffnet Menschen die Tür in Kinder- & Familienzentren, Offene Stadtteilzentren und Zentren der Gemeinwesenarbeit, in denen auch Kinder- & Jugendarbeit stattfindet.

b. die freien Träger

Die Freien Träger Offener Kinder- & Jugendarbeit sind Institutionen, die im Gegensatz zu öffentlichen Trägern oder Verwaltungsträgern auf privatrechtlicher Grundlage arbeiten. Freie Träger übernehmen im Sinne des Subsidiaritätsprinzips Leistungen für Öffentliche Träger. Diese Leistungen werden vergütet und über verschiedene kommunale Finanzierungsmodelle abgerechnet. Der Freie Träger stellt für die Leistung Personal und Sachmittel zur Verfügung und leistet die Soziale Arbeit. Klassische Leistungen sind die Betreuung von Kindern in Kindergärten, freien Schulen und in Offenen Einrichtungen der Kinder- & Jugendarbeit. Abgegrenzt werden können freie Träger auf der anderen Seite von nicht gemeinnützigen Trägern der Sozialen Arbeit, welche gewinnorientiert arbeiten.

In der Entwicklung der Bundesrepublik haben sich aufgrund der Verschiedenheit politischer Entwicklungen verschiedene Strukturen herausgebildet. Die in Westdeutschland über Jahrzehnte aufgebauten Verbandsstrukturen, welche nach dem zweiten Weltkrieg gesellschaftliche Probleme zu lindern versuchten, wurden in Ostdeutschland erst nach dem Ende des DDR-Regimes tätig. Ein enormer Aufholbedarf an sozialpolitischer, sozialräumlicher und soziokultureller Arbeit wurde von neu gegründeten Vereinen und lokalen Verbänden in Angriff genommen und bearbeitet. Wie im später analysierten Interview zu lesen ist, sind auch knapp 30 Jahre nach der Wiedervereinigung mancherorts die Strukturen freier Träger noch so schwach, dass eine konzeptionelle Entwicklung, ein Erkämpfen besserer Arbeitsbedingungen und angepasster Bezahlung sowie Ausarbeitungen der Arbeitsqualität gegenüber der kommunalen Verwaltung umzusetzen schwierig ist. Die klassische Konstellation, welche aufgrund der Finanzmittelvergabe in „Geberposition“ und „Nehmerposition“ aufgeteilt zu sein scheint, entspricht der generellen Arbeitsmarktlage. Die in einem anderen Blick mögliche Gabe von Arbeitsleistung der Freien Träger an die Kommune und die dafür notwendige Entgegennahme von Finanzmitteln setzt ein entwickeltes Verständnis in Verwaltungsstrukturen voraus, welche die Soziale Arbeit in vielerlei Hinsicht fördern würde.

Die sich auf das zu analysierende Interview bezogene kreisfreie Stadt in Ostdeutschland bietet eine Vielzahl an Offener Kinder- & Jugendarbeit an. Insgesamt 42 anerkannte Träger der freien Jugendhilfe nach § 75 Abs. 1 SGB VIII in Verbindung mit dem KJHG des Bundeslandes sind durch das Landesverwaltungsamt und das Landesjugendamt anerkannt. Ein Großteil der Träger arbeitet auf Verbandsebene, diese untergliedern sich also nochmals in verschiedene kommunale Träger und entsprechende Einrichtungen. Zu diesen hinzukommen qua Gesetz anerkennte Träger wie Kirchen und Religionsgemeinschaften des öffentlichen Rechts, Verbände der freien Wohlfahrtspflege und Landesverbände von Jugendverbänden und Jugendgemeinschaften. Die in der sich auf das zu analysierende Interview bezogene kreisfreie Stadt unterteilt „Freizeitangebote“ für Kinder und Jugendliche wird auf der Internetpräsenz in 24 Kinder- & Jugendhäuser, zwei Jugendtreffs in Selbstverwaltung, zwei Sport- und Spielmobile, drei Aktions-, Bau- und Naturspielplätze, in ein internationales Begegnungszentrum sowie in das städtische Jugendinformationszentrum eingeteilt. Die Kinder- und Jugendhäuser lassen sich in 16 Einrichtungen freier Träger aufteilen, davon sind sechs durch kirchliche Verbände organisiert, die restlichen 10 Einrichtungen durch nichtkirchliche Träger.

c. kommunale offene Arbeit

Nach der Aufnahme der Daten der Internetpräsenz von [Stadt1] wurde der Haushaltsplan20 der Stadt des Jahres 2018 durchforstet, in diesem werden für das Jahr 2018 12 finanzierte kommunale Einrichtungen der OKJA sowie 21 Einrichtungen freier Träger beschrieben. Es scheint also insgesamt 33 Einrichtungen der OKJA in [Stadt1] zu geben. Hinzu kommen kommunale Jugendwerkstätten (1x), Jugendwerkstätten freier Träger (3x), Einrichtungen des Kinder- & Jugendschutzes freier Träger (1x) und Einrichtungen der Familienförderung freier Träger (1x). Zudem sei noch auf insgesamt 126 offene Spielplätze ohne pädagogische Betreuung hingewiesen. Bei der Suche nach Informationen zu den 8 kommunalen Einrichtungen offener Kinder- und Jugendarbeit waren Informationen nur über die stadteigene Internetseite auffindbar. Entsprechende Links zu potentiellen Internetseite funktionierten nicht oder waren nicht angegeben. In den meisten Fällen waren Ort, grundsätzliche Angebote, Öffnungszeiten und Kontaktdaten angegeben. In einigen Fällen wurde auf der stadteigenen Seite ausschließlich die Adresse und Kontaktdaten angegeben.

Die Arbeit der Einrichtungen in der Offenen Kinder- & Jugendarbeit wird durch die Jugendhilfeplanung der Stadt organisiert, die Stabsstelle Jugendhilfe-, Sozial- und Gesundheitsplanung im entsprechenden Sozialdezernat „ermittelt unter Beteiligung von freien Trägern und weiterer zivilgesellschaftlicher Akteure zur Unterstützung von Politik und Stadtrat sozialpolitische Entwicklungsschwerpunkte, erarbeitet Lösungsansätze für sozialpolitische Grundsatzfragen und Planungen zur sozialen Infrastruktur.„ (Zitat stadteigene Homepage).

d. kommunale Finanzierung

Die durch den Jugendhilfeausschuss der kreisfreien Stadt beschlossene Förderung von Einrichtungen der Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit sowie Familienbildungsarbeit und von weiteren ausgewählten Projekten nach §§ 11 – 16 (2) Nr. 1 SGB VIII finanziert die festen Einrichtungen offener Kinder- und Jugendarbeit. Eine entsprechende Förderrichtlinie regelt die Förderung der freien Jugendhilfe. Der jährliche Haushaltsplan beschreibt den Bereich „Teilergebnishaushalt Jugendarbeit“ mit vielfältigen Informationen.

Trotz der nahezu doppelte Anzahl der OKJE freier Träger nimmt laut Jahreshaushalt 2018 die Quote für Zuwendungen an freie Träger nur 41% der Gesamtproduktkosten ein, statt ca. 5.000qm Innenraumfläche der Einrichtungen kommunaler Träger erreicht die nahezu doppelte Anzahl an Einrichtungen freier Träger nur knapp über 6.000qm Innenfläche. Auch wird deutlich, dass im Vorjahresvergleich 2 Einrichtungen freier Träger aus der Finanzierung herausgefallen sind, die Quote freier Träger lag also im Vorjahr bei über 50%. Die Hälfte der Einrichtungen in kommunaler Trägerschaft erhält dabei eine Quote der Gesamtproduktkosten „Jugendarbeit innerhalb von Einrichtungen“ von über 43%, also knapp 2% mehr als die Summe aller freien Träger.

Da kommunale und freie Träger in beiden Kategorien miteinander vermischt sind, ist es nicht möglich, eine direkte Gegenüberstellung der konkreten Kosten von OKJA freier und kommunaler Träger zu erbringen. So ist beim Bereich „Zuwendungen und allgemeine Umlagen“ nicht spezifiziert, an welche Trägerschaft die Zuwendungen fließen. Allein der Bereich der Leistungsentgelte lässt sich vergleichen, auch hier ergibt sich ein kommunale Einrichtungen bevorzugendes Bild: 12 Einrichtungen in kommunaler Trägerschaft erhalten öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte in Höhe von 43.600,00 €, dahingegen erhalten 21 geförderte Einrichtungen in freier Trägerschaft mittels privatrechtlichen Leistungsentgelten (inklusive Kostenerstattung und Kostenumlagen) in Höhe von 37.900,00 €. Im Gegensatz dazu liegen die durch den Haushalt verteilten Sachkosten für Einrichtungen freier Träger bei ca. 2,8 Mio. €, kommunale Träger erhielten für diesen Bereich nur etwa 1,5 Mio. € (Stand 2016). Eine für die spätere Auseinandersetzung mit der Finanzierung von OKJA zu schreibende Arbeit bedarf, so zeigt die Beschreibung, eine intensive Auseinandersetzung mit dem Haushalt und der Jugendhilfeplanung.

e. Landesfinanzierung

Zur Finanzierung könnte eine eigene Arbeit alle kommunalen Finanzierungen vergleichend erstellt werden. Im speziellen Fall wird die Jugendarbeit in [Bundesland1] über das Landesjugendamt gefördert, hierbei sind neben 9 klassischen Förderbereichen wie Jugendbildungsmaßnahmen, Jugendreferenten, Maßnahmen internationaler Jugendarbeit auch die Förderung von Jugendsozialarbeit nach §13 SGBVIII möglich. Zudem gibt es sechs weitere Förderbereiche mit institutionellen Förderungen und Projektprogrammen wie „Demokratie leben“, welches als Bundesprogramm in vielen Bundesländern umgesetzt wird.

Im entsprechend veröffentlichten Kinder- & Jugendbericht der Landesregierung von [Bundesland1] finden sich klare Hinweise auf mögliche Landesfinanzierungen von Jugendhilfe. Diese Zuweisungen des Landes Sachsen-Anhalt nach Maßgabe spezialgesetzlicher Regelungen wie etwa im Rahmen verschiedener Förderprogramme stellt eine weitere Finanzierungsquelle der Jugendhilfe dar. In erster Linie werden diese Zuweisungen aus dem Ressort des sachlich und fachlich zuständigen Ministeriums für Arbeit und Soziales, aber auch in Form von Förderprogrammen anderer Ministerien gewährt. Zu nennen sind neben den Förderprogrammen Jugendpauschale und u. a. die Förderung des ländlichen Raums im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Programme des Kultusministeriums, des Ministeriums des Inneren und Sport, des Ministeriums der Justiz und Gleichstellung sowie des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr. Weitere Finanzierungsquellen der Jugendhilfe sind Leistungen des Bundes, der in der Regel nur Modellvorhaben fördert sowie Förderungen über spezielle Zweckprogramme vorgesehen hat. Die Gesamtausgaben für die Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland stiegen von 22.798.216.000 Euro im Jahr 2007 auf 32.231.903.000 Euro im Jahr 2012; das ist ein Zuwachs von 41,38 % (vgl. Tabelle oben). Die Ausgabensteigerung verlief in West- und Ostdeutschland nicht parallel. Im früheren Bundesgebiet sind durchschnittlich 43,12 % Mehrausgaben zu verzeichnen, während die Ausgaben im Osten moderater um 32,54 % anstiegen. Im gleichen Zeitraum verringerte sich die Anzahl der jungen Menschen zwischen 0 und 25 Jahren im Bundesgebiet um über 5 % (-1.085.800) von 20,8 Millionen auf 19,7 Millionen. Die östlichen Bundesländer hatten allerdings einen Rückgang der 0-bis 25-Jährigen von 2.927.000 auf 2.553.900, also um 12,7 % (Westen 4,2 %) zu verzeichnen. Die Pro-Kopf-Ausgaben stiegen damit bundesdurchschnittlich im selben Zeitraum von 1.097,11 Euro auf 1.636,07 Euro, ein Anstieg um insgesamt 538,96 Euro oder 49 %. Im Vergleich der Ost- und Westländer zeigt sich, dass der Anstieg der durchschnittlichen Ausgaben für jeden jungen Menschen sich nahezu parallel entwickelt hat.

Der Anstieg der Ausgaben in der Kinder- und Jugendhilfe ist daher durch die demografische Entwicklung gedämpft worden und neben Preissteigerungen auf einen Ausbau der Leistungen in quantitativer und qualitativer Hinsicht zurückzuführen.

f. freie Finanzierung

Freie Träger können auch selbst Geld erwirtschaften21: Sie können bei Veranstaltungen Eintritt erheben und Getränke, Lebensmittel und selbst hergestellte Gegenstände verkaufen. Sie können Räume vermieten und auch immer Ausschau nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten halten. Personal- und Sachmittel gibt es je nach politischer Konjunktur zum Beispiel über Programme zur Wohnumfeldverbesserung, über Sondermittel zur Förderung kultureller Jugendarbeit, zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit, zur Bekämpfung rechtsradikaler Tendenzen und mehr.

4. Forschungsdesign

Die verschiedenen Möglichkeiten empirischer qualitativer Forschung stellen unterschiedliche Methoden für die Analyse von beruflichen Werdegängen fachlicher Entwicklung zur Auswahl. Dabei hat das Expert*inneninterview einen besonderen Stellenwert vor allem in Befragungssituationen, in denen in der inhaltlichen Auswertung nicht primär die befragte Person im Mittelpunkt steht sondern im einen organisatorischen, institutionellen Gesamtzusammenhang (vgl. Meuser & Nagel, 2002, S. 72), welcher eine Übersicht über das zu bearbeitende Handlungsfeld ermöglicht. Aus diesem Grund wurde diese Form der Befragung gewählt und als offen durchgeführtes und durch einen Leitfaden gestütztes Interview durchgeführt. In den folgenden Betrachtungen wird die grundsätzliche Fragestellung, die das Interview zum Anlass nahm, erläutert und dargestellt, unter welchen Umständen es durchgeführt wurde. Weiterhin wird der Leitfaden an sich beschrieben und die zur Auswertung genutzte „grounded theory“ als theoretische Grundlage vorgestellt. Diese wurde gewählt aufgrund der Vorannahme, dass zum untersuchten Feld der Offenen Kinder- & Jugendarbeit in Kombination mit einer potentiell zu erfassenden integralen Theorie zur Sozialen Arbeit keine oder nur kaum vergleichbare Daten vorhanden sind. Entsprechend fällt die Hypothesenbildung gegenstandsverankert, also nahezu allein aufgrund des vorhandenen Interviewmaterials aus, lediglich zu vorhandenen theoretischen Inhalten soll partiell selektiv kodiert werden (vgl. Strübing, 2004, S. 20).

a. grundsätzliche Fragestellung

Die für dieses Interview gewählte Fragestellung bezieht sich auf das beschriebene Einsatzfeld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland, welche am Beispiel einer kreisfreien Stadt beschrieben wird. Aufgrund von steter gesellschaftlicher Entwicklung, immer neuen Einflüssen zum Beispiel durch die Fluchtmigration seit 2014 und einem wachsenden Selbstverständnis Sozialer Arbeit stellt sich die Frage, ob die derzeitige Ausstattung mit Methoden, Finanzmitteln und Unterstützung für die jeweiligen Einrichtungen und Träger ob der gesellschaftlichen Leistungen, die die Offene Kinder- & Jugendarbeit leistet, aktuell sind. Es ergibt sich daraus die Frage, wie die OKJA fortzuschreiben ist, welche Finanzierungsmöglichkeiten eine Entwicklung begünstigen können und welche Form von methodischem Ansatz dem aktuellen Stand von gesellschaftlicher Entwicklung entspricht.

b. Forschungsgegenstand

In diesem Segment der Arbeit zum Experteninterview werden die theoretischen und praktischen Umstände des Interviews näher beleuchtet. Neben der Erläuterung des Leitfadens werden die theoretischen Hintergründe des Experteninterviews und der zur Auswertung genutzten grounded theory beschrieben. Abschließend beschreibe ich die Intention und die Hintergründe der Wahl des ausgewählten Feldes, in dem das Interview durchgeführt wurde.

i . Leitfaden

Die durch ein leitfadengestütztes Interview mögliche Freiheit des Redefluss des IP ermöglicht neben dem anfänglichen Setzen eines Themas eine frei Entwicklung der Verbindungen zu anderen Themen. Das Hauptthema ist vorgegeben, inhaltliche Variationen sind möglich und auch notwendig, da der IP als Experte seines Metiers alle Informationen in sich trägt, die sich das Interview aufgezeichnet werden sollen. „Durch die Konstruktion eines Leitfadens werden also bereits Auswertungskategorien festgelegt: Einerseits beeinflusst der Leitfaden in hohem Maß die Themen, zu denen sich die Befragten überhaupt äußern; und andererseits wird sich die Auswertung des Datenmaterials sinnvollerweise zumindest am Anfang eng an den Fragen des Leitfadens orientieren. Bereits bei der Kodierung des Datenmaterials müssen die ursprünglichen Leitfadenthemen jedoch schon oft differenziert und ergänzt werden, weil die Befragten Aspekte thematisieren, die von den ForscherInnen nicht antizipiert worden sind“ (Kelle & Kluge, 2010, S. 65).

ii. Experteninterview

Die in diesem Fall gewählte Form des Expert*ininterviews zielt auf den Wissensschatz des Interviewpartners und wird in vielen Disziplinen genutzt. „Die eminente Bedeutung von Experteninterviews für die Forschungspraxis ist unumstritten. Es gibt in den sozialwissenschaftlichen Disziplinen – von der Pädagogik und Psychologie bis hin zu Politikwissenschaft und Soziologie – kaum einen Bereich, in dem nicht Experteninterviews zum Kernbestand alltäglicher Forschungsroutine gehören, sei es als eigenständige Erhebungsmethode oder im Rahmen explorativer oder ergänzender Erhebungen im Kontext unterschiedlicher (quantitativ oder qualitativ angelegter) Forschungsdesigns.“ (Bogner, Littig, & Menz, 2014). Im speziellen Fall sollen Möglichkeiten der Fortschreibung von Ideen, Methoden und Modellen Offener Kinder- & Jugendarbeit aufgenommen werden und nicht explizites Fachwissen. „Mit anderen Worten: Wir interviewen Experten nicht allein deshalb, weil sie über ein bestimmtes Wissen verfügen. Von Interesse ist dieses Wissen vielmehr, sofern es in besonderem Ausmaß praxiswirksam wird. Wir befragen Experten, weil ihre Handlungsorientierungen, ihr Wissen und ihre Einschätzungen die Handlungsbedingungen anderer Akteure in entscheidender Weise (mit-) strukturieren. Das Expertenwissen, mit anderen Worten, erhält seine Bedeutung über seine soziale Wirkmächtigkeit.“ (ebd.). Diese Wirkmächtigkeit soll herausgearbeitet und zu konkreten Handlungsanweisungen umgearbeitet werden.

iii. grounded theory

Entstanden in den 1960er Jahren ist die „Grounded Theory“ im deutschen mit „gegenstandsbezogene Theorie“ (Hopf & Weingarten, 1979) oder „datenbasierte Theorie“ (Lamnek, 1988, S. 106) inhaltsnah zu übersetzen. Entwickelt wurde sie, als Anselm Strauss, ein Schüler von Herbert Blumer, in Zusammenarbeit mit Barney Glaser medizinsoziologische Studien in Chicago durchführte und das dabei entwickelte Instrumentarium systematisierte. Im Ansatz von Glaser und Strauss spielen das Kodieren des Interviewtextes und die Entwicklung von Kategorien eine zentrale Rolle. Zur Entstehungsgeschichte der „Grounded Theory“ äußerten sich Strauss und Glaser folgendermaßen: „Wir entschieden Mitte 60, ein Buch über Methoden zu schreiben. Wir spürten schon, dass Veränderungen in der Luft lagen, denn wir wollten für die ‚Kids‘ schreiben - Leute über 30 schienen uns schon zu festgelegt. Barney hatte das bessere Gefühl, dass ein solches Buch ankommen würde, ich war skeptischer, weil ich älter war. Der Titel „the discovery of grounded theory“ zeigt schon, worauf es uns ankam, nicht wie üblich mit Schullehrbüchern die Überprüfung von Theorie, sondern deren Entdeckung aus den Daten heraus. ‚Grounded-Theory‘ ist keine Theorie, sondern eine Praktik, um die in den Daten schlummernde Theorie zu entdecken“ (Legewie & Schervier-Legewie, 1995). Das Verfahren ist durch das systematische Erheben und Analysieren von Daten gekennzeichnet, welche sich auf ein spezielles, zu untersuchendes Phänomen bezieht, welches innerhalb des Textes entdeckt, ausgearbeitet und vorläufig bestätigt wird. Eine dadurch entstehende Datensammlung entwickelt sich durch stete wechselseitige Analyse weiter und lässt die Daten in Beziehung miteinander stehen. Durch stete Weiterentwicklung der Datensammlung, immer neue Beziehungen und die Nutzung der vorhandenen Datensammlung als immer wieder neuer Ursprung für eine weitere Analyse entsteht ein Bild, welches durch die Daten an sich und weniger durch wissenschaftliche Vorannahmen des Untersuchenden gekennzeichnet ist.

5. Textauswertung

Im nachfolgenden Bereich dieser Arbeit soll das geführte Interview ausgewertet und analysiert werden. Die vom IP getätigten Kernaussagen sollen dem Interviewtranskript entnommen und in verschiedene Kontexte gesetzt werden. Aus diesen sollen Thesen gebildet werden, welche im Ergebnis einen Theoriebezug erhalten. Zudem sollen die Thesen mit dem Kontext des praktischen Konzeptes Integraler Sozialarbeit verbunden werden und darin einfließen. Für diese nun zu leistende Aufgabe wurde eine entsprechende Codetabelle erstellt und das Transkript inhaltlich paraphrasiert und sequentiell codiert. Aufgrund der Länge des Interviews und der enormen Fülle an Strukturdaten wurden einige wenige Sequenzen nur als Strukturdaten aufgenommen, eine Analyse entsprechend der Aussagestruktur ist hier nicht möglich und notwendig. Als im Interviewtranskript gekennzeichnete Strukturdaten gehen als wichtiger inhaltlicher Input in die Thesenbildung ein und vervollständigen die durch IP zum Thema gemachten Kernaussagen.

a. Kernaussagen

Die im Interview (MA18.06.2018.1, 2018) durch den IP getätigten und im Codierungsprozess herausgefilterten Kernaussagen lassen sich in insgesamt 18 Punkten zusammenfassen und werden im Folgenden einerseits als manifeste Inhalte thesenhaft ausformuliert, andererseits auf ihre Aussagestruktur hin untersucht.

i. manifest-latente Inhalte

- 1. Es bedarf eines neuen Selbstverständnisses der Mitarbeitenden in der Sozialen Arbeit und speziell in der OKJA. (vgl. Zeile 212, 244, 252, 256, 277, 279, 284, 290, 293, 298, 318, 322, 325, 329, 330, 333, 346, 371, 439, 446, 451, 470, 490, 491, 496, 500, 502, 506, 517, 518, 569, 570, 573, 577, 580, 583, 602, 608, 617, 622, 625, 626, 648, 655, 661, 663, 671, 684, 688, 697-1, 697-2, 700, 702, 706, 715, 716, 719, 721, 726, 729, 734)
- 2. In [Stadt1] bedarf es eines veränderten Blickes der kommunalen Verwaltung auf OKJA. (vgl. Zeile 182, 186, 194, 198, 199, 205, 208, 210, 212, 226, 240, 244, 252, 255, 298, 301, 322, 325, 329, 330, 333, 346, 358, 362, 367, 622, 625, 626, 638, 648, 653, 655, 661, 663, 671, 678, 688, 702, 706, 734)
- 3. Die Nutzung der Einwohnerzahl als Finanzierungsgrundlage OKJA ist eine höchst subjektive Methode. (vgl. Zeile 122, 132, 141, 143, 151, 170, 171, 173, 194, 205, 210, 223, 413, 446, 453, 457, 468, 470, 479, 524, 533, 555)
- 4. Die Jugendarbeit in Ostdeutschland ist prinzipiell schlechter aufgestellt als in den alten Bundesländern. (vgl. Zeile 429, 434, 437, 446, 451, 457, 470, 480, 481, 482, 484, 486, 489, 603, 653)
- 5. Für die Fortschreibung OKJA bedarf es einer Fortschreibung des Finanzierungsmodells. (vgl. Zeile 524, 533, 535, 536, 561, 562, 569, 570, 573, 577, 580, 583, 596, 615, 653, 697)
- 6. Es bedarf zus ätzlicher Stellen für Sozialarbeiter*innen in der OKJA in [Stadt1]. (vgl. Zeile 146, 151, 155-1, 155-2, 158, 168, 171, 173, 182, 186, 194, 199, 205)
- 7. In [Stadt1] existiert eine komplexe Struktur im Bereich der OKJA. (vgl. Zeile 72, 94, 199, 205, 236, 240, 244, 248, 284, 293, 318, Vergleiche Z. 99)
- 8. Im ländlichen Raum in Ostdeutschland bedarf es einer Neustrukturierung von Finanzierungsgrundlage, Angeboten und Mitarbeitenden der OKJA. (vgl. Zeile 204, 393, 397, 402, 404, 408, 413, 416, 419, 446, 451, 585)
- 9. Die OKJA in [Stadt1] hat sich in den vergangenen 5 Jahren stark verändert. (vgl. Zeile 67, 84, 236, 298, 279, 287, 290, 293, 460, 468, Antithese in Z. 128) • 10. In [Stadt1] existieren hohe fachpolitisch differenzierte Grundlagen der OKJA. (vgl. Zeile 94, 192, 199, 236, 244, 279, 298, Vergleiche Z. 99, 103)
- 11. In [Stadt1] gibt es viele Einrichtungen der OKJA, welche gut funktionieren. (vgl. Zeile 65, 94, 192, 199, 390, 409, 413, vgl. Z.68)
- 12. Freie Träger genießen Vorteile durch die Offenheit ihrer Organisationsstruktur. (vgl. Zeile 260, 351, 358, 362, 367, 369, 371)
- 13. Soziale Arbeit lebt auch von Kooperation und der Mitgestaltung der Menschen im Gemeinwesen. (vgl. Zeile 179, 208, 240, 301, 716, 721, 729)
- 14. Es bedarf eines veränderten Blickes der Politik auf OKJA. (vgl. Zeile 677, 688, 715, 721, 726, 734).
- 15. Jugendarbeit in [Stadt1] gilt von Seiten der Verwaltung als Antwort auf Problemlagen und nicht im Sinne einer vorsorgenden und nachhaltigen Sozialen Arbeit. (vgl. Zeile 132, 155, 168, 186, 205)
- 16. Eine interkulturelle Sozialarbeit ist eine professionelle Antwort auf neue gesellschaftliche Herausforderungen. (vgl. Zeile 287, 326, 470)
- 17. Eine Evaluation der veränderten Angebotsstruktur sowie Methoden aufgrund der Fluchtmigration in [Stadt1] erscheinen sinnvoll. (vgl. Zeile 269, 306)
- 18. Interkulturalität ist gesellschaftlicher Norm. (vgl. Zeile 273, 326)

Die erstellten Thesen werden im weiteren Verlauf der Analyse des Interviews weiter beschrieben und mit Zitaten unterlegt. Zudem werden die Thesen im Bereich Ergebnis zusammengefasst und zu einem konkreten Forderungskatalog verschmolzen, welcher auch die konkreten Ideen des IP aufnimmt und verarbeitet.

ii. innere vs. äußere Aussagestruktur

Im Vergleich der Aussagestrukturen lässt sich das geführte Interview (MA18.06.2018.1, 2018) in fünf verschiedene Strukturbereiche aufteilen: die Selbstbeschreibung, der Blick auf die Jugendarbeit in [Stadt1], der Vergleich von Sozialer Arbeit von [Stadt1] mit den umgebenden Landkreisen und anderen Städten, der Historie von Sozialer Arbeit in Ostdeutschland sowie eigenen Wünschen an die Profession.

Die durch die erste Frage eingeleitete Selbstbeschreibung beginnt mit Strukturdaten zu Aufgaben als Geschäftsführer der [Institution1] (Z. 17) und mit Erläuterungen zur beruflichen Laufbahn. Neben den Strukturdaten tauchen in Zeile 21 erstmal eigene Interessen des IP auf, so hat er sich „ schwerpunktmäßig “ auf „ Strukturen in der Jugendarbeit, Jugendverbandsarbeit, (...) vor dem Hintergrund mit Kooperation mit Schule “ (Z. 21) spezialisiert. Auch die Darstellung des eigenen ehrenamtlichen „ Engagements in ´nem Jugendverband “ (Z. 20) und als auch Vorstand von [Institution2], einem Dachverband von Jugendorganisationen auf Landesebene, zeigt eine Interessanlage auf, die weit über die Stellenbeschreibung eines Sozialarbeiters in der Jugendarbeit hinausgeht. Weitere Strukturdaten zur Stellenbeschreibung folgen, IP ist gleichsam „ Geschäftsführer über eine Arbeitsgruppe nach §78 SGBVIII “ (Z. 33), „ diskutieren mit den Mitgliedsorganisationen, Fachkräften der Jugendarbeit und auch Jugendsozialarbeit (...) welche thematischen Schwerpunkte, Herausforderungen, aktuelle Tendenzen, Weiterentwicklungen, Probleme eben in der offenen Arbeit (...) anfallen, und (...) entwickeln daraus letztendlich Stellungnahmen, Positionierungen “ (Z. 34). Die überaus diversifizierte Stellenbeschreibung wird im weiteren Verlauf des Interviews immer wieder komplettiert und konkretisiert, so hat sich IP „ mal ´ne ganze Weile lang beschäftigt mit den Jugendhilfeplanungen auch der Landkreise, da merkt man sehr deutlich, dass das was Jugendarbeit ausmacht “ (Z. 102). Im weiteren Verlauf des Interviews nimmt IP nun Bezug auf andere Strukturbereiche und gibt erst in Zeile 317 nochmal einen Blick auf die Arbeitsebene der eigenen Person preis: "Ich kann ja, da ich die Angebote ja selber nicht mit durchgeführt habe nur immer berichten, was Fachkräfte (.) eben uns berichtet haben“ beschreibt, dass IP sich nicht selbst als direkt Mitarbeitender der OKJA in [Stadt1] sieht, mit diesen jedoch „auf Fachtagungen, Netzwerktreffen “ (ebd.) zu tun hatte und so zu den dargelegten Informationen gekommen ist. IP nimmt also ganz klar die Rolle des Netzwerkpartners, eines Multiplikatoren ein, der Informationen von allen im Netzwerk Arbeitenden sammelt und verarbeitet. Der Wahrheitsgehalt der Informationen im Interview kann so als gesichert angesehen werden. Ein letztes Zitat kann in den Strukturbereich der Selbstbeschreibung aufgenommen werden, welches in Zeile 688 den eigenen Blick auf die Zusammenarbeit mit lokaler Politik beschreibt: „ man ist denn schon dem mikropolitischen Klima der Stadt eben ausgeliefert wenn man halt auch mit denen zusammenarbeiten will “. Diese Aussage zeigt auf, dass IP trotz der unterschiedlichen inhaltlichen und methodischen Meinung zu politischer Meinungsfindung in [Stadt1] dennoch bemüht ist, eine Zusammenarbeit zu meistern und diese zu gestalten. Diese Aussage zeugt von einer Offenheit im professionellen Selbstverständnis, welche es zu würdigen gilt.

Der zweite Strukturbereich des Interviews bezieht sich auf die Darstellung der Erkenntnisse zum Bereich der Jugendarbeit in [Stadt1 ], welche durch eine Vielzahl an Zitaten beschrieben ist. Auf Trägerebene beschreibt IP die Struktur in [Stadt1] ab Zeile 53: „ dass eben der Träger gemeinnützig ist und dass da eben im überwiegenden Fall im Bereich der Kinder- & Jugendpflege oder Jugendarbeit halt tätig ist, und das sind in [Stadt1] eben sehr, sehr unterschiedliche Träger, Vereine die sich in ‘n 90-er Jahren gegründet haben und traditionelle Jugendverbände, die nach der Wende hier her gekommen sind und Einrichtungen übernommen haben, (..) und sich hier quasi lokal verankert haben und neu gegründet haben bis hin zu den großen Wohlfahrtsverbänden, Kirchgemeinden, die letztendlich auch große Trägerkomplexe sind in der offenen Arbeit “. Diese Vielfältigkeit, die auch in These 7 aufgenommen ist, beschreibt eine Trägerlandschaft, in der neben klassischen Wohlfahrtsverbänden, kirchlichen Trägern und traditionellen Jugendverbänden auch in den 90-er Jahren neu gegründete gemeinnützige Träger der Kinder- & Jugendpflege, die lokal verortet sind und auf kommunaler Ebene arbeiten. Weitere wichtige Informationen zum Bereich der OKJA in [Stadt1] folgen ab Zeile 72, in denen neben der Vielfältigkeitsthese auch die Thesen 9 (Veränderungen) und 10 (fachpolitisch differenzierte Grundlage) unterstreichen. So meint IP, „ das was sich aber in [Stadt1] in der offenen Arbeit entwickelt hat ist eben relativ große Einflüsse aus andern Formen sozialer Arbeit in der Jugendhilfe wie Einzelfallhilfe, aus´n Hilfen zur Erziehung, Netzwerkarbeit, familienbezogene Arbeit, ähm, Arbeit auch mit ähm, Zielgruppen die samma Grundschulalter haben und im Hortalter sind, das wird von den freien Einrichtungen eben mit abgedeckt, mobile Jugendarbeit wird mit abgedeckt “, ein breites Portfolio an Formen sozialer Arbeit wird also in der OKJA in [Stadt1] umgesetzt. Zudem beschreibt IP, dass „ das was die Einrichtungen der offenen Arbeit machen und was das Fahrpersonal auch macht (EINATMEN) auf der Grundlage der konzeptionellen Vorgaben aus der Jugendhilfeplanung ist eben sehr sehr breit gefächert, wirklich von den ersten Einzelfallkontakten bis hin zur Vermittlung an sozialpädagogische Familienhilfe oder ähm Fallarbeit schon an der Tür zur Hilfen zur Erziehung im ambulanten Bereich, bis hin eben zu internationaler Jugendarbeit in Form von Maßnahmen, Austauschen, Freizeiten, Netzwerkarbeit, Kooperation, Jugendhilfe und Jugendarbeit “. Diese diversifizierte Methodik schreibt IP der OKJA in [Stadt1] zu und erweitert diese noch weiter: „ das heißt auch einige Einrichtungen sind in Ganztagsangeboten (.) eingestiegen oder haben Ganztagsangebote in ihren eigenen Räumlichkeiten die sie anbieten, kooperieren mit Schulsozialarbeit, kooperieren mit Familienzentren oder Sozialzentren vor Ort, sind in der Gemeinwesenarbeit engagiert “ (ebd.), weiß aber auch zu berichten, dass entsprechend These 9 die Veränderung „ noch nich´ (.) LANGE in Gang sondern eben mit der letzten Jugendhilfeplanung, (.) wurden die halt verstetigt, davor hat man experimentiert grade im Rahmen der Einzelfallhilfe, sodass das Portfolio an Tätigkeiten sich in den letzten vier Jahren sich massiv weiterentwickelt hat “ (Z. 84). Auch wird beschrieben, dass „ [Stadt1] ist sehr gut ausgestattet “ ist, „ es gibt vor allem sehr differenzierte fachpolitische Grundlagen der Arbeit, das heißt sowohl bei den Herausforderungen im Rahmen von Kooperationen mit Schule, also auch im Rahmen der Flüchtlingsdebatte beziehungsweise (.) interkulturellen und Integrationsdebatte hat die Jugendarbeit auf den Weg gemacht “. Im weiteren Verlauf wird so die OKJA mit vielen Zitaten inhaltlich beschrieben, Arbeitsstrukturen werden erläutert, Finanzierungsmodelle erklärt und Hemmnisse und Widerstände dargelegt. Ein weiterer Bereich in der Aussagestruktur ist der Vergleich von OKJA in [Stadt1] mit den Landkreisen von [Bundesland] und anderen Städten sowie Aussagen generell zu den Strukturen in Landkreisen. Der Blick über den kommunalen Rahmen hinaus erlaubt eine differierte Betrachtungsweise unterschiedlicher Arbeitsstrukturen im ländlichen Raum und beschreibt Unterschiede in der Finanzierung, der Struktur und den Arbeitsweisen vergleichend mit denen des urbanen Raumes. Im Interview mach IP sehr schnell deutlich, „ dass das was Jugendarbeit ausmacht, da vor Ort tatsächlich Ansprache von jungen Menschen und Unterbreiten von Angeboten ist, aufrecht erhalten von Räumen, zum Treffen, (.) und wenig tatsächlich fachpolitische, sozialpädagogische Arbeit im Vordergrund steht die in den Konzepten eben dargestellt werden müssen, das heißt, der Komplexitätsgrad letztendlich der kommunalen Jugendarbeit (.) im ländlichen Raum ist deutliche geringer als das in [Stadt1] der Fall ist “ (Z. 103). Im Vergleich zu anderen Städten könne man jedoch von einer guten Struktur in [Stadt1] sprechen (These 7), denn die OKJA dort „ das ist schon ja erstmal wesentlich mehr als [Stadt2] hat, [Stadt2] hat glaub ich nur einen Bruchteil davon wenn´s dann letztendlich 8 oder 10 Einrichtungen sind ist das schon viel, die haben andere Schwerpunkte gesetzt “ (Z. 390). Der Blick auf die unterschiedlichen Strukturen von OKJA weitet sich im Folgenden auch auf andere Landkreise aus. So beschreibt IP die Situation der OKJA mit einer längeren Passage ausführlich: „ in den Landkreisen ist es wesentlich schlimmer, [Stadt3] hat glaube ich auch nur eine Hand voll Einrichtungen noch, die mit Fachkr äften ausgestattet sind, und dann, glaub ich gibt es noch die [Landkreis 3], die ganz gut aufgestellt ist, und der [Landkreis4], der ist auch noch ganz gut aufgestellt, (.) wo eben auch man merkt, es gibt halt A Geld und B Planungsgrundlagen, gute Leute, (.) und wenn man sich dann eben anschaut [Landkreis1] oder [Landkreis2] da wird’s halt richtig düster “ (Z. 393). Die Situation wird also unterschiedlich beschrieben, vor allem in den beiden letztgenannten Landkreisen „ gibt’s dann eben kommunale Jugendräume, wo sich junge Menschen treffen können, (…) es gibt keine Fachkraft vor Ort in dem Sinne, es gibt erstmal den RAUM als solches und dann gibt es eben Situationen (…) dass es eben mobile Jugendarbeiter gibt, das sind also Sozialarbeiter, die meistens auch mit dem Privatauto (…) bis zu 14 Jugendräume in der Woche quasi begleiten, das heißt quasi, hinfahren, aufschließen, gucken, weiterfahren “ (ebd.). Diese Situation, dass es keine Fachkräfte vor Ort gibt, die in Offenen Einrichtungen Soziale Arbeit begleiten, sondern nur für das Öffnen kommunaler Räume zuständig sind, kann im Selbstverständnis von Sozialer Arbeit kaum als solche bezeichnet werden. Auch hier erstreckt sich die Fülle an Zitaten durch das Interview, eine Beschreibung von Trägerstrukturen folgt sowie weitere Vergleiche zwischen Bundesländern, urbanen Räumen und der [Stadt1], welche in These 4 mündet: „ Jugendarbeit in Ostdeutschland, das ist (…) die unterste Kategorie was man so an Jugendarbeit in Deutschland haben kann “ (Z. 489). Dass dies jedoch nicht nur im Osten Deutschlands so sein muss beschreibt IP mit dem Zitat: „ und im Westen gibt’s auch deutliche Unterschiede, auch da gibt strukturschwache Regionen, in [Bundesland8] gibt auch Landkreise wo Jugendarbeit am Arsch ist, sag ich mal so (LACHEN)“ (Z. 480).

Neben dem vergleichenden Moment nutzt IP im Interview auch immer wieder Passagen, um auf die Anfänge von OKJA in Ostdeutschland und im speziellen von [Stadt1] aufmerksam zu machen. Dieser rückwärtige Blick der Historie von Sozialer Arbeit in Ostdeutschland wird als dritter struktureller Rahmen von Aussagen im Folgenden beschrieben. So beschreibt IP, „ viel der [Stadt1]er Infrastruktur wurde in den 90-er Jahren aufgebaut, in den nördlichen Problemvierteln die eben mit starken Problemlagen sowohl im rechtsextremen Bereich als auch Kinderarmut und Jugendarmut, was zum Teil heute immer noch so ist “ (Z. 128). Eine Problemzentrierte Handlungsaufforderung Sozialer Arbeit ist also seit Beginn dieser in [Stadt1] Teil der Ausrichtung. Neben den ersten Erläuterungen zur Entstehung der Trägerstruktur folgt erst wieder in der Mitte des Interviews ein Blick in die Vergangenheit, in welchem die „zwei Förderprogramme „J ugendpauschale “ und „ Fachkräfteprogramm “ beschrieben sind, „ die eben aus den 90-ern stammen, das waren Anschubfinanzierungen, das heißt, es gab ja in der DDR zwar auch Jugendarbeit und Jugendräume, und ein paar von den Einrichtungen der FDJ wurden, oder der einzelnen Städte wurden auch weitergeführt und dann eben unter dem Label des Kinder- & Jugendhilfegesetzes, was ja ´91 ganz neu war (.) wurde eben Jugendarbeit mit integriert (.) und man hat (.) freie Träger aufgebaut in Ostdeutschland mit Fördergeldern vom Bund, vom Land und von anderen Bundesländern, um diese Jugendarbeit zu finanzieren “ (Z. 461). Diese Strukturdaten geben Einblicke in die Anfangszeiten und Finanzierungen erster Trägerstrukturen. Der zu Beginn des Interviews sehr weit zurückreichende Blick verändert im Verlauf Zunehmens und beschreibt dann die nähere Vergangenheit in Hinblick auf die Einschränkungen der Landesfinanzierung von OKJA „ weil eben 2013 zwei Millionen rausgenommen wurden und das waren insgesamt mal neun Millionen, ursprünglich waren es, ich glaub mal 17 Millionen äh, zum Anfang der 2000-er “ (Z. 470).

Der letzte zu beschreibende Strukturbereich, der sich mit eigenen Wünschen an die Profession beschreiben lässt, zieht sich durch die Aussagen von IP ebenfalls durch das gesamte Interview. So stellt IP bereits in Zeile 146 die erste „ Minimalforderung “ auf, diese „ wäre halt in einem Stadtteil (…) mindestens ein Angebot der Jugendarbeit vorzuhalten “. Ab der Mitte des Interviews folgen mehrere Wünsche und Ideen, welche zum Thema Jugendquote („ ein bestimmter Prozentsatz des Gesamthaushaltes einer Gebietskörperschaft MUSS für Jugendbelange und Jugendpolitik ausgegeben werden “, Z. 519), überjährliche Finanzierung („ was an der Finanzierung wichtig ist, ist eben, dass es überjährliche Finanzierungen sind “, Z. 535) und die Idee der uneingeschränkten Umsetzung von Leistungsvereinbarungen („ deswegen würde ich halt sagen, KLAR KANN MAN DAS, also es gibt halt die einzige Maßeinheit in der Kinder- & Jugendarbeit in [Stadt1] zum Beispiel ist die Öffnungszeit, also die Angebotszeit, also man macht ´ne bestimmte Anzahl von Angeboten in unterschiedlichen Bereichen, da kommen Stunden zusammen und man kann da einen Stundenpreis kalkulieren und den quasi hochrechnen auf die gesamte Eirichtung und das geförderte Personal und hat dann einen Richtwert, wenn man dann im Prinzip alle zwei Jahre dann noch 2% Inflationsausgleich draufpackt und den Tarifausgleich mitnimmt, kann man das glaub ich entspannt und effiziert fördern “, Z. 555). Eine weitere Idee ist die Umsetzung der LVEB auf Landesebene, („ also meine Idee wär halt wirklich auch LANDESWEIT Pauschalen einzusetzen zum einen und dann Leistungsverträge zu machen mit Einrichtungen “, Z. 596), welche in der Quintessenz, so beschreibt IP in der Zusammenfassung dazu führt, dass „ also Pauschalen, Leistungsvereinbarungen, möglichst wenig Bürokratie, ähm, Mehrjährigkeit von Laufzeit von Verträgen, das würde deutlich helfen, das würde die Träger entspannen, das würde auch vor allem auch das Berufsfeld aufwerten “ (Z. 614).

b. raumzeitlich-sozialer Kontext

Im Kontext aktueller politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen geht IP im geführten Interview mehrfach auf die verschiedenen Kontexte Fluchtmigration, veränderte finanzielle Ausstattung von OKJA auf Landesebene sowie auf konkrete Entwicklungen in der Finanzierung der OKJA in [Stadt1] ein.

Die durch IP im Interview beschriebenen Veränderung in der OKJA der [Stadt1] durch die seit Ende 2014 einsetzende Fluchtmigration aus der Levante wird viel Platz eingeräumt. Im Wesentlichen wird durch IP beschrieben, welche konkreten Veränderungen es im Bereich der Sozialen vor Ort gegeben hat und in welchem Maß die Veränderungen durch die Mitarbeitenden selbst hervorgerufen wurden: „ im Rahmen der (.) Situation 2015/2016 haben sich die Einrichtungen eben auf den Weg gemacht, nicht nur stadtweit sich zu vernetzen, sondern eben auch ihre Angebote zu überprüfen inwieweit sie eben (.) Nutzergruppen eben auch erreichen die im Stadtteil präsent sind, die NEU im Stadtteil angekommen sind (.) um auch Ansprache zu realisieren “ (Z. 244). Viele der Sozialarbeiter*innen „ haben sich auf den Weg gemacht, haben Angebote gemacht, sind aus der Einrichtung raus gegangen in Erstaufnahmeeinrichtungen, in (.) Wohn// (.) Einheiten die (.) im Prinzip ja Sozialarbeiterkreis bekannt sind und haben Angebote unterbreitet, Kooperationsvereinbarungen geschlossen “ (Z. 249). In Erweiterung dessen geht IP dann näher auf den Unterschied freier und kommunaler Träger ein und meint, „ aber überwiegend bei den freien Trägern gab es eben die Offenheit, zu sagen, wir machen uns auf den Weg, wir etablieren auch neue Angebote, wir sind auch offen dafür, uns fortzubilden und Fragestellungen (.) zu bearbeiten, denen wir uns vorher nur randständig gewidmet haben, von Sprachkompetenz des eigenen Fachpersonals bis hin zu Niedrigschwelligkeit und Bekanntmachung von Angeboten (.) zur Überwindung quasi der Sprache oder Leute zusammenzubringen, haben sich in Willkommensbündnissen in der Stadt engagiert, wo auch viele Fachkräfte der Jugendarbeit mit dabei waren “ (Z. 260). Diese Fülle an Strukturdaten zeigt auf, wie gut die OKJA in [Stadt1] reagiert hat, welche Potentiale freigesetzt wurden und dass auch der Bereich der Vernetzung und Unterstützung von Ehrenamt gut funktioniert hat: „ der überwiegende Teil von Fachkräften, mit denen wir auch Kontakt hatten, haben sich da eben auch sehr motiviert und offen und verantwortungsbewusst da gezeigt eben in der Stadt, die Integrationspolitik zu unterstützen, im Schulterschluss eben mit vielen Initiativen und vor allem ehrenamtlichen initiativen aus den Willkommensbündnissen, aus dem Stadtteil und aus den Gemeinwesenarbeits-AGs “ (Z. 279), sodass IP zusammenfassend dazu meint, dass „ so auf konzeptioneller Ebene, auf Netzwerkebene (…) einen riesen//, ja ich sag mal so, eine Explosion von Aktivität “ (Z. 293) stattgefunden hat.

Ein ebenso interessanter Bereich, welcher aufgrund der bisherigen Fülle dieser Arbeit nur peripher betrachtet werden soll, sind die beschriebenen Entwicklungen von OKJA auf Landesebene, welche in den vergangenen Jahren stattgefunden hat. Diese ist in [Bundesland1] „ tendenziell (...) immer weniger geworden und zwar ist die Bevölkerung auch weniger geworden aber Jugendarbeit ist eben AUCH massiv weniger geworden, Einrichtungen haben eben aufgehört zu existieren, wurde eingestellt, weil eben 2013 zwei Millionen rausgenommen wurden und das waren insgesamt mal neun Millionen, ursprünglich waren es, ich glaub mal 17 Millionen äh, zum Anfang der 2000-er “ (Z. 468), was zu starken Veränderungen geführt hat vor Allem in ländlichen Bereich, da aufgrund der bisherigen Kopfpauschale „ [Stadt1] und [Stadt2] von der Landesförderung noch mit am meisten mit profitieren “ (Z. 418).

Die sozial-raumzeitlichen Entwicklungen in [Stadt1] lassen sich durch das Interview sehr gut beschreiben und nehmen einen wesentlichen Teil der Ausführungen des IP ein. Es scheint ersichtlich, dass IP als direkt Beteiligter im Prozess eingebunden war. Neben der positiven Beschreibungen der Leistungen OKJA in [Stadt1] der vergangenen Jahre werden die derzeitigen Zuarbeiten der Verwaltungsebene eher mit negativen Zuschreibungen wie „ Weigerungshaltungen oder Umverteilungsideen “ (Z. 226) bedacht. Inhaltliche Ideen einführend beschreibt IP die Entwicklungen negativ, da er in Hinblick auf die Umsetzung fortschreibender Ideen zur OKJA meint: „ So tickt aber die Landespolitik nicht, so tickt auch die kommunale Politik nicht, das ist leider so, und das ist (…) tendenziell für alle ostdeutschen Bundesländer ´ne ähnliche Situation “ (Z. 427). Im letzten Drittel des Interviews werden ganz konkrete Veränderungen der vergangenen Jahre in [Stadt1] beschrieben, so nennt IP „ die Leistungsvereinbarungen, die wird jetzt abgeschafft “ (Z. 537) und nochmals konkret in Zeile 548: „ die Stadt hat das jetzt abgeschafft mit dem Argument, dass man in der Jugendarbeit eben keine Leistungseinheiten definieren könnte “. Diese mehrfache Nennung wird wiederholt, bis es zum Ende des Interviews eine Aufklärung der Ereignisse gibt. So wurde „ seit mehreren Jahren eine neue Förderrichtlinie verhandelt, und (.) diese Förderrichtlinie sollte vor allem wesentliche Verbesserungen bringen für die Jugendarbeit “ (Z. 638). Nachdem diese erarbeitet und in der Trägerlandschaft besprochen wurde, ergab sich eine neue Situation in [Stadt1], denn „ es kam da neues Führungspersonal im Dezernat (.) mit dem wir am Anfang alle relativ gute Diskussionen hatten und Erfahrungen hatten, die aber dann auf Basis eines Prüfungsberichtes des Rechnungsprüfungsamtes meinte, die Finanzierung eben umzustellen (…) weil eben das Rechnungsprüfungsamt also aus ihrer Perspektive (…) meinten (.) dass sich Kinder- & Jugendarbeit und Leistungsentgelte komplett ausschließt (…) und das Dezernat (.) hat sich halt dagegen wiedersetzt diesen Stadtratsbeschluss halt (.) umzusetzen “ (Z. 649). Im weiteren Verlauf hat die Verwaltung „ dann entsprechend (.) den „Roll-back“ gemacht, und hat politisch darauf hin gewirkt, dass der Beschluss zu den Leistungsvereinbarungen aufgehoben wird “ (Z. 660). Diese eigenmächtige Veränderung der Planung der OKJA in [Stadt1] wurde so nicht hingenommen, auch weil klar war, „ dass die freien Träger und vor allem der [Institution1] beteiligt werden soll an der Erstellung dieses neuen Plans “ (z. 667). Nachfolgend wurden „ wir dann mit einer fertigen Drucksache konfrontiert (.) die eben nicht mit den Trägern abgestimmt wurde “ (Z. 667) und IP fasst diese Entwicklung inhaltlich hart urteilend zusammen mit „ faktisch haben die gelogen, faktisch haben die Stadtratsbeschlüsse ignoriert “ (Z. 673) was in Bezug auf die Zusammenarbeit mit Verwaltungsebene noch deutlicher wird in der Aussagen „ dass da einfach glaub ich auch Entdemokratisierungsstrukturen in der Jugendhilfe am Werk waren wo man sieht, diese Bedeutung „partnerschaftliche Zusammenarbeit“ zwischen freien und öffentlichen Trägern einfach nicht mehr gegeben war “ (Z. 682). Zum Thema schließend meint IP, dass sich im Nachhinein betrachten lässt, „ dass der [Institution1] und die freien Träger waren nicht stark genug waren jetzt zum Beispiel sowas in Form von Verwaltungsrechtsklagen halt durchzuziehen weil das haben wir halt erlebt das letzte Mal als der [Institution1] halt geklagt hat gegen die Stadt (.) wollte man den [Institution1] nicht mehr weiter finanzieren und (.) man ist denn schon dem mikropolitischen Klima der Stadt eben ausgeliefert wenn man halt auch mit denen zusammenarbeiten will “ (Z. 684).

c. Textdimensionen

Wie in der Analyse des Interviews sehr klar zu erkennen ist, beschreibt IP seine Ausführungen in großen Teilen mit Strukturdaten, Erklärungen zu Sachverhalten und faktischen Erzählungen über Abläufe im politischen Kontext. Die große Menge an Datenmaterial überfordert die Auswertung aller Daten in dieser Arbeit, in Bezug auf die erstellten Thesen und eine integrale Theoriebildung werden Daten also sequentiell genutzt. Die Dimensionen Selbstanalyse und der Versuch einer Gesellschaftsanalyse konnten nicht gefunden werden, lediglich einige lebensgeschichtliche Brocken werden von IP preisgegeben. Auch wurden einige Meinungen zum den Strukturdaten genannte, alle aus Sicht des IP und als Stellvertreter von [Institution1].

d. Ergebnis

Die in der Ausarbeitung dieser Arbeit erstellten Kernaussagen sollen nun mit den von IP formulierten Ideen zusammen gebracht, verkürzt und in einen Katalog von Schlussfolgerungen übertragen werden.

Schlussfolgerung 1:

Es bedarf eines neuen Selbstverständnisses der Mitarbeitenden in der Sozialen Arbeit und speziell in der OKJA aufgrund der hohen fachpolitischen Grundlagen und der guten Funktion von OKJA, auch im Sinne einer methodischen Neuausrichtung im Sinne einer Integralen Sozialarbeit, wodurch das Gemeinwesen einbezogen würde, Interkultur und gesellschaftliche Veränderungen anerkannt würden. Das kann zu einer veränderten Wahrnehmung von Politik und Verwaltung auf OKJA führen und freien Trägern mehr Mitspracherecht in der Aushandlung struktureller Entwicklungen geben würde. Diese könnten ihre offenen Organisationsstrukturen noch besser nutzen und politisch dafür Sorge tragen, dass Jugendarbeit vorsorglich statt problemorientiert eingesetzt würde.

Schlussfolgerung 2:

Da die Jugendarbeit in Ostdeutschland im Bundesvergleich schlecht aufgestellt ist und Nutzung der Einwohnerzahl eine höchst subjektive Finanzierungsgrundlage ist und Ungleichheit zwischen Stadt und Land hervorruft, bedarf es eines veränderten Finanzierungssystems, zum Beispiel einer Jugendquote von mindestens 7-10% des Gesamthaushaltes für Jugendhilfe, landesweiten Pauschalen, einer überjährlichen landesweiten Finanzierung (z.B. 5 Jahre Laufzeit) mittels Leistungsvereinbarungen (mit der Maßeinheit Angebotszeit) plus jährlichem Inflations- und Tarifausgleich bei 100%-Finanzierung auch für freie Träger. Dadurch würden deutlich mehr Stellen ausgeschrieben werden können und die komplexe Struktur im urbanen Raum gibt ihre Erfahrungen in den ländlichen Raum weiter, wo ebenfalls mehr Stellen möglich sind.

Schlussfolgerung 3:

Eine Evaluation der veränderten Angebotsstruktur sowie Methoden aufgrund der Fluchtmigration in [Stadt1] erscheinen sinnvoll.

e. Theoriebezug auf Integrierte Sozialarbeitstheorie

Die wie beschrieben seit den 70-er Jahren in verschiedenen Ländern Europas als dritte Methode Sozialer Arbeit eingebrachte Gemeinwesenarbeit ist laut IP auch heute noch nicht in allen Regionen der Bundesrepublik verwurzelt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: unzureichende Finanzierung von Einrichtungen und Fachkräften im ländlichen Raum, hohe Belastungen aufgrund von gesellschaftlichen Veränderungen und unzureichende Ausstattung von Sozialer Arbeit im urbanen Raum lassen eine methodische Vielfalt oftmals nicht zu. Die methodischen Umsetzungen variieren zudem aufgrund der Trägerschaft, es scheint einen Vorteil für Freie Träger zu geben, welcher auch die Arbeit im Gemeinwesen zulässt. Die gesellschaftlichen Vorteile dieser Methode durch OKJA sind auf Verwaltungsebene mitunter nicht verwurzelt, auch hier sind dringendere Problemlagen vordergründig. Eine Angleichung von OKJA in Ostdeutschland erscheint nicht nur aufgrund der steten Abwanderung junger Menschen sinnvoll, auch in Hinblick auf aktuelle und kommende gesellschaftliche Herausforderungen bedarf es eines starken Netzes an sozialer Arbeit im Gemeinwesen. Neue Finanzierungsgrundlagen nach dem Prinzip des „best practise“ dürfen auch in den neuen Bundesländern Einzug halten, die Erfahrungen der alten Bundesländer dürfen übernommen werden. Die stete Erweiterung methodischen Handelns und von Blickwinkeln und Haltungen lässt sich ebenfalls dadurch ableiten, dass auch Gesellschaft sich entwickelt und in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine Fortschreibung dauerhaft notwendig ist. Dabei wird auch die Wiederentdeckung des politischen Mandates Sozialer Arbeit eine Rolle spielen, in Zeiten von einerseits hochpolitisierten Bevölkerungsgruppen, rückwärtigen politischen Strömungen und andererseits einer hohen Unzufriedenheit mit dem politischen System bedarf es derjenigen, deren Profession der Mensch ist, um neue Anstöße und Umgangsformen zu finden und zu transportieren. Dabei spielt die lebensweltorientierte Sicht einer Entwicklung eines neuen Selbstverständnisses Sozialer Arbeit eine wichtige Rolle die dazu führen kann, dass diese Profession durch gut ausgebildete, gut bezahlte und gut ausgestattete Fachkräfte in urbanem und ländlichem Raum gleichermaßen für die Belange von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Menschen sorgen kann. Die Arbeit mit Menschen muss gleichwertig anderen Arbeitsfeldern gestaltet und geschätzt werden, auch im Sinne des Selbstwertes einer Gesellschaft und der Menschen an sich.

f. Diskussion

Die in dieser Arbeit angedachte Auseinandersetzung mit Ideen zur Fortschreibung Sozialer Arbeit am Beispiel von Offener Kinder- & Jugendarbeit in einer kreisfreien Stadt im Osten Deutschlands hat Ideen, Ansätze und Methoden aus verschiedenen Ländern Europas zusammengeführt. Das hierfür durchgeführte Interview mit dem IP war mit knapp 56 Minuten und einer schnellen Sprache so gehaltvoll, dass längst nicht alle angesprochenen Inhalte in dieser Arbeit verarbeitet werden konnten. Nur ein Teil des Interviews und im Wesentlichen die inhaltlich relevantesten Themen und Zitate wurden aufgenommen um zuerst Thesen und im weiteren Verlauf Schlussfolgerungen zu bilden, welche zu einem erweiterten Selbstverständnis von Sozialarbeiter*innen führen soll. Dieses ist, so im Verlauf der Auseinandersetzung mit dem Thema durchaus vorhanden, findet jedoch kaum Umsetzung im ländlichen Raum und auf politischer und Verwaltungsebene. Hier bedarf es weiterer Arbeit, Sozialer Arbeit, auch im Umgang mit Menschen, dessen Profession die Verwaltung und politische Entwicklung unserer Gesellschaft ist, um den Menschen letztendlich in den Mittelpunkt allen Handelns zu rücken.

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15 SPIEGEL Online: [nicht wissenschaftliche] Kolumne Ferda Ataman, 2018, unter: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ warum-ostdeutsche-und-muslime-viel-gemeinsam-haben-kolumne-a-1208440.html (angerufen am 26.06.2018).

16 Unter „Akteure” wird verstanden: Die betroffenen Personen und Amtspersonen eines im Gemeinwesen zu beobachtenden Spannungsfeldes. Im Rahmen der Mobilen Jugendarbeit sind dies immer Jugendliche zum Einen, zum anderen Personen aus dem Umfeld der Jugendlichen (z.B. Verwaltung, Polizei, Jugendamt, Nachbarschaft, andere Jugendcliquen, andere Nutzer des selben öffentlichen Raumes, Schule, Jugendtreffpunkt, usw., usw...)

17 Systemisches Konsensieren, 2018, unter: http://www.sk-prinzip.eu/ (abgerufen am 12.07.2018).

18 Dejure.org: Achtes Sozialgesetzbuch – Kinder- & Jugendhilfegesetz, 2018, unter: https://dejure.org/gesetze/SGB_VIII (abgerufen am 05.07.2018).

19 LAGO – Landesarbeitsgemeinschaft Offene Jugendbildung Baden-Württemberg: Rechtliche Grundlagen, 2018, unter: https://www.lago-bw.de/rechtliche-grundlagen.html (abgerufen am 06.07.2018).

20 entsprechend der in der Datenschutzvereinbarung mit dem IP vereinbarten Pseudonymisierung des Interviews wird auch bei der Auswertung kein Klarname von Stadt und Bundesland genannt, die entsprechenden Quellen für kommunale Haushaltspläne und Kinder- & Jugendberichte des [Bundesland1] werden im Beiblatt zum Transkript aufgeführt.

21 http://aba-fachverband.org/index.php?id=835

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Details

Titel
Fortschreibung Offener Kinder- und Jugendarbeit. Idee einer Integralen Sozialen Arbeit
Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen  (Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit)
Veranstaltung
Vertiefung qualitative Forschung
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
31
Katalognummer
V901661
ISBN (Buch)
9783346208422
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziale Arbeit, Integrale Soziale Arbeit, Integrale Sozialarbeit, Offene Kinder- und Jugendarbeit, Offene Arbeit, Freie Träger, Ostdeutschland, neue Bundesländer, FInanzierung, Qualitative Forschung
Arbeit zitieren
Ralf Dounz-Weigt (Autor), 2018, Fortschreibung Offener Kinder- und Jugendarbeit. Idee einer Integralen Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/901661

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