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Die Programmatik des Schulverbundes "Blick über den Zaun" als Schlüssel zu mehr sozialer Gleichheit im Bildungssystem?

Der Bourdieu´sche Blick auf die Möglichkeiten dieses reformpädagogisch orientierten Schulprogramms.

Title: Die Programmatik des Schulverbundes "Blick über den Zaun" als Schlüssel zu mehr sozialer Gleichheit im Bildungssystem?

Term Paper , 2018 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Annika Brinkmann (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Welche Parallelen bestehen zwischen der Theorie Bourdieus zur sozialen Ungleichheit im Bildungssystem und der Programmatik des Schulverbundes "Blick über den Zaun" ("BüZ") und inwiefern müsste "BüZ" als Sprechorgan reformpädagogisch engagierter Schulen demgemäß zu mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem beitragen können?

Ziel der Arbeit ist es, diese Frage zu beantworten und auf diese Weise zu klären, ob es sich bezüglich der Bekämpfung der sozialen Ungleichheit im Bildungssystem lohnen könnte, mehr reformpädagogische Aspekte in die einzelnen Schulen aufzunehmen und so das Stigma von homogenen Lerngruppen aufzubrechen. Dabei wird so vorgegangen, dass zunächst die theoretische Perspektive Bourdieus - und die sich daraus ableitenden Konsequenzen für einen Umgang mit Heterogenität - expliziter gemacht werden. Anschließend soll ganz allgemein "BüZ" vorgestellt werden, um ein Bild davon zu bekommen, wieso dieser Verbund sich überhaupt zusammengeschlossen hat und welche Ziele er verfolgt. Im Anschluss wird die Programmatik des Schulverbundes mit der Theorie Bourdieus verglichen. Hierbei soll zunächst die allgemeine Einstellung von "BüZ" zur sozialen Ungleichheit im Bildungssystem mit der diesbezüglichen Einstellung Bourdieus abgeglichen werden, bevor dann die Programmatik von "BüZ" mit der Theorie Bourdieus und den sich daraus ergebenden Konsequenzen für einen neuen Umgang mit Heterogenität in Beziehung gesetzt werden.

Es wird eine aspektorientierte Vorgehensweise gewählt, bei der zunächst die Aspekte, die sich auf Veränderungen in den institutionellen Strukturen des gegliederten Bildungssystems beziehen, in den Fokus gerückt werden. Danach werden die Aspekte betrachtet, die mit den erforderlichen Veränderungen in den Mentalitäten der am Bildungsgeschehen Beteiligten zusammenhängen. Durch diese aspektorientierte Vorgehensweise und den Vergleich der Theorie Bourdieus mit dem Konzept des Schulverbundes "BüZ", sollte es dann möglich sein, in einem letzten Schritt, die Leitfrage zu beantworten und somit Aufschluss darüber zu geben, inwiefern das Konzept des Schulverbundes "BüZ" gemäß der Theorie Bourdieus einen Schlüssel zu mehr sozialer Gleichheit im Bildungssystem darstellen könnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die soziale Ungleichheit im Bildungssystem nach Pierre Bourdieu

2.1. Bourdieus Erklärung für die soziale Ungleichheit im Bildungssystem

2.2. Erfordernisse eines neuen Umgangs mit Heterogenität

2.2.1. Notwendige Veränderungen in den Mentalitäten der Lehrerinnen und Lehrer

2.2.2. Notwendige Veränderungen in den institutionellen Strukturen

3. Was ist der Schulverbund „Blick über den Zaun“ (BüZ)?

4. Das Konzept des Schulverbundes im Vergleich zur Theorie Bourdieus und der sich daraus ergebenden Konsequenzen für einen neuen Umgang mit Heterogenität

4.1. Einstellung zur sozialen Ungleichheit im Bildungssystem

4.2. Standards für einen neuen Umgang mit sozialer Ungleichheit im Bildungssystem

4.2.1. Veränderungen in den institutionellen Strukturen

4.2.1.1. Differenzierte Unterrichtsgestaltung

4.2.1.2. Diversifizierte Formen der Leistungsmessung und Verringerung der Selektions- und Auslesefunktion

4.2.1.3. Herstellung einer Schul- und Dialogkultur

4.2.2. Veränderungen in den Mentalitäten

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das hypothetische Potenzial des reformpädagogischen Schulverbundes „Blick über den Zaun“ (BüZ), zur Verringerung der sozialen Ungleichheit im deutschen Bildungssystem beizutragen, indem sie dessen Programmatik mit der bildungssoziologischen Theorie von Pierre Bourdieu vergleicht.

  • Analyse der Theorie der sozialen Ungleichheit nach Pierre Bourdieu (Habitus, kulturelle Willkür).
  • Untersuchung der Anforderungen an einen neuen Umgang mit Heterogenität in der Schule.
  • Vorstellung und Einordnung des Schulverbundes „Blick über den Zaun“ (BüZ).
  • Vergleich der Standards des Schulverbundes mit Bourdieus Theorie hinsichtlich Struktur- und Mentalitätsveränderungen.

Auszug aus dem Buch

2.1.Bourdieus Erklärung für die soziale Ungleichheit im Bildungssystem

Wie eingangs in komprimierter Form dargelegt, ist das Bildungssystem in Deutschland durch eine stark ausgeprägte Selektivität gekennzeichnet. Diese Selektivität, die unter anderem im Prinzip der Jahrgangsklassen, vorzeitigen Einschulungen, Jahrgangswiederholungen, Sonderschulüberweisungen oder Möglichkeiten der Auf- und Abschulung erkennbar wird, ist auf das Ziel ausgerichtet, durch Auslese leistungshomogene Lerngruppen herzustellen (vgl. Kramer 2015: 41). Nach Bourdieu und Passeron hat Schule demnach in erster Linie eine Auslesefunktion, hinter der alle anderen pädagogischen Funktionen und insbesondere die Bildungsfunktion zurücktreten müssen (vgl. Kramer 2015: 51). Dass sich dieses Streben nach Homogenität auch in den Mentalitäten der LuL widerspiegelt (vgl. Kramer 2015: 41), ist nach Bourdieu durch die doppelte kulturelle Willkür, die seines Erachtens jedem pädagogischen Handeln zugrunde liegt, erklärbar (vgl. Kramer 2015: 43).

Mit kultureller Willkür ist gemeint, dass sich pädagogisches Handeln sowohl innerhalb der Familie als auch in institutioneller Form immer an den kulturellen Normen und Werten sowie an den Inhalten und Handlungsweisen orientiert, die in dem Milieu, in dem das pädagogische Handeln hervorgerufen wird, vorherrschen (vgl. Kramer 2015: 43). Wenn also das Schulsystem durch seine Strukturen auf Selektion und Homogenität ausgerichtet ist, müssten die LuL gemäß der Überlegungen Bourdieus unbewusst eine „Homogenitätsmentalität“ und dementsprechend eine eher skeptische Haltung gegenüber jeglicher Form der Heterogenität aufweisen. Gleichzeitig komme es durch eine solche Einstellung außerdem zu keinerlei Veränderungen in den Strukturen des selektiven Bildungssystems, sodass von einer Wechselwirkung zwischen Mentalität und Struktur gesprochen werden kann (vgl. Kramer 2015: 42). Die kulturelle Willkür greift nach Bourdieu allerdings noch weiter. Da es immer eine Übereinstimmung zwischen dem pädagogischen Handeln und den dieses Handeln evozierenden sozialen und kulturellen Formationen gebe, seien auch die Vermittlungsinhalte und die Vermittlungs- und Durchsetzungsweisen in der Schule von dieser kulturellen Willkür betroffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel thematisiert die zunehmende Heterogenität an Schulen und die damit verbundenen Probleme des gegliederten Schulsystems, wobei die Theorie Pierre Bourdieus als theoretischer Rahmen zur Untersuchung des Schulverbundes „Blick über den Zaun“ eingeführt wird.

2. Die soziale Ungleichheit im Bildungssystem nach Pierre Bourdieu: Es werden Bourdieus Konzepte wie kulturelle Willkür, Habitus und die notwendige Wechselwirkung zwischen Mentalitäten und institutionellen Strukturen erläutert, um die Ursachen für Bildungsungleichheit zu verdeutlichen.

3. Was ist der Schulverbund „Blick über den Zaun“ (BüZ)?: Das Kapitel skizziert die Entstehungsgeschichte des Verbundes, sein Leitbild sowie die Entwicklung von Standards, die auf einer 3-Ebenen-Struktur basieren.

4. Das Konzept des Schulverbundes im Vergleich zur Theorie Bourdieus und der sich daraus ergebenden Konsequenzen für einen neuen Umgang mit Heterogenität: In diesem Hauptteil wird die Programmatik von „BüZ“ systematisch mit Bourdieus Theorie abgeglichen, insbesondere hinsichtlich der Einstellung zu sozialer Ungleichheit sowie der geforderten Veränderungen in institutionellen Strukturen und Mentalitäten.

5. Fazit: Die wesentlichen Parallelen zwischen der Theorie Bourdieus und der Programmatik von „BüZ“ werden zusammengefasst, wobei das Potenzial des Verbundes für mehr Chancengerechtigkeit unter der Bedingung praktischer Umsetzung und politischer Unterstützung betont wird.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Soziale Ungleichheit, Bildungssystem, Pierre Bourdieu, Heterogenität, Schulverbund, Blick über den Zaun, BüZ, Reformpädagogik, Habitus, Kulturelle Willkür, Chancengerechtigkeit, Institutionelle Strukturen, Schulentwicklung, Leistungsbewertung, Individuelle Förderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, inwieweit die reformpädagogische Programmatik des Schulverbundes „Blick über den Zaun“ (BüZ) Ansätze bietet, die soziale Ungleichheit im deutschen Schulsystem, wie sie von Pierre Bourdieu beschrieben wird, abzubauen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die bildungssoziologische Theorie von Bourdieu, die Analyse der Strukturen des gegliederten deutschen Bildungssystems sowie die Konzepte des Schulverbundes „BüZ“ hinsichtlich eines produktiven Umgangs mit Heterogenität.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es zu klären, ob der Schulverbund durch sein Konzept und seine Standards als Antwort auf die von Bourdieu aufgewiesenen Probleme der Chancenungleichheit fungieren könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und einen aspektorientierten Vergleich zwischen der soziologischen Theorie Bourdieus und den programmatischen Dokumenten sowie Standards des Schulverbundes „BüZ“.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Bourdieu), die Vorstellung des Schulverbundes sowie den direkten Vergleich der Konzepte zu institutionellen Strukturen, Unterrichtsgestaltung, Leistungsmessung und Mentalitätswandel.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die zentralen Charakteristika sind „kulturelle Willkür“, „Habitus“, „individuelle Passung“, „Heterogenität als Bereicherung“ und „reformpädagogische Schulentwicklung“.

Was versteht der Schulverbund „BüZ“ unter dem Begriff der „individuellen Passung“?

Die „individuelle Passung“ beschreibt das Ziel, Unterricht nicht als einheitliche Norm für alle zu gestalten, sondern die Lernangebote an die unterschiedlichen Voraussetzungen und den individuellen Lernweg jedes einzelnen Schülers anzupassen.

Welche Rolle spielen „kritische Freunde“ im Evaluationskonzept des Verbundes?

„Kritische Freunde“ sind außenstehende Pädagogen aus anderen Verbundschulen, die im Rahmen von Peer-Review-Verfahren hospitieren, um durch Beratung und den Perspektivwechsel die Selbstevaluation und Weiterentwicklung der besuchten Schule zu fördern.

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Details

Title
Die Programmatik des Schulverbundes "Blick über den Zaun" als Schlüssel zu mehr sozialer Gleichheit im Bildungssystem?
Subtitle
Der Bourdieu´sche Blick auf die Möglichkeiten dieses reformpädagogisch orientierten Schulprogramms.
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
1,3
Author
Annika Brinkmann (Author)
Publication Year
2018
Pages
24
Catalog Number
V901788
ISBN (eBook)
9783346208002
ISBN (Book)
9783346208019
Language
German
Tags
bildungssystem schulverbundes schulprogramms schlüssel programmatik möglichkeiten gleichheit bourdieu´sche blick zaun
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annika Brinkmann (Author), 2018, Die Programmatik des Schulverbundes "Blick über den Zaun" als Schlüssel zu mehr sozialer Gleichheit im Bildungssystem?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/901788
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