Der folgende Hauptteil dieser Arbeit beinhaltet zunächst eine Zusammenfassung der Handlung des Romans Ernesto. Anschließend wird die Entstehungs- und Publikationsgeschichte des Romans beschrieben. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit soll auf der Reaktion der Gesellschaft nach der Veröffentlichung 1975 liegen. Als Basis dieser Überlegungen werden in Abschnitt 2.3 thematisch passende Artikel verschiedener Zeitungen und Internetseiten analysiert. Die Frage nach der gesellschaftlichen Bewertung des Romans ist von besonderem Interesse, da der Autor seinen Roman aus vielerlei Gründen, die später genauer definiert werden, zuerst nicht zur Publikation freigeben wollte.
Inhaltsverzeichnis
1. Kurzbiographie des Autors Umberto Saba
2. Der Roman Ernesto
2.1. Zusammenfassung der Handlung
2.2. Die Entstehungsgeschichte des Romans
2.3. Die Reaktionen nach der Veröffentlichung
3. Zusammenfassendes Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche Rezeption des posthum veröffentlichten Romans „Ernesto“ von Umberto Saba. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Gesellschaft im Laufe der Jahrzehnte – von der Erstpublikation 1975 bis ins 21. Jahrhundert – auf das Werk reagiert hat und welche Rolle die Thematisierung von Homosexualität dabei spielt.
- Biographische Einordnung von Umberto Saba
- Inhaltliche Analyse und Entstehungsgeschichte von „Ernesto“
- Chronologische Untersuchung der zeitgenössischen und späteren Rezeptionsgeschichte
- Analyse der gesellschaftlichen Einstellung zum Thema Homosexualität in der Literatur
Auszug aus dem Buch
2.2. Die Entstehungsgeschichte des Romans
Wie bereits in der Einleitung erwähnt, ist Ernesto die letzte Prosa, die Saba vor seinem Tod 1957 geschrieben hat. Zwischen Mai und September 1953 begann er, den Roman während eines Klinikaufenthaltes in Rom zu verfassen. Saba schrieb zuerst vier Episoden des Romans und fügte eine Seite mit einem vorläufigen Ende hinzu. Er arbeitete einige Zeit später an einer abschließenden, fünften Episode, die aufgrund seiner Krankheit jedoch auch unvollendet blieb (vgl. Carrai 2017: 257-258).
Während des Klinikaufenthalts liest Saba seinem Arzt und seinen Besuchern Abschnitte des Romans vor. In einem Brief an seine Frau Lina im Mai 1953 beschreibt er die Reaktion der Zuhörer, nachdem er ihnen die Primo episodio vorgelesen hat: „Tutte le persone alle quali l’ho letto, Linuccia, Carlolevi, Bollea e un giovane qui ricoverato, dicono che è la più bella cosa che io abbia scritto. (Anch’io lo credo.) Disgraziatamente, è impubblicabile: per una questione di linguaggio“ (Saba/Hrsg. Stara 2001: 1292). Der Autor ist sich der Genialität der ersten Episode seines Romans durchaus bewusst, da auch seine Tochter Linuccia Saba, sein Freund Carlo Levi und auch der Arzt Giovanni Bollea den Text loben. Doch aufgrund der verwendeten Sprache ist für ihn eine Veröffentlichung ausgeschlossen. Auch in einem Brief an den Journalisten und Schriftsteller Pierantonio Quarantotti Gambini im August 1953 wiederholt er seine Aussage, der Roman sei aufgrund der Sprache nicht zur Publikation geeignet: „Il romanzo non potrà mai, anche ammesso che lo finisca, essere pubblicato, per una ragione, non di fatti - tutto ormai sie è detto - ma di linguaggio“ (Grignani 1995: VI).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Kurzbiographie des Autors Umberto Saba: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Leben von Umberto Saba, seine Herkunft aus Triest und die Einflüsse der Psychoanalyse sowie der Rassengesetze auf sein literarisches Schaffen.
2. Der Roman Ernesto: Hier werden die inhaltliche Zusammenfassung der Handlung, die Entstehung des Werks unter Sabas Krankheit sowie die chronologische Analyse der gesellschaftlichen Reaktionen anhand verschiedener Zeitungsartikel und Internetbeiträge detailliert dargestellt.
3. Zusammenfassendes Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Rezeptionsanalyse zusammen und stellt fest, dass das Werk heute als Meisterwerk anerkannt ist, während die gesellschaftliche Hemmung gegenüber dem Thema Homosexualität in der Literatur weiterhin als aktuell betrachtet wird.
Schlüsselwörter
Umberto Saba, Ernesto, Triest, Homosexualität, Literaturkritik, Rezeptionsgeschichte, Posthume Publikation, Psychoanalyse, 20. Jahrhundert, Italienische Literatur, Dialekt, Gesellschaftliche Vorurteile, Autobiographische Züge, Linuccia Saba, Zeitungsrezensionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Roman „Ernesto“ von Umberto Saba und analysiert insbesondere die gesellschaftliche Rezeption nach dessen posthumer Veröffentlichung im Jahr 1975.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die Biographie Sabas, die Entstehungsgeschichte des Romans, die literarische Einordnung und der Umgang der Gesellschaft mit dem Thema Homosexualität.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie die Gesellschaft und die Literaturkritik über verschiedene Jahrzehnte hinweg auf das als „skandalös“ empfundene Werk reagiert haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Primärtexten (dem Roman selbst) und einer chronologischen Analyse zeitgenössischer sowie aktueller Zeitungs- und Internetartikel basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt zunächst eine Inhaltsangabe des Romans, gefolgt von einer Untersuchung der Entstehung und einer kritischen Auseinandersetzung mit Rezensionen aus verschiedenen Medien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Umberto Saba, Ernesto, Rezeptionsgeschichte, Homosexualität und gesellschaftliche Tabus.
Warum wollte Saba den Roman zu Lebzeiten nicht veröffentlichen?
Saba befürchtete aufgrund der expliziten Thematisierung homosexueller Erfahrungen und der verwendeten Sprache einen Skandal, den er zu seinen Lebzeiten vermeiden wollte.
Wie bewerten aktuelle Internetmedien das Werk heute?
Moderne Internetbeiträge, etwa von der Seite gay.it, kritisieren, dass das Werk an Schulen oft übergangen wird und die Gesellschaft auch heute noch gehemmt auf die sexuelle Thematik des Romans reagiert.
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- Franziska Zimmert (Author), 2018, Umberto Sabas letzte Prosa: "Ernesto", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/901775