Im Folgenden werden die Teilaspekte der Effizienzmarkthypothese und deren genaue Grundlage und Ausprägung skizziert.
Ein nächster Punkt, der den Rahmen für weitere Ausführungen absteckt, ist der empirische Gehalt der EMH, sowie die Einbeziehung vorhandener Kapitalmarktineffizienzen. Aufgrund der Vielfältigkeit und des enormen Umfangs dieses Themenbereiches, sowie des zum Teil vorhandenen Interpretationsspielraums können die betrachteten Aspekte nicht abschließend sein. Nichtsdestotrotz werden die dargestellten Erkenntnisse und eine kritische Würdigung der EMH die Möglichkeit schaffen, sich eine fundierte Meinung zu bilden.
Genau aus diesem Grund ist die EMH wohl auch die seit Jahrzehnten am heißesten diskutierte finanzwirtschaftliche Theorie. Sobald ein Anleger an der Börse tätig werden möchte, wird er sich die Frage stellen, wie er dieses Unterfangen umsetzen soll. Grundsätzlich hat er die Möglichkeit an der Wertentwicklung der Märkte passiv zu partizipieren, indem er eben genau jene, z.B. über einen ETF, in seinem Portfolio abbildet. Die Alternative hierzu ist sein Geld aktiv zu investieren. Das würde heißen innerhalb ge-wisser Märkte einzelne Werte auszuwählen und zum möglichst besten Zeitpunkt zu kau-fen und verkaufen. Aber natürlich macht die aktive Strategie nur dann Sinn, wenn es dem Anleger überhaupt möglich ist den Markt dadurch dauerhaft nach Kosten zu schlagen. Genau auf diesem Prinzip fußen sämtliche aktiv gemanagte Fonds.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Darstellung der Effizienzmarkthypothese
2.1. Grundlagen der Effizienzmarkthypothese
2.1.1. Technische Analyse
2.1.2. Fundamentalanalyse
2.1.3. Insiderhandel
2.1.4. Markteigenschaften
2.1.5. Random Walk Hypothese
2.2. Gegenstand der Effizienzmarkthypothese
2.2.1. Schwache Effizienz
2.2.2. Mittelstarke Effizienz
2.2.3. Starke Effizienz
3. Empririscher Gehalt der Effizienzmarkthypothese
3.1. Empirischer Gehalt der unterschiedlichen Formen
3.2. Kapitalmarktanomalien und Ineffizienzen
3.2.1. Kapitalmarktanomalien
3.2.2. Behavioral Finance
4. Fazit und kritische Würdigung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Effizienzmarkthypothese (EMH) hinsichtlich ihrer theoretischen Grundlagen sowie ihres empirischen Gehalts im Kontext des Portfoliomanagements. Dabei wird analysiert, inwieweit Märkte Informationen verarbeiten und ob Anleger durch spezifische Anlagestrategien dauerhaft Überrenditen erzielen können, wobei insbesondere die Relevanz für aktive versus passive Strategien beleuchtet wird.
- Grundlagen und zentrale Annahmen der Effizienzmarkthypothese
- Differenzierung der Effizienzgrade: schwache, mittelstarke und starke Effizienz
- Empirische Überprüfung der Markteffizienz und Auftreten von Anomalien
- Einfluss der Behavioral Finance auf die Erklärung von Marktineffizienzen
- Kritische Würdigung des Paradoxons von Grossmann und Stiglitz
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Technische Analyse
Entwickelt wurde die technische Analyse bereits um 1900 vom Amerikaner Charles H. Dow. Die technische Analyse beschäftigt sich ausschließlich mit der Kurs- und Umsatzentwicklung eines Wertpapiers, da diese die Marktkräfte wiederspiegeln, wodurch psychologische Einflussfaktoren berücksichtigt werden. Grundsätzlich basiert die technische Analyse auf folgenden fünf Annahmen:
- Wertpapierkurse bewegen sich in Trends.
- Kursmuster neigen dazu sich im Laufe der Zeit zu wiederholen.
- Die Preise sind ausschließlich von Angebot und Nachfrage abhängig.
- Korrekturen entstehen durch die Veränderung von Angebot und Nachfrage.
- Diese Änderungen können im Kursverlauf erkannt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Effizienzmarkthypothese für Anleger und die Finanzbranche ein und stellt die zentrale Fragestellung auf, ob der Markt nach Kosten dauerhaft geschlagen werden kann.
2. Darstellung der Effizienzmarkthypothese: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen wie die technische Analyse, die Fundamentalanalyse und die Random-Walk-Hypothese sowie die drei Abstufungen der Markteffizienz.
3. Empririscher Gehalt der Effizienzmarkthypothese: Hier wird die praktische Relevanz der Theorie anhand von empirischen Tests, Kapitalmarktanomalien und der Behavioral Finance auf ihren Wahrheitsgehalt hin geprüft.
4. Fazit und kritische Würdigung: Das Fazit fasst die Kontroverse um effiziente Märkte zusammen und stellt das Paradoxon von Grossmann und Stiglitz sowie gegensätzliche wissenschaftliche Sichtweisen einander gegenüber.
Schlüsselwörter
Effizienzmarkthypothese, EMH, Portfoliomanagement, Markteffizienz, Technische Analyse, Fundamentalanalyse, Kapitalmarktanomalien, Behavioral Finance, Random Walk, Überrendite, Informationseffizienz, Passive Anlagestrategie, Aktive Anlagestrategie, Kapitalmarkt, Finanzmärkte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Effizienzmarkthypothese, einer zentralen Theorie der Finanzwissenschaft, die untersucht, wie effizient Finanzmärkte Informationen in Aktienkursen verarbeiten und ob daraus Prognosemöglichkeiten für Anleger resultieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Definitionen der Markteffizienz, die Methoden der Kursanalyse, die empirische Evidenz von Marktanomalien sowie die verhaltensökonomische Perspektive der Behavioral Finance.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob Anleger durch technische oder fundamentale Analysen systematisch und dauerhaft den Markt schlagen können, oder ob eine passive Anlagestrategie die rationalere Wahl darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung genutzt?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, in der existierende theoretische Konzepte (wie die Random-Walk-Hypothese) und empirische Studien zusammengetragen, gegenübergestellt und kritisch bewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Effizienzstufen (schwach, mittelstark, stark) und die anschließende empirische Prüfung durch Marktanomalien und psychologische Faktoren der Anleger.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Effizienzmarkthypothese, Kapitalmarktanomalien, Behavioral Finance sowie durch die Debatte um aktive versus passive Portfoliostrategien charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die "schwache" von der "starken" Effizienz?
Bei der schwachen Effizienz sind lediglich vergangene Kursinformationen eingepreist, während die starke Effizienz unterstellt, dass selbst private Insiderinformationen bereits vollständig im aktuellen Preis reflektiert sind.
Warum ist das Paradoxon von Grossmann und Stiglitz für die EMH so bedeutend?
Das Paradoxon stellt infrage, warum Akteure überhaupt noch Ressourcen in die Informationssuche investieren sollten, wenn der Markt bereits alle Informationen perfekt reflektiert – es legt nahe, dass eine gewisse Ineffizienz notwendig ist, um Märkte effizient zu halten.
- Arbeit zitieren
- Michael Spielbauer (Autor:in), 2019, Darstellung und empirischer Gehalt der Effizienzmarkthypothese, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/902194