Corona-Krise 2020: Welche rechtlichen Instrumente stehen für Unternehmen zur Verfügung um Liquidität zu sparen?


Essay, 2020

15 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Situationsanalyse

3. Rettungsschirm des Staates
3.1.Soforthilfeprogramm Corona
3.2.Kurzarbeitergeld

4. Rettungsschirm der Banken
4.1.Corona-Kredite

5. Einsparungen

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Verschiebung der IS-Kurve nach links

Abbildung 2: Verschiebung der IS-Kurve nach rechts

Abk ürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Das aktuelle und zur Zeit alles überragende Thema in unserer Gesellschaft und in der Wirtschaftspolitik Deutschlands und der ganzen Welt sind die Bürger und Unternehmen treffenden Auswirkungen der COVID-19 Pandemie. Die Pandemie hat sowohl einen me-dizinischen als auch einen wirtschaftlichen Schock in Deutschland verursacht, dessen Auswirkungen noch nicht absehbar sind.

Die seit März 2020 initiierten Maßnahmen nach dem Bund-Länder-Beschluss1 in Bezug auf die Bekämpfung der COVID-19 Pandemie haben erhebliche Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben und die wirtschaftlichen Verhältnisse aller Beteiligten. Sie stoßen nicht nur auf Verständnis, sondern zunehmend auch auf Skepsis und werden dabei als existenzielle Bedrohung empfunden. Die Einführung von Kurzarbeit2 und die zuneh-mende Arbeitslosigkeit bei den Arbeitnehmern und eine daraus entstehende finanzielle Schieflage in der Bevölkerung, drohende Insolvenzen bei klein- und mittelständischen Unternehmen und stark fallende Aktienkurse3 für börsennotierte Unternehmen bringen das allgemeine Leben und die Wirtschaft ins Ungleichgewicht.

Der von der Politik beschlossene und von der Regierung umgesetzte Lockdown (übersetzt ins Deutsche: Ausgangssperre) in Deutschland und weltweit, stellen die Staaten und Re-gierungen vor schwierige und zum Teil schwer zu vermittelnde Entscheidungen. So ge-raten Produktionsprozesse, wie zum Beispiel die Just-in-Time-Produktion bei VW, ins Stocken, Produktionen werden komplett eingestellt4 und eine Vielzahl von Flugunterneh-men, zum Beispiel auch die Lufthansa in Deutschland, stehen vor einer drohenden Über-nahme5 sofern keine staatliche Unterstützung durch sogenannte „Rettungsschirme“ be-schlossen werden.

Die COVID-19 Pandemie hat die stärkste Weltwirtschaftskrise nach dem zweiten Welt-krieg und der Finanzkrise 2008 erzeugt. Es gilt die Wirtschaft zu schützen und den ein-zelnen Branchen gezielt durch individuelle Maßnahmen zu helfen.

Im folgenden Scientific Essay werden genau diese Themen behandelt und die rechtlichen Instrumente zur Einsparung von Liquidität für Unternehmen genauer vorgestellt. Zu-nächst folgt eine Situationsanalyse, welche den Wirtschaftlichen Stand analysiert und da-rauffolgend die möglichen Rettungsschirme des Staates und der Banken. Zuletzt wird ein Fazit der gewonnen Ergebnisse gezogen, um die Prognose und Hilfsmittel zu bewerten.

2. Situationsanalyse

Mittels des IS-LM-Modells können die momentane wirtschaftliche Lage sowie wirt-schaftliche Handlungen mittels dem Güter-, Geld-, und Finanzmarkt genauer analysiert werden. In Bezug auf die Funktionsweise des Modelles stellt die IS-Kurve das Gleichge-wicht auf dem Gütermarkt dar, während die LM-Kurve den Zinssatz der Zentralpolitik und das Gleichgewicht auf den Finanz- und Geldmarkt in der deutschen Volkswirtschaft bestimmt. Der Schneidepunkt beider Kurven stellt das Gleichgewicht beider Märkte dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Verschiebung der IS-Kurve nach links

Durch die Covid-19 Pandemie verschiebt sich wie in der Abb. 1 dargestellt, die IS-Kurve nach links und ein neuer Gleichgewichtspunkt (B) entsteht. Da durch den umgesetzten Lockdown die Produktion von Unternehmen, wie zum Beispiel bei VW und vielen anderen Unternehmen, gestoppt wurde, müssten im Umkehrschluss die EZB, sowie alle anderen Zentralbanken den Zins senken um den Rückgang der Produktion abzufedern. Dies erweist sich jedoch als schwierig, da durch die zum jetzigen Zeitpunkt niedrigen Zinsen kaum Spielraum für eine weitere Zinsherabsetzung besteht. Dazu besteht ebenfalls ein Nachfragerückgang, da durch Kurzarbeit ein fehlendes Einkommen für die Konsu-menten besteht und diese durch Sparen Konsumverzicht üben. Als Folge daraus sinkt das reale BIP von Y auf Y‘.

Hingegen würde eine Erhöhung der Geldmenge eine expansive Geldpolitik illustrieren und die LM-Kurve würde sich nach rechts verschieben. Dadurch sinkt der Zins und die Investitionen sowie das Volkseinkommen steigen.

Da im Umkehrschluss geldpolitische Maßnahmen nicht mehr greifen, müssen die Staaten nun fiskalpolitisch agieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Verschiebung der IS-Kurve nach rechts

Durch eine mögliche Steuersenkung (Wegfall des Solidaritätszuschlags), um den Haus-halten mehr Geld zu Verfügung zu stellen, oder eine Staatsausgabenerhöhung (wie die Abwrackprämie 2008), ist es möglich die IS-Kurve wieder nach rechts in Richtung des alten Gleichgewichtspunktes (A), wie in Abb. 2 dargestellt, zu verschieben. Somit würde der Staat die Nachfrage erhöhen, um den Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Produk-tion zu vermeiden.

Dies könnte sich jedoch auf dem Europäische Markt in Ländern wie Griechenland, Spa-nien und Portugal als kritisch darstellen, da diese erst jüngst durch die Europäische Union mittels Finanzpaketen gerettet wurden.

3. Rettungsschirm des Staates

Ausgehend von den möglichen Szenarien wird vom ifo Institut davon ausgegangen, dass durch die drastischen Maßnahmen die Arbeitslosenquote auf 5,9% und die Kurzarbeiter-anzahl auf 2,4 Millionen steigt. Durch die hohen Stabilisierungsmaßnahmen in Höhe von 159 Milliarden Euro führt dies in der Folge zu einem Rekorddefizit, das zu einem Rück-gang des BIPs um -4,2% führen könnte.6

Jedoch wird für das Jahr 2021 ein Zuwachs von +5,8% BIP7 prognostiziert. „Deutschland bringt gute Voraussetzungen mit, den wirtschaftlichen Einbruch zu verkraften und mit-telfristig wieder das wirtschaftliche Niveau zu erreichen, welches sich ohne die Krise ergeben hätte“8, wird von Prof. Dr. Timo Wollmershäuser herausgestellt. Dies würde dadurch begründet sein, dass man einen günstigen Verlauf der Epidemie sowie eine zü-gige konjunkturelle Erholung unterstellt.

Um dies zu fördern, stellt der Staat Hilfsprogramme wie die Corona-Soforthilfen als auch die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes zur Verfügung und versucht dadurch die Liqui­dität für Unternehmen zu bewahren.

3.1. Soforthilfeprogramm Corona

In diesem Programm wird von der Bundesregierung versucht allen Unternehmen abhän-gig von Unternehmens- und Beschäftigtengröße eine finanzielle Soforthilfe zu gewähr-leisten. Dadurch wird „(…) für Unternehmen bis zu 5 bzw. 15 Beschäftigten (9.000 € bzw. 15.000 €) sowie die Erweiterung des Programms durch die Landesregierung bis 50 Beschäftigte 25.000 €)“9 garantiert. Hiermit wird Unternehmen die generellen Fixkosten (durch zum Beispiel Personal- sowie Mietkosten) als auch variablen Kosten reduziert. Somit besteht die Möglichkeit einer finanziellen Erholung für den durch den Lockdown eingeschränkten Zeitraum.

3.2. Kurzarbeitergeld

Parallel zu dem Soforthilfeprogramm für Corona wurde ebenfalls von der deutschen Re-gierung die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes verabschiedet. Mittels des schon vorgege-benen Kug10 erhalten die „(…) Mitarbeiter in Kurzarbeit bis zu 60% bzw. 67% des Net-togehaltes.“11. Die Erhöhung sieht folgende Situation vor: „Ab dem vierten Monat des Bezugs soll das Kurzarbeitergeld für kinderlose Beschäftigte, die derzeit um mindestens 50 Prozent weniger arbeiten, auf 70 Prozent und ab dem siebten Monat des Bezugs auf 80 Prozent des Lohnausfalls erhöht werden.“12. Ebenfalls werden die Sozialversiche-rungsausgaben von der Agentur für Arbeit übernommen, dadurch wird eine steuerliche Entlastung geschaffen, die zwar Einbußen des reinen Bruttogehaltes bedeuten, aber wei-testgehend erträglich sind.13

Mittels dieses Rettungsschirmes wird neben der Hilfe für den Arbeitsnehmer auch den Unternehmen in wirtschaftlicher Sicht geholfen. Da Personalkosten unabdingbare Fix-kosten sind, fallen diese somit nun teilweise weg und das Unternehmen hat eine spürbare Entastung gleichzeitig garantiert diese Regelung den Erhalt der Arbeitsplätze und den Verbleib der Fachkräfte.

[...]


1 Vgl. https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/corona-massnahmen-1734724, Zu-griff am 26.05.2020

2 Vgl. §§ 95 ff. SGB III

3 Vgl. https://boerse.ard.de/anlagestrategie/geldanlage/der-crash-2020-hoffnung-auf-einen-milden-ver-lauf100.html, Zugriff am 26.05.2020

4 Vgl. https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/corona-krise-vw-konzern-stellt-die-produktion-ein/25651754.html, Zugriff am 26.05.2020

5 Vgl. https://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/lufthansa-volker-bouffier-warnt-vor-heimlicher-uebernahme-a-1306983.html, Zugriff am 26.05.2020

6 Vgl. https://www.ifo.de/node/54372, Zugriff am 26.05.2020

7 Vgl. https://www.ifo.de/node/54372, Zugriff am 26.05.2020

8 https://www.ifo.de/node/54372, Zugriff am 26.05.2020

9 https://www.rosenbaum-nagy.de/2020/04/01/leitfaden-zur-liquiditaetssicherung-in-der-corona-krise/, Zugriff am 26.05.2020

10 Vgl. §§ 95 ff. SGB III

11 https://www.rosenbaum-nagy.de/2020/04/01/leitfaden-zur-liquiditaetssicherung-in-der-corona-krise/, Zugriff am 26.05.2020

12 https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Corona-Schutzschild/2020-03-19-Beschaeftigung-fuer-alle.html, Zugriff am 26.05.2020

13 Vgl. https://www.rosenbaum-nagy.de/2020/04/01/leitfaden-zur-liquiditaetssicherung-in-der-corona-krise/, Zugriff am 26.05.2020

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Corona-Krise 2020: Welche rechtlichen Instrumente stehen für Unternehmen zur Verfügung um Liquidität zu sparen?
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Veranstaltung
Turnaround Management
Note
3,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V902470
ISBN (eBook)
9783346189141
ISBN (Buch)
9783346189158
Sprache
Deutsch
Schlagworte
corona-krise, instrumente, liquidität, unternehmen, verfügung, welche
Arbeit zitieren
Julian Behrens (Autor), 2020, Corona-Krise 2020: Welche rechtlichen Instrumente stehen für Unternehmen zur Verfügung um Liquidität zu sparen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/902470

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