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Warum tragen Musliminnen Kopftuch? Eine innerislamische Pro- und Contradebatte über den Schleier

Titel: Warum tragen Musliminnen Kopftuch? Eine innerislamische Pro- und Contradebatte über den Schleier

Hausarbeit , 2018 , 22 Seiten , Note: Pass(pass-fail system)

Autor:in: Vedat Ates (Autor:in)

Theologie - Islamische Religionswissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Es ist das Ziel dieser Arbeit, herauszukristallisieren, ob die Frauen Kopftuch tragen, weil sie glauben, dass Koran und Islam das verlangen und dass sie sich Gott und seiner Offenbarung zuliebe verschleiern oder ob es andere Gründe gibt: der Zwang einer patriarchalischen Familienstruktur, Erziehung oder islamischer Druck vom Herkunftsland über Institutionen wie die Moschee und Koranschulen.

Es werden in einem ersten Schritt diejenigen Koranstellen, welche Aussagen über den Schleier machen, mit der Hilfe von Fachliteratur und dem Koran untersucht. In einem zweiten Teil werden Aussagen von Kopftuchträgerinnen zum Thema, warum sie sich in Europa bzw. in der Schweiz verschleiern, im Zentrum stehen. Damit das Thema aber besser verknüpft und nachvollziehbar gemacht werden kann, wird interne (d.h. zwischen Muslim*innen) Kritik an den Begründungen, welche die Befürworter*innen bringen, aufgezeigt.

Am Schluss wird die Akzeptanz des Kopftuches auf gesellschaftlicher und gesetzlicher Ebene hier in der Schweiz betrachtet. Für die Analyse wird die Theorie der „Panoptischen männlichen Herrschaft“ von Dietz Gabriella verwendet. Es ist offensichtlich, dass so ein komplexes Thema nicht in einer Proseminararbeit vielfältig und vollendendet erläutert werden kann. Mein Ziel ist aber, mit dieser Proseminararbeit einen Denkanstoss zu liefern, der die Grenzen zwischen kulturellen Phänomenen, Religionsfreiheit und Geschlecht abtastet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. WAS STEHT IM KORAN?

3. WIESO TRAGEN MUSLIM*INNEN KOPFTUCH?

3.1. PRO-ARGUMENTE

3.2. CONTRA-ARGUMENTE

4. SEXUALISIERUNG DER FRAU UND PANOPTISCHE MÄNNLICHE HERRSCHAFT

6. DIE KULTUREN TREFFEN SICH UND WAS DANN?

6.1. VORURTEILSFREIE AUSEINANDERSETZUNG

7. FAZIT:

8. LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und Motivationen des Kopftuchtragens bei muslimischen Frauen, wobei die zentrale Forschungsfrage darauf abzielt, ob diese Praxis als religiös motivierte Entscheidung oder als Resultat patriarchaler Strukturen und externer gesellschaftlicher Zwänge zu werten ist. Dabei wird der Konflikt zwischen individueller Religionsfreiheit und dem Schutz von Menschenrechten im europäischen Kontext analysiert.

  • Historische und theologische Analyse der Kopftuch-Begründungen im Koran
  • Gegenüberstellung von Pro- und Contra-Argumenten zur Verschleierung
  • Die Rolle der "panoptischen männlichen Herrschaft" in der Sexualisierung der Frau
  • Soziologische Betrachtung von Parallelgesellschaften und Integrationsprozessen
  • Diskussion über die Grenzen von Toleranz und die Rechte von Minderjährigen

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„Heimat ist, was man daraus macht“, sagte Walter Leimgruber in einem Interview. Für Leimgruber ist Multikulti ein Zauberwort aber es funktioniere leider nicht nur mit der Toleranz und dem gegenseitigen Verständnis, weil die Leute von anderen Kulturen kommen und andere Vorstellungen haben und weil die Migrant*innen ein Stück Heimat mitbringen, das mit den neuen Normen und Werten der Gesellschaft überhaupt nicht zusammenpasse.

Mitte März 2008 ist unsere damalige Aussenministerin Micheline Calmy-Rey in den Iran geflogen, um einen langfristigen Gasliefervertrag zwischen dem Iran und der Schweiz zu unterzeichnen. Sie wurde in Teheran vom iranischen Präsidenten empfangen. Anscheinend war es eine Bedingung der iranischen Regierung gewesen, dass Calmy-Rey sich vor dem Gespräch verschleiere (Manea 2009: 171f). Calmy-Rey bedeckte sich und sagte, dass sie damit lediglich die Regeln des Landes einhalte. Das Kopftuch sei kein Zeichen der Unterordnung, antwortete sie auf eine entsprechende Frage (Manea 2009:172). Die Bilder der lachenden Aussenministerin mit Kopftuch neben Mahmud Ahmadinejad gingen um die Welt und erregten die Gemüter.

Außenministerin Calmy-Rey wurde dafür von Schweizer Politiker*innen sowie von Iraner*innen scharf kritisiert (Manea 2009:172). Eine iranische Philosophiestudentin, überrascht von dem Ereignis, erklärte: „Ich bin enttäuscht von dieser Frau“ (Manea 2009:172), und sagte weiter: „Wir kämpfen weiter gegen den Kopftuchzwang, auch wenn westliche Politikerinnen ihre Unterwerfung offenbar freiwillig zelebrieren“ (Manea 2009:172).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Debatte um den Schleier anhand öffentlicher Ereignisse und steckt das Ziel ab, die Ursachen für das Kopftuchtragen zwischen religiöser Überzeugung und patriarchaler Prägung zu ergründen.

2. WAS STEHT IM KORAN?: Dieses Kapitel untersucht die koranischen Quellen und Hadithen auf konkrete Bekleidungsvorschriften hin und stellt fest, dass keine explizite Pflicht zum Kopftuchtragen aus den Texten abgeleitet werden kann.

3. WIESO TRAGEN MUSLIM*INNEN KOPFTUCH?: Hier werden diverse Gründe für das Tragen eines Kopftuchs gesammelt, wobei sowohl religiöse Beweggründe als auch politischer Islam und sozialer Druck beleuchtet werden.

3.1. PRO-ARGUMENTE: Dieses Unterkapitel führt Argumente von Befürworterinnen an, die das Kopftuch als Ausdruck von Selbstbestimmung, Emanzipation oder als Schutz vor sexualisierter Fremdwahrnehmung betrachten.

3.2. CONTRA-ARGUMENTE: Hier werden kritische Stimmen angeführt, die den Schleier als Symbol der Geschlechtertrennung und Unterwerfung unter den männlichen Blick interpretieren.

4. SEXUALISIERUNG DER FRAU UND PANOPTISCHE MÄNNLICHE HERRSCHAFT: Die Analyse konzentriert sich auf die theoretische Einordnung des "Male Gaze" und zeigt auf, wie der weibliche Körper durch soziale Kontrolle und patriarchale Strukturen als Objekt degradiert wird.

6. DIE KULTUREN TREFFEN SICH UND WAS DANN?: Dieses Kapitel diskutiert die Auswirkungen von Parallelgesellschaften auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Notwendigkeit, universelle Menschenrechte auch innerhalb religiöser Praktiken einzufordern.

6.1. VORURTEILSFREIE AUSEINANDERSETZUNG: Das Kapitel thematisiert die Grenze der Toleranz und plädiert dafür, dass staatliche Rechtsordnungen Vorrang vor religiösen Traditionen haben sollten, insbesondere bei der Wahrung der Rechte von Kindern.

7. FAZIT:: Das Fazit fasst zusammen, dass eine Erneuerung der islamischen Vernunft durch kritische Selbstreflexion notwendig ist, um den Rückzug in fundamentalistische Positionen zu verhindern.

8. LITERATURVERZEICHNIS: Dieses Verzeichnis führt sämtliche verwendete Monographien, Artikel und Online-Quellen auf, die für die wissenschaftliche Untersuchung herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Kopftuch, Islam, Religionsfreiheit, Patriarchat, Menschenrechte, Selbstbestimmung, Integration, Parallelgesellschaft, Geschlechterverhältnis, Sexualisierung, Fundamentalismus, Diskriminierung, Emanzipation, Koran, Soziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziologischen und religiösen Gründe für das Tragen eines Kopftuchs durch muslimische Frauen in Europa und der Schweiz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Koranexegese, patriarchale Machtstrukturen, die Rolle der Frau in islamischen Gesellschaften sowie die Debatte um Integrationsfähigkeit und Menschenrechte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, ob das Kopftuch eine Ausdrucksform individueller religiöser Freiheit ist oder das Resultat von sozialem Druck und patriarchaler Kontrolle.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse, die theologische Texte, soziologische Theorien (z.B. von Bourdieu und Dietze) und aktuelle Debatten von Islamkritikern und Feministinnen kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Koranstellen analysiert, Pro- und Contra-Argumente gegenübergestellt und die Theorie der panoptischen männlichen Herrschaft auf die Situation von Musliminnen angewendet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kopftuch, Patriarchat, Religionsfreiheit, Menschenrechte, Integration und Geschlechterverhältnis.

Welche Rolle spielen "männliche Blicke" bei der Begründung des Kopftuchs?

Viele Befürworterinnen führen das Kopftuch als Schutzmittel gegen den "männlichen Blick" an, um nicht als sexuelles Objekt wahrgenommen zu werden, was jedoch von Kritikern als Degradierung der Frau zum Verführer-Objekt angesehen wird.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen religiöser Praxis und politischem Islam?

Die Arbeit differenziert zwischen individuell gelebtem Glauben und den Bestrebungen des politischen Islams, der durch Moscheen und Familienstrukturen normativen Druck ausübt, um Frauen in ein traditionelles Rollenbild zu zwingen.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Warum tragen Musliminnen Kopftuch? Eine innerislamische Pro- und Contradebatte über den Schleier
Hochschule
Universität Basel  (Soziologie- Islamwissenschaft)
Veranstaltung
Soziologie der Heimat
Note
Pass(pass-fail system)
Autor
Vedat Ates (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
22
Katalognummer
V901761
ISBN (eBook)
9783346201287
ISBN (Buch)
9783346201294
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Warum tragen die Frauen Kopftuch? Kopftuch pro und contra Kopftuch und Koran Sexualisierung der Frau im Islam Panoptische Männliche Herrschaft im Islam Eine innerislamische Pro- und Contradebatte über den Schleier Schleier im Islam
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Vedat Ates (Autor:in), 2018, Warum tragen Musliminnen Kopftuch? Eine innerislamische Pro- und Contradebatte über den Schleier, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/901761
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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