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Kommunale Kriminalprävention: eine Antwort?

Title: Kommunale Kriminalprävention: eine Antwort?

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Marius Birnbach (Author)

Sociology - Law and Delinquency
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Dem Otto-Normal-Bürger wird es, wenn er den Begriff ‚Kommunale Kriminalprävention’ hört zunächst erst einmal so gehen, wie es auch mir ergangen ist. Es verbirgt sich hinter diesem Begriff keine konkrete Vorstellung von der praktischen Umsetzung. Jeder von uns hat zwar eine ungefähre Vorstellung von Kriminalprävention als Bestrafung von Normüberschreitern durch, von harten Strafen im Allgemeinen und die dadurch mögliche abschreckende Wirkung auf andere Tatgefährdete. Oder die (lebenslange) Freiheitsstrafe zum Schutze der Allgemeinheit. Dies sind Formen der Kriminalitätsbekämpfung, welche uns beinahe täglich über Nachrichten in verschiedenen Medien näher gebracht werden. Hierbei bleibt das kleine Wörtchen „kommunal“ zumeist außer Acht, nicht zuletzt unter Rückbesinnung auf das Gewalt- und Kontrollmonopol des Staates und der damit verbundenen Meinung: „Für meine Sicherheit ist doch die Polizei zuständig!“. Freilich ist es auch kommunal so, dass Polizeibeamte auf Streife die öffentliche Ordnung repräsentieren und auch schützen. Kommunale Kriminalprävention setzt jedoch – zumindest teilweise – vor dem Eingreifen der Polizei ein, indem sie Probleme, die in das Arbeitsfeld der Polizei fallen, a priori durch Bekämpfung der Ursachen für öffentliche Unordnung und Kriminalität zu verhindern versucht. In diesem Zusammenhang spielt auch die Bevölkerung, sowohl als potenzieller Täter und als potenzielles Opfer, eine entscheidende Rolle als Adressat von präventiven Maßnahmen. Bei kommunaler Kriminalprävention geht es somit zwar durchaus um die Rolle und vor allem das Erscheinungs- und Wirkungsbild von Polizei als Sicherheitsorgan, aber auch in besonderer Weise um Möglichkeiten Sicherheit ohne den Einsatz von Polizeistreifen zu vermitteln und zu schaffen.
Ich werde in der folgenden Arbeit die Intention, den Inhalt, die Entstehung und die Möglichkeiten kommunaler Kriminalprävention genauer beleuchten, um die Frage zu beantworten, ob kommunale Kriminalprävention eine Lösung für eine effiziente Kriminalitätsbekämpfung sein kann. Allgemein wird Prävention als „Bezeichnung für vorbeugende Maßnahmen, um
allgemein unerwünschte Verhaltensweisen, Ereignisse, Vorgänge und Folgen zu
verhindern oder möglichst gering zu halten“ (Hillmann 1994:685).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Was ist Kommunale Kriminalprävention (KKP)?

1. Begriffsbestimmung, Inhalte und Ziele von KKP

2. Prävention statt Repression?!

3. Aufbau und Funktionsweise kriminalpräventiver Maßnahmen auf kommunaler Ebene am Beispiel Baden-Württemberg

III. Entstehungsgeschichte Kommunaler Kriminalprävention

1. Ausgangspunkt Kommunitarismus

2. Ausgangspunkt Broken-Windows-Theorie und die Rolle der Polizei

3. Das Programm „zero tolerance“

IV. Resumee und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der kommunalen Kriminalprävention, um zu analysieren, ob diese eine effiziente Lösung zur Bekämpfung von Kriminalität darstellen kann. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie soziale Kontrolle und Präventionsmaßnahmen auf lokaler Ebene wirken und in welchem Verhältnis sie zur staatlichen Repression stehen.

  • Grundlagen und Zielsetzungen der kommunalen Kriminalprävention
  • Abgrenzung und Zusammenwirken von Prävention und Repression
  • Kommunitaristische Ansätze als theoretischer Hintergrund
  • Die Broken-Windows-Theorie und ihre Bedeutung für die Polizeiarbeit
  • Kritische Analyse des „zero tolerance“-Programms

Auszug aus dem Buch

1. Begriffsbestimmung, Inhalte und Ziele von KKP

Allgemein wird Prävention als „Bezeichnung für vorbeugende Maßnahmen, um allgemein unerwünschte Verhaltensweisen, Ereignisse, Vorgänge und Folgen zu verhindern oder möglichst gering zu halten“ (Hillmann 1994:685) verwendet. Wendet man diese Definition nun auf Kriminalität an, so handelt es sich bei Kriminalprävention um vorbeugende (z.B. kommunale) Maßnahmen, um Straftaten (als unerwünschte Verhaltensweisen) zu verhindern oder die Entstehung und Ausübung von Straftaten möglichst gering zu halten. Hierbei handelt es sich jedoch um eine sehr allgemeine Festlegung von Kriminalprävention. Es stellt sich nun die Frage, wodurch sich kommunale Kriminalprävention, als besondere Form präventiver Konzepte, auszeichnet.

Jürgen Gnauck rückt Prävention in den Bereich der Kommunen, da ‚Gemeinden für Belange der öffentlichen Gemeinschaft und dafür, dass sich die Bürger ausreichend vor Kriminalität geschützt fühlen’ (Gnauck 1997:300) zuständig sind. Jochen Zenthöfer spricht sehr allgemein von Kommunaler Kriminalprävention als „Versuch (…) Kriminalität dort zu verhindern, wo sie entsteht; und dies gemeinsam mit den Menschen, die von ihr betroffen sind. (…) Davon verspricht man sich, dass lokal bedingte Ursachen und Faktoren auch lokal angegangen und beseitigt werden“ (Zenthöfer 1999:3). Hermann/Laue präzisieren dieses Modell in ihrer Auffassung von KKP als „die Bemühungen von Gemeinde- und Stadtbewohnern, von kommunalen Einrichtungen und der Polizei, Kriminalität und Kriminalitätsfurcht zu senken“ (Hermann/Laue 2003:70).

Zusammengefasst bedeutet dies, dass KKP nicht nur auf vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung von Straftaten zurückgreift, sondern auch versucht auf Faktoren positiv einzuwirken, die Kriminalitätsfurcht bedingen. Dabei wird es als entscheidender Punkt angesehen, dass nicht nur verschiedene kommunale Institutionen, sondern auch die Bevölkerung (als potenzielle Opfer von Straftaten) in Maßnahmen eingebunden werden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das grundlegende Verständnis von Kriminalprävention beim Bürger und führt in die Fragestellung ein, ob kommunale Maßnahmen eine effiziente Ergänzung zur klassischen Kriminalitätsbekämpfung darstellen können.

II. Was ist Kommunale Kriminalprävention (KKP)?: Dieses Kapitel definiert den Begriff der kommunalen Prävention, stellt sie der klassischen Repression gegenüber und erläutert anhand des Beispiels Ravensburg/Weingarten, wie Institutionen auf kommunaler Ebene kooperieren.

III. Entstehungsgeschichte Kommunaler Kriminalprävention: Das Kapitel analysiert die theoretischen Wurzeln der Prävention, namentlich den Kommunitarismus, die Broken-Windows-Theorie und das umstrittene „zero tolerance“-Modell aus New York.

IV. Resumee und Ausblick: Das Fazit fasst die Ziele und Risiken des Konzepts zusammen und kommt zu dem Schluss, dass KKP als Verknüpfung von Prävention und Repression eine große Chance bietet, sofern sie zentral gesteuert wird.

Schlüsselwörter

Kommunale Kriminalprävention, Kriminalitätsfurcht, Soziale Kontrolle, Kommunitarismus, Broken-Windows-Theorie, Null-Toleranz, Repression, Prävention, Polizeiarbeit, Bürgernähe, Stadtentwicklung, Viktimisierung, Sicherheit, Lebensqualität, Normverstöße

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept der kommunalen Kriminalprävention und deren Rolle als moderne Strategie zur Steigerung der öffentlichen Sicherheit und zur Reduzierung von Kriminalität.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen (Kommunitarismus), die psychologischen Ansätze der Unordnung (Broken-Windows-Theorie) sowie die praktische Umsetzung von Präventionsprogrammen im kommunalen Umfeld.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, ob kommunale Kriminalprävention eine effiziente Lösung zur Kriminalitätsbekämpfung darstellt oder ob sie lediglich ein Instrument staatlicher Kontrolle erweitert.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine theoretische Aufarbeitung bestehender kriminologischer Ansätze durch und analysiert diese kritisch anhand von Fachliteratur und Fallbeispielen, wie etwa dem Modell aus Baden-Württemberg.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition von KKP, die Entstehungsgeschichte anhand theoretischer Konzepte sowie die kritische Auseinandersetzung mit präventiven versus repressiven Maßnahmen.

Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe umfassen KKP, Kriminalitätsfurcht, Broken-Windows-Theorie, Kommunitarismus, Repression und Sicherheit.

Welches Beispiel wird für die kommunale Praxis herangezogen?

Die Arbeit nutzt das Beispiel des Gebiets Ravensburg/Weingarten in Baden-Württemberg, um die praktische Arbeitsweise von Präventionsgremien und die Einbeziehung der Bevölkerung zu verdeutlichen.

Wie bewertet der Autor das „zero tolerance“-Programm?

Der Autor sieht das Programm zwar als effektiv in Bezug auf den Rückgang von Kriminalitätsraten, warnt jedoch vor der damit einhergehenden Einschränkung der persönlichen Freiheit und der Stigmatisierung von Randgruppen.

Warum spielt die Broken-Windows-Theorie eine wichtige Rolle in der Arbeit?

Sie dient als theoretische Basis für das Verständnis, wie sichtbare Unordnung in einem Stadtbild zu einem allgemeinen Kontrollverlust und schließlich zu erhöhter Kriminalität führen kann.

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Details

Title
Kommunale Kriminalprävention: eine Antwort?
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Course
Soziale Kontrolle in der Moderne
Grade
1,7
Author
Marius Birnbach (Author)
Publication Year
2004
Pages
18
Catalog Number
V90189
ISBN (eBook)
9783638044585
ISBN (Book)
9783640108947
Language
German
Tags
Kommunale Kriminalprävention Antwort Soziale Kontrolle Moderne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marius Birnbach (Author), 2004, Kommunale Kriminalprävention: eine Antwort?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90189
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