Die josephinischen Klosteraufhebungen in Galizien. Teil 1

Akten des Bestandes "Stiftungshofbuchhaltung" im Österreichischen Staatsarchiv zu Wien


Forschungsarbeit, 2020

432 Seiten


Inhaltsangabe oder Einleitung

Im Zuge der Ersten Teilung Polens im Jahre 1772 wurde das „Königreich Galizien und Lodomerien“ in den Staatenverband der Habsburgermonarchie eingegliedert. Eine Dekade später beschloss Kaiser Joseph II. die Aufhebung der Klöster und Stifte in seinen Erbländern. Diese Säkularisierung kirchlichen Besitzes wurde auch im Kronland Galizien durchgeführt. Die Aufhebungsmaßnahmen koordinierten mehrere Wiener Hofbehörden, unter denen die Stiftungshofbuchhaltung eine zentrale Rolle einnahm. Ihre Verwaltungstätigkeit hinterließ eine zahlreiche Aktensammlung, die sich im Bestand des Österreichischen Staatsarchivs zu Wien befindet.

Der Fokus der Stiftungshofbuchhaltung beschränkte sich nicht lediglich auf Klöster und Stifte, sondern umfasste alle kirchlichen Einrichtungen. Die Einkünfte und Ausgaben jeder kirchlichen Institution wurden detailliert erfasst, die Vermögensverhältnisse und das Beziehungsgeflecht zu Gläubigern, Schuldnern, Pächtern und bäuerlichen Untertanen (Frondienste) aufgeschlüsselt. Detaillierte Inventare der beweglichen und unbeweglichen Güter sowie Personalverzeichnisse wurden erstellt. Der Großteil der Akten stellt die amtliche Korrespondenz zwischen den wirkenden Wiener Hofbehörden und den galizischen Landesstellen dar.

Bis 1848/49 war die Stiftungshofbuchhaltung damit betraut, das eingezogene Kirchenvermögen samt Gebäudesubstanz und landwirtschaftlichen Gütern zu verwalten und die sich daraus ergebenen Einkünfte und Ausgaben zu überwachen. In unmittelbarer Aufhebungszeit hatte die Behörde sicherzustellen, dass die Zweckumwidmung der kirchlichen Gebäudesubstanz für öffentliche Zwecke (Schulen, Verwaltungseinrichtungen, Gerichte, Militär) nutzenmaximierend abgewickelt wurde. Darüber hinaus mussten finanzielle Verpflichtungen aus dem Religionsfonds bestritten werden. Dazu gehörten die Entlohnung der Geistlichen, die zur Pfarrseelsorge verpflichtet wurden, oder Pensionszahlungen für emeritierte bzw. arbeitsunfähige Ordensgeistliche.

Der alle Kronländer umfassende Archivbestand Stiftungshofbuchhaltung wurde bisher wissenschaftlich nicht aufgearbeitet. Der galizische Teilbereich ist aufgrund seiner großen Fülle praktisch unbekannt.

Diese Forschungsarbeit stellt diese Dokumentensammlung vor und soll für die katholische Galizienforschung eine wegweisende Orientierungshilfe bieten. Im Vordergrund stehen ein ausführliches Orts- und Verzeichnis der Klöster und Stifte, mit deren Hilfe eine gezielte Erforschung ermöglicht wird.

Details

Titel
Die josephinischen Klosteraufhebungen in Galizien. Teil 1
Untertitel
Akten des Bestandes "Stiftungshofbuchhaltung" im Österreichischen Staatsarchiv zu Wien
Autor
Jahr
2020
Seiten
432
Katalognummer
V901818
ISBN (Buch)
9783346210425
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Josephinische Klosteraufhebungen, Galizien, Stiftungshofbuchhaltung, österreichische Verwaltungsgeschichte, Stifte und Klöster in Galizien, Joseph II., Galizisches Landesgubernium, katholische Kirche in Galizien, Maria Theresia, österreichische Hofkanzlei
Arbeit zitieren
Dr. Gregor Ploch (Autor), 2020, Die josephinischen Klosteraufhebungen in Galizien. Teil 1, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/901818

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