Relevanz und Anwendung der Deckungsbeitragsrechnung


Hausarbeit, 2020

18 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung

2 Allgemeine Definitionen
2.1 Variable Kosten
2.2 Fixe Kosten
2.3 Umsatzerlös
2.4 Betriebsergebnis

3 Deckungsbeitragsrechnung & Deckungsbeitrag

4 Arten des Deckungsbeitrags
4.1 Stückdeckungsbeitrag
4.2 Gesamtdeckungsbeitrag
4.3 Relativer Deckungsbeitrag

5 Ein- und mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
5.1 Einstufige Deckungsbeitragsrechnung
5.1.1 Beispiel
5.2 Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
5.2.1 Beispiel

6 Abschlussreflexion

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Die Deckungsbeitragsrechnung (DBR) ist ein altbekanntes und bewahrtes In­strument zur Bewertung des operativen Geschafts. Insbesondere soll sie darstel­len, ob das operative Geschaft ausreicht, um die Strukturkosten mit dem Gewinn vertraglich zu decken. Das Wechselspiel zwischen operativen Kosten und Struk- turkosten ist zu analysieren und zu steuern“ (Pelizaus 2018: 8).

Die vorliegende Seminararbeit beschaftigt sich mit dem Thema „Deckungsbei- tragsrechnung“. Im Rahmen dieser Ausarbeitung soll die Deckungsbeitragsrech- nung naher erlautert, anhand von verschiedenen Beispielen angewandt und die aus der Anwendung resultierenden Ergebnisse interpretiert werden. Die Bearbeitung dieses Themas ist von groBer Relevanz, da insbesondere Unternehmen, Konzerne oder Einrichtungen sich der Deckungsbeitragsrechnung bedienen, um angefallene und künftige Kosten zu analysieren, zu ermitteln und um eine Planung, Kontrolle und Steuerung der im Unternehmen erbrachten Leistungen zu ermöglichen.

Um die Deckungsbeitragsrechnung naher erklaren zu können, ist die Arbeit in vier Hauptthemen gegliedert. Im ersten Kapitel der Arbeit werden grundlegende Be- griffe im Zusammenhang mit der Deckungsbeitragsrechnung erklart. Dies soll ein besseres Verstandnis für das Thema dieser Hausarbeit schaffen.

Das darauffolgende Kapitel befasst sich mit der Deckungsbeitragsrechnung sowie mit dem einhergehenden Deckungsbeitrag. Anhand einer klaren Definition wird verdeutlicht, wann eine Anwendung der Deckungsbeitragsrechnung sinnvoll ist und in welchem Bereich diese stattfinden soll.

Das dritte Kapitel beschaftigt sich mit den Arten des Deckungsbeitrags. Zunachst einmal wird der Stückdeckungsbeitrag konkretisiert, indem auch hier eine aus- führliche Definition gegeben wird. Darüber hinaus wird auf die dazugehörende Formel zur Berechnung des Stückdeckungsbeitrags eingegangen. Nachfolgend werden der Gesamtdeckungsbeitrag und der relative Deckungsbeitrag in der glei- chen Vorgehensweise bearbeitet.

Im nachsten Kapitel wird sowohl die einstufige als auch die mehrstufige De- ckungsbeitragsrechnung erlautert sowie einschlagige und leicht nachvollziehbare Beispiele mit Berechnungen und Kalkulationen zu diesem Themenbereich aufge- zeigt.

Unter Berücksichtigung der vorliegenden Ergebnisse, wird im letzten Kapitel die Hausarbeit mit einem Fazit abgerundet, indem die Erkenntnisse der Arbeit ab- schlieBend aufgezeigt werden.

Zur besseren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit auf die weibliche Schreibweise ver- zichtet und soweit möglich, neutrale Formulierungen angewandt. In diesem Zu- sammenhang schlieBt die mannliche selbstverstandlich die weibliche Schreibwei­se mit ein.

2 Allgemeine Definitionen

Voraussetzung für eine sinnvolle Deckungsbeitragsrechnung ist die Trennung der Kosten in fixe und variable Kosten (vgl. Nicolini 2005, S, 104).

2.1 Variable Kosten

Unter den variablen Kosten sind die Kosten zu verstehen, die mit der Produkti- onsmenge steigen oder sinken (vgl. Hischer 2016, S. 169). Typische variable Kos­ten sind unteranderem Rohstoffe, Transportkosten, Materialkosten, Energiekosten für die Produktion, Fertigungslöhne oder auch bezogene Dienstleistungen (vgl. Nicolini 2005, S. 32).

2.2 Fixe Kosten

Fixkosten beziehungsweise fixe Kosten sind ein Teil der Gesamtkosten und blei- ben für einen bestimmten Zeitraum konstant. Dies bedeutet, dass die Fixkosten unabhangig von der Menge der produzierten Güter oder Dienstleistungen immer in gleicher Höhe anfallen. Sie sind aber keinesfalls unveranderlich. Beispiele für fixe Kosten waren unter anderem Lizenzgebühren, Gehalter von Angestellten, Mietaufwendungen für gewerbliche Raume oder Verwaltungskosten. Meistens kommen noch Ausgaben für Versicherungen und Steuerberatung hinzu. Diese Kosten entstehen auch dann, wenn nicht produziert wird. Damit ein Unternehmen langfristig und rentabel arbeiten kann, ist eine kontinuierliche Senkung der Fix- kosten empfehlenswert (vgl. Nicolini 2005, S. 30).

2.3 Umsatzerlös

Der Umsatzerlös setzt sich aus den erzielten Erlösen eines Unternehmens zusam- men. Dies bedeutet, dass der Umsatz eines Unternehmens in einer bestimmten Zeitspanne errechnet werden kann, indem der Absatz beziehungsweise die Ver- kaufsmenge mit dem Preis multipliziert wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hierbei muss beachtet werden, dass der Umsatzerlös nicht mit dem Betriebsge- winn gleichzustellen ist (vgl. www.rechnungswesen-verstehen.de 2020).

2.4 Betriebsergebnis

Das Betriebsergebnis ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die über die Ge- winn-/ und Verlustrechnung ermittelt wird. Es gibt an, was ein Unternehmen rein mit der betrieblichen Tatigkeit verdient hat. Ein positives Betriebsergebnis liegt vor, wenn der Deckungsbeitrag gröBer als die fixen Kosten ist. In diesem Fall sind die fixen Kosten komplett gedeckt und es wird ein Gewinn erzielt. Denn im Ideal­fall wird ein Produkt teurer verkauft, als es produziert wird. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ein negatives Betriebsergebnis vorliegt, wenn der Deckungs- beitrag kleiner als die fixen Kosten ist. Dementsprechend werden die fixen Kosten nicht gedeckt und dem Unternehmen entsteht ein Verlust. Die dazu gehörige For- mel lautet:

Betriebsergebnis = Deckungsbeitrag — Fixe Kosten

(vgl. rechnungswesen-verstehen.de 2020).

3 Deckungsbeitragsrechnung & Deckungsbeitrag

Betriebswirtschaftlich gehört die Deckungsbeitragsrechnung zum Themenkom- plex der Kosten- und Leistungsrechnung und dient als betriebswirtschaftliches Instrument in der unternehmerischen Buchhaltung (vgl. Plinke 2015, S. 192).

Anhand der Deckungsbeitragsrechnung und der Deckungsbeitrage können essen- tielle Erkenntnisse zur wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens bezie- hungsweise Erkenntnisse über den Unternehmenserfolg gewonnen werden. Der Deckungsbeitrag bezeichnet dabei die Differenz aus den erzielten Erlösen bezie- hungsweise dem Umsatz und den variablen Kosten (vgl. Plinke 2015, S. 192 f.). Aus diesem lasst sich folglich der Betrag ableiten, welcher einem Unternehmen zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung steht und stellt somit eine wichtige Controlling-Kennzahl zur Steuerung des Unternehmens dar. Der Deckungsbeitrag kann also unter anderem dazu genutzt werden, die Absatzmenge, ab der das Un- ternehmen einen Gewinn erzielt, zu berechnen (vgl. Nicolini 2005, S. 105).

Dieser Effekt wird Break-Even-Point genannt. Der Break-Even-Point ist der Punkt, an dem Kosten und Erlöse auf gleicher Höhe stehen. Wird der Break-Even­Point überschritten, so werden Gewinne verzeichnet, wird er jedoch unterschrit- ten, so müssen Verluste hingenommen werden (vgl. Hischer 2016, S. 177).

Neben der Erfolgsermittlung wird die Deckungsbeitragsrechnung zudem für die Angebotskalkulation zur Bildung eines Preises verwendet. Der Deckungsbeitrag kann sich auf ein Stück, den Betrieb oder das Unternehmen beziehen. Der De- ckungsbeitrag kann sich ebenso sowohl auf eine Mengeneinheit (db) als auch auf die Gesamtmenge (DB) eines Produktes beziehen. Somit wird zwischen dem Stückdeckungsbeitrag, dem Gesamtdeckungsbeitrag und dem relativen De- ckungsbeitrag unterschieden (vgl. Götze 2010, 153 ff.). Auf die verschiedenen Artes des Deckungsbeitrags wird im nachsten Kapitel naher eingegangen.

4 Arten des Deckungsbeitrags

Wie zuvor erwahnt, lasst sich der Deckungsbeitrag in drei verschiedene Arten unterteilen, auf ein einzelnes Produkt (Stückdeckungsbeitrag), auf die gesamte Absatzmenge (Gesamtdeckungsbeitrag) und den relativen Deckungsbeitrag (Son- derfall).

4.1 Stückdeckungsbeitrag

Der Stückdeckungsbeitrag ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Stückerlös (Verkaufserlös je Stück oder je Einheit) einerseits und den variablen Kosten ande- rerseits, die zur Herstellung je Stück oder je Einheit aufgewendet werden. Zur Errechnung des Stückdeckungsbeitrags für eine Mengeneinheit wird folgende Formel verwendet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hierbei steht das db für den Stückdeckungsbeitrag, das p für den Verkaufserlös je Stück und das kv für die variablen Stückkosten (vgl. Plinke 2015, S. 193).

Der Stückdeckungsbeitrag gibt an, wie viel ein verkauftes Stück (Produkt) zur Deckung der fixen Kosten beitragt. Liegt das Ergebnis über dem Wert „Null“, so liegt ein positiver Deckungsbeitrag vor. Ist der Wert unter „Null“, liegt ein negati- ver Deckungsbeitrag vor. Dies bedeutet, dass das Unternehmen mit jedem zusatz- lich verkauften Stück Geld verliert. Der Stückdeckungsbeitrag wird auch genutzt, um einen relativen Deckungsbeitrag zu errechnen (vgl. Macha 2006, S. 10 f.).

4.2 Gesamtdeckungsbeitrag

Mathematisch ist der Gesamtdeckungsbeitrag durch die Formel definiert. Dabei steht das DB für den Deckungsbeitrag, das E für den Umsatzerlös in einer bestimmten Zeitspanne und Kv für die variablen Kosten. (vgl. Macha 2006, S. 10 f.). Anhand des Gesamtdeckungsbeitrags kann ermittelt werden, wie viel ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung insgesamt (innerhalb einer bestimmten Zeitspanne) erbracht hat (vgl. Macha 2006, S. 119 f.). Anhand der folgenden Abbildung wird noch einmal der Unterschied zwischen dem Stückde- ckungsbeitrag und dem Gesamtdeckungsbeitrag beziehungsweise deren unter- schiedlichen Rechenschema veranschaulicht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Drosse 2005, S. 124 f.).

4.3 Relativer Deckungsbeitrag

Der relative Deckungsbeitrag wird grundsatzlich zur Optimierung der Produktion bei beschrankten Engpassen der Produktionskapazitaten ermittelt. Rechnerisch wird dazu der Stückdeckungsbeitrag ins Verhaltnis zu einem so genannten Eng- passfaktor gesetzt (vgl. www.rechnungswesen-verstehen.de 2020).

Beispiele waren hierfür unter anderem die Kapazitat einer Produktionsmaschine, eines Mitarbeiters oder auch die Zeit. Ziel ist es hierbei, den Deckungsbeitrag der betreffenden Produktionseinheit zu maximieren. Fallt der relative Deckungsbei- trag höher aus, so ist das jeweilige Produkt für das Produktionsprogramm interes­santer. Im Umkehrschluss bedeutet dies, Produkte oder Dienstleistungen, die ei- nen höheren Deckungsbeitrag versprechen, sollen dementsprechend vorrangig produziert werden. Produkte mit kleinem relativem Deckungsbeitrag sollten hin­gegen nicht produziert werden, wenn keine ausreichende Kapazitat gegeben ist.

FolgendermaBen liefert der relative Deckungsbeitrag essentielle Erkenntnisse zur Gewinnoptimierung, wie beispielsweise die Auslastung von Maschinenlaufzeiten verbessert werden kann (vgl. Macha 2006, S. 93 ff.).

5 Ein- und mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

Wie bereits erwahnt, wird zum Aufbau einer Deckungsbeitragsrechnung die Auf- spaltung der Kosten in variable Kosten (beschaftigungsabhangige Kosten) und fixe Kosten (beschaftigungsunabhangige Kosten) vorausgesetzt (vgl. Drosse 2005, S. 125).

Obendrein kann unterschieden werden, ob die Fixkosten als Gesamtblock oder zerlegt in verschiedene Teilblöcke verrechnet werden. Entsprechend liegt eine ein- oder mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung vor (vgl. Macha 2006, S. 48).

5.1 Einstufige Deckungsbeitragsrechnung

Bei der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung, auch „Direct Costing“ genannt, werden die Fixkosten im Ganzen von der Summe der berechneten Deckungsbei- trage abgezogen. Es erfolgt also keine Differenzierung der Fixkosten (vgl. Pohl 2019, S. 4 f.). Das Ergebnis der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung gibt eine allgemeine Auskunft über die Rentabilitat des Unternehmens und ist daher vor allem für generelle unternehmerische Entscheidungen interessant. Allerdings hat die einstufige Deckungsbeitragsrechnung nur eine beschrankte Aussagekraft, da die Fixkosten in einem Block abzuziehen sind und die Ebenen, auf welche diese anfallen, nicht weiter berücksichtigt werden (vgl. Macha 2006, S. 48 f.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Relevanz und Anwendung der Deckungsbeitragsrechnung
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
18
Katalognummer
V901812
ISBN (eBook)
9783346223517
ISBN (Buch)
9783346223524
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Controlling, Unternehmen, Deckungsbeitragsrechnung, Wirtschaft, Planung
Arbeit zitieren
Alexander Reimer (Autor), 2020, Relevanz und Anwendung der Deckungsbeitragsrechnung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/901812

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